Sehr geehrte Frau Pia

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das Problem der übergewichtigen Kindern in unserer Gesellschaft ist erst vor einigen Jahren in den Mittelpunkt der Gesundheitsberatung gerückt. Seitdem wird die sog.Fettsucht (Adipositas) als chronische Krankheit eingestuft.
Ich finde es daher gut, dass Sie sich Gedanken dazu machen, wie hier geholfen werden kann. Ausdrücklich möchte ich Sie ermuntern, sich weiterhin gesellschaftlich zu engagieren. Nachdenken ist immer gut!
Ihrem Vorschlag mit dem städtischen Brachland und dem Saatgut kann ich allerding nicht folgen.
Aus eigener Erfahrung als Dezernet weiss ich aber, dass der Sportbund das Thema bearbeitet und den Kontakt zu den Schulen sucht, um hier die gefährtdeten Kinder und deren Eltern anzusprechen. Hier beginnen allerdings die Schwierigkeiten. Datenschutz und ggf. pers. Befindlichkeiten sind das größte Hemmnis bei der Bewältigung dieser Aufgabe.
Stellen Sie sich vor, Sie werden vom Lehrer Ihres Kindes angesprochen: "Ihr Kind gehört ggf. zur Risikogruppe fettleibiger Kinder, da sollten wir etwas tun." Auch wenn unsere Pädagogen in den Schulen und Kindergärten sicherlich feinfühliger die Ansprache wählen würden, so bleibt die Botschaft schwierig.Nicht alle Eltern verstehen sofort das damit verbundene Hilfsangebot.
Die Bewegungsangebote werden jedenfalls vom Sportbund unter dem Arbeitstitel "schwer mobil" unterbreitet. Das Projekt "schwer mobil – Bewegung, Spiel und Sport für übergewichtige Kinder" hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche mit Gewichtsproblemen über programmatische Zusammenarbeit mit ausgewählten Sportvereinen in NRW für eine "bewegte" und gesunde Lebensweise zu begeistern. Schwer mobil ist eine Initiative des Handlungsprogramms 2015 "Sport und Gesundheit für das Land Nordrhein-Westfalen" und wird vom Innenministerium des Landes, der Sportjugend im LandesSportBund NRW, dem Landesverband der Betriebskrankenkassen NRW, der Gmünder ErsatzKasse und der METRO Group getragen. Erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Begleituntersuchung können die positive Entwicklung, die sich in der Projektpraxis abzeichnet, bestätigen: Bei den adipösen Kindern aus den Projektgruppen konnte eine Reduktion des Gewichtes und eine geringere Zunahme des Bauchumfangs im Vergleich zu anderen adipösen Grundschulkindern festgestellt werden. Dieser Erfolg ist aus medizinischer Sicht besonders wichtig, weil das Bauchfett entscheidend an der Entstehung möglicher Folge- und Begleiterkrankungen (gestörter Zuckerstoffwechsel, Bluthochdruck etc.) beteiligt ist.
In den Familienzentren können Eltern ebenfalls Hilfestellungen bekommen. So etwa ist in meinem Verantwortungsbereich folgendes Projekt geplant: Die AWO betreut Kinder in der offenen Ganztagsgrundschule. In der zur Schule gehörenden Lehrküche werden Kochkurse als niederschwelliges Angebot unterbreitet. Betreuer und Eltern kommen so über die tägliche Arbeit ins Gespräch.
Meine bisherigen Erfarungen und die Erkenntnis, dass adipöse Kinder eine zukünftige Herausforderunge der örtlichen Gesundheitsvorsorge sind, will ich in die Arbeit als Oberbürgermeister einfließen lassen.
Mit freundlichen Grüße
Marc Buchholz