Josef Philip Winkler (DIE GRÜNEN)
Abgeordneter Bundestag 2009-2013
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Josef Philip Winkler
Geburtstag
05.04.1974
Berufliche Qualifikation
Krankenpfleger
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bad Ems
Wahlkreis
Koblenz
Ergebnis
9,8%
Landeslistenplatz
2, Rheinland-Pfalz
(...) Hinzu kommt, dass die Lehrkräfte der Integrationskurse völlig unterbezahlt werden. Dieser – seit Jahren evidente – Zustand bzw. die Passivität der Bundesregierung ist aus grüner Sicht unhaltbar. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Josef Philip Winkler
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
24.12.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Winkler,

ich habe zu der von Ihnen eingebrachten Regulierung des privaten Waffenbesitz folgende Fragen:

1. Was wollen Sie gegen den illegalen Waffenbesitz unternehmen, von dem laut BKA-Statistik 98 % der Straftaten mit Waffeneinsatz ausgeht? Ihre Initiative kann nur 2 % der Straftaten mit Waffen reduzieren.

2. Wenn es Ihnen - wie in der Begründung aufgeführt - um Verhinderung von Amokläufen geht, würde ich gern wissen wollen, was Sie gegen die Amokläufe mit Messern, Brandsätzen und wie bereits sehr häufig geschehen mit Kraftfahrzeugen unternehmen wollen?

3. Ich übe im unmittelbarem Umfeld meines Wohnsitzes die Jagd aus. Laut Pos. 1 Ihres Reformentwurfs müssen künftig Jäger vor dem Ansitz z.B. in die nächste Kreisstadt fahren - bei mir etwa 18 km, hin und zurück also 36 km - dann zur Jagd gehen und anschließend die Waffe wieder zurück bringen. Ergibt 2 x 36 km = 72 km. Für einen Morgen- und Abendansitz zusammen 144 km am Tag.

Pro Jahr ereignen sich ca. 230.000 Wildunfälle. Ich werde mehrfach im Jahr von der Polizei oder Anwohnern zur Nachsuche nach verletztem Wild gerufen. Künftig muss ich also erst 36 km hin und her fahren, ehe die Qualen des Tieres beendet werden können.

Die Waffenstation muss allein wegen vorstehender Beispiele täglich 24 Stunden zugänglich sein. Darüber hinaus müsste sie festungsähnlich ausgerüstet und von mehreren Wachposten geschützt werden, schließlich sind bereits Waffendepots der Bundeswehr ausgeraubt worden.

Wie wollen Sie künftig die Jagdausübung gewährleisten?
Wer soll den riesigen Aufwand für das Waffendepot bezahlen?

4. Pos 3 und 4 Ihres Vorschlags richten sich gegen die Munitionsstärke. Wie verträgt sich Ihr Vorschlag mit § 19 des Bundesjagdgesetz, wonach zur Erlegung von Wild von den Patronen eine Mindestenergie gefordert wird?

Kann es sein, dass Ihre Initiative einer schöngeistigen Ideologie folgend, nicht zu Ende gedacht formuliert wurde?

D.
aus Bückchen in Märkische Heide
Antwort von Josef Philip Winkler
bisher keineEmpfehlungen
07.02.2012
Josef Philip Winkler
Sehr geehrter Herr ,

der Mißbrauch von Schußwaffen soll durch unsere Gesetzentwürfe und Anträge so stark wie nur möglich erschwert werden. Daß dies für Personen, die Schußwaffen legal nutzen, unter Umständen lästige "Nebenwirkungen" mit sich bringt, sollten wir im Sinne unser aller Sicherheit in Kauf nehmen.

Ihre Anregungen beziehen wir gerne in unsere Überlegungen ein. Es soll auch unserer Ansicht nach für einige wenige Personen und unter besonderen Voraussetzungen Ausnahmeregelungen geben. In bestimmten Fällen kann es notwendig sein, zeitnah auf Schußwaffen zugreifen zu können. Dazu gehören Jäger, die zu Notfällen gerufen werden. Das gilt auch für den kleinen Kreis gefährdeter Personen, die auf Waffen angewiesen sind.

Von solchen begründeten Einzelfällen abgesehen geht es uns jedoch darum, daß schußbereite Waffen nicht zuhause gelagert werden. Das ist beispielsweise für Sportschützen überhaupt nicht notwendig, da sie ihren Sport ohnehin nur an dafür vorgesehenen Plätzen ausüben können.

Natürlich muss auch der illegale Waffenbesitz entschieden bekämpft werden. Daß das alles andere als einfach ist, ist klar. Es ist aber kein Argument gegen höhere Sicherheitsstandards bei legalen Schußwaffen. Darüber hinaus kämpfen wir beispielweise schon lange für ein nationales Waffenregister, welches das "Illegalwerden" von Schußwaffen deutlich erschweren würde.

Schließlich fragen Sie, wie sich die Punkte 3 und 4 unseres Antrages aus dem Juni 2010 mit dem Bundesjagdgesetz verträgt. In unserem Antrag haben wir unter Punkt 3 gefordert, Großkaliber-Kurzwaffen für den privaten Besitz und die private Nutzung zu verbieten sowie unter Punkt 4 Munition mit besonderer Durchschlagskraft zu verbieten. Auch hier geht es in erster Linie um den Schützensport, etwa für Jäger sind begründete Ausnahmeregelungen zu schaffen. Die Zahl großkalibriger Waffen soll so auf ein Mindestmaß reduziert werden, denn sie sind im Mißbrauchsfall besonders gefährlich. Ähnlich ist es bei besonders durchschlagskräftigen Geschossen. Diese heißen umgangssprachlich ja nicht ohne Grund "Cop Killer", auch weil sie durch Schutzkleidung und durch sonstige physische Deckung schlagen können. Ein Grund, warum diese Munitionsart im Schießsport gebraucht würde, erschließt sich mir nicht.


Mit freundlichen Grüßen
Josef Winkler
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
26.12.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Winkler,

zu dem von ihrer Fraktion angestrebten Verbotes "kriegswaffenähnlicher" halbautomatischer Langwaffen habe ich folgende Fragen an Sie:

Als Probleme schildern Sie/ihre Fraktion:
"Der Anschein einer schussbereiten Feuerwaffe spielt zudem im Zusammenhang mit täuschend echt wirkenden, aber objektiv nicht oder nur mittels Federdruck, Gas oder Druckluft schussfähigen Nachbildungen eine Rolle. Immer wieder ist es in der Vergangenheit zu Polizeieinsätzen gekommen, bei denen die Einsatzkräfte auf zumeist Jugendliche treffen, die im öffentlichen Raum mit solchen Imitaten "spielen" und nicht sicher einschätzen können, ob es sich um gefährliche Schusswaffen handelt oder nicht. "

Inwieweit löst das Verbot realer Waffen das von ihnen beschriebene Problem der Verwechslungsmöglichkeit mit Imitaten/Spielzeugen ?
Der Polizeibeamte kann auch nach einem Verbot sogenannter Halbautomaten nicht erkennen ob es sich um eine echte Waffe handelt oder nicht.

Wie rechtfertigen Sie das Verbot eines Gegenstandes mit geringer/keiner Deliktrelevanz ?
Laut Kriminalpolizeilicher Statistik (Quelle BKA) hatten wir in der Bundesrepublik innerhalb der letzten zehn Jahre ca. 3500 Tötungsdelikte jährlich, 20% davon Morde nach §211 StGB.
Wie viele davon gehen zu Lasten der von ihnen als so gefährlich erachteten halbautomatischen Langwaffen ?

Warum beinhaltet Ihr Gesetzentwurf nicht die Forderung nach wirksamen Massnahmen zur Reduzierung illegaler Schusswaffen ?
Deren Anzahl wird beim doppelten der legalen Waffen vermutet.
Der Anteil illegaler Waffen an Straftaten wird in Fachkreisen auf >95% geschätzt.
Sehen Sie da gar keinen Handlungsbedarf ?


Bippen, Niedersachsen
Antwort von Josef Philip Winkler
bisher keineEmpfehlungen
07.02.2012
Josef Philip Winkler
Sehr geehrter Herr ,

Sie fragen, warum wir ein Verbot von halbautomatischen Schußwaffen fordern, die optisch und in der Handhabung verbotenen, vollautomatischen Kriegswaffen zum Verwechseln ähnlich sind.
Die Antwort darauf finden Sie in aller Ausführlichkeit gleich zu Beginn unseres Gesetzentwurfes:

"Der menschenverachtende Massenmord auf der Insel Utøya im Sommer 2011 hat auf brutale Weise vor Augen geführt, welches Unheil mit halbautomatischen Schusswaffen, die vollautomatischen Kriegswaffen nachgebaut sind, im Falle eines Missbrauchs angerichtet werden kann. Derartige Waffen dienen in erster Linie dem Zweck, möglichst schnell möglichst viele Schüsse abfeuern zu können und dabei das Gefühl zu vermitteln, mit einer Kriegswaffe zu schießen. Weder für den Schießsport noch für die Jagd ist diese Art von Schusswaffen erforderlich. Sie bringen keinen sportlichen bzw. jagdbezogenen Mehrwert. Problematisch ist zudem, dass sie mit größeren Magazinen kompatibel sind, deren Verwendung im Schießsport sowie bei der Jagd zwar nicht gestattet ist, die aber ohne Altersbeschränkung freiverkäuflich sind."

Weiter fragen Sie, warum unser Gesetzentwurf nicht die Forderung nach Maßnahmen zur Reduzierung illegaler Schusswaffen enthält und ob wir da keine Handlungsbedarf sähen. Den sehen wir in der Tat und haben aus diesem Grund dazu schon vielfach Initiativen gestartet, so etwa für ein nationales Waffenregister, welches Ende 2012 nun endlich in Betrieb gehen soll. Auch sehen wir Kürzungen im Personalbereich der Polizei und Sicherheitsbehörden äußerst kritisch. Denn illegale Waffen können nur dann wirksam bekämpft werden, wenn die Behörden mehr als nur vereinzelte Stichproben oder Zufallsfunde machen.
Daß die Bekämpfung von illegalen Waffen eine alles andere als einfach ist, ist aber kein Argument gegen höhere Sicherheitsstandards und Beschränkungen bei legalen Schußwaffen.


Mit freundlichen Grüßen
Josef Winkler
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
13.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Winkler,

geht Ihre Partei bei der Entwaffung der Bevölkerung mit gutem Beispiel voran? Kann ich davon ausgehen das alle Ihre Mitglieder, die über einen Waffenschein und eine Kurzwaffe in der Handtasche verfügen, diese als Erste und zum Vorbild für andere abgeben?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Josef Philip Winkler
bisher keineEmpfehlungen
07.02.2012
Josef Philip Winkler
Sehr geehrter Herr ,

in meiner Partei herrscht einhellig die Ansicht, daß der Mißbrauch von Schußwaffen soweit wie nur irgend möglich erschwert werden muß. Es handelt sich dabei um ein sehr ernstes Thema. Erinnert sei neben dem Massenmord auf der norwegischen Insel Utøya im Sommer 2011 auch an Geschehnisse in Deutschland, etwa die Bluttat von Winnenden 2009, um nur ein besonders dramatisches Beispiel herauszugreifen. Ihre rhetorischen Fragen, in denen Sie den Eindruck erwecken, Mitglieder meiner Partei müssten entwaffnet werden und liefen mit einer "Kurzwaffe in der Handtasche" durch die Gegend, werden dieser Ernsthaftigkeit nicht gerecht.
Im Übrigen sei auf meine Antworten auf die letzten beiden Fragen zum gleichen Thema verwiesen.


Mit freundlichen Grüßen
Josef Winkler
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
07.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Winkler,

Ihre Antwort an begründen Sie mit dem Anfangstexts Ihres Gesetzentwurfes. Der Attentäter von Utoya hatte aber doch gar keine "kriegswaffenähnliche" Schusswaffe benutzt.

Er verwendete eine Ruger Mini 14. Dabei handelt es sich um einen leichten Karabiner, der z.B. in den USA zur Schädlingsbekämpfung (Präriehunde, Kojoten etc.) verwendet wird. Es ist also ein reines Jagdgewehr gewesen. Sie ist weder optisch, noch in ihrer Handhabung "kriegswaffenähnlich."

Aus welchen Gründen ziehen Sie hier einen Zusammenhang bei der Verwendung einer Mini 14 mit einem Verbot "kriegswaffenähnlicher" Waffen ?

mit freundlichen Grüßen

Antwort von Josef Philip Winkler
1Empfehlung
10.02.2012
Josef Philip Winkler
Sehr geehrter Herr ,

ich möchte nicht, daß Waffen solcher Art im Umlauf sind. Der Mißbrauch von Schußwaffen gehört so stark wie nur möglich erschwert. Dabei ist es für mich unerheblich, wie hoch Sie persönlich die äußere Ähnlichkeit der Waffe des Massenmörders von Utøya mit einer Kriegswaffe erachten. Daß diese Waffe im Übrigen bereits in ihrer Entwicklung sehr wohl ausdrücklich militärisch inspiriert ist, läßt sich leicht recherchieren: www.henke-online.de – ebenso wie die Tatsachte, daß dieses "reine Jagdgewehr", wie Sie es nennen, auch militärisch eingesetzt wurde.
In den vorherigen Antworten bei Abgeordnetenwatch habe ich unsere Position ausführlich dargelegt und begründet. Daß Sie und andere Fragesteller meine Ansichten in diesem Bereich nicht teilen, damit kann ich leben. Ich halte sie dennoch für richtig. Dem politisch Andersdenkenden – je nach Fragesteller mehr oder minder offen – fehlende Sachkenntnis vorzuwerfen und diese mit Halbwahrheiten zu untermauern, halte ich für eine sehr zweifelhafte Argumentationsmethode. In unserer Diskussion hier werden wir vermutlich keinen Konsens erreichen, auch wenn hier noch so viele Details erörtert werden, die Sie und andere Fragensteller für empörend und falsch erachten.


Mit freundlichen Grüßen
Josef Winkler
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
07.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Winkler,

in Ihrer Antwort an Herrn Schulz erwähnen sie sogenannte "Cop Killer"-Munition die Ihrer Meinung nach wohl von Sportschützen in Deutschland verwendet wird.

Dies finde ich überaus interessant, denn real exisitierende Munition die die von Ihnen beschriebenen Eigenschaften aufweist nennt sich "Hartkernmunition", deren Besitz ist in Deutschland laut Waffengesetz (Anlage 2, Abschnitt 1, Punkt 1.5.4) verboten.

Den Begriff "Cop Killer"-Geschoss kenne ich ausser aus Ihrer Antwort einzig und allein aus dem Hollywoodstreifen "Lethal Weapon 3" mit Mel Gibson und Danny Glover.

Nun also meine Frage:

Können Sie mittels irgendeiner Quelle Ihre Behauptung daß deutsche Sportschützen "Cop Killer"-Munition, welche durch Schutzwesten und sonstige physische Deckung schlägt ( wie eine stählerne Radladerschaufel wie im Film) verwenden belegen? Oder kommt es häufiger vor daß Sie oder Ihre Partei Gesetzesvorlagen aufgrund von in Hollywood-Actionreissern erworbenem Wissen auf den Weg bringen?

Ist an Gesetzentwürfen Ihrer Partei bezüglich des Waffengesetzes in der Regel oder überhaupt jemals ein Parteikollege (oder mehrere) beteiligt welcher einen Waffensachkundelehrgang mit anschliessender Prüfung gemäss §7 WaffG wie für Jäger und Sportschützen vorgeschrieben abgelegt hat?

Über eine vollständige Beantwortung meiner Fragen würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüssen,

Antwort von Josef Philip Winkler
3Empfehlungen
10.02.2012
Josef Philip Winkler
Ich halte Ihre "Frage" für ausreichend unverschämt, um Sie zu bitten, sich für Ihre Aggressionen andere Kanäle als "Fragen" an mich zu suchen. Eine Beantwortung Ihrer "Frage" wäre eine unverdiente Anerkennung aggressiver und beleidigender Äußerungen und ein Beitrag zur weiteren Verlotterung der Sitten in diesem Forum. Dazu bin ich nicht bereit beizutragen.
Außerdem halte ich alle wesentlichen Argumente nach den zahlreichen Beiträgen der letzten Tage für ausreichend ausgetauscht.


Josef Winkler
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Ihre Frage an Josef Philip Winkler
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