Kerstin Schreyer-Stäblein (CSU)
Abgeordnete Bayern 2008-2013
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Angaben zur Person
Kerstin Schreyer-Stäblein
Jahrgang
1971
Berufliche Qualifikation
Dipl. Sozialpädagogin (FH), systemische Therapeutin (MFK)
Ausgeübte Tätigkeit
Selbstständige Sozialpädagogin, Familientherapeutin
Wohnort
-
Stimmkreis
München-Land-Süd
(...) In unserer heutigen Gesellschaft gibt es sehr unterschiedliche familiale Lebensformen, in denen Kinder aufgezogen werden. Für eben diese Kinder ist es darum wichtig, eine stabile und gesunde Beziehung zu ihren Eltern zu haben, ungeachtet dessen für welche Form des Zusammenlebens man sich entscheidet. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Frauen
16.12.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Schreyer-Stäblein,
Ich interessiere mich persönlich sehr für Ihre Arbeit. Für mich und meinen Freundeskreis ist die Frage der Frauenquote für die kommende Wahl entscheidend.
Gerne würde ich daher Ihre Meinung zu diesem Thema erfahren und wie Sie im Falle einer Abstimmung über die Frauenquote votieren würden.
Über eine baldige und ausführliche Antwort freue ich mich!
Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Kerstin Schreyer-Stäblein
bisher keineEmpfehlungen
19.12.2012
Kerstin Schreyer-Stäblein
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Email vom 16.12.2012. Auch wenn ich nicht sicher sagen kann, ob ich Ihre zuständige Stimmkreisabgeordnete bin, beantworte ich Ihre Frage gerne.

Innerhalb der CSU ist die Einführung der Frauenquote der richtige Schritt gewesen. In der Vergangenheit wurde auf der Orts-, Kreis-, Bezirks- und Landesverbandsebene regelmäßig die "Frauenförderung" ausgerufen und gefordert. Dennoch wurden auf allen Ebenen viel zu wenige Frauen in Führungsfunktionen gewählt. Daher war es 2011 im "Jahr der Frau" vollkommen richtig, auf der Bezirks- und Landesebene eine Frauenquote festzuschreiben. Ich könnte mir durchaus vorstellen, diese auch auf der Orts- und Kreisebene einzuführen, um noch mehr Anreize zur Gewinnung weiblicher CSU-Mitglieder zu geben. Auch sollten Ortsvorsitzende auf Kreisebene jährlich Rechenschaft ablegen müssen, was sie in ihrem Bereich getan haben, um Frauen für die Politik zu gewinnen. Das Gleiche sollte auch für die Kreisvorsitzenden beim Bezirksvorsitzenden und die Bezirksvorsitzenden beim Landesvorsitzenden gelten. Somit gäbe es zumindest eine Rückkopplung, dass die Partei Männer und Frauen in ihren Reihen haben möchte.

Innerparteilich lässt sich feststellen, dass sich durch die Einführung der Frauenquote die Diskussionskultur und die inhaltliche Ausrichtung in der CSU verbessert haben.

In Unternehmen macht eine Frauenquote in meinen Augen wenig Sinn.Wir haben nicht in allen Berufen gleich viel Männer und Frauen, deshalb müssen hier andere Mechanismen greifen.

Berufsgruppen mit vorwiegendem oder sehr hohem Frauenanteil sind zum Beispiel in den Berufen der Altenpflege, im Kindergarten, in der Sozialpädagogik, im Lehramt und in der Psychologie zu finden. Verwunderlich ist, dass gerade in den eben genannten Berufsfeldern die Führungspositionen häufig dennoch männlich besetzt sind.

Oft gibt es an einer Grundschule nur zwei Männer: den Hausmeister und den Schulleiter. Dies hat unterschiedliche Gründe. Frauen müssen zum einen sehr häufig Beruf und Familie viel stärker miteinander vereinbaren als Männer. Wenn sich hier die Biografien ändern, weil auch Männer mehr Erziehungsverantwortung übernehmen, so dürfte sich auch bei der Frage wer die Zeit für eine Leitungsstelle sich nehmen kann, eine Veränderung eintreten.
In vielen Unternehmen werden Führungsqualitäten auch unterschiedlich gewertet. So können Frauen oft besser in Teams vermitteln und sorgen für einen besseren Austausch zwischen den Personen. Dies wird aber oft nicht als Führungsqualität bewertet oder geringer als die oft Männern zugeschriebene Durchsetzungsstärke. Männer und Frauen führen anders. Nicht besser oder schlechter, sondern unterschiedlich. Und genau das brauchen Unternehmen. Die Vielfalt bereichert und führt zum Erfolg. Studien belegen dies auch. Bei DAX Unternehmen weiß man, dass, wenn Frauen in Führungspositionen waren, nicht so risikoreiche Entscheidungen getroffen wurden und dies oft die Firmen gerettet hat. Eine Studie belegt, wenn "Lehmann brothers" "Lehmann sisters" geheißen hätte, diese Situation so nicht eingetreten wäre. Die Risikobereitschaft im Unternehmen wäre deutlich geringer gewesen.
In der Wirtschaft muss viel stärker herausgestellt werden, dass Männer und Frauen unterschiedliche Qualifikationen haben. Für die Unternehmen muss es wichtig sein, qualifizierte Männer und Frauen als Mitarbeiter zu gewinnen. Männer oder Frauen sind nicht besser oder schlechter, sondern sie haben unterschiedliche Qualifikationen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss auf jeden Fall weiter ausgebaut und gestärkt werden. Männer wollen heute mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen und an der Erziehung der Kinder aktiv teilhaben, so dass sich die Berufsbiographien von Frauen und Männern perspektivisch angleichen werden.

Die Gleichbehandlung von Frauen und Männern im Berufsleben ist ein so vielschichtiges Thema, weshalb eine feste Frauenquote für Unternehmen in meinen Augen nicht der richtige Weg ist. Es gibt noch viel zu tun, damit Frauen und ihre Qualifikationen besser wahrgenommen werden und die Unternehmen begreifen, dass ein gutes und ausgeglichenes Management männlich und weiblich besetzt sein muss.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage ausreichend beantworten.

Bei weiteren Fragen oder Anliegen können Sie sich gerne auch an mich wenden
unter: mdl@schreyer-staeblein.de


Mit freundlichen Grüßen


Kerstin Schreyer-Stäblein, MdL
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
10.05.2013
Von:

Sehr geehrte Kerstin Schreyer-Stäblein

mit erschrecken musste ich feststellen, dass es im modernen Bayern kein Bildungsurlaubsgesetz gibt. Werden Sie sich dafür einsetzen?

Servus,
Antwort von Kerstin Schreyer-Stäblein
bisher keineEmpfehlungen
16.05.2013
Kerstin Schreyer-Stäblein
Sehr geehrter Herr !
Vielen Dank für Ihre freundliche Anfrage, in der Sie die Frage nach einem Bildungsurlaubsgesetz in Bayern aufwerfen und ob ich mich dafür einsetzen werde.
In Bayern gibt es, wie übrigens in Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen auch, kein Bildungsfreistellungsgesetz. Es besteht jedoch die Möglichkeit, beim Arbeitgeber einen entsprechenden Antrag auf Urlaub für die berufliche Fort- und Weiterbildung zu stellen, soweit dies im jeweiligen Tarifvertrag oder im Einzelarbeitsvertrag gewährt ist. Bildung ist eine der wichtigsten Ressourcen in unserem Land.
Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage ausreichend beantworten. Bei weiteren Fragen oder Anliegen können Sie sich gerne auch an mich wenden unter mdl@schreyer-staeblein.de

Kerstin Schreyer-Stäblein
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