Keine Rückkehr zum Abitur nach neun Schuljahren (G9)
Keine Rückkehr zum Abitur nach neun Schuljahren (G9)
Mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP bei Enthaltung der CDU hat der Landtag die Rückkehr zum Abitur nach neun Schuljahren abgelehnt. Dies hatte eine Volksinitiative gefordert.
Hintergrundinformationen
Das Anliegen der Volksinitiative mit der Kurzbezeichnung "G 9-jetzt!" greife berechtigte Bedenken und Ängste vieler Eltern auf, heißt es in dem Entschließungsantrag von SPD und Grünen. Diese müssten ernst genommen und auch im Weiteren intensiv beraten werden.

Allerdings würde die von der Elterninitiative "G9-jetzt!" geforderte Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) und die verbindliche Reduzierung des verpflichtenden Nachmittagsunterrichts nicht alle von der Initiative in einer Anhörung beschriebenen Probleme lösen.

Der Landtag sei sich zudem bewusst, dass es neben dem Wunsch derjenigen Eltern, die sich an der Volksinitiative beteiligt hätten, auch Gymnasien in Nordrhein-Westfalen gebe, die im Konsens aller Beteiligten am achtjährigen gymnasialen Bildungsgang festhalten wollten, heißt es in dem rot-grünen Antrag.

Der Landtag beschloss mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP bei Enthaltung der CDU, das Anliegen der Volksinitiative "G9-jetzt!" "zur Kenntnis" zu nehmen. Man sichere den Eltern zu, die Weiterentwicklung des achtjährigen gymnasialen Bildungsgangs im Sinne der Empfehlungen eines Runden Tisches im Weiteren zu begleiten und zu evaluieren. Das Expertengremium hatte empfohlen, Abiturienten zu entlasten, war aber gegen eine Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit.

Um das sog. "Turbo-Abi" nach acht Schuljahren zu Fall zu bringen, haben die Anhänger von G9 nun die Möglichkeit, 1,1 Millionen Unterschriften im Rahmen eines Volksbegehrens zu sammeln. Wird auch dies vom Landtag abgelehnt, käme es zu einem Volksentscheid.

© Bild: flickr/Hellebardius/CC BY-NC-SA 2.0
Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #7
Anscheinend kann einer nur so entscheiden, der selbst nicht betroffen ist.
von: Stefan L.
am: 06.05.2017 22:20
Kommentar #6
Ich finde diese Entscheidung unglaublich dämlich.Ich selbst bin noch Schüler und muss täglich den Druck erleben der durch G8 auf die Schülerinnen und Schüler ausgeübt wird. Aber was rede ich Natürlich wissen die Herrschaften da oben im Parlament besser wie das Leben eines heutigen Schülers aussieht als wir die selbst die verfehlte Bildungspolitik ausbaden müssen.
von: niklas
am: 20.12.2016 18:30
Kommentar #5
Kann mir jemand die pädagogische Begründung für das Abstimmverhalten erklären?
von: Sylvia
am: 17.07.2016 18:18
Kommentar #4
Es ist eine Unverantwortlichkeit Schüler im Expressverfahren durch unseren "Bildungsweg" zu pressen. Es entspricht weder ethischen, noch ökologischen Grundsätzen unsere Kinder unter enormen Druck unsinniges Wissen in den Kopf zu hämmern - ohne jeglichen Freiraum für freie Entwicklung und Entwicklung von Talenten. Die zunehmende Zahl an gewaltbereiten Jugendlichen spricht gegen ein G8. Trotzdem stimmen hier die Abgeordeneten für einen schnellen Wirtschaftseinstieg und weitere Burn-out Patienten. Liebe Abgeordenten: Als kurze Erinnerung, Ihr solltet im Sinne des Volkes entscheiden und nicht im Sinne der Wirtschaft! Unserer Wirtschaft geht es "noch" gut. Wir arbeiten dennoch schon an der Grenze des Machbaren. Wir arbeiten bereits für Hungerlöhne und unter Zwang. Wir leben nicht, um zu arbeiten! Investiert in eine schönere Zukunft, nicht für kurzfristige "Gewinne". Bildung ist der Weg gegen Gewalt und für ein soziales Miteinander. Bekämpft die Armut, nicht die Armen! Kämpft für uns. Denn wir wissen, wir sind viele.
von: ehemaliger G9
am: 06.06.2016 12:38
Kommentar #3
Schändlich wie sich eine ganze Partei einer klaren Aussage entzieht (CDU) und somit ist diese Partei zum Thema Schule/Bildung nicht mehr wählbar, bzw. hat dort kein Profil.

In Anbetracht der Tatsache der hohen Anzahl an Unterrichtsausfällen wäre es mehr als sinnvoll das G9 Abitur wieder einzuführen.
von: Carsten
am: 13.04.2016 10:24
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