Dr. Michael Pardon (WASG)
Kandidat Abgeordnetenhauswahl Berlin 2006
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Dr. Michael Pardon
Jahrgang
1947
Berufliche Qualifikation
Dipl.-Ing. f. Automatisierung/Informationstechnik
Ausgeübte Tätigkeit
selbstständig, Unternehmer
Wohnort
-
Wahlkreis
Marzahn-Hellersdorf WK 4
Ergebnis
5,4%
Landeslistenplatz
3, Marzahn-Hellersdorf
Fragen an Dr. Michael Pardon
Auswahl der Fragen und Antworten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
01.08.2006
Von:

Die WASG kandidiert erstmals in Berlin. Sicherlich ist Ihnen Herr Dr. Pardon die allgemein wachsende Politikverdrossenheit bekannt. Nichtzuletzt wurde dies durch die Politiker und die etablierten Parteien in Berlin besonders befördert. Werden Sie auch einer dieser derzeit regierenden und "etwas opponierenden" Politiker und was gedenken Sie gegen den Frust über und den Rückzug der Bürger von Politik zu tun ? Freundlichst N.
Antwort von Dr. Michael Pardon
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03.08.2006
Dr. Michael Pardon
Sehr geehrter Herr ,

zunächst versichere ich Ihnen, dass ich keiner dieser Politiker bin noch werde, die eine fortschreitende Politikverdrossenheit der Bürger befördern. Gerade deshalb tritt ja die WASG als linke Partei an, um durch ihr Politikangebot und ihr Engagement für die BerlinerInnen einen anderen Politikstil erlebbar zu machen. Vertrauen Sie uns und nicht den etablierten Parteien von schwarz bis rot oder was da rot sein will. Diese haben Berlin durch ihre Machenschaften ruiniert und bürden den Kleinen und Schwachen die Tilgung dieser Schulden auf. Ein "Weiter so" von Rot-Rot darf es nicht geben. Oder gar solche Ambitionen von einigen "Salon-Linken", die wohl gerne ein Vollzeit-Berufsparlament für Berlin hätten - sich bei doppelten Diäten mit ganzer Kraft im "warmen" Parlament für das notleidende Berlin sorgen. Nein, mit der WASG wird es das nicht geben. Unser soziales Engagement für die Bürger, die Schwächeren und Politik nicht als Selbstbedienungsveranstaltung der Etablierten. Ich würde
z.B. gerne Mandate auf 2 Wahlperioden begrenzen, um das Entstehen von "Dauer-Parlamentarierschaften" zu vermeiden.

Freundlichst Dr. Michael Pardon
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.08.2006
Von:

Das Wählerpotential der WASG rekrutiert sich me.E. aus Linken, von der Linkspartei.PDS enttäuschten WählerInnen. Mit welcher Programmatik will die WASG diese BürgerInnen erreichen?

Beste Grüße
Antwort von Dr. Michael Pardon
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09.08.2006
Dr. Michael Pardon
Sehr geehrter Herr ,
ein Teil des Wählerpotenzials der WASG in Berlin liegt zweifelsohne bei enttäuschten Linkspartei.PDS-Wählern. Aufgrund unserer konsequent sozial ausgerichteten Programmatik erschließen wir natürlich noch weitere Wählergruppen, von der SPD entäuschte u.a. bis in christliche Gruppen hinein, wie dies meine Gespräche mit Bürgern zeigten. Wesentlich ist doch, dass die Bürger und Bürgerinnen letztlich erkennen, ob eine Politik trotz anderer Verlautbarungen insbesondere in Wahlzeiten auf die schon Starken, Habenden und Mächtigen ausgerichtet ist oder z.B. wie bei der PDS durch sogenannte Haushalts-und andere Koalitionssachzwänge der Bürger letztlich die Zeche durch Umverteilung von unten nach oben bezahlen muß (geringer werdende Einkommen, Gebührenabzocke, Beitragserhöhungen usw.). Die WASG wirbt für und vertritt "100%sozial" Interessen der Schwächeren dieser Gesellschaft, denn mit uns haben die Haushälter nicht das Sagen, sondern das Primat haben soziale Lösungen. Gute Bildung darf zukünftig nicht nur den Begüterten vorbehalten bleiben. Es gibt genügend bezahlbare Arbeit für alle, nur die Etablierten benötigen ein Reserveheer an Arbeitslosen, die dann noch "verhartz" werden, die möglichst ihre Wohnstätte nicht verlassen, um z.B. zu demonstrieren, u.a. gegen die aktuellen Kriege und die massive deutschen Rüstungshilfen. Auch eine "Rot-Rote"-Landesregierung unterstützt letztlich die Militarisierung der bundesdeutschen Außenpolitik und dies sollte dem PDS-Wähler voll klar sein. Leider kann ich hier nicht die gesamte Programmatik der WASG aufschlüsseln. Bitte orientieren Sie sich bei unseren Internet-Seiten (wasg-berlin.de, Wahlprogrammatik, Sachtexte) oder an unseren Wahlständen in Ihrer Nähe. Ich sende Ihnen gerne auch Textmaterial zu (mein Telefon 54378760/AB). Und gehen Sie trotz Enttäuschung zur Wahl und geben Sie möglichst uns Ihre Zustimmung. Bei uns ist auch Sozial drin, wenn Sozial draufsteht.
Herzlichst Dr. Michael Pardon
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Frage zum Thema Soziales
14.08.2006
Von:

Ihre Partei wirbt auf Plakaten in diesem Bezirk damit gegen die Merkmale von Harz-4 und gegen die soziale Ungerechtigkeit vorgehen zu wollen. Wie gedenken Sie dies auf Bezirks- und Landesebene zu bewerkstelligen, wo doch die Kompetenzen dafür zum großen Teil in der Hand des Bundes liegen?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Michael Pardon
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06.09.2006
Dr. Michael Pardon
Sehr geehrter Herr ,

leider konnte ich Ihnen nicht früher antworten, da sich in meinem PC ein Trojaner samt Wurm breit gemacht hatten und meine Arbeit paralysierten.
Zur Frage:
Ja, diese schlimmen Sozialgesetze wurden auf Bundesebene gemacht. Deshalb muß unser Kampf auch prinzipiell dagegen geführt werden und nicht etwa zu versuchen, diese Gesetze "nutzerfreundlich" zu gestalten und damit auf Dauer zu verfestigen. Dazu bedarf es aber der Stimmen der WASG im Parlament und der außerparlamentarischen Opposition und des Druckes seitens der Öffentlichkeit. In Berlin wird eben von den Rot-Rot-Regierenden der Druck seitens der Öffentlichkeit gegen diese Gesetze genommen, weil man als Regierung schon das "Beste" für die Betroffenen macht. Wie z.B. die 1EURO besser 1,50 EURO-Jobs, die anstelle ordentlicher sozialversicherungspflichtiger Stellen auch im öffentlichen Dienst ersatzweise eingeführt werden. Leider bekommt kaum ein solcher 1EURO Jobber hinterher keinen ordentlichen Arbeitsplatz angeboten. Bald 40000 solcher prekärer Beschäftigungen schaffen ein System von Lohndumping, reguläre Arbeitsstellen werden abgeschafft (Z.B. Hausmeister in Schulen, G
artenbau, "Fahrgastbetreuung", Alten-und Behindertenpflege usw.. Letztlich kommt es zur Ausbeutung pur. Wir von der WASG lehnen ein solches verkommenes System grundsätzlich ab.

Mit unserem Einzug in die Parlamente wird wieder eine Stimme gegen dieses System zu hören sein. Die Öffentlichkeit muß mobilisiert werden. Als Regierungspartei, wie die PDS, ist man ja verpflichtet, diese unsozialen Bundesgesetze umzusetzen, die letztlich dazu dienen, die Umverteilung von unten nach oben, von den Ärmeren zu den Reichen, zu verfestigen.

In Frankreich gehen die mobilisierten Betroffenen auf die Straße und erreichen das Kippen von unsozialen Gesetzen. In Deutschland stellen sich die ALGII-Empfänger noch ordentlich am Jobcenter an, um die Zuteilung von zugesicherten Almosen entgegen zunehmen. Aber die Wut der Betroffenen wächst. Hoffentlich wählen Sie nicht jene Parteien, die dieses System der Degradierung von Menschen stützen, sondern geben uns von der WASG ihre Stimme und haben dann als Betroffene ein Sprachrohr und Verteidiger ihrer Interessen. Die Menschen haben einen zutiefst sozialen Anspruch auf eine ordentliche Arbeit, um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ein Jobcenter wie in Marzahn-Hellersdorf hat zu allererst sozialversicherungs- pflichtige Jobs zu vermitteln. Wir werden im Bezirk dem rasanten Jobabbau in solchen Bereichen wie Bildung, Kultur, Sport etc. entgegentreten. Letztlich müssen auch Arbeitstellen ggf. geteilt werden, um mehr Menschen in Arbeit zu bringen. Selbstverständlich ist eine Aufstockung mit öffentlichen Mitteln für ein entsprechendes Monatseinkommen unabdingbar. Geld ist ja genügend vorhanden in Deutschland - bei den Privatvermögen und Konzernen. Es muß nur durch z.B. richtige Reichensteuern und Konzernsteuern für das Gemeinwesen aktiviert werden. Dazu gehört dann auch die Entschuldung der öffentlichen Haushalte. Aber ohne eine Mobilisierung der schon Betroffenen und der alsbald Betroffenen werden die Mächtigen nichts für das Gemeinwohl herausrücken.

Freundlichst Ihr Dr. Michael Pardon
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.08.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Pardon,
von den programmatischen Wahlaussagen ihrer Partei habe ich inzwischen Kenntnis genommen. Mich interessiert nun, wie die WASG dieses Programm angesichts der Haushaltlage des Landes Berlin un des Bezirkes umsetzen will.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Michael Pardon
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06.09.2006
Dr. Michael Pardon
Sehr geehrter Herr ,
leider konnte ich aus technischen Gründen nicht füher auf Ihre Frage antworten (ein Trojaner samt Wurm hatte meinen PC paralysiert).
Zu Ihrer Frage:
Zunächst sei angemerkt, dass die benannten Schulden Berlins und z.B. Berlins zum größten Teil "künstlich" erzeugte sind. Ob durch den Bund oder das Land, seit über 15 Jahren wird Berlin mit Hilfe gewissenloser Politiker, ob CDU, FDP oder SPD in eine Schuldenfalle getrieben. Denn die Nutznießer dieser Schulden sind die eigentlichen Machhaber in Deutschland - u.a. die Großbanken. Auch an einem Pleiteland wie Berlin verdienen diese immense Summen. Leider ist kein Insolvenzverfahren füe ein Land möglich, alle wir zusammen haften für diese "angehäuften" Schulden.
Zunächst also sind Land und Bezirk von den sogenannten Altschulden zu befreien. "Altschulden" sind ein durch den Bund bzw. die Treuhand eingeführtes Instrument, DDR-planwirtschaftliche Verbindlichkeiten, die keinesfalls den heute üblichen Bank-Schulden entsprechen (Näheres erfahren Sie über einschlägige Literatur)in banktechnische und einklagbare Schulden umzuwandeln. So wurden u.a. aus funktionierenden Wohnungsgesellschaften solche mit Überschuldungung bei den Banken. Man trieb WBG so auch in die Pleite und machte sie sturmreif für die Privatisierung.
Ich erspare uns das Thema Schulden weiter auszubauen.
Die seit Jahren betriebene Haushaltskonsolidierung beruht großteils eben auch auf einem Lügenkonstrukt. Wir von der WASG lehnen diese sogenannte Haushaltskonsolidierung, die letztlich vorwiegend zu Lasten der Armen und Schwachen realisiert wird so ab. Selbstverständlich sind Haushalte in Ordnung zu halten. Jedoch hat der Bund eine Pflicht zur finanziellen Ausstattung seiner Hauptstadt Berlin. Das Land Berlin hat seine Bezirke entsprechend auszustatten. Letztlich geht es doch um die real sehr geringen, eigenverantwortlichen Finanzspielräume z.B. der Bezirke.
Die gesamte öffentliche Daseinsvorsorge ist unterfinanziert und den Bezirken wird für eine "Restverteilung" die Verantwortung zugeordnet. Ich meine, das gesamte Haushaltsfinanzierungssystem gehört auf den Prüfstand.
Dazu bedarf es aber keiner "intelligenteren Haushaltskonsolidierung a la SPD-PDS" mit Festschreibung der weiteren Umverteilung von unten nach oben. Sondern über unsere Stimmen in den Parlamenten und die Mobilisierung einer breiten Öffentlichkeit, um Druck aufzumachen, das Geld dort abzuholen, wo es zu Unrecht "eingesammelt" wurde, bei den Banken, Konzernen, Reichen.
Und hier noch einige praktische Vorschläge. Z.B. fordern wir eine Erhöhung des Gewerbesteuersatzes in Berlin von 410% auf 450% (Potsdamer Niveau. Damit wären etwa 70 Mio. ¤ Mehreinnahmen verbunden. Über 1000 LehrerInnen könnten das Schulsystem stärken und die Lernmittelfreiheit könnte wieder eingeführt werden.
Oder knallhartes "Zur Kasse bitten" der Profiteure des Banken-und Politikskandales von Berlin. Millionen in 2stelliger Höhe könnten der Landeskasse zufließen. Mit Hilfe auch der PDS-Finanzfachleute kommen die Profiteure (z.T. mit CDU, SPD und PDS-Parteibuch)ungeschoren davon, die Zeche zahlen wir Kleinen.
Oder die Einführung einer echten (Reichen-)Steuer, um einen geringen Teil des privaten Billiarden-Vermögens der reichen Bundesbürger für das Gemeinwesen Bundesrepublik einzusetzen.
Heute kann es nicht mehr um das Drehen an den kleinen Finanzstellrädchen gehen, sondern das gesamte Finanzsystem muß revidiert werden zugunsten des Allgemeinwohles.Herr , die WASG wird sich nicht zu Erfüllungsgehilfen von "Gestaltern" dieses derzeitigen Finanzsystems machen. Geld ist in der Bundesrepublik ausreichend vorhanden, es darf nur nicht weiterhin die Taschen Weniger füllen oder es darf nicht weiter für unsinnige Militärausgaben verwendet werden. Freundlichst Ihr Dr. Michael Pardon
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Frage zum Thema Arbeit
26.08.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Pardon,

Mit großer Freude habe ich damals wahrgenommen, dass die WASG getrennt gegen die PDS antritt, welche unsere Stadt gemeinsam mit der SPD an den Rand des Ruins getrieben hat bzw. nichts Gegenteiliges unternommen hat. Die Teilprivatisierung der Wasserbetriebe sind nur ein Besispiel.
1. Frage: Wie will die WASG mit der enormen Verschuldung von mittlerweile über 60 Mrd. Euro umgehen, die unsere Stadt täglich fast 8 Mio. Euro Zinsen kosten? Bitte positionieren Sie sich zu den diesbezüglichen Forderungen der HUMANWIRTSCHAFTSPARTEI.
2. Frage: Die Arbeitslosigkeit in berlin ist vergleichsweise hoch und neue Arbeitsplätze sind nicht in Sicht - ein weltweit fortschreitendes Phänomen. Waum fordert die WASG einen Mindestlohn, der ja nur denen helfen kann, die Arbeit haben, nciht den Erwerbslosen? Bitte nehmen Sie Stellung zur Forderung einen Bedingungslosen Grundeinkommen, wie es etwa unter www.grundeinkommen.de verlangt wird.

Vielen Dank,
Antwort von Dr. Michael Pardon
bisher keineEmpfehlungen
06.09.2006
Dr. Michael Pardon
Sehr geehrter Herr ,

leider konnte ich aus technischen Gründen (ein Trojaner samt Wurm hatten meinen PC paralysiert) Ihnen nicht früher meine Antwort auf Ihre Frage zusenden.
Zu Ihrer Frage:
Ich denke, dass die WASG zur Finanzsituation keine so unterschiedlichen Positionen zur Humanwirtschaftspartei hat. Ja, der "Schuldenberg" Berlins ist hausgemacht von verantwortungslosen Politikern und Bankern - von CDU, FDP und SPD (über Staffelt oder Strieder redet kaum noch jemand). Weiterhin sind ein Großteil der "Schulden künstlich" erzeugt. Bund und Treuhand hatten im Zuge des Anschlusses der DDR in de facto wirtschaftskrimineller Art und Weise planwirtschaftliche Positionen in sogenannte Altschulden verwandelt und den Banken/Gläubigern einen fetten Zinshappen zugeschoben. Infolge gingen Wohnungsgesellschaften der Insolvenz entgegen. Und drittens hat der Bund gegenüber der Hauptstadt Berlin einfach zu wenig Interesse gezeigt und eine Unterfinanzierung der Hauptstadt zugelassen. Aus eigener Kraft wird Berlin sich auch bei noch so großen Einsparungen, die bekanntlich vorwiegend zu Lasten der Kleinen und Schwachen gehen, nicht erholen. Deshalb unsere grundsätzliche Forderung für die Entschuldung Berlins. Der Bund hat außerdem noch genügend Geld, allein wenn man die größenwahnsinnigen Rüstungs- und Militärausgaben für "die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch" hernimmt.
Die Profiteure des Berliner Banken-und Politikerskandales einschließlich der Luxusfondzeichner müssen zur Kasse gebeten werden, wobei 2-stellige Millionenbeträge dem Haushalt zugute kommen könnten. Und drittens fordern wir eine effektive Reichensteuer, um das angehäufte private Billiardenvermögen wenigstens z.T. (da könnten mehr als 100 Mrd. ¤ einkommen) für das Allgemeinwohl zu aktivieren. Wir müssen das gesamte Geld-und Zinsensystem revidieren, den denn das demokratische System ist in großer Gefahr. Dazu bedarf es aber viel mehr Informationen gegenüber der Öffentlichkeit und dem Druck von unten, sich gegen dieses eigentlich mafiös organisierte System zu wehren.
Zweite Frage:
Ja, wir foedern einen Mindestlohn, der einem Beschäftigten erlaubt, menschwürdig zu leben, seine Familie zu ernähren und an der Gesellschaft bescheiden teilzunehmen. Die Vorstellungen gehen da von mindestens 8 € bis 10 € pro Stunde. Das Brutto-Einkommen sollte über 1300 € liegen.
Aber es geht ja auch um die Erwerbslosen. Hier helfen keine 1€-Jobs oder ausbeuterische Niedriglohnverhältnisse. Die Zukunft der Menschheit liegt u.a. im Vermögen zu teilen - alles was an Ressourcen auf dieser schönen Erde vorhanden ist. Auch die produktive Arbeit. D.H. ich plädiere für eine Verringerung der Erwerbsarbeitszeit auf 30 oder gar unter 30 Stunden pro Woche (quasi Jobsharing). Dabei entstünden viel, viel mehr Arbeitsplätze als per erwünschten Investitionen oder anderen neoliberalen Modellen. Ein weiterer Bestandteil unseres "Arbeitslebens" ist die gesellschaftlich nützliche Arbeit / Beschäftigung (Kulturelle Leistungen, Hilfe gegenüber Bedürftigen oder Schwachen, Umweltschutz, Breitensport usw.. Diese Arbeit muß von der Gesellschaft auch (sozialversicherungspflichtig) vergütet werden. Ein existenzsicherndes Mindesteinkommen für "Gesamt-Arbeit" wird entsprechend gesetzlich festgeschrieben. Und nun zum bedingungslosen Grundeinkommen, das sicher deutlich unter einem "Arbeitseinkommen" liegt. Dies lehne ich prinzipiell ab - eine Ausnahme gibt es nur für nachgewiesene "Arbeits"unfähigkeit. Arbeit / Tätigkeit im weitesten Sinne, ob "produktiv" oder gesellschaftlich", gehört zum Menschen. Ein absolutes Recht auf Faulheit kann es nicht geben. Über die Arbeit sind wir Menschen aus dem Tierreich entsprungen.
Sehr geehrter Herr , ich hoffe aus dem weiten Feld der Auffassungen Ihnen etwas nahe gebracht zu haben. In jedem Falle ist der humanwirtschaftliche Ansatz generell zu begrüßen. Ich bin jedoch skeptisch, ob sich eine humane Wirtschaft in den Grenzen eines kapitalistischen Systems verwirklichen lassen. Es bedürfte hier einer anderen gesellschaftlichen Grundlage als die Dominanz des Kapitals gegenüber der Arbeit respektive dem Menschen.

Freundlichst,
Ihr Dr. Michael Pardon
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