Jutta Krellmann (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Jutta Krellmann
Geburtstag
07.01.1956
Berufliche Qualifikation
Gewerkschaftssekretärin
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Coppenbrügge
Wahlkreis
Hameln-Pyrmont - Holzminden
Ergebnis
8,4%
Landeslistenplatz
5, Niedersachsen
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(...) Die LINKE tritt für eine sozial-ökologische Verkehrswende ein. Dies bedeutet vor allem eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs - insbesondere auf der Schiene. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
11.01.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Krellmann,

wie ist Ihre Meinung zum bedingungslosen Grundeinkommen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Jutta Krellmann
bisher keineEmpfehlungen
23.01.2012
Jutta Krellmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Das Thema ist mir schon sehr oft über den Weg gelaufen und ich habe eine klare Position dazu.
Leider ist es so, dass immer mehr Menschen von Armut direkt betroffen sind, obwohl das Bruttoinlandsprodukt jedes Jahr wächst. Vor allem Erwerbslose müssen zu unwürdigen Bedingungen leben. Aber auch wer Arbeit hat, ist vor Armut nicht sicher. Fast jeder vierte Vollzeitbeschäftigte wird mittlerweile mit Niedriglöhnen abgespeist.
Viele Menschen, die nicht unmittelbar in einen kollektiven Produktionsprozess eingebunden sind aber dennoch sinnvolle und notwendige Tätigkeiten ausüben wie z.B. Kindererziehung oder Angehörige pflegen, wird die gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung vorenthalten. Solche Zustände sind in einem der reichsten Länder der Welt unerträglich und schreien nach Veränderung.
Ich persönlich denke jedoch, dass das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) kein geeignetes Mittel ist, die oben beschriebenen Probleme grundsätzlich zu lösen.
Das BGE soll die meisten bisherigen beitragsfinanzierten Sozialversicherungsleistungen ersetzen und entlässt damit den Unternehmer aus der Verpflichtung, Arbeits-, Sozial- und Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen. De facto wird mit dem BGE das Sozialsystem in das Steuersystem integriert.
Mit dem BGE wird der Unternehmer auch aus der Verantwortung entlassen, existenzsichernde Löhne zu zahlen; Arbeitsentgelten käme eine dem BGE aufstockende Funktion zu. Dadurch subventioniert am Ende der Steuerzahler Unternehmen, die lediglich Niedriglöhne zu zahlen brauchen.
Es ist aber nach meinen Vorstellungen Aufgabe des Unternehmers und eben nicht der Steuerzahler, Löhne zu bezahlen, die zum Leben reichen. Denn schließlich ist es auch der Unternehmer, der von der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft profitiert. Um zu gewährleisten, dass auch Löhne bezahlt werden, die zum Leben reichen und um zu verhindern, dass die Lohnspirale immer weiter nach unten purzelt, brauchen wir einen Mindestlohn von mindestens 10 Euro.
Die mit der Einführung von Hartz IV betriebene Entrechtung der Erwerbslosen ist zu stoppen und rückgängig zu machen. DIE LINKE fordert Hartz IV durch eine bedarfsdeckende und repressionsfreie soziale Mindestsicherung zu überwinden. Auch Erwerbslose haben das Recht, ein Leben in Würde führen zu können und müssen die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dazu bedarf es als ersten Schritt der deutlichen Anhebung der Regelsätze.
DIE LINKE fordert auch, dass die Pflegezeit von allen unabhängig von ihrem Einkommen in Anspruch genommen werden kann. Deswegen wollen wir eine bezahlte Pflegezeit zur Pflege von Angehörigen; für Personen, die die Pflege dauerhaft übernehmen wollen, sind Teilzeitmöglichkeiten und flexible Arbeitsorganisations- und Arbeitszeitregelungen zu ermöglichen.
Ich hoffe, Sie können meine Position nachvollziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Jutta Krellmann
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Frage zum Thema Soziales
23.01.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Abgeordnete Krellmann,

zu Ihrer Antwort habe ich noch Nachfragen und zitiere Sie hier kurz:
"DIE LINKE verurteilt es jedoch auf das Schärfste, dass durch die repressive Hartz IV-Gesetzgebung Familien und Einzelpersonen aus ihren Wohnungen vertrieben werden, deren Mieten oberhalb der Miethöchstgrenzen liegen. Wir lehnen diese Verdrängung, die zur weiteren Stigmatisierung von Erwerbslosen und in letzter Konsequenz zur Ghettobildung führt, grundsätzlich ab."

1. Warum hat Ihre Partei, "Kreisverband der LINKEN in Hameln- Pyrmont", bisher keinen Antrag zur Verbesserung der KdU im Kreistag oder in den Kommunen (Hameln, Bad Pyrmont) gestellt obwohl die Linken in anderen Kommunen und Landkreisen (siehe Göttingen Antrag zur ordentlichen Kreistagssitzung am 11. März 2009 - Kriterien für angemessene Kosten der Unterkunft festlegen unter www.die-linke-goettingen.de )
schon seit Jahren an diesem Thema dran sind und auch die entsprechenden Anträge gestellt haben?

2. Sie sind doch die Bundestagsabgeordnete für unseren Wahlkreis und ich gehe davon aus, dass Sie sich um die Nöte und Sorgen der Bewohner Ihres Landkreises, bemühen und Ihren Kreisverband dahingehend beraten können, nun endlich die nötigen Anträge in den Kommunalparlamenten zu stellen., oder irre ich mich da?

MfG
Antwort von Jutta Krellmann
bisher keineEmpfehlungen
06.02.2012
Jutta Krellmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für ihre Frage und ihren Hinweis, sich verstärkt mit der Wohnungsproblematik für finanzschwache Haushalte zu beschäftigen.

Als Bundestagsfraktion haben wir erst im November einen Antrag zu den KdU gestellt. Mit dieser Initiative wollen wir verhindern, dass Kosten für die Wohnung tatsächlich und nicht pauschaliert übernommen werden. Ansonsten müsste im Einzelfall ein Betroffener Kosten der Unterkunft aus dem Regelsatz bestreiten. Das wollen wir nicht. Allerdings sind wir bei diesem neuerlichen Vorstoß auf die Unterstützung der anderen im Bundestag vertretenen Parteien angewiesen.

In meinem Wahlkreis stehe ich auch regelmäßig im Kontakt mit dem Jobcenter und versuche, im Einzelfall für Betroffene Lösungen zu finden.

Momentan liegen uns keine konkreten Schilderungen von Betroffenen vor, aus denen sich ergibt, dass im Landkreis Hameln-Pyrmont das Sozialrecht zulasten der Betroffenen angewandt wird.

Das mag in anderen Landkreisen anders sein. Am Beispiel Göttingen lässt sich das zeigen: Wo eine Initiative der LINKEN auf kommunaler Ebene nötig ist, passiert dies auch. Unsere neugewählten Mandatsträger in Hameln und Bad Pyrmont sind gemeinsam mit unserem Kreistagsabgeordneten (zuständig ist der Kreistag) am Thema dran.

Darüber hinaus möchte ich Sie herzlich zu einer unserer monatlichen Informationsveranstaltungen zu Hartz IV einladen. Hier diskutieren wir nicht nur Probleme rund um Hartz IV, sondern suchen auch nach Lösungsmöglichkeiten. Die Termine finden Sie auf der Webseite der Linken Hameln-Pyrmont. Der nächste Termin ist bereits am 7. Februar 2012.

Mit freundlichen Grüßen
Jutta Krellmann
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Frage zum Thema Soziales
06.02.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Abgeordnete Krellmann,

mit Begeisterung habe ich, unter www.dielinke-hameln.de , Ihre Pressemeldung zur rekommunalisierung von E-ON Westfalen-Weser gelesen. U. a. steht dort, ich zitiere:"Kommunale Energieversorger können vor allem einkommensschwachen Haushalten günstigere Preise anbieten"

Sie sind ja auch Pressesprecherin des KV-Hameln und sitzen dort ja auch im Vorstand des Kreisverbandes. Im Jahr 2010 waren Sie zu einem Gespräch bei Susanne Treptow (GF der Stadtwerke Hameln (kommunaler Energieanbieter). Dort ging es u. a. auch um die Frage, wie man ALG-II-Empfängern bessere Konditionen anbieten könne.

Frau Treptow wies Sie daruf hin, dass die Stadtwerke Hameln als Betrieb, so eine Entscheidung nicht treffen und das dies nur auf eine Entscheidung der Kommunalpolitik realisiert werden kann.

Frau Krellmann, wir schreiben mittlerweile das Jahr 2012 und passiert ist in dieser Sache immer noch nichts, denn scheinbar hat Ihre Partei das Ziel nicht weiterverfolgt, eine solche kommunalpolitische Entscheidung herbei zu führen.

Frau Krellmann, wie erklären Sie sich das?

Schöne Presseerklärungen herauszugeben ist die eine Sache. Um soziale Politik einzufordern und praktisch umzusetzen reicht es aber nicht aus einmalige Presseerklärungen herauszugeben

Auch wenn die LINKE in Hameln 2010 noch kein Stadtratsmandat hatte (Kreistagsmandat hatte sie ja mit Herrn Frank Pook), hätten Sie die Ziele weiterverfolgen können, z. B. auch über Bürgeranträge etc..

Warum sind Sie hier bis heute nicht tätig geworden obwohl Frau Treptow Ihnen doch den entscheidenen Hinweis schon im Jahr 2010 gegeben hat, dass es Sache der Kommunalpolitik sei?

Mit freundlichen Grüßen


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Frage zum Thema Senioren
28.02.2012
Von:

Viele Senioren haben sich ihren Lebensabend komfortabler vorgestellt. Aufgrund der Konzentration von Arbeitsplätzen in den Ballungszentren bricht der Immobilienmarkt im ländlichen Raum förmlich zusammen. Entweder finden Verkaufswillige keinen Käufer - oder sie müssen ihre Immobilie förmlich verramschen.
Dieser Trend wird verschärft durch die fehlende Investitionsbereitschaft junger Menschen/Familien durch unsichere Beschäftigungsverhältnisse bzw. durch Dumpinglöhne.
In der Region Weserbergland sind die Immobilienpreise so niedrig, dass es für Familien rein rechnerisch günstiger wäre, eine ETW oder ein Haus zu finanzieren als darin zur Miete zu wohnen.
Was gedenken Sie als Abgeordnete der LINKE zu unternehmen, um diese negative Entwicklung zu stoppen?
Denn Senioren bleiben nicht nur auf ihrer unverkäuflichen Alt-Immobilie sitzen, sondern können die nach Jahrzehnten anfallenden Reparaturen sowie die Nebenkosten für Heizung nicht mehr bezahlen. Das ehemals mit Muskelhypothek und Konsumverzicht vor Jahren errichtete Häuschen bietet Rentnerhaushalten mit einer Durchschnittsrente bietet den Betroffenen keine Altersversorgung sondern nur noch Alpträume.
Ganz zu schweigen von dem ursprünglichen Plan, das Häuschen zu einem angemessenen Preis verkaufen zu können, um damit einen komfortablen Platz im Seniorenheim bezahlen zu können.
Wäre es nicht dringend erforderlich, dass z.B. über günstige KfW-Mittel bevorzugt Senioren Kredite erhalten, um notwendige Reparaturen, Energiesparmaßnahmen etc. an ihrem Haus überhaupt durchführen zu können? Denn von Banken wird diese Altersgruppe kaum noch Kredite zu akzeptablen Zinsen erhalten.
Wäre es nicht dringend geboten, die Grunderwerbssteuer auf Alt-Immobilien (z.B. älter als 30 Jahre) auf Null zu senken - um jungen Menschen einen Kaufanreiz für Alt-Immobilien zu geben? Könnten nach einem Kauf einer Alt-Immobilie die MWST für anstehende Reparaturen für einen Zeitraum von 3 Jahren nicht vollständig - oder zumindest in Teilen - erstattet werden?
Antwort von Jutta Krellmann
bisher keineEmpfehlungen
29.02.2012
Jutta Krellmann
Sehr geehrter Herr ,

ich muss Ihnen vollkommen Recht geben. Die Lebensbedingungen für ältere Menschen bei uns im Weserbergland verschlechtern sich zusehends. Auch ich muss feststellen, dass kleinere Dörfer schwer darunter zu leiden haben, dass die Jugend für ihre Ausbildung oder eine Arbeitsstelle in größere Orte und Städte zieht. Zusätzlich ist oft die Grundversorgung direkt vor Ort durch kleine Läden gefährdet, so dass ältere Menschen mobil sein müssen, um einkaufen zu können. Auch durch diesen Wegfall von Einkaufsmöglichkeiten wird ein Wohnort unattraktiv für potentielle neue Einwohner/innen, die auf der Suche nach günstigem Wohnraum sind.

Die prekären Beschäftigungsverhältnisse und das ausufernde Lohndumping der Arbeitgeber nehmen den arbeitenden Menschen außerdem jegliche Planungssicherheit. Unter solchen Voraussetzungen wird sich dieser Trend der "Landflucht" nur noch stärker fortsetzen.

Gerade im Bereich der prekären Beschäftigung und des Lohndumpings sind wir als Partei DIE LINKE sehr engagiert und verlangen den gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 10€ und die Abschaffung befristeter Arbeit, von Leih- und Werkvertragsarbeit. Eine solche Untergrenze von 10€ wirkt der Altersarmut entgegen und schafft Kaufkraft wie bessere Planungssicherheit .
Wir als Linke setzen uns außerdem für ein soziales Sicherungsniveau bei der Rente ein, dass meint mindestens 70% des früheren durchschnittlichen Nettoverdienstes. Auch die Grundsicherung im Alter muss erhöht werden. Niemand darf im Alter weniger als 800 Euro aus der gesetzlichen Rente oder der Grundsicherung erzielen. Alle Berufsgruppen sollen in eine solidarische Erwerbstätigenversicherung einbezogen werden.
Außerdem muss den Bezieher/innen von Rente oder Grundsicherung erleichtert werden, ihren Besitzstand zu wahren. Dieses haben wir bei der Neuregelung der Förderung der energetischen Haussanierung leider erfolglos versucht. Bei der Sanierung von alten Häusern ,um sie Energieersparender bewohnen zu können, ist die Personengruppe der Rentner/innen leider nicht berücksichtigt worden. Diese können somit keine Förderung einer solchen, sehr sinnvollen Sanierung, beantragen. Eine solche Politik, die nur wenigen nutzt, ist mit uns nicht machbar. Wir brauchen eine Politik, die sozial gerecht ist.
Mein Schwerpunkt in Berlin liegt im Bereich des Ausschusses für Arbeit und Soziales. Von daher kann ich ihnen versichern, dass ich weiter politisch gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse und für den gesetzlichen Mindestlohn kämpfe und mit meiner Partei vor Ort für ein lebens- und liebenswürdiges Weserbergland eintrete.
An Ihren Vorschlägen merkt man, dass Sie sich intensiv Gedanken gemacht haben. Aus diesem Grund leite ich Ihre Anregungen an die Fachpolitiker weiter, die sich mit dem Thema hauptsächlich beschäftigen.
Ich hoffe ich konnte die Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen,
Jutta Krellmann
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Frage zum Thema Soziales
21.07.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Krellmann,

als Mitglied des Ausschusses Arbeit und Soziales möchte ich Sie als Betroffene (ALG II-Bezierin) mit folgendem Tatbestand konfrontieren:

(...) Der dramatische Anstieg der Sanktionen gerade wegen "Meldeversäumnissen” steht in unmittelbarem Zusammenhang damit. Die Betroffenen, oft ältere und chronisch kranke Menschen werden zermürbt. mit dem Ziel sie aus dem ALG II Bezug zu drängen.

Noch ist dieses Richtlinie nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht worden und damit noch nicht Kraft. Jetzt einsetzender Protest, von Parteien Gewerkschaften, Erwerbslosengruppen und Sozialverbänden könnte dies vielleicht noch verhindern.
www.scharf-links.de

Wie stehen Sie, bzw. Ihre Fraktion/Partei zu dem auf scharf-links von Manfred Müller geschilderten Problem?

Alarmiert wurde ich von seinem Satz:

"Nun, wenn klammheimlich, kurz vor der Sommerpause, mit der Stimme eines Vorsitzenden, der dann sein Amt aus Altersgründen verlässt, ein strittiger Beschluss gefasst wird, ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten."(ebd.)

Auf Ihre zeitnahe Antwort wartet gespannt und

mit solidarischen Grüßen


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