Jens-Wolfhard Schicke (Piratenpartei)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Jens-Wolfhard Schicke
Jahrgang
1987
Berufliche Qualifikation
Diplom Informatiker
Ausgeübte Tätigkeit
Halbe Stelle: Wiss. Mitarbeiter TU BS / Halbe Stelle: asco GmbH (www.pizza.de)
Wohnort
Braunschweig
Wahlkreis
Braunschweig
Ergebnis
3,1%
Landeslistenplatz
-, Niedersachsen
(...) * Atomkraftwerke werden massiv öffentlich bezuschusst, z.B. durch Endlagerung des Mülls.

* Den Vorteil kein Kohlendioxid zu produzieren haben regenerative Energiequellen auch. (...)
Fragen an Jens-Wolfhard Schicke
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
02.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schicke,
man ließt soviel von den Piraten. Wie stehen sie nun zu den Bürgerrechten? Da habe ich leider noch nichts von gehört.

MFG
Antwort von Jens-Wolfhard Schicke
6Empfehlungen
09.08.2009
Die ersten drei Kapitelüberschriften des Wahlprogramms der Piratenpartei lauten:

  • Grundgesetz bewahren
  • Privatsphäre und Datenschutz
  • Demokratie durch Transparenz und Beteiligung

Bürgerrechte sind der Piratenpartei inzwischen wichtiger, als die Fortentwicklung des Urheberrechts, die 2006 Grundlage der Namensgebung war.

Die Piraten, ich persönlich natürlich auch, setzen sich ein für durchgehende und effektive Kontrolle des Staates durch den Bürger. Wir wenden uns gegen die zunehmende Beschneidung bürgerlicher Rechte sowohl durch "Sicherheits"-Gesetze als auch durch eine sich verändernde polizeiliche und behördliche Praxis.

Anstatt jetzt zur Aufzählung der verschiedenen Punkte ungefähr die Hälfte unseres Wahlprogramms hier zu Copypasten, verweise ich auf unser vollständiges Wahlprogramm unter:
wiki.piratenpartei.de

Mit freundlichen Grüßen,
Jens-Wolfhard Schicke
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales und Familie
06.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schicke,

auf der Landesliste Niedersachsen für die Bundestagswahl 2009 kandidieren zu hundert Prozent Männer für die Piratenpartei.

Eine so sehr vom männlichen Geschlecht dominierte Landesliste hat in Niedersachsen neben der Piratenpartei nur noch die DVU aufgestellt. Selbst bei der NPD, die man neben der DVU wohl noch am ehesten zum Kreis der Parteien rechnen muss, bei denen Frauen nichts zu sagen haben, ist immerhin eine Frau dabei.

(Quelle: Die genannten Zahlen sind der Presseinformation des Niedersächsischen Landeswahlleiters vom 31.7.2009 entnommen.)

Wie erklären Sie sich, dass Frauen ganz offensichtlich nichts mit der von Ihnen vertretenen Politik der grenzenlosen Freiheit im Internet anzufangen wissen?
Antwort von Jens-Wolfhard Schicke
9Empfehlungen
09.08.2009
Sehr geehrter Herr Schicke,

auf der Landesliste Niedersachsen für die Bundestagswahl 2009 kandidieren
zu hundert Prozent Männer für die Piratenpartei.

Eine so sehr vom männlichen Geschlecht dominierte Landesliste hat in Niedersachsen neben der Piratenpartei nur noch die DVU aufgestellt. Selbst bei der NPD, die man neben der DVU wohl noch am ehesten zum Kreis der Parteien rechnen muss, bei denen Frauen nichts zu sagen haben, ist immerhin eine Frau dabei. (Quelle: Die genannten Zahlen sind der Presseinformation des Niedersächsischen Landeswahlleiters vom 31.7.2009 entnommen.)

  • Die Zahlen stimmen (leider).

Wie erklären Sie sich, dass Frauen ganz offensichtlich nichts mit der von
Ihnen vertretenen Politik der grenzenlosen Freiheit im Internet anzufangen
wissen?

  • Die bisher geringe weibliche Beteiligung bei den Piraten liegt nicht in unseren politischen Zielen begründet, sondern in der Entstehungsgeschichte der Partei. Als die Partei sich 2006 gründete, trafen sich hauptsächlich Computer-Freaks. Wie Ihnen sicherlich bewusst ist, ist der Frauenanteil in diesem Milleu extrem gering. Seitdem hat sich unser Frauenanteil jedoch stetig gesteigert. Mit Nicole Harnung ist seit dem letzten Bundesparteitag auch im Bundesvorstand endlich eine Frau vertreten. Der zunehmende Frauenanteil spiegelt sich auf der niedersächsischen Landesliste noch nicht wieder, da diese bereits auf dem Landesparteitag 2008 beschlossen wurde. Schließlich noch ein Kommentar zur "grenzenlosen Freiheit im Internet". Die vertreten wir nicht. Die Gesetze Deutschlands gelten im (deutschen) Internet genauso wie außerhalb des Internets, und das soll, wenn es nach uns geht, auch so bleiben. Was wir nicht wollen ist, dass die Rechte im Internet weniger gelten als außerhalb, worauf die aktuelle Politik anscheinend abzielt.

Mit freundlichen Grüßen,
Jens-Wolfhard Schicke
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Umweltpolitik
07.08.2009
Von:

Hallo,
möglicherweise steht nach der nächsten Bundestagswahl die Frage nach der Verlängerung der Atomkraftwerke an. Ich bin dagegen! Wie ist Ihre Meinung dazu?
Mit freundlichem Gruß
Antwort von Jens-Wolfhard Schicke
13Empfehlungen
09.08.2009
Ganz die Ihre, denn

* Atomkraftwerke produzieren strahlenden Müll.

* Atomkraftwerke begünstigen Großkonzerne.

* Atomkraftwerke arbeiten aufgrund ihrer Trägheit schlecht mit regenerativen Energien zusammen.

* Atomkraftwerke können explodieren.

* Atomkraftwerke werden massiv öffentlich bezuschusst, z.B. durch Endlagerung des Mülls.

* Den Vorteil kein Kohlendioxid zu produzieren haben regenerative Energiequellen auch.

Mit freundlichen Grüßen,

Jens-Wolfhard Schicke
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Bildung und Kultur
25.08.2009
Von:

Worin sieht die Piratenpartei den Unterschied zwischen Sperren und Löschen?

Im Zusammenhang mit der Diskussion über das Sperren von Internetseiten mit kindergefährdenden Inhalten hat, wenn ich die Diskussion richtig verfolgt habe, die Piratenpartei sich dafür stark gemacht, solche Seiten zu löschen und Frau von der Leyen, die ja von den Piraten gerne als "Zensursula" tituliert wird, dafür kritisiert, dass sie solche Seiten lediglich sperren wolle, jedoch nicht bereit sei, diese Seiten zu löschen.

Könnten Sie bitte erläutern, was es damit auf sich hat, so dass es allgemein verständlich ist, denn ich kann keinen Sinn darin erkennen, dass die Piratenpartei einerseits Ursula von der Leyen vorwirft, dass sie Internet-Seiten sperren will, ihr aber andererseits auch vorwirft, dass sie diese Seite "nur" sperren will. Nach meinem Verständnis ist Löschen die härtere Vorgehensweise. Dass würde allerdings bedeuten, dass die Piratenpartei die "Super-Zensursula" ist.
Antwort von Jens-Wolfhard Schicke
11Empfehlungen
07.09.2009
Die Piratenpartei setzt sich stark für die Meinungsfreiheit, also auch das Existenzrecht fragwürdiger Inhalte, ein. Aber auch bei uns gibt es Grenzen. So sind auch wir dafür, dass die von Frau von der Leyen gerne ins Feld geführte Kinderpornographie nicht weiterverbreitet wird. Im Gegensatz zu Frau von der Leyen möchten wir dem Kampf gegen derartige Inhalte aber nicht die Bürgerrechte opfern. Denn das ist nicht nötig.

Um das Ganze verständlich zu halten, muss ich zuerst stark verkürzt erklären, wie die Technik funktioniert.

Um einen Inhalt, z.B. ein politisches Statement, im Internet zu veröffentlichen, braucht es mehrere Dinge: Zum einen muss jemand, z.B. ich, einen Server bereitstellen. Der Server ist ein Rechner, der die Aussage als Datei gespeichert hat und an andere Rechner, z.B. Ihren, weitergeben kann.
In diesem Fall wird ihr Rechner dann als Client bezeichnet.

Konkret sieht das so aus, dass Sie z.B. jens.schicke.hvf-bs.net in die Adresszeile ihres Browsers tippen. Damit Ihr Rechner die Daten von meinem Server jetzt tatsächlich erhält, muss er aber zuerst den Namen "jens.schicke.hvf-bs.net" in eine IP-Adresse, wie z.B. 87.234.88.42, umsetzen.
Jeder Rechner im Internet hat eine derartige IP-Adresse.
Um an diese Adresse zu gelangen, fragt Ihr Rechner zuerst einen DNS-Server, einen weiteren Rechner, der zu den verschiedenen Namen die IP Adressen kennt. (Die IP Adresse des DNS-Servers ist Ihrem Rechner bereits bekannt.) Erst nachdem der DNS-Server Ihrem Rechner die IP Adresse meines Servers bekanntgegeben hat, fragt Ihr Rechner bei meinem Server nach dem eigentlichen Inhalt, also der politischen Aussage.

Wenn jetzt der Inhalt von staatlichen Stellen aus dem Internet entfernt werden soll, gibt es im Prinzip mehrere Möglichkeiten dies zu tun, wovon "Sperren" und "Löschen" zwei Beispiele sind.

"Sperren" bedeutet laut den derzeitigen Vorstellungen der Bundesregierung, dass der DNS-Server bei illegalen Inhalten "lügt", also anstatt der eigentlichen IP Adresse des Inhalts eine andere IP Adresse zurückgibt, nämlich die Adresse des Rechners, auf dem die Stop-Seite gespeichert ist.

"Löschen" bedeutet, dass der Server, der die illegalen Inhalte speichert, vom Internet getrennt wird, so dass die Dateien nicht mehr an andere Rechner weitergegeben werden können.

Diese beiden Vorgehensweisen mögen im ersten Moment ähnlich scheinen, die
Unterschiede sind aber in Wirklichkeit ziemlich groß:

* "Sperren" ist ohne große Kosten massenhaft möglich, da das Verfahren komplett automatisch ablaufen soll, "Löschen" dagegen bedarf immer der Aktion für jeden Einzelfall.
* Nach den Vorstellungen der Regierung soll das "Sperren" ohne richterliche Genehmigung möglich sein, wohingegen "Löschen" von staatlicher Seite aus durch einen Richter genehmigt werden muss. In der Realität jedoch nimmt oft eine Firma, bei der Server gemietet werden können, direkt die Löschung vor, wenn auf einem ihrer Server illegale Inhalte existieren, dazu genügt ein Anruf oder eine Email. Allerdings schaut auch dann die Firma die Inhalte meist vorher einmal durch, um festzustellen, ob tatsächlich Illegales dabei ist.
* Beim "Sperren" kann nicht weiter ermittelt zu werden, wer die Inhalte auf den Server geladen hat, da der Täter ab der Sperrung vorgewarnt ist. Beim "Löschen" dagegen wird der Server identifiziert und der Besitzer ist damit üblicherweise bekannt.
* Die "Sperre" kann innerhalb weniger Sekunden (siehe www.youtube.com ) durch Verwendung eines anderen DNS-Servers umgangen werden, beim "Löschen" dagegen werden die Inhalte tatsächlich entfernt.

Daher kritisiert die Piratenpartei Frau von der Leyen dafür "nur zu sperren" da dadurch weder die Täter gefasst, noch die Inhalte wirklich entfernt werden.

Andererseits kritisieren wir auch, dass überhaupt gesperrt wird, da, sobald die Technik dafür erst einmal eingerichtet ist, massenhafte Sperrungen kein Problem mehr sind. Und mit massenhaften Sperrungen können ohne großen Mehraufwand auch andere Inhalte gesperrt werden, wie z.B. politische Meinungen. Dies wird auch dadurch noch begünstigt, dass bei den Sperren keine von der Regierung vollständig unabhängige Kontrolle stattfindet, wohingegen dies beim Löschen noch der Fall ist.

Mit freundlichen Grüßen,
Jens-Wolfhard Schicke

P.S.: Dass diese Antwort so lange gebraucht hat lag nicht an mir, sondern daran, dass abgeordnetenwatch.de Mails mit dieser Antwort nicht empfangen hat.

Anmerkung der Redaktion:
Für die durch einen technischen Fehler bedingte Verzögerung möchten wir uns an dieser Stelle entschuldigen.

X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Jens-Wolfhard Schicke
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.