Jürgen Roters (SPD / GRÜNE)
Kandidat Bürgermeisterwahlen Nordrhein-Westfalen 2009
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Grunddaten
Jürgen Roters
Jahrgang
1949
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Regierungspräsident i.R.
Wohnort
-
Stadt
Köln
Ergebnis
54,7%
weitere Profile
  • Köln
    3 Fragen / keine Antwort
(...) Wer anders als die in der Kommunalwahl gewählten Vertreter soll die Umsetzung der politischen Vorgaben kontrollieren? Der Betrieb verlustbringender Bäder oder des defizitären öffentlichen Nahverkehrs unter dem Dach eines Gesamtkonzerns ist doch keine hochqualifiziert-fachliche oder betriebswirtschaftliche, sondern eine politische Entscheidung! Natürlich brauche ich auf der Vorstandsebene für das konkrete Geschäft sehr gute Fachleute. Und da braucht sich Köln in jüngster Zeit nicht zu verstecken. (...)
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Frage zum Thema Soziales
26.08.2009
Von:

Guten Tag Herr Roters,

mit Schrecken habe ich gehört, dass Sie dafür sind, im Sozialbereich bis zu 190 Millionen Euro einzusparen, etwa durch Zwangsumzüge von HartzIV-BezieherInnen.

Meine Fragen hierzu:

1. Haben Sie schon einmal versucht, eine kleine, preiswerte Wohnung in Köln zu finden?

2. Wo genau sehen Sie Einsparpotenziale?

3. Wie wollen Sie das soziale Gleichgewicht in dieser Stadt sichern, wenn Sie bei den Schwächsten dieser Stadt sparen?

4. Werden Sie auch bei Prestigeobjekten Geld sparen, die weit mehr Geld kosten, als die 190 Millionen?
Antwort von Jürgen Roters
3Empfehlungen
28.08.2009
Sehr geehrter Herr ,
ich bin froh, dass Sie mir Gelegenheit geben, das in der Öffentlichkeit entstandene Missverständnis zu meinen Ausführungen in der Sendung center tv schnellstmöglich aufzuklären. Es ist mir ausgesprochen wichtig, hier noch einmal nachdrücklich zu betonen, dass ich mich an keiner Stelle für Einsparungen im Sozialbereich ausgesprochen haben, die sich in irgendeiner Form auf die berechtigen Ansprüche der Leistungsbezieher beziehen. Im Gegenteil, Einsparungen an dieser Stelle hielte ich schlichtweg für unerträglich. Mein Engagement gilt dem sozialen Gleichgewicht in dieser Stadt und ich stimme mit Ihnen ausdrücklich darin überein, dass ein Sparen bei den Schwächsten unserer Stadtgesellschaft das absolut falsche Signal in der heutigen Zeit wäre.

Im Rahmen der Diskussion am Montagabend bei center.tv "Kandidaten im Kreuzverhör" ging es um den Stadtetat und um die notwendigen Kürzungen angesichts eines Defizits von 351 Millionen Euro im Jahr 2010. Dazu habe ich ausgeführt, dass diese Haushaltssituation uns in allen Bereichen zu Einsparungen zwingen wird. Dabei dürfen wir keinen Bereich unberücksichtigt lassen. Deshalb sind neben den freiwilligen Leistungen auch die Pflichtausgaben der Stadt betroffen sowie Bereiche, in denen zwar Leistungen gesetzlich vorgeben sind, aber der Umfang der Leistungen beeinflussbar ist. Der Kämmerer hat hier eine Sparquote von 5 Prozent (Pflichtaufgaben) beziehungsweise 17 Prozent (disponible Pflichtaufgaben) vorgesehen. In beiden Bereichen zusammen könnte die Stadt maximal 190 Millionen Euro einsparen. Was, wie und wie viel konkret in welchen Bereichen eingespart werden kann – dazu machen die Fachdezernenten für ihre jeweiligen Bereiche Vorschläge. Und der Rat entscheidet schließlich in der Haushaltsdebatte über die tatsächlichen Einsparungen.

Ich habe in der Fernseh-Diskussion auf Nachfrage des Moderators ein Beispiel für eine Pflichtaufgabe der Stadt Köln genannt, nämlich die Kosten der Unterkunft nach Arbeits-losengeld II. Ich betone hier aber noch einmal ausdrücklich: Wenn wir in einem solchen Bereich über Einsparungen reden, dann natürlich nicht über die Leistungen für die Menschen als solche. Vielmehr kann es in diesen Bereichen nur darum gehen, Rationalisierungspotentiale bei der verwaltungsmäßigen Abwicklung zu heben, das heißt: Wir müssen die Verwaltungsabläufe sehr tiefgreifend und nachhaltig auf Effizienz und Einsparmöglichkeiten untersuchen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Bedenken und Befürchtungen mit dieser Klarstellung hinreichend ausräumen und würde mich freuen, wenn Sie daran mitwirken, dass in der Presse zum Ausdruck kommende Missverständnis meiner Ausführungen schnellstmöglich aufzuklären.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Jürgen Roters
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