Sehr geehrter Herr Dr.

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vielen Dank für Ihre Anfrage.
Sie haben leider Recht: Die Poppelsdorfer Allee und viele andere Stellen im Stadtgebiet sehen durch die Miniermotten geradezu verwüstet aus, und es muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Ich bemühe mich darum seit langem. Aber das Problem ist bisher bundesweit schwer lösbar.
Es hat Versuche in Deutschland, auch in Bonn, gegeben, befallene Kastanien mit einem neu entwickelten Pflanzenschutzmittel zu impfen. Die Versuche waren überwiegend erfolgreich. Aber das dabei verwendete Mittel, das aus Polen kommt, ist in Deutschland noch nicht zugelassen, und es gibt leider – angeblich wegen der hohen Kosten – nicht einmal einen Zulassungsantrag. Die Landwirtschaftskammer Rheinland hatte der Stadt u.a. auf meine Veranlassung hin eine versuchsweise Genehmigung für die "Impfung” aller Bäume auf der Poppelsdorfer Allee mit diesem(unterdessen noch verbesserten) Mittel in diesem Frühjahr in Aussicht gestellt. Zudem hatten ein weiteres Mitglied unseres CDU Ortsverbands und ich das städtische Amt für Stadtgrün für eine jedenfalls abschnittsweise Finanzierung gewonnen und sogar einen privaten Sponsor gefunden. Letztlich ist die Aktion, auf die wir viel Mühe verwendet hatten, leider daran gescheitert, dass das zu beauftragende Unternehmen, eine Fachfirma aus Kalkar, das Pflanzenschutzmitel aus Polen dann doch nicht beschaffen konnte.
Fachleute betonen, das welke Laub müsse schnell und vollständig beseitigt werden, damit die Miniermotten bzw. deren Larven sofort vernichtet würden. Ich beobachte wie Sie, das das nicht sorgfältig genug geschieht. Ich werde das Amt für Stadtgrün um Veranlassung bitten, dass das besser als bisher geschieht, und dies zu kontrollieren. Unsere Mitbürger, auf deren Grundstücken befallene Kastanien stehen, sollten Gleiches tun.
Ob die Nistkästen für Meisen, die an den Bäumen angebracht worden sind, viel helfen werden, kann ich nicht beurteilen. Nach Aussagen von Fachleuten sollen die Meisen als natürliche Fressfeinde die Motten dezimieren. Man wird das beobachten müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Weskamp