Johannes Andreas Pflug (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Johannes Andreas Pflug
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Diplomingenieur (FH) für Vermessungstechnik
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Duisburg II
Landeslistenplatz
61, Nordrhein-Westfalen
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(...) Um im Falle einer Grippe-Pandemie schnell Handeln zu können hat die Landesregierung NRW rund 6,35 Millionen Therapieeinheiten an Medikamenten im Wert von 67 Millionen Euro einlagern lassen. Diese Medikamente können den Krankheitsverlauf abmildern und Todesfälle verhindern. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
23.05.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Pflug

Wir haben zum erstem mal in Deutschland seit 60 Jahren ein Aufschwung wo die Masse der Menschen zurück gelassen wurden und noch draufzahlen müssen, wann bekommen wir endlich eine vernünftige Steuerreform damit unser Sozialsystem vernünftig und etwas gerechter reformiert werden kann und nicht so eine Flickschusterei was unsere jetzige Regierung macht? Sie verlangen das die Bevölkerung flexibel und Mobil ist, gleichzeitig machen sie die Menschen durch Steuererhöhung unflexibel wie passt das zusammen.
Das Arbeitsplätze geschaffen worden sind schön aber unter welchen Voraussetzung das davon keiner Leben kann, das kann es doch wohl nicht sein oder. Wir haben doch hoch Studierte Köpfe die was davon verstehen in der Regierung sitzen die so was umsetzen können. Ich bin davon überzeugt das dann auch endlich seit Jahren lahmende Binnenkonjunktur anspringen wird und noch mehr Arbeitsplätze schafft

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Johannes Andreas Pflug
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04.06.2008
Johannes Andreas Pflug
Sehr geehrter Herr ,

ich habe Ihre Mail vom 24.05. über www.abgeordnetenwatch.de erhalten und danke Ihnen für Ihre Anregungen.

Sie fordern in Ihrer Mail eine vernünftige Steuerreform und Arbeitsplätze, von denen die Menschen auch leben können. Für diese Ziele kämpft auch die SPD in der Großen Koalition.

Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck und der SPD-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück haben am 27. Mai unser neues Steuerkonzept "Orientierungspunkte der SPD für ein integriertes Steuer- und Abgabensystem eines sozialen Deutschlands" vorgestellt. Diese Konzept ist eine vernünftige Balance aus Schuldenabbau und mehr Netto für Gering- und Durchschnittsverdiener. Die SPD bleibt dem Ziel treu, 2011 einen ausgeglichenen Haushalt im Sinne unserer Kinder und Enkelkinder zu haben. Wir wollen aber gleichzeitig die Menschen mit dem Absenken der Sozialabgaben entlasten und dafür hohe private Einkommen und Vermögen stärker zur Finanzierung von Zukunftsinvestitionen heranziehen. Daher prüfen wir auch die Wiedereinführung der Vermögenssteuer.

Beim Thema Arbeitsplätze freue ich mich erst einmal, dass im Mai die Arbeitslosenzahl auf 3,28 Mio gefallen ist. Ich sehe aber auch das Problem, dass immer noch zu viele Menschen bei ihrer Arbeit nicht genug zum Leben verdienen. Die SPD hat es aber geschafft, dass durch das Arbeitnehmerentsendegesetz 3,3 Millionen Menschen mit einem Mindestlohn geschützt werden. Das reicht uns aber noch lange nicht: In vielen Branchen - wie der Zeitarbeitsbranche - erleben die Menschen immer noch das von ihnen dargelegte Schicksal: Sie gehen arbeiten und können davon trotzdem nicht leben. Das wollen und werden wir ändern, zur Not auch gegen den Widerstand der Union.

Für weitere Informationen zu meiner politischen Arbeit in Duisburg und Berlin möchte ich Ihnen einen Besuch auf meiner Homepage www.johannes-pflug.de empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Pflug
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
25.05.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Pflug,

wie lässt sich die Umgehung der parlamentarischen Regeln und des Parteitagbeschlußes in Hamburg beim Thema Bahnprivatisierung mit den Prinzipien der Demokratie und Bürgerrechte vereinbaren?
Wie werden Sie sich zur Frage der Teilprivatisierung der Bahn positionieren und warum?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Johannes Andreas Pflug
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27.05.2008
Johannes Andreas Pflug
Sehr geehrte Frau ,

unser "Strukturmodell" bringt der Bahn lebensnotwendiges Kapital, aber es teilprivatisiert nur die Bereiche Güterverkehr/Logistik und das auch nur zu 24,9% unter dem Dach einer Bahntochter "Verkehrs- und Logistik AG" (kurz: VuL AG). Der Bund hält 75,1% dieser Tochtergesellschaft und so bleibt selbst die Besetzung der Aufsichtsräte in Zukunft Sache des Bundes. Damit öffnen wir die Bahn für das Geld von Investoren, aber nicht für deren Einfluss. Die Deutsche Bahn AG und ihre Schienennetze, ihre Stationen, ihr Service und ihre Energieversorgungen bleiben zu 100% Eigentum des Bundes und die 230.000 Arbeitnehmer haben eine Zukunft.

Wir brauchen diese Teilprivatisierung, weil die Bahn sich seit der Liberalisierung der EU-Märkte für Güterverkehr im vergangen Jahr im internationalen Wettbewerb stärker positionieren muss. Wir können uns vor der Globalisierung nicht verstecken, aber wir können sie politisch gestalten und das tun wir mit unserem "Strukturmodell". Davon profitieren Sie und ich als Kunden, weil die Bahn jetzt investieren muss --- in ihr Schienennetz, Energiesparmaßnahmen oder Bahnhöfe. Doch für diese Investitionen braucht die Bahn Geld.

Es wird erwartet, dass die Teilprivatisierung mehrere Milliarden Euro einbringt und vielleicht sollten wir uns zumindest einmal kurz überlegen, was Investitionen dieser Größenordnung aus Steuermitteln bedeuten würden: weniger Geld für Kindergärten, weniger Geld für Schulen und auch weniger Geld für Rentenerhöhungen. Das kann niemand wollen. An einer Bahnreform führt also kein Weg vorbei und unser "Strukturmodell" ist dabei alternativlos.

Wer eine 100%-Privatisierung will, sollte sich an das Ergebnis der Privatisierung der Bahn in Großbritannien erinnern: Ein marodes Schienennetz und Zugentgleisungen im Tagestakt. Auf der anderen Seite war und ist die Volksaktie nicht praxistauglich. Sie wäre für Finanzinvestoren nicht attraktiv gewesen und hätte die Planungssicherheit von Bund-- und Konzernführung durch eine kleine Hintertür beeinträchtigt: Die Aktie wäre zwar in den ersten 2 Jahren stimmrechtslos gewesen, aber nach dem Deutschen Aktienrecht lebt das Stimmrecht wieder auf, wenn in diesen zwei Jahren die garantierte Rendite nicht gezahlt wird. Und diese Garantie hätte niemand wirklich geben können.

Wenn Sie mehr über meine Position zur Bahnprivatisierung und anderen politischen Themen erfahren möchten, empfehle ich Ihnen die aktuelle Ausgabe meiner Wahlkreiszeit "Pflugblatt". Diese finden Sie unter www.johannes-pflug.de . Wir setzen Sie auch gerne in unseren Wahlkreiszeitungs-Verteiler, denn ich halte einen regelmäßigen Austausch von Politik und Bürgern für sehr wichtig.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Pflug
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
11.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Pflug,

mir ist kürzlich aufgefallen, dass Deutschland die bereits im Jahr 2003 von der Bundesregierung unterzeichnete UN-Konvention gegen Korruption bisher noch nicht ratifiziert hat. Mittlerweile sind 100 Staaten dieser Aufgabe nachgekommen, unter ihnen die USA, Frankreich, Großbritannien, Südafrika und Russland. Die Ratifizierung in Deutschland ist bisher an der laxen Formulierung des § 108e StGB gescheitert, der die Abgeordnetenbestechung regelt.

Im Schlussdokument des G8 Gipfels von 2007, das unter deutscher Federführung entstand, heißt es: "Wir sind uns unserer Führungsrolle bewusst, wenn es darum geht, bei der Bekämpfung von Korruption beispielgebend zu sein und ergreifen abgestimmte Maßnahmen, um unseren Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten gerecht zu werden."

Mich würde demnach interessieren, was Sie persönlich bereits für die Verschärfung des § 108e StGB getan haben und wie ihr weiteres Vorgehen bzw. das Ihrer Fraktion aussieht, dieses Ziel zu erreichen.


Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Johannes Andreas Pflug
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09.07.2008
Johannes Andreas Pflug
Sehr geehrter Herr ,

Ihre E-Mail vom 11. Juni habe ich erhalten und bedanke mich für Ihre Anregungen. Leider komme ich aber erst heute dazu, Ihre E-Mail zu beantworten.

Sie haben zurecht darauf hingewiesen, dass die UN-Konvention gegen Korruption schon 2003 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung unterzeichnet, aber bis heute nicht nicht ratifiziert wurde.

Zur Umsetzung internationaler Rechtsinstrumente zur Verhütung und Bekämpfung von Korruptionsstraftaten - unter anderem auch des VN-Übereinkommens gegen Korruption - liegt dem Deutschen Bundestag ein Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Beratung vor. Zur vollständigen Umsetzung der Vorgaben müssen allerdings auch die Regelungen zur Abgeordnetenbestechung geändert werden. Die entsprechenden Änderungen sind in dem Entwurf nicht enthalten, weil sich die gesetzgeberische Aktivität hierzu aus der Mitte des Parlaments entfalten soll.

Für die SPD-Bundestagsfraktion steht die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Erweiterung des Straftatbestandes der Abgeordnetenbestechung außer Zweifel. Wir wollen den Tatbestand der Abgeordnetenbestechung sowohl zur Umsetzung der internationalen Vorgaben als auch der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) ausdehnen.

Nach dem geltenden Recht sind die Bestechlichkeit und Bestechung von Volksvertretern nur in den Formen des Stimmenkaufs und -verkaufs bei Abstimmungen als Abgeordnetenbestechung nach § 108e Strafgesetzbuch (StGB) und der Bestechung ausländischer Abgeordneter im Zusammenhang mit internationalem geschäftlichen Verkehr nach Artikel 2 § 2 des Gesetzes zur Bekämpfung internationaler Bestechung strafbar. Die auf der Ebene des Europarats und der Vereinten Nationen entstanden Konventionen (Strafrechtsübereinkommen des Europarats über Korruption vom 27.1.1999 und das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption vom 31.10.2003) enthalten Vorgaben zu einer weiteren Erfassung von Korruptionstaten von und gegenüber Abgeordneten und führen daher zu einem Umsetzungsbedarf im deutschen Strafrecht.

Umsetzungsbedarf besteht außerdem aufgrund der BGH-Rechtsprechung (Wuppertaler Korruptionsskandal und Kölner Müllskandal), da bei Korruptionshandlungen von und gegenüber kommunalen Mandatsträgern eine erhebliche Lücke besteht. Der BGH entschied im sog. "Wuppertaler Korruptionsskandal", dass kommunale Mandatsträger keine Amtsträger i.S.v. § 11 Abs.1 Nr.2 StGB sind, soweit sie nicht mit konkreten Verwaltungsaufgaben betraut sind.

In der letzten Wahlperiode hatte die rot--grüne Koalition bereits einen ersten Anlauf unternommen, das bislang straflose Annehmen, das "Sich-versprechen-lassen" oder Fordern von Vorteilen für Mandatshandlungen unter Strafe zu stellen. Durch die vorgezogene Neuwahl kam es jedoch nicht zum Abschluss.

Die Fortsetzung der Beratungen mit der auf diesem Gebiet eher zögerlichen CDU/CSU ist jedoch sehr schwierig. Bislang konnten wir leider noch keine Einigung mit unserem Koalitionspartner erzielen, was ich sehr bedauere. Auf meiner Homepage www.johannes-pflug.de können Sie sich übrigens selbst davon überzeugen, dass ich beispielsweise keinerlei Nebeneinkünfte habe und mich neben meinem Bundestagsmandat ausschließlich ehrenamtlich engagiere.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Pflug
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Frage zum Thema Soziales
17.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Pflug,
Was halten Sie von dem Bedingungslosen Grundeinkommen für alle Bürger, wie es zum beispiel von Götz Werner, Dieter Althaus oder Christopher Ray der es nach meiner Meinung am bessten dargestellt hat?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Johannes Andreas Pflug
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18.09.2008
Johannes Andreas Pflug
Sehr geehrter Herr ,

ich bedanke mich für Ihre Frage vom 17. September nach meiner Meinung zu einem bedingungslosen Grundeinkommen, wie es beispielsweise von Dieter Althaus vorgeschlagen wird. Zu dieser Thematik habe ich mich schon im Rahmen von www.abgeordnetenwatch.de geäußert und möchte Ihnen gerne meine damalige Stellungnahme zur Kenntnis geben.

Das Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens klingt wie aus dem Märchen: Der Staat zahlt jedem Bürger ein monatliches Grundgehalt von soundso viel Euro ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Gegenleistung. Alle Sozialleistungen werden im Gegenzug gestrichen. Bürokratie würde abgebaut. Für Unternehmen würden die Arbeitskräfte günstiger, die Wirtschaft floriert und die Arbeitslosigkeit würde sinken. Weil jeder die Leistung erhielte, wären Arbeitslose nicht länger stigmatisiert. Kurz: Die Defizite unseres Sozialstaats wären auf einen Schlag beseitigt. Was so fantastisch klingt, ist es letztendlich auch: Ein fantasievolles Gedankenspiel, was aber nichts mit unserer Realität zu tun hat.

Zuerst einmal muss ich Ihnen sagen, dass unsere deutsche, europäische und globale Wirklichkeit derart komplex, vielschichtig und interdependent ist, dass man mit solchen "einfachen besten Lösungen" zwar in gewissen Gesprächsrunden Eindruck schinden kann. Mit realitätsnaher, praktischer und finanzierbarer Politik hat es jedoch wenig zu tun. Im Übrigen möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Vergleiche mit anderen Staaten – in ihrem Fall mit osteuropäischen Staaten, die eine Flat Tax eingeführt haben – meistens hinken. Deutschland ist eben nicht vergleichbar mit der Ukraine, der Slowakei etc.

Die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit eines Systems des bedingungslosen Grundeinkommens ist höchst fraglich. Tendenziell würden die Bürger ihre Arbeit zugunsten von mehr Freizeit reduzieren. Dadurch würde die Produktivität unserer Wirtschaft sinken, was wiederum geringere Erlöse und steigende Preise zur Folge hätte. Ein Teufelskreis weil das Grundeinkommen daraufhin erhöht werden müsste. Selbst für das Grundeinkommen gilt aber: Man kann nur das Geld verteilen, welches man zunächst erwirtschaftet hat. Eine Gegenfinanzierung über eine höhere Mehrwertssteuer (auf Grund- und/oder Luxuskonsumgüter) würde nur zu einer Massen- (Einkaufs-) Flucht über die deutschen Grenzen führen.

Das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens ist aber auch unsozial: Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wird versucht, Kernprinzipien des Sozialstaates auszuhebeln. Während bisher Sozialleistungen überwiegend zielgenau auf die tatsächlich Bedürftigen zugeschnitten wurden, würden nach diesem Modell auch diejenigen Bürger zu Transferempfängern, die das Geld überhaupt nicht benötigen. Gleichzeitig entfiele mit der progressiven Einkommensteuer ein zentrales Umverteilungsinstrument. Diese Logik widerspricht zu Recht dem Gerechtigkeitsempfinden der meisten Menschen in Deutschland. Das hat nicht zuletzt der Bundestagswahlkampf 2005 gezeigt, als Professor Paul Kirchhof mit seiner Flat Tax scheiterte. Hinzu kommt, dass die meisten Bedürftigen nach den momentan kursierenden Grundeinkommens-Modellen (z.B. auch das von Dieter Althaus) weniger Geld in der Tasche hätten als heute.

Aus meiner Sicht werden die Modelle des bedingungslosen Grundeinkommens auch nicht der Komplexität von Armut gerecht. Das bedingungslose Grundeinkommen wird Probleme wie fehlende Chancen auf aktiver Teilhabe an der Gesellschaft und in der Arbeitswelt, mangelnde Bildung und "Vererbung" sozialer Benachteiligung nicht lösen sonder eher vergrößern! Ein sozialer Staat ermutigt, aktiviert und befähigt deshalb seine Bürger zu Partizipation, Leistung, Kreativität. Er investiert in die Menschen, anstatt sie zu alimentieren. Nur der vorsorgende Sozialstaat, der Familien-, Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik intelligent miteinander vernetzt, kann im 21. Jahrhundert soziale Gerechtigkeit herstellen. Die Verfechter des Grundeinkommens hingegen wollen die Säulen der Sozialversicherung (Rente, Arbeitslosigkeit, Pflege, Unfall) einfach niederreißen, die Fürsorgesysteme und Maßnahmen zur Arbeitsförderung einstellen. Berufliche Weiterbildung, Ausbildung Benachteiligter, beschäftigungsbegleitende Leistungen - alle staatlichen Hilfen, mit denen die Menschen auf eigene Füße kommen sollen, würden abgeschafft.

Zudem wird aus meiner Sicht der psychologische Aspekt übersehen. Wissenschaftliche Studien habe gezeigt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen den Mensch eben nicht zu einem zufriedenen, arbeitseifrigen und seine Freizeit sinnvoll nutzenden homo illuminatus werden lässt. Vielmehr führt es Unzufriedenheit, Antriebslosigkeit, Unwirtschaftlichkeit und eher chaotischen Verhältnissen. Wer würde sich denn in einer Welt des bedingungslosen Grundeinkommens um 3 Uhr morgens aus dem Bett quälen um einer ehrlichen Arbeit wie Brötchen backen, den Müll abholen oder Zeitungen ausliefern nachzugehen?

Statt der aus meiner Sicht überflüssigen Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen sollte wir vielmehr über eine gute und nachhaltige Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik reden. Hier müssen wir ansetzen damit jeder Mensch eine Chance auf einen Platz in unserer Gesellschaft und Arbeitswelt bekommt, so dass er nach seiner Fasson glücklich werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Pflug
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Frage zum Thema Gesundheit
18.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Pflug,

Sorry Ich habe übersehen das Sie auf das BGE schon geantwortet haben!

Ich bedanke mich dafür, und erlaube mir eine neue frage zu stellen.

Wissen Sie im Zusammenhang mit der Vogelgrippe (H5N1) von einer Pandemieplanung? Das Thema ist ja aus den Medien verschwunden. Gibt es für Duisburg Katastrophenübungen? Wie ist da ihr Kenntnisstand?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Johannes Andreas Pflug
bisher keineEmpfehlungen
26.09.2008
Johannes Andreas Pflug
Sehr geehrter Herr ,

Ihre E-Mail habe ich erhalten und danke Ihnen für diese Anregung.

Um im Falle einer Grippe-Pandemie schnell Handeln zu können hat die Landesregierung NRW rund 6,35 Millionen Therapieeinheiten an Medikamenten im Wert von 67 Millionen Euro einlagern lassen. Diese Medikamente können den Krankheitsverlauf abmildern und Todesfälle verhindern. Die Verteilung an Erkrankte wird im Ernstfall über die Apotheken erfolgen.

Der Pandemie-Rahmenplan des NRW-Gesundheitsministeriums enthält Handlungsanweisungen für die verschiedenen Phasen der Pandemie und wird um entsprechende Pläne auf kommunaler Ebene ergänzt, er gibt den zuständigen Behörden und Institutionen des Gesundheitswesens, auch in Duisburg, unter anderem Empfehlungen für den Personaleinsatz, die Krankenversorgung und die Kooperation zwischen Praxen und Kliniken.

Für weitere Informationen schauen Sie sich einmal den Entwurf des kommunalen Influenza-Pandemieplans für Nordrhein-Westfalen vom 2. Mai 2007 an oder die Internetseite des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen: www.mags.nrw.de .

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Johannes Pflug
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Ihre Frage an Johannes Andreas Pflug
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