Max Steininger (DIE LINKE)
Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Max Steininger
Jahrgang
1980
Berufliche Qualifikation
Student der Politikwissenschaften
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
-
Stimmkreis
München-Land-Nord
Landeslistenplatz
32, Oberbayern
(...) Deswegen ist die LINKE gegen diese Militarisierung der Gesellschaft, gegen Kriege und für eine demokratische und friedliche Gesellschaft, in der Gewalt auch durch soziale Gerechtigkeit und Zukunftsperspektive vorgebeugt wird. (...)
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Frage zum Thema Gleichstellung
08.08.2008
Von:

Wie halten Sie es persönlich mit der Gleichstellung von Lebenspartnerschaft und Ehe bezüglich Steuer- und Erbschaftsrecht? Für welche Position engagieren Sie sich in Ihrer Partei?
Antwort von Max Steininger
6Empfehlungen
12.08.2008
Sehr geehrter Herr ,

Liebe sollte eine Sache des Herzens, der Lust und der Erotik und nicht des Geldbeutels und der Abhängigkeit sein. Deshalb bin ich für die komplette Gleichstellung zwischen unterschiedlichen Lebensentwürfen. Im Steuerkonzept der LINKEN finden sie deshalb auch verschiedene Vorschläge, wie zum Beispiel die Abschaffung des Ehegattensplittings. Andere materielle Vorteile der Ehe sollten allen zugänglich gemacht werden. Eine Erhöhung der Steuer auf sehr hohe Erbschaften kann zur Finanzierung beitragen.
Persönlich setze ich mich auch in der eigenen Partei dafür ein, im Sinne der queeren Bewegung das gesetzliche Geschlecht abzuschaffen und Wahlverwandtschaften einzuführen, sowie für den kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln.

Lieben Gruß,
Max Steininger
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Frage zum Thema Verkehr, Infrastruktur und Stadtentwicklung
25.08.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Steininger,

im Nordosten der Landeshauptstadt befürworten und planen mehrere Kommunen eine parallele Entlastungsstraße zum Autobahn-Ring A 99. Treibende Kraft ist hier die Gemeinde Aschheim. Hier erhoffen sich die Verantwortlichen eine spürbare Entlastung des Orts-Durchgang-Verkehrs. Auch in den Gemeinden Kirchheim und Feldkirchen erwartet man die vom Verkehrsplaner Harald Kurzak vorhergesagte Verkehrsentlastung ( Quelle: Münchner Merkur "Umland kommt unter die LKW-Räder" - www.merkur-online.de )

Mit dieser Autobahn-Parallele soll der Güter-Verkehr, der die A 99 wegen der Maut meidet und stattdessen auf die Bundesstraße B 471 ausweicht wieder von der Maut-Ausweich-Route verbannt werden.

Während einige Gemeinden auf eine Entlastung spekulieren, befürchtet man weiter nördlich - in Ismaning - dass der Verkehr auf der an der Gemeinde entlang führenden B 471 massiv zunehmen wird ( siehe: "Lärmschutz an der B-471", Münchner Merkur vom 22. April 2008 - www.merkur-online.de ).

  • Welche Position vertreten Sie in dieser Angelegenheit?

  • Welche Möglichkeiten sehen Sie, hier auf Landtagsebene aktiv zu werden?

  • Wäre es nicht sinnvoller statt einer Parallelstraße zur Autobahn - wenn es denn tatsächlich notwendig sein sollte - die A 99 um eine Spur zu erweitern und gleichzeitig den Autobahn-Ring von der Maut zu befreien?

  • Werden Sie sich im Landtag für eine Reaktivierung der Pläne für eine Stadt-Umland-Bahn (wie schon mehrfach von der Stadt München vorgelegt und leider von den Umland-Gemeinden immer wieder abgelehnt) einsetzen?

Vielen Dank für Ihre Antwort und schöne Grüße aus Ismaning

Antwort von Max Steininger
4Empfehlungen
02.09.2008
Sehr geehrte Frau ,

Meiner Meinung nach sollte in dieser Situation folgendermaßen vorgegangen werden. Als erstes wäre zu überlegen, ob es für die betroffenen Gemeinden die Möglichkeit gibt, ähnlich wie es München schon gemacht hat, die Straßen für den LKW-Durchgangsverkehr zu sperren, um dadurch nicht mehr zu ermöglichen, dass auf Kosten der Bürger versucht wird, die Autobahnmaut zu umgehen. Eine weitere Umgehungsstraße wird das Problem eher verschärfen, weil dann noch mehr Speditionen auf diese neue (mautfreie) Route auszuweichen versuchen werden.

Darüber hinaus ist das Problem aber durchaus ein weitreichenderes. Die Verkehrspolitik sowohl der Bundesregierung als auch der Landesregierung hat die letzten Jahrzehnte auf eine Stärkung des Straßen- gegenüber des Schienenverkehrs gezielt. Gefordert wäre aber das Gegenteil. Nicht zuletzt die Privatisierung und die Unterwerfung der Deutschen Bahn inklusive des Schienennetzes unter den Börsenmarkt hat dazu geführt, dass die Bahn im Verhältnis zum LKW teurer geworden ist. Während die Bahn ihr Schienennetz selbst warten muss, übernimmt diese Aufgabe beim Straßenverkehr die öffentliche Hand. Nicht umsonst war eine der treibenden Kräfte hinter der Bahnprivatisierung der Lobbyverband Deutsches Verkehrsforum

www.verkehrsforum.de

in dem etwa 170 Unternehmen und Verbände aus der Automobilbranche tätig sind.

DIE LINKE fordert auch deshalb, dass die Privatisierung der Bahn zurückgenommen wird und gesonderte Förderung zugunsten niedrigerer Fahrpreise bekommt. Als Partei DIE LINKE und als Jugendverband Linksjugend [´solid], in dem ich als Bundessprecher aktiv bin, unterstützen wir das Bündnis Bahn für Alle

www.bahn-fuer-alle.de

und versuchen dort gemeinsam mit verschiedenen außerparlamentarischen Initiativen auch jenseits des Parlaments in der Zivilgesellschaft gegen den Ausverkauf der Bahn einzutreten.

lieben Gruß,
Max Steininger
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Frage zum Thema Kultur und Medien
12.09.2008
Von:
Roy

Guten Tag Herr Steininger,

Ihre Kollegen von der CSU führen in diesem Jahr einen ziemlich polemischen und arg an Panik erinnernden Wahlkampf. Unser Innenminister ist mal wieder wieder auf einem Kreuzzug gegen gegen "Killerspiele-Spieler", wobei er jegliche Sachkenntnis vermissen lässt.

Das bereits in diesem Jahr verschärfte Jugendschutzgesetz ist, ist sehr begrüßenswert und überaus wichtig. Lediglich fünf Prozent der Spiele haben im Jahr 2007 "keine Jugendfreigabe" von der USK erhalten und sind damit ausschließlich für Erwachsene zugänglich.

Wenn ich mir jetzt einmal eine Szene aus einem Elektrogroßmarkt vor Augen führe: Da kauft ein älterer Herr einen Ü18-Titel. Die Kassiererin meint im Spaß: "Sie spielen tatsächlich noch Computerspiele." Meint der Herr darauf hin: "Nein diese Spiel ist für meinen 12jährigen Enkel." ... Das zeugt eindeutig von nicht vorhandener oder absichtlich ignorierter Medienkompetenz oder würde dieser Großvater seinen Enkel auch bedenkenlos in einen (von Herrn Hermann nicht beanstandeten) Ü18-Horrorfilm mitnehmen?

Da die CSU bei dieser Landtagswahl unter keinen Umständen meine Stimme erhalten wird, möchte ich gern Ihre Meinung zu diesem Thema kennen lernen.

Was werden Sie unternehmen, um einen Beitrag zur Steigerung diese eindeutig fehlenden Medienkompetenz und des Verantwortungsbewusstseins bei Eltern und Pädagogen zu steigern?

Wie stehen Sie, stehen DIE LINKEN, zu dem Thema Zensur und Bevormundung von erwachsenen Bürgern?

Mit freundlichen Grüßen
Roy
Antwort von Max Steininger
6Empfehlungen
25.09.2008
Sehr geehrter Herr ,

Im Allgemeinen empfinde ich den Begriff des "Killerspiels" für Computerspiele als eine Irreführung. Es gibt nach wie vor keine einzige seriöse Studie, die den Zusammenhang von Computerspielen und realen Morden nachweisen kann. Psychologen sehen vor allem Perspektivlosigkeit, Versagensängste und Isolation als Ursache für Gewalt unter Jugendlichen. Wirklich bizarr wird das ganze, wenn dieser Vorwurf des "Killerspiels" von Seiten der gleichen Politiker erhoben wird, die echte Soldaten in echte Kriege wie zum Beispiel nach Afghanistan schicken.
Auch in Bayern umwirbt die Bundeswehr junge Menschen mit gut bezahlten Ausbildungs- und Studienplätzen - einziger Haken: Wer einen Ausbildungs- oder Studienplatz bei der Bundeswehr antritt, weil er sich zum Beispiel Studiengebühren nicht leisten kann, der muss sich gleichzeitig zum einjährigen Auslandseinsatz verpflichten.
Eine Gesellschaft, in der 18-jährige nach der Schule in der Bundeswehr den Umgang mit der Waffe lernen und dazu getrimmt werden, Menschen zu töten, kann sich wohl kaum darüber wundern, dass sich dies auch auf die Medienlandschaft auswirkt. "Killerspiele" sind Folge, nicht Ursache einer zunehmend gewalttätigen und militarisierten Gesellschaft.
Mein erstes "Kriegsspielzeug" bekam ich im Alter von 5 Jahren auf einer Bundeswehrausstellung. Dort wurden wir als Kinder in Kampfjets gesetzt, durften uns echte Panzer ansehen und bekamen kleine Spielzeugkampfflugzeuge zum Zusammenstecken geschenkt. Uns wurde erklärt, wie die Waffen funktionieren und was mit so einer Rakete alles abgeschossen werden kann.
Die Attraktivität von Computerspielen mit Gewaltinhalt, die hierzulande "Killerspiele" genannt werden, ist vor allem Folge einer zunehmend militarisierten Gesellschaft, nicht deren Ursache.
Deswegen ist die LINKE gegen diese Militarisierung der Gesellschaft, gegen Kriege und für eine demokratische und friedliche Gesellschaft, in der Gewalt auch durch soziale Gerechtigkeit und Zukunftsperspektive vorgebeugt wird.
Eine Zensur von Computerspielen ist im Zeitalter des Internets, wo sich jeder 12-jährige Raubkopien in wenigen Minuten runterladen kann, kann dabei auf Dauer keine Lösung sein.

Lieben Gruß,
Max Steininger
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