Sehr geehrter Herr

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vielen Dank für Ihre wichtige Frage zum Wahlrecht. Meine Kandidatur war von Beginn an auf einen engagierten Erst- und Zweitstimmenwahlkampf ausgerichtet - warum?
Unter anderem weil ich folgende neun Punkte kategorisch ablehne:
1. die verfassungswidrige Kürzung der Pendlerpauschale;
2. den verfassungswidrigen Abschuss von gekidnappten Flugzeugen;
3. die verfassungswidrige Pauschalisierung bei Kindern im ALG II;
4. das von mir als verfassungswidrig empfundene Internetsperrengesetz (ZugErschwG);
5. den andauernden Versuch, den Weg für Militäreinsätze im Inland freizumachen;
6. den ständigen Anlauf der Volksparteien unsere Grundrechte einzuschränken und die Bürokratie aufzublähen;
7. den Gesundheitsfonds als Türöffner einer sozialistischen Einheitskasse;
8. die "Rentensicherung" als größten ordnungspolitischen Irrsinn seit Erfindung des umlagefinanzierten Rentensystems und Bestechungsversuch der Rentnergeneration zu Lasten der Jüngeren;
9. die Abwrackprämie, die mit fünf Milliarden Steuerverschwendung die Absatzprobleme der Automobilindustrie über die Bundestagswahl hinauszögern sollte.
Diese Liste ließe sich fast beliebig erweitern.
Sie haben vielleicht Recht, dass meine Chancen in den Bundestag als Direktkandidat einzuziehen, gering sein mögen. Wenn Sie einen Teil oder sämtliche der oben genannten Punkte wie ich ablehnen, so dürfte Ihnen die Wahl beider Kandidaten der Großen Koalition schwer fallen. Auch mit Ihrer Erststimme drücken Sie Ihre politische Meinung aus. In einem Mehrheitswahlrecht ist jede Stimme für den unterlegenen Kandidaten ohne Wahlerfolg. Bei der letzten Bundestagswahl 2005 lag der SPD Bewerber 10,9% vor dem damaligen CDU-Bewerber.
Eine Kostprobe des Unionsbewerbers aus dieser Woche können Sie hier nachlesen: OP 21.09.2009:
tinyurl.com
Ich möchte nicht die Strategie des Mitbewerbers bewerten müssen, das überlasse ich seinen eigenen "Parteifreunden" nach dem Wahlausgang. Ein Zitat aus oben genannter Quelle: "Stimmen an Bewerber kleinerer Parteien sind verlorene Stimmen." So gesehen dürfte in meinem Wahlkreis Marburg-Biedenkopf niemand den CDU-Bewerber wählen, da in den letzten 19 Jahren der Direktbewerber der Union immer zu der "kleineren Partei" gehörte. Die in dem Interview geäußerten Verleumdungen gegenüber meiner Partei möchte ich nicht weiter kommentieren. Jedem mündigen Bürger bleibt dies selbst überlassen.
Mein Antwortinterview am darauf folgenden Tag ist ebenfalls im Portal der OP 22.09.2009 zu finden:
tinyurl.com
Dort äußere ich mich über Politik und auch die Hintergründe des Erst- und Zweitstimmenwahlkampfes. Ich kandidiere für die Menschen in meinem Landkreis Marburg-Biedenkopf. Wenn ich dies nicht hätte wahrnehmen wollen- mein Listenplatz auf der hessischen Landesliste genügte.
Gerne lade ich Sie zu unserem Wahlabend ab 17:00 im TTZ (ehem. Jägerkaserne) ein. Ich selbst werde bis ca. 19:15 im Landratsamt das Eintreffen der Gemeindewahlergebnisse mit den anderen Kandidaten verfolgen und anschließend zu den Liberalen hinzukommen. Ich lade Sie wie alle anderen Wähler herzlich ein-unabhängig Ihrer persönlichen Wahlentscheidung.
Mit liberalen Grüßen
Jörg Behlen