Max Brym (DIE LINKE)
Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Max Brym
Jahrgang
1957
Berufliche Qualifikation
Bürokaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
freier Journalist
Wohnort
-
Stimmkreis
München-Schwabing
Landeslistenplatz
28, Oberbayern
(...) Die CSU hat sich in den letzten Monaten als große Kämpferin für die volle Pendlerpauschale aufgespielt. (...) Diese Forderung der CSU ist nichts weiter als blanke Heuchelei und ein schon immer geplanter Wahlbetrug. (...)
Fragen an Max Brym
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Frage zum Thema Finanzen
25.09.2008
Von:

Herr Brym,

die Linke stellte im Bundestag den Antrag die Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer wieder einzuführen. Ist das nicht eigentlich eine Forderung der CSU?
Antwort von Max Brym
1Empfehlung
26.09.2008
Sehr geehrte Frau ,

es ist Wahlkampf dazu gehört bei der CSU offensichtlich, dass man die Leute hinters Licht führt. Auf den Plakaten der CSU wird die Pendlerpauschale gefordert. In der Realität hingegen hat die CSU als Mitglied der Regierungskoalition, die Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer beseitigt. Der Antrag der " Linken", die Pendlerpauschale, ab dem ersten Kilometer wiederherzustellen entspricht den Interessen der arbeitenden Menschen. Die CSU verweigerte im Bundestag in namentlicher Abstimmung ihre Zustimmung zur Wiederherstellung der Pendlerpauschale. Faktisch stimmte sie gegen ihre eigenen Wahlversprechungen. Damit ist der politische Charakter der CSU neuerlich deutlich geworden. Vor den Wahlen werden die Leute halt angelogen. Ob dies christlich ist mögen andere beurteilen.

Viele Grüße

Max Brym
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Frage zum Thema Gleichstellung
25.09.2008
Von:

Lieber Max Brym,
Frauen verdienen heute in Deutschland immer noch durchschnittlich deutlich weniger als Männer, auf der anderen Seite ist eine Frau Kanzlerin.
Sind Sie eigentlich der Meinung, dass sich die Ziele der Frauenbewegung der 60er Jahre heute verwirklicht haben, oder ist der Feminismus gescheitert?
Freundliche Grüße,
S
Antwort von Max Brym
2Empfehlungen
26.09.2008
Sehr geehrte Frau Campini,

sie haben völlig Recht mit ihrem Hinweis dass es in diesem Land immer noch keinen gleichen Lohn für gleiche Arbeit gibt. Die Armut ist immer noch oder wieder in hohem Maße weiblich
Der Anteil von Frauen an allen Erwerbstätigen ist seit 1991 von 41,6 Prozent auf etwa 45 Prozent gestiegen (Statistisches Bundesamt). In den vergangenen Jahren hat die Frauenerwerbstätigkeit zwar zugenommen, das geht allerdings allein auf mehr Teilzeit-Beschäftigung zurück. Zwischen 1991 und 2004 sank die Zahl der Frauen, die Vollzeit arbeiten, um 1,6 Millionen, während die Zahl der Frauen, die Teilzeit arbeiten, um 1,8 Millionen anstieg. Die Quote der Frauen erhöhte sich von 30 Prozent auf 42 Prozent, wobei im Westen deutlich häufiger in Teilzeit (45 Prozent) gearbeitet wird als in Ostdeutschland (28 Prozent). Bei den Männern hingegen arbeiten nur knapp über sechs Prozent Teilzeit!
Frauen verdienen durchschnittlich nur 78 Prozent des Einkommens von Männern – bei gleichwertiger Arbeit. Im Westen verdienen Frauen im Durchschnitt 23 Prozent, in Ostdeutschland etwa zehn Prozent weniger. In Westdeutschland hat sich an dieser Situation in den letzten 50 Jahren wenig geändert.
Armut ist weiblich
Frauen sind generell stärker von Armut betroffen als Männer – obwohl sich der Abstand zwischen den Geschlechtern zunehmend verringert. Allerdings findet die Angleichung nach unten statt! 12,8 Prozent der Frauen in Westdeutschand und 21,1 Prozent im Osten waren offiziell im Jahr 2003 arm. Bei den Männern sind es "nur" 11,6 Prozent beziehungsweise 17,1 Prozent. Besonders sind alleinerziehende Frauen betroffen. Über 84 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen und über ein Drittel von ihnen gilt als arm. Nachdem die Kinder dann aus dem Haus sind, ist allerdings kein Aufatmen angesagt. Denn schlechter bezahlte Frauenberufe, ungleicher Lohn trotz gleichwertiger Arbeit und die höhere Anzahl von Teilzeit-Beschäftigungen unter den Frauen führen zusätzlich dazu, dass Frauen im Alter häufiger als Männer von Armut betroffen sind. Im Westen sind die eigenständigen Renten der Frauen (keine Witwenrenten oder ähnliches) etwa halb so hoch wie jene der Männer, im Osten etwa zwei Drittel (WSI-FrauenDatenReport 2005).
Haushalt und Kinder sind immer noch Frauensache
Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen, ist für Frauen nach wie vor extrem schwer. Immer noch ist Hausarbeit vorrangig Frauensache. Laut "Vorwerk Familienstudie 2006" teilen sich nur fünf Prozent der Paare die Hausarbeit gleichberechtigt.
Die neu eingeführte Elternzeit bietet zwar auf dem Papier sowohl Frauen als auch Männern die Möglichkeit, eine Babypause zu machen. Doch da das Elterngeld mit 67 Prozent des Nettolohns einfach zu wenig ist, um mit dem Nachwuchs finanziell gut klar zu kommen, muss in der Partnerschaft derjenige weiterarbeiten, der mehr Geld verdient – und das ist, wie schon erwähnt, meist der Mann. So haben 2007 nur sieben Prozent der Väter für ihre Kleinen eine berufliche Auszeit genommen. Gleichberechtigung – Fehlanzeige!
In Deutschland sind lediglich 44,3 Prozent der Mütter mit kleinen Kindern und nur 37,1 Prozent der allein erziehenden Mütter berufstätig. Kein Wunder – wird doch für Westdeutschland erst für das Jahr 2013 eine 33 prozentige Versorgung mit Kinderkrippenplätzen angestrebt (Studie zur "Vereinbarkeit von Familie und Beruf im internationalen Vergleich" im Auftrag des Bundesfamilienministeriums).

Entschuldigen Sie BITTE die kurze Antwort aber die Frage müsste normalerweise noch viel gründlicher beantwortet werden

Viele Grüße

Max Brym
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
26.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Brym,

bei meinem Besuch in München musste ich zu meiner Empörung sehen, dass die NPD bei ihrer "Kundgebung" am Dienstag auf dem Münchner Marienplatz ein Transparent mitführte mit dem Text "Antifaschismus ist keine Meinung, sondern eine Geisteskrankheit". In Österreich, wo am Sonntag ebenfalls Wahlen sind, wurde der Salzburger Spitzenkandidat des dortigen Wahlbündnisses "Linke", Jan Rybak, von Rechtsradikalen tätlich angegriffen linkewaehlen.at Haben Sie auch den Eindruck, dass Rechtsextreme verstärkt AntifaschistInnen und linke AktivistInnen ins Visier nehmen? Können Sie in Ergänzung zu Ihrer Antwort an Herrn Walther etwas ausführlicher darstellen, wie wir Neonazis politisch und organisatorisch etwas entgegensetzen können?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Max Brym
2Empfehlungen
26.09.2008
Wie die Nazis bekämpfen

Sehr geehrter Herr ,

in der Tat, die Nazis werden immer frecher nicht nur in München. Dagegen gilt es sich zur Wehr zu setzen. Ich bin davon überzeugt, dass in diesem Land die Antifaschistinnen und Antifaschisten klar in der Mehrheit sind. Die Nazis sind nur eine kleine Minderheit. Die Gewerkschaften, linke Organisationen und Parteien wie die Linke haben die Möglichkeit und die Pflicht, durch Massenmobilisierung Gegenwehr zu organisieren.
Leider mobilisieren oft die großen Gewerkschaften wie ver.di und IG Metall nicht zum aktiven Kampf gegen die Faschisten.. Vergangene Woche in München wollte die Polizei Fahnen und Transparente der ANTIFA und ein Transparent der " Linken" gegen die Nazis einkassieren. Dies konnte gerade noch mit einem juristischen Trick vermieden werden. Ich wage zu behaupten wenn die Gewerkschaften ihre Mitglieder voll mobilisieren würden hätte die Polizei keine Chance solche Dinge zu probieren. Zudem könnten die Nazis demoralisiert und vom Platz gefegt werden.
Alle Erfahrung zeigt, dass man sich beim Kampf gegen Nazis nicht auf den Staat und die etablierten Parteien verlassen kann. Die bürgerlichen Parteien, einschließlich der neoliberalen SPD tragen mit ihrer Asyl- und Abschiebepolitik die Schuld daran, dass Mitmenschen mit Migrationshintergrund heutzutage fast ganz selbstverständlich als Bürger 2.Klasse gesehen werden. Menschen, deren "einziges Vergehen" darin besteht, um Asyl zu bitten, werden in Abschiebknäste gesteckt und der persönlichen Freiheit beraubt. Menschen, die hier leben, denen wird das Wahlrecht verwehrt. Der staatliche Rassismus trägt dazu bei, dass rechtsextreme Bürgerbewegungen auch in München bestehen und in der Öffentlichkeit gegen Moslems hetzen können.
Die systematische Ungleichbehandlung und systematische Diskriminierung von Ausländern durch staatliche Gesetze, die Beschneidung ihrer demokratischen Rechte und ausländerfeindliche Sprüche von Politiker, haben den Nazis den Boden bereitet.
Rassismus bedeutet Spaltung.
Statt einen gemeinsamen Kampf zu führen und sich über diejenigen aufzuregen, die die Hartz- Gesetze eingeführt haben, die Fabriken schließen, Löhne kürzen, Studiengebühren einführen, Leute entlassen, soll die Bevölkerung gegeneinander aufgehetzt werden.
Abgelehnt werden muss jede Form von Rassismus , der Rassismus der Nazischläger, aber auch der staatlichen Rassismus.
Zu fordern sind gleiche politische und soziale Rechte für alle. Wer in Deutschland lebt, muss auch Zugang zu allen Rechten haben, einschließlich des allgemeinen Wahlrechts, der vollen Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit.
Der antifaschistische Widerstand muss ein sozialistisches Ziel haben
Eine Welt, frei von Vorurteilen, Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Religion, der sexuellen Orientierung und des Aussehens. Eine Gesellschaft, frei von Kampf um Ausbildungsplätze, eine Gesellschaft ohne Arbeitslose und wo keine Konkurrenzkampf herrscht. So eine Welt ist unvereinbar mit dem Kapitalismus.
Das Ziel ist eine sozialistische, demokratische Gesellschaft. Die kann man nur erreichen im gemeinsamen Kampf über nationale und religiöse Grenzen hinweg. Ein Kampf mit dieser Zielsetzung ist der beste Antifaschismus. Sollte es darum gehen einen konkreten Naziaufmarsch zu verhindern, kann man sich mit anderen Kräften darauf verständigen wie und wann man den Nazis am effektvollsten entgegen tritt. Kontraproduktiv sind gemeinsame Flugblätter mit bürgerlichen Parteien, weil auf dieser Basis der Kapitalismus nicht attackiert werden kann. Letzteres könnte verzweifelte Menschen sogar ermutigen auf die soziale Demagogie der NPD und anderer neofaschistischer Organisationen hereinzufallen.

Viele Grüße

Max Brym
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
26.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Brym,

am 28. sind bekanntlich nicht nur Landtagswahlen sondern auch Bezirkstagswahlen. Der Bezirkstag wird zwar von der Öffentlichkeit nicht so intensiv wahrgenommen wie der Landtag aber er hat eine enorm wichtige Funktion bei der konkreten Umsetzung der sozialpolitischen Gesetze, die im Landtag beschlossen werden.
Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit der linken Landtagsfraktion und der linken Bezirkstagsfraktion vor und welche Kandidaten/innen wünschen Sie sich für eine erfolgreiche Zusammenarbeit?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Max Brym
5Empfehlungen
26.09.2008
Bezirkstagswahlen- "Die Linke" und Beate Jenkner wählen

Sehr geehrte Frau ,

die Bezirkstagswahlen sind sehr wichtig und werden oft in ihrer Bedeutung unterschätzt. Der Bezirkstag ist ein klassisches "Sozialparlament". Zu den Aufgaben des Bezirkstages gehört generell der Bereich der Altenpflege. Viele Krankenhäuser sind Bezirkskrankenhäuser.. Der Bezirk ist der Träger vieler Behinderteneinrichtungen. Generell hat der Bezirkstag enorme Aufgaben im Sozialbereich. Er trägt auch Verantwortung in den Bereichen Kultur- und Heimatpflege Schulwesen und verantwortet den Schutz von Natur und Gewässer. Mit Beate Jenkner auf Platz 1 der Bezirkstagsliste in Oberbayern hat die " Linke" eine kompetente Kandidatin aufgestellt. Frau Jenkner führte einen sehr engagierten Wahlkampf z.b. mit dem Gastreferenten Claus Fussek gegen den Pflegenotstand in Bayern. Frau Jenkner arbeitet selbst im Gesundheitswesen und ist gewerkschaftlich organisiert. Sie spricht sich gegen jegliche Privatisierung im Gesundheitswesen aus. Grundsätzlich fordert Frau Jenkner, NEUEINSTELLUNGEN in den Krankenhäusern und im Pflegebereich. Sie steht für Gesundheit, welche nicht als Ware betrachtet werden kann. Damit positioniert sie sich klar gegen die finanzielle Deckelung der Krankenhäuser . Immer wieder forderte Frau Jenkner auf ihren Wahlversammlungen mehr und vor allem unangemeldete Kontrollen in den Altenheimen. Zur Bezirkstagswahl kann ich Ihnen nur "Die Linke" und besonders Frau Jenkner in Oberbayern empfehlen.. Ich denke, dass mit Frau Jenkner der breite Widerstand der Beschäftigten gegen die " Deckelung" der Krankenhäuser eine konsequente parlamentarische Stimme erhalten wird. Die Zusammenarbeit stelle ich mir nicht als parlamentarische Kullisenschieberei vor, sondern der Bezirkstag und der Landtag müssen von außen unter Druck gesetzt werden, um endlich eine sozialere Politik zu betreiben.

Allgemeines zum Bezirkstag

Alle fünf Jahre wird der Bezirkstag zeitgleich mit dem Landtag direkt gewählt. Seine Mitglieder werden als Bezirksräte bezeichnet und bestimmen die Grundzüge der Bezirkspolitik, verabschieden den Haushalt und wählen aus ihrer Mitte den Bezirkstagspräsidenten als Vorsitzenden des Bezirkstags und Leiter der Bezirksverwaltung. In Bayern werden sieben Bezirkstage in den jeweiligen Regierungsbezirken gewählt.

Da die Bezirke als kommunale Selbstverwaltungskörperschaften fungieren, ist ein Bezirkstag mit einem Stadtrat oder einem Kreitsag funktional vergleichbar. Sie sind diesen kommunalen Gremien nicht übergeordnet, sondern als "dritte kommunale Ebene" für die originären Aufgaben der Bezirke zuständig, von denen angenommen wird, Landkreise und kreisfreie Städte könnten sie nicht selbst wahrnehmen

Viele Grüße

Max Brym
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Frage zum Thema Europa
26.09.2008
Von:

Werter Herr Brym,

käme für sie bzw. ihre Partei eine Koalition mit anderen Parteien im Landtag in Frage? SPD und Grüne vertreten doch auch zum größten Teil neoliberale Positionen.

Gruss
Antwort von Max Brym
6Empfehlungen
26.09.2008
Sehr geehrter Herr ,

mit neoliberalen Parteien wie der SPD und den Grünen kann und darf es keinerlei Koalition geben. Die Koalitionsfrage wird sich allerdings in Bayern nach der Landtagswahl nicht stellen. Es wäre schon ein Fortschritt, wenn die absolute Mehrheit der CSU endlich gebrochen wird. Letzteres klappt nur mit dem Einzug der " Linken" in den Landtag. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sich "Die Linke" im wesentlichen als Sprachrohr der außerparlamentarischen Bewegung begreifen sollte. Dadurch kann auch aus der Opposition heraus viel verändert werden. Die SPD hat mit Steinmeier und Müntefering wieder voll die Agenda 2010 Politik rehabilitiert. Die SPD spricht auf Bundesebene von einer Koalition mit Grünen und der FDP. Gleichzeitig propagiert die SPD einen bescheidenen Mindestlohn. Wie sie das mit der FDP, aber auch den Grünen machen will, muss das spezielle Geheimnis der SPD bleiben.

Viele Grüße

Max Brym
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