Sehr geehrter Herr

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vielen Dank für Ihre Zuschrift und für Ihr Interesse.
Zu Ihren Anmerkungen kann ich Ihnen sagen, dass die hessische CDU direkt nach der letzten Landtagswahl die Konzeption von "Unterrichtsgarantie plus" überdacht und ein neues Konzept entworfen hat. Dieses ist auch in der Bad Wildunger Erklärung vom 27. Februar 2008 beschlossen worden. Demzufolge sollte das Prinzip, dass Schulzeiten verlässlich sein müssen und die Stunden zur Bildung genutzt werden, bestehen bleiben.
Durch die Fortführung des Projektes unter dem Namen "Verlässliche Schule" wird nun verdeutlicht, wo der veränderte Schwerpunkt liegt. So bieten die verlässlichen Schulzeiten im Rahmen des Projektes "Verlässlichen Schule" berufstätigen Eltern eine sichere Planungsgrundlage, um Berufs- und Privatleben in Einklang zu bringen. Denn: Schule darf nicht unverbindlich oder sogar beliebig zu sein. Diese Einstellung darf sich nicht in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen festsetzen, da von ihnen in allen anderen Bereichen ein gänzlich anderes Verhalten erwartet wird. In diesem Zusammenhang möchte ich außerdem erwähnen, dass auch der Zuwachs an Lernzeit ein wichtiges Qualitätskriterium für Schule ist.
Die verlässliche Schule stellt ein entscheidendes Element der eigenverantwortlichen Schule dar. Es ist unser Ziel, dass Schulen schrittweise bei der Personalauswahl, der Unterrichtsorganisation und Budgetfragen mehr Eigenständigkeit erhalten. Die hessischen Schulleiterinnen und Schulleiter kennen ihre Schule am besten und können die Bedürfnisse vor Ort häufig sehr viel besser einschätzen und sinnvoll reagieren. Durch die verlässliche Schule können Schulleitungen selbst über ein Budget verfügen und Vertretungskräfte einstellen, um den kurzfristigen Ausfall von Lehrkräften aufzufangen.
In diesem Zusammenhang möchte ich besonders betonen, dass nach dem Verständnis des Hessischen Kultusministeriums externe Vertretungskräfte niemals ein gleichwertiger Ersatz für professionelle Lehrkräfte sein können. Vielmehr sind Vertretungskräfte eine Art "erste Hilfe" für eine kurze und überschaubare Zeit. Alle Schulen haben zahlreiche Unterrichtsmaterialien für Vertretungsstunden angeschafft. Mit Hilfe dieser Arbeitsmaterialien, welche von den Fachkonferenzen mit den Lehrplänen der Fächer und Jahrgangsstufen abgeglichen wurden, können die externen Vertretungskräfte die Schüler im Vertretungsunterricht bei der Erledigung zusätzlicher unterrichtlicher Aufgaben mit dem Ziel des Übens und Vertiefens unterstützen. Langfristiger Vertretungsunterricht wird wie bisher von den Staatlichen Schulämtern organisiert und von ausgebildeten Lehrkräften gehalten.
Abschließend ist es mir ein wichtiges Anliegen, herauszustellen, dass die hessischen Lehrerinnen und Lehrer eine hervorragende Arbeit leisten. Das System "Schule" stellt heute angesichts veränderter gesellschaftlicher Bedingungen eine Vielzahl von Anforderungen an die Lehrkräfte und Schulleitungen aller Schulformen. Gerade in einer Umbruchphase, in der auch das hessische Bildungssystem zahlreichen Veränderungen ausgesetzt ist, erscheint diese Arbeit nicht immer einfach. Auch zukünftig werden wir dabei in der Öffentlichkeit immer wieder verdeutlichen, dass unsere Lehrerinnen und Lehrer als primäre Wissensvermittler eine ausgezeichnete Arbeit leisten, indem sie mit pädagogischem Gespür und Kompetenz täglich Schülerinnen und Schüler auf das weitere Leben vorbereiten.
Mit freundlichen Grüßen

Banzer