Hallo, Herr Hafner,
als eine "Nahtstelle" zum Sport in Mainz frage ich Sie:
Warum gibt es in Mainz keinen Hinweis auf den posthum Formel I - Weltmeister Jochen Rindt, einen gebürtigen Mainzer.
Jochen Rindt wurde am 18.04.1942 in Mainz als Sohn eines Deutschen und einer Österreicherin geboren.Seine Eltern, die in Mainz die Gewürzmühle Klein & Rindt besaßen, starben 1943 bei dem großen alliierten Fliegerangriff auf Hamburg. Rindt wurde daraufhin zu seinen Großeltern nach Graz gebracht, wo er aufwuchs und frühzeitig mit dem Motorsport begann. Er hatte auf Betreiben seines Großvaters, eines Rechtsanwalts, Zeit seines Lebens die deutsche Staatsbürgerschaft und seinen deutschen Reisepass behalten. Jochen hat auch über Jahre hinweg die Gewürzmühle in Mainz weiter betrieben. Rindt fuhr mit einer österreichischen Rennlizenz - daher wird er über seinen Tod hinaus bis heute gelegentlich für einen Österreicher gehalten. (Michael Schuhmacher fährt auch nicht mit einer deutschen Rennlizenz). Seinen Wohnsitz hatte Rindt zuletzt und bis zu seinem Tod am Genfer See in der Schweiz. In Österreich wird seiner nicht nur in Wien und Graz durch ein Ehrengrab und durch Straßenbenennungen ehrenvoll gedacht. Warum nicht in Mainz ? Hätte ein grausames Schicksal dem Kleinkind nicht die Eltern geraubt, wäre er Zeit seines Lebens Mainzer geblieben.
Vor kurzem wurde die ehem. Gewürzmühle Klein & Rindt in der Rheinallee von ERDAL abgerissen und durch einen "ökologischen" Neubau ersetzt. Auch bei dieser Gelegenheit wurde nicht einmal daran gedacht, des Mainzer Formel I Champions zu gedenken. Der immerhin ein enger Freund von Udo Jürgens, Bernie Ecclestone und vielen Sportgrößen seiner Zeit war.
Das erinnert mich so ein wenig an den Umgang von "Mainz" mit dem Andenken des großen Mainzers Otto Höpfner, mit dem ich wenige Wochen vor seinem Tod noch telefoniert hatte. Auch in Bezug auf ihn wäre es m.E. an der Zeit, dass "Mainz" seinen Frieden mit ihm macht und in gehöriger Weise seiner gedenkt .