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Sehr geehrte Frau Dyckmans,
in ihrer Antwort auf eine Frage von Herrn Marchl schreiben Sie
"Ich sehe die von Ihnen aufgeführten Drogen nicht als harmlos an; deshalb sehe ich auch keine Veranlassung, diese zu legalisieren."
Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass keine Droge an sich harmlos oder bedenklich ist. Nur der Konsum einer Droge kann harmlos oder bedenklich sein und eben dieser ist "nicht strafbewehrt" aus Gründen der Selbstbestimmung.
Kaum etwas ist per se gefährlich, harmlos, nützlich oder schlimm. Unser Umgang entscheidet darüber, welchen Schaden und welchen Nutzen wir haben.
Mit einer Waffe beispielsweise kann ich Leid anrichten, wenn ich sie zum Kriegsführen nutze. Genauso kann ich eine Waffe gewinnbringend verwenden, wenn ich sie bei der Jagd einsetze. Durch den Einsatzzweck wird die Waffe nicht "gut" oder "schlecht" und auch nicht "gefährlich" oder "harmlos". Allein der Einsatzzweck ist gut oder schlecht, gefährlich oder harmlos.
Selbiges gilt auch für Drogen: ein unverantwortlicher Umgang kann viel Schaden anrichten. Im Gegenzug kann ein verantwortlicher Umgang äußerst nutzbringend sein. Deswegen sind Drogen per se aber nicht schädlich oder nützlich.
Meine Fragen
In welche Richtung lenken Sie die Politik? In Richtung des aufgeklärten und damit schadensminimierten Konsums oder in Richtung des verhinderten Konsums und damit des verhinderten Schadens?
Verstehen Sie, worauf ich hinauswill? Um Schäden durch/infolge Drogenkonsum zu reduzieren gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder verhindere ich den Konsum und damit indirekt Schäden durch Konsum. Oder ich minimiere die Schäden, indem ich Aufklärung betreibe und Konsumenten die Fähigkeiten zur Gefahrenabschätzung in die Hand gebe.
Falls Sie in Richtung Prohibition weitersteuern, wie wollen sie den Konsum verhindern? Wollen Sie den Konsum überhaupt verhindern? Ist das sinnvoll? Sind andere Ansätze sinnvoller? Warum - warum nicht?
Mit freundlichen Grüßen und hoffentlich neuem Input,
