Kerstin Kaiser (DIE LINKE)
Kandidatin Landtagswahl Brandenburg 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Kerstin Kaiser
Zur Person Kerstin Kaiser
Biographie:



Geboren 1960 in Stralsund als erstes von zwei Kindern einer Lehrerfamilie.



Bis 1978 aufgewachsen in der norddeutschen Kleinstadt Franzburg (heute: Landkreis Nordvorpommern). Besuch der Polytechnischen sowie der Erweiterten Oberschule am Heimatort.



1978/79 – Besuch der 12. Klasse und Abitur an der Arbeiter- und Bauernfakultät Halle am Institut zur Vorbereitung auf das Auslandsstudium.



1979-1984 – Studium der Russischen Sprache und Literatur an der Philologischen Fakultät der Leningrader Staatlichen Universität; Abschluss 1979 als Diplomslawistin und Hochschullehrerin.



1984 – 1990 Lehrerin in der Sprachintensivausbildung Russisch an der Parteischule beim ZK der SED in Kleinmachnow



1990-1994 Hauptamtliche politische Tätigkeit für die PDS



1995-1999 Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Fraktion der PDS im Landtag Brandenburg



1997 – 2001 Studium der Soziologie/Politikwissenschaft an der Fernuniversität Hagen (Grundstudium)



seit 1999 Mitglied des Landtages Brandenburg



Kerstin Kaiser lebte mit ihrer Familie in Potsdam und Kleinmachnow. Seit 1997 wohnt sie in Strausberg, Landkreis Märkisch-Oderland. Sie hat drei Töchter und einen Sohn.



Politische Vita:



2006 / 2007

Mitglied des Parteivorstandes der PDS bis zur Gründung der Partei "Die Linke"



seit 2005

Fraktionsvorsitzende (vormals der PDS-Fraktion; jetzt: der Fraktion Die Linke) im Landtag Brandenburg, Sprecherin für Gleichstellungs- und Verfassungsfragen



2004 – 2007

Sozialpolitische Sprecherin der Fraktion und Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Familie des Landtages



seit 2004

Mitglied des Präsidiums des Landtages Brandenburg



seit 1999

Mitglied des Landtages Brandenburg, Gewinn des Direktmandates 1999 (im Wahlkreis der S5-Region zwischen Hoppegarten und Strausberg) sowie 2004 (im Wahlkreis Strausberg / Rüdersdorf / Petershagen-Eggersdorf)



Zunächst Familienpolitische Sprecherin, dann 2001- 2004 Innenpolitische Sprecherin der PDS-Fraktion im Landtag Brandenburg, 2001 – 2006 Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission des Landtages (die den Verfassungsschutz kontrolliert)



1998 – 2007

Kreisvorsitzende der PDS Märkisch-Oderland



seit 1998

Abgeordnete im Kreistag Märkisch-Oderland (Wiederwahl 2003)



1995 – 1997

Stellvertretende Landesvorsitzende der PDS Brandenburg



1994

Kandidatur für den Deutschen Bundestag im Wahlkreis 277 (Fürstenwalde, Erkner, Strausberg, Seelow) und auf der Landesliste der PDS Brandenburg (Listenplatz 3), Nichtannahme des errungenen Bundestagsmandates



1993 – 1997

Abgeordnete im Kreistag Potsdam-Mittelmark



Dezember 1991 – Januar 1995

Stellvertretende Parteivorsitzende der PDS



Dezember 1990

Wahl in den Parteivorstand der PDS und als Mitglied des Präsidiums des Parteivorstandes



1990 – 1992

Vorsitzende einer Basisorganisation der SED-PDS und des Ortsvorstandes der PDS in Kleinmachnow

Engagiert in der Frauenarbeitsgemeinschaft der PDS "Lisa"

Wahl zur Lisa-Sprecherin für den Bezirk Potsdam



September 1989

Kontakt zum Neuen Forum in Potsdam, Unterzeichnung des Aufrufes des NF



1979 - 1984

"Inoffizielle Mitarbeiterin" des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, Hauptverwaltung Aufklärung, in der Zeit des Auslandsstudiums in Leningrad (Siehe dazu meine Website: www.kerstin-kaiser.eu )



Seit 1980

Mitglied der SED



Mitglied der Pionierorganisation und der Freien Deutschen Jugend
Fragen an Kerstin Kaiser
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Umwelt
03.08.2009
Von:

1 Mich beschäftigt die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid. Was sagen Sie Betroffenen möglicher Erkundungsgebiete in MOL und LOS? Für wie sicher halten Sie die Technik?
2. In der Kita meiner Tochter betreut eine Erzieherin zeitweise bis zu zehn Kinder. Dieses Verhältnis ist ungünstig für Kinder und Personal. Was wollen Sie tun, um die Kitas im Land personell besser auszustatten? Und woher soll das Geld kommen?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Kerstin Kaiser
6Empfehlungen
14.08.2009
Kerstin Kaiser
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre Fragen.
1 Mich beschäftigt die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid. Was sagen Sie Betroffenen möglicher Erkundungsgebiete in MOL und LOS? Für wie sicher halten Sie die Technik? In den betroffenen Regionen stoßen die Pläne zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid seit Bekanntwerden auf wachsende Ablehnung. Dafür haben wir Verständnis; viele Sorgen der Betroffenen teilen wir.

Grundsätzlich verfolgen wir das Ziel, CO2-Ausstoß ganz und gar zu vermeiden. Deswegen u.a. setzen wir auf Vorrang für Erneuerbare Energien und wollen bis zum Jahr 2040 den Ausstieg Brandenburgs aus der Braunkohle-Verstromung erreichen. Die geplante CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS-Technologie) ist für uns dabei keine Alternative. Sie ist mit hohen Kosten verbunden, verschlingt selbst viel Energie. Nach wie vor gibt es ernsthafte ungeklärte Fragen zum Transport und zur Endlagerung der Gase. Die Risiken sind bisher weitgehend unerforscht. Eine Genehmigung  zur kommerziellen Anwendung von Abscheidung und unterirdischer Endlagerung von CO2 ist zum jetzigen Zeitpunkt unseriös und verbaut eine zukunftsfähige Entwicklung der betroffenen Regionen. Das Vorhaben führt zu einer Minderung der Lebensqualität in der Region.

Unbeschadet dessen wird es in der nächsten Legislaturperiode des Bundestages eine bundesrechtliche Regelung zur unterirdischen Verpressung von CO2 geben. Dies ist auch notwendig, denn Genehmigung wie Verweigerung der CO2–Verpressung in Ostbrandenburg bedürfen einer gesetzlichen Grundlage. Auf dem Weg dorthin muss sich Brandenburg schon dafür einsetzen, dass Verursacher und Profiteure die Haftung für Risiken nicht auf die öffentliche Hand abwälzen können. Der mit der Verpressung verbundene Ressourcenverbrauch muss dem Verursacher in Rechnung gestellt werden, anstatt öffentliche Gelder für die Erprobung der riskanten Technologie einzusetzen

2. In der Kita meiner Tochter betreut eine Erzieherin zeitweise bis zu zehn Kinder. Dieses Verhältnis ist ungünstig für Kinder und Personal. Was wollen Sie tun, um die Kitas im Land personell besser auszustatten? Und woher soll das Geld kommen?
Es bedarf dringend einer Verbesserung der Betreuungsrelationen in den Kindertagesstätten. Bei den unter Dreijährigen muss sie zunächst von 1 zu 7 auf 1 zu 6 (eine Erzieherin auf 6 Kinder) und bei den 3- bis 6-jährigen von 1 zu 13 im ersten Schritt auf 1 zu 12 abgesenkt werden. Noch in der kommenden Legislaturperiode streben wir für die 3- bis 6-jährigen einen Betreuungsschlüssel von 1 zu 10 an. Es wird mit uns einen Stufenplan zur Verbesserung der Leitungsfreistellung und zur Anerkennung der wirklich geleisteten Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher geben. Mit diesem Projekt wäre ein wichtiger Durchbruch zu mehr Qualität in der Bildung und auch zu mehr Gerechtigkeit und mehr Chancengleichheit getan. Wie wollen wir das finanzieren? Wir sprechen von einer Finanzpolitik mit Courage und Augenmaß, die wir in Brandenburg durchsetzen wollen. DIE LINKE lehnt eine Politik ab, die insbesondere in den Bereichen Soziales und Bildung Kürzungen vornimmt. Der Finanzbedarf für einen Einstieg in eine sozial und wirtschaftlich ausgewogene Entwicklung, wie wir sie in unserem Wahlprogramm vorschlagen, umfasst 150 Mio Euro – das sind gerade einmal 1,5 Prozent des gesamten Haushaltsvolumens. Vorhaben wie die Agrarwirtschaftsinitiative oder der Umbau der Förderlogik kosten kein zusätzliches Geld, sondern werden durch Veränderungen bei der Verwendung der dem Land zufließenden Mittel ermöglicht. Verbesserungen bei der Bildung hingegen, wie etwa beim Betreuungsschlüssel, sind kostenintensiv, jedoch in dem Gesamtrahmen von 150 Mio Euro zu finanzieren.

Mit freundlichen Grüßen,
Kerstin Kaiser
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Rolle der Regionen und Kommunen
17.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Kaiser

Worin sehen sie ihr Hauptaugenmerk für die Region im neuen Landtag?

Mit freundlichen Grüßen

W.
Antwort von Kerstin Kaiser
4Empfehlungen
19.08.2009
Kerstin Kaiser
Wir wollen, dass es sich überall in Brandenburg gut leben lässt. In den letzten Jahren aber ist die Gefahr entstanden, dass ganze Regionen von der Landespolitik angehängt, von Entwicklungen abgekoppelt werden. Es hat sich u.E. als nicht gangbar erwiesen, einerseits in den berlinfernen, wirtschaftlich schwächeren und immer dünner besiedelten Regionen im gleichen Maße die öffentlichen Leistungen auszudünnen und andererseits darauf zu setzen, dass dies durch positive Wirkungen aus den starken Regionen, aus den Leistungszentren kompensiert wird.

Unser Ansatz für eine gedeihliche regionale Entwicklung baut auf funktionierenden, lebensfähigen Städten, Dörfern und Landkreisen auf. Einerseits darf sich der Staat nicht weiter aus der Fläche zurückziehen. Er muss dafür sorgen, dass die öffentliche Daseinsvorsorge gesichert und den sich den wandelnden Erfordernissen angepasst wird. Andererseits aber gilt aus unserer Sicht: Wie die Dinge organisiert werden – das muss in den Regionen selbst, das muss vor Ort entschieden werden können. Und zwar mit klaren Kompetenzen und den nötigen Finanzen.

Dafür wollen wir die Verteilung der Aufgaben zwischen dem Land, den Kreisen und den Gemeinden neu regeln und die kommunale Selbstverwaltung. Grundlage ist das Konnexitätsprinzip, also der untrennbare Zusammenhang von Aufgabenübertragung und Übertragung der erforderlichen Finanzmittel.

Ein Schlüsselvorhaben ist für uns, kooperative Ansätze von Kommunen in der Region zu befördern. Ziel ist eine Zusammenarbeit, bei der Städte und Gemeinden auf vertraglicher Grundlage gemeinsame Projekte realisieren. Dies können neben Wasser und Abwasser auch der gemeinsame Betrieb einer Schule oder Kindereinrichtung, ein ÖPNV-Verbund oder auch eine gewerbliche Entwicklungsmaßnahme, die die Kraft und Kompetenz einzelner Partner übersteigt, sein.

Das Gesetz zur kommunalen Gemeinschaftsarbeit ist dafür entsprechend anzupassen, die Landkreise müssen dafür Verantwortung übernehmen können. Projekte interkommunaler Zusammenarbeit hat das Land stärker durch spezielle Förderprogramme und durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Im Rahmen der Experimentierklausel wollen wir entsprechende Spielräume schaffen. Um die Potenziale der Regionen zu entwickeln und zu nutzen, halten wir außerdem eine engere Koordinierung und Vernetzung der Handlungsstrategien von Wirtschaftsförderung, Landesplanung und gegebenenfalls der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für die Gestaltung von Regionen für erforderlich. Die Regionalen Planungsgemeinschaften sollen politisch und wirtschaftlich gestärkt und durch die klare Bestimmung ihrer Aufgaben und die bewusste Nutzung ihrer Erfahrungen stabilisiert werden. Entscheidungen zur Landesentwicklung gehören unter Parlamentsvorbehalt.
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
05.09.2009
Von:

Warum verhindert die Linke nicht den Mißbrauch der Ideen und Porträtfotos von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf Wahlplakaten der NPD, gesehen in Cottbus auf einem Plakat gegenüber Vattenfall. Das ist meines Erachtens ein Skandal, zumal der Cottbuser Beigeordnete für Ordnung und Sicherheit, Herr Nicht, Mitglied der Linken ist?

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen. Um eine Nachricht zu erhalten, sobald eine Antwort eintrifft, tragen Sie sich bitte über die untenstehende Benachrichtigen-Funktion ein.
X
Beim Eintreffen einer Antwort benachrichtigen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales und Familie
20.09.2009
Von:

hallo Kerstin....
warum wirbt die Linke nicht mehr mit dem Plan der Umstrukturierung des sozialen Systems, der Arbeitslosen -und Sozialversicherungen (Bürgergeld)? Ich denke, eine so gravierende, für dem Bürger positive Änderung , würde bei ausreichender Erklärung bezüglich der Finanzierung, großen Zuspruch bei den Wählern erfahren! Solch eine Änderung wird sich, meiner Meinung nach, nicht nur auf das gesamte deutsche soziale Sicherungssystem sondern auch positiv auf auf dem Staatshaushalt auswirken! Interessant wären auch ein paar leicht verständliche Rechenbeispiele zur Anwendung und zur Finanzierung dieser "Änderung"!

es grüßt
ein einfacher Bürger
der sich grundlegende Änderungen oder auch Erneuerungen wünscht
..........
dieter

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen. Um eine Nachricht zu erhalten, sobald eine Antwort eintrifft, tragen Sie sich bitte über die untenstehende Benachrichtigen-Funktion ein.
X
Beim Eintreffen einer Antwort benachrichtigen
Lesezeichen
Ihre Frage an Kerstin Kaiser
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.