Klaus Friedrich Ernst (DIE LINKE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Klaus Friedrich Ernst
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Elektromechaniker, Diplom Volkswirt, Diplom Sozialökonom
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Gewerkschaftssekretär
Wohnort
Schweinfurt
Wahlkreis
Schweinfurt
Ergebnis
10,4%
Landeslistenplatz
1, Bayern
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(...) Sie geht viel zu langsam voran und in der Zwischenzeit droht eine Umweltkatastrophe in den Alpen. Unserer Einschätzung nach wird zu viel Rücksicht auf die Vermarktungsindustrie gelegt, v.a. wird zu wenig auf sanften Tourismus umgestellt. (...)

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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
04.09.2009
Von:

Hallo Herr Ernst,
ich wende mich mit meiner Frage bewußt an Sie, als ehemaliges WASG Mitglied.
Ich bin zwar noch nicht Mitglied der Partei DIE LINKE, habe aber schon in zahlreichen Veranstaltungen und auch in Wahlkämpfen tatkräftig mitgewirkt (auch in Oberbayern).
Kürzlich war ich bei einer Ortsverbandsveranstaltung in RLP eingeladen und im Rahmen dieser Veranstaltung wurde über eine Ehrung eines Mitglieds der Partei für 50 Jahre Mitgliedschaft gesprochen.
Meine erste Frage war "wie kann man bei DIE LINKE 50 Jahre Mitglied sein" ?
Mir wurde sogleich erklärt, daß diese Mitgliedschaft sich auf SED Zeiten begründen würde.
Verehrter Herr Ernst, die SED war eine zutiefst undemokratische Partei die Menschen eingesperrt, gefoltert und ermordet hat.
Wie kann es sein, daß man solche Dinge in der Partei DIE LINKE auch noch ehren kann und dessen mit Lob gedenken darf?
Ich stehe voll hinter dem Programm der Partei DIE LINKE und wäre auch schon lange Mitglied in dieser Partei geworden, wenn diese Dinge nicht wären.
Sicher ist jeder Mensch auch in der Lage seine Fehler aus der Vergangenheit zum Anlaß zu nehmen daraus zu lernen und man muß Vergangenes auch nicht immer wieder nachtragen.
Petra Pau ist da ein sehr gutes Beispiel und ich habe hohe Achtung für sie.
Aber, sollte man der SED Vergangenheit heute wirklich noch mit Ehren gedenken??

Gruß aus Hessen

Antwort von Klaus Friedrich Ernst
1Empfehlung
16.09.2009
Klaus Friedrich Ernst
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich freue mich, dass Sie die programmliche Ausrichtung der LINKEN teilen und lade Sie herzlich ein, auch als Parteimitglied aktiv für soziale Gerechtigkeit einzutreten.

Die Partei DIE LINKE vereinigt seit Mitte 2007 unterschiedliche politische Kräfte aus Ost- und Westdeutschland. Am Gründungsprozess der LINKEN war ich aktiv beteiligt, da ich zuvor Mitinitiator der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit WASG war.

Mit einem 50jährigen Parteijubiläum wird meines Erachtens zunächst die persönliche Aktivität geehrt – nicht pauschal die Politik der SED. Ich finde aber, eine 50jährige Parteimitgliedschaft kann nicht möglich sein, da die Partei DIE LINKE erst seit 2007 besteht. Und unsere politischen, Wahl- und Mitgliedererfolge in dieser Zeit zeigen auch, dass die Menschen DIE LINKE als etwas Neues wahrnehmen und nicht als die Summe von zwei alten Parteien.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Ernst
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
10.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ernst,

die BRD hat sich 1994 mit der Ratifikatino der int. Alpenkonvention zur nachhaltigen Entwicklung und dem Schutz der Alpen verpflichtet. Allerdings lässt die Umsetzung der unter allen Alpenanrainerstaaten und der EU vereinbarten Zielvorgaben in der BRD auf sich warten. Die große Koalition tritt auf der Stelle, der Schutz der Alpen kommt nicht voran. Die meisten Aufgaben sind an die "regional zuständige" bayerische Staatsregierung delegiert (was aber durchaus auch rechtlich gesehen vom Bund hätte geregelt werden können), die sich fortschrittlichen, langfristig wirksamen Schutzmaßnahmen konsequent verweigert (Informationen aus dem Positionspapier der Bundestagsfraktion der Grünen vom 19.03.08 www.toni-hofreiter.de

Der Schutz der Alpen und ihre nachhaltige Entwicklung ist meiner Meinung nach eine Aufgabe von nationaler Bedeutung, der sich die Politik mit großer Dringlichkeit annehmen muss.

Der Schutz und die nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes sollten auf nationaler Ebene offensiv vorantgetrieben werden. Ziel sollte die Beseitigung der elementaren Bedrohungen aus Klimawandel, falscher Land- und Waldnutzung, kurzfristiger Struktur- und Raumplanung und verkehrsbedingten Immissionen sein.

Meine Frage ist es, welche Position Sie als Vertreter der "Linken" hierzu haben. Angesichts der Weltwirtschaftskrise und der vielen sozialen Probleme in unserem Land scheinen solche Umweltfragen leicht zu kippen. Welche Priorität räumen Sie den Zielen der int. Alpenkonvention ein? Was wären hier für Sie realistische Zieletappen und wie können Sie sich eine Finanzierung vorstellen?

Ich freue mich auf eine Rückmeldung.
Antwort von Klaus Friedrich Ernst
1Empfehlung
16.09.2009
Klaus Friedrich Ernst
Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen danke für Ihre Frage. Als LINKER trete ich dafür ein, dass auch noch alle Zusatzprotokolle der Alpenkonvention ratifiziert werden. An der Umsetzung hapert es sehr, wie Sie bereits geschrieben haben. Sie geht viel zu langsam voran und in der Zwischenzeit droht eine Umweltkatastrophe in den Alpen. Unserer Einschätzung nach wird zu viel Rücksicht auf die Vermarktungsindustrie gelegt, v.a. wird zu wenig auf sanften Tourismus umgestellt.

Die Situation für die Bergbauern, deren Arbeit man zum Schutz und Erhalt der Alpen dringend benötigt, ist leider auch nicht berauschend, so dass gerade junge Leute meistens abwandern. Meine Partei und ich fordern, dass die Alpenkonvention und alle ihre Zusätze zügig umgesetzt werden. Mir selbst als früher ambitionierter Bergsteiger - jetzt fehlt mir leider die Zeit dazu - ist der Erhalt der Natur und der Schönheit der Berge auch ein persönliches Anliegen. Deswegen bin ich nach wie vor Mitglied im Alpenverein und habe auch eine 300 Jahre alte Alm gepachtet.

Mit freundlichen Grüßen,

Klaus Ernst
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