Jens Beutel (SPD)
(ausgeschieden)

Grunddaten
Jens Beutel
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Richter
Ausgeübte Tätigkeit
Oberbürgermeister
Wohnort
-
(...) Eine wirtschaftliche Neustrukturierung der städtischen Gesellschaften ist aber in vielen Städten Tagesgeschäft, so auch in Mainz (ZBM). Hier sehen wir durchaus Sparpotential für die Zukunft. (...)
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Frage zum Thema Finanzen
11.08.2011
Von:

Die Haushaltslage der Stadt Mainz ist in einem desolaten Zustand. Leipzig hat seinen Haushalt mit dem Verkauf seiner Wohnungen saniert. Halten Sie es vor diesem Hintergrund noch für angemessen, dass die stadtnahen Gesellschaften weiterhin in öffentlicher Hand bleiben?
Auf welche Strategien setzen Sie um zumindest mittelfristig wieder einen ausgeglichenen städtischen Haushalt zu erreichen?
Antwort von Jens Beutel
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16.08.2011
Sehr geehrter Herr ,

der Verkauf von Wohnungen durch städtische Gesellschaften bzw. deren Auflösung macht aus meiner Sicht wenig Sinn. Sie können Besitz immer nur einmal veräußern. Die meisten Kommunen, insbesondere Oberzentren wie Mainz, können aber seit langem mit ihren Einnahmen nicht mehr die ständig wachsenden Pflichtaufgaben decken, die von Bund und Land auf die Kommunen abgewälzt werden – von sogenannten freiwilligen Leistungen gar nicht zu reden. Ein Wohnungsverkauf entlastet den Haushalt folglich nur einmalig von Altschulden – wenn denn nach Abzug der Verbindlichkeiten überhaupt etwas übrig bleibt, dass vom gemeinnützigen Wohnungsbauunternehmen an den städtischen Haushalt abgeführt werden kann. Wenige Jahre nach dem Verkauf stünde die Stadt wieder tief in den roten Zahlen.

Eine wirtschaftliche Neustrukturierung der städtischen Gesellschaften ist aber in vielen Städten Tagesgeschäft, so auch in Mainz (ZBM). Hier sehen wir durchaus Sparpotential für die Zukunft.

Der Städtetag Rheinland-Pfalz, dessen Vorsitz ich inne habe, versucht seit vielen Jahren, Verbesserungen bei der Finanzsituation der Kommunen zu erreichen: beim Konnexitätsprinzip, bei der Beibehaltung der Gewerbesteuer, beim Bürokratieabbau oder der Übernahme der Grundsicherung im Alter durch den Bund.

Der Mainzer Stadtrat hat sich dafür ausgesprochen, sich am Entschuldungsfonds des Landes Rheinland-Pfalz zu beteiligen. Die Verhandlungen hierzu werden voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Mainz muss hierfür dauerhaft jährlich 12,7 Mio. Euro einsparen. Dies wird – auch aufgrund weiterer Personalkürzungen – zu Einschränkungen bei den Dienstleistungen der Stadt führen.

Die von der Aufsichtsbehörde verlangte Anhebung der Grundsteuer B um 80 Punkte auf dann 480 Punkte ist ergänzend zu den notwendigen Sparmaßnahmen der einzige Weg einer nennenswerten Einnahmeverbesserung, der für die Bürgerinnen und Bürger verkraftbar ist. Im Durchschnitt wird ein Mainzer Haushalt durch die mögliche Anhebung der Steuer mit 20 bis 60 Euro jährlich mehr belastet, bei Wirtschaftsgebäuden liegt der Durchschnitt zwischen 600 bis maximal 6.000 Euro jährlich. Mainz wiederum brächte diese Maßnahme rund 6 Mio. Mehreinnahmen pro Jahr. Nur auf diesem Wege schaffen wir die Beteiligung am Entschuldungsfonds des Landes und damit den ersten Schritt zur Befreiung kommender Generationen von einem großen Teil der Altschulden. Unter 20 deutschen Großstädten mit 160.000 bis 240.000 Einwohnern liegt Mainz im Augenblick beim Hebesatz der Grundsteuer B auf dem untersten 20. Rang (Platz 1: Freiburg mit 600 Punkten). Mit 80 Punkten mehr würde die Stadt im Bundesvergleich genau im Mittelfeld landen.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Beutel
Oberbürgermeister
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
11.08.2011
Von:

Die Stadt-Strassen sowie die Zubringer -hier speziell die L 427 gemeint- sind in einem überwiegend erbärmlichen Zustand. Dies leider schon seit Jahren (auch schon lange vor dem "Finanzdesaster Wohnbau"), aber dem Verfall wird ganz offensichtlich tatenlos zugeschaut.
Zur Sachstandprüfung empfehle ich Ihnen, einmal auf Ihre komfortable Dienst- Limusine zu verzichten und sich mit der Linie 54 vom Lerchenberg zum Hauptbahnhof fahren zu lassen.
Sie würden spontan verstehen, dass diese Strecke ohne jede Veränderung für jeden Autohersteller sofort als Material-Marter und Teststrecke willkommen wäre. Die Stadtwerke Busse im Alltagsbetrieb müssen das aber täglich viele Male aushalten und werden damit über Gebühr strapaziert; die Insassen und die privaten PKW´s leider auch - und leider heißt überproportionaler Verschleiss auch Kosten - und Geld haben wir in Mainz ja leider nur noch auf der "Soll-Seite".
Was konkret tun Sie mit Ihren Ämtern um 1. die Verwahrlosung städt. Strassen zu beenden und um 2. die Verantwortlichen für die Strassen in Verantwortung des Landes (z.B. L427 und das Stück Saar Strasse ab der Auffahrt von L 427 über "Europa-Kreisel") "in die Gänge" zu kriegen?
Es gibt sicher noch zig-- andere Beispiele!
Bisher, der Sommer neigt sich dem Herbst zu, kann ich keine wirklichen Reparaturen erkennen; die wenigen Schäufelchen Kalt-Bitumen die verteilt wurden sind nach wenigen Wochen wieder ausgewaschen.
Noch eine Anmerkung: schnelle (richtige) Rep. von kleinen Schäden ersparen später große Schäden. Gibt es da eine Art Meldestelle, die sich dann darum kümmert ? Danke.

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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
15.08.2011
Von:
-

Sehr geehrter Herr Beutel,

wann endlich wird die Brücke über die Kreuzstrasse von der Autobahn Ausfahrt Gonsenheim gebaut, um die Umwelt massiv von den Autoabgasen zu befreien?

Allein mit der Einführung der City Maut für Einpendler kann die Stadt > 50 Millionen Euro für den Stadthaushalt kassieren und zusätzlich 100 neue Arbeitsplätze schaffen, die bei der Stadtverwaltung dann entfallen?


Partei . " Allianz Graue Panther "
Antwort von Jens Beutel
4Empfehlungen
16.08.2011
Sehr geehrter Herr ,

wir erwartet können wir nun auch in diesem Forum und außerhalb unserer regelmäßigen Ratssitzungen von Ihnen lesen. Mit Interesse habe ich Ihrer kurzen Botschaft entnommen, dass Sie nach zahlreichen Zwischenstationen nun in einer "Allianz Graue Panther" eine neue Heimat haben und wünsche Ihnen, dass sie dort eine längere Bleibe finden als in all den anderen Parteien Ihrer politischen Biographie.

Nein, Herr , eine City-Maut in Mainz wird es nicht geben. Die von Ihnen genannten Zahlen sind – inklusive der konstruierten Beziehung zum städtischen Haushalt – Fiktion.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Beutel
Oberbürgermeister
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Frage zum Thema Umwelt
28.09.2011
Von:

Guten Tag,

ich sorge mich als "Privatmann" seit Jahren um das Naturschutz- und FFH-Gebiet (Biosphärenreservat) "Geiersköpfel" in Mainz-Finthen.

Das Naturschutzgebiet geniesst (theoretisch) den höchsten rechtlichen Schutz für Naturschutzgebiete innerhalb der EU.

Tatsächlich ist das NSG flächendeckend eingezäunt, zugebaut, vermüllt, bewohnt und gewerblich genutzt. Eine breite Autostraße erschließt das NSG unbeschränkt für Fahrzeuge jeder Art und Gewichtsklasse.

Nach Auskunft des städt. Bauamtes, Herr Eckert, sind einige Gebäude in dem NSG "genehmigt". Andere Gebäude, ein kpl. Western-Dorf sowie die "wehrhaften" Zaunanlagen wurden "schwarz", d.h. ohne Baugenehmigungen, errichtet. Für die Wohnnutzungen gibt es keinerlei Genehmigungen. Ein riesiger bewohnter Müllplatz auf dem Gebiet der ehem. Quarzsandgrube wird von einer großen Rotte von Wild- und Hängebauchschweinen zugekotet.

Nach Auskunft des vorm. Umweltdezernenten wurde ein gewerblich genutzter "Western-Saloon" kurzerhand auf einem Bierdeckel genehmigt.

In dem NSG gibt es keinerlei Kanalisation.

Nach Auskunft des Bauamtes der Stadt Mainz werden die rechtswidrigen Bauten / Nutzungen "geduldet". Es gibt keinerlei naturschutzrechtliche Erlaubnisse für das NSG.

Als Volljurist wissen Sie, dass es das Rechtsinstitut der "Duldung" im öffentl. Bau- und Umweltrecht überhaupt nicht gibt. Für das jahrelange Wegschauen der Verwaltung gibt es folglich keinerlei nachvollziehbare rechtlich tragfähige Begründung.

Im Grunde ist der Umgang mit dem NSG "Geiersköpfel" eine Angelegenheit der Verwaltung.

Ich bin der Auffassung, dass das NSG "Geiersköpfel" dringend auf die AGENDA der Mainzer Politik gesetzt werden sollte.

Ich erlaube mir daher die Fragen:

Wären Sie als OB bereit, das Thema "Geiersköpfel" zeitnah auf die Tagesordnung des Stadtvorstandes zu setzen und damit der Verwaltung ein Handlungsschema quasi vorzugeben ?

Können Sie meine Sorgen um das NSG "Geiersköpfel" nachvollziehen ?

Ich danke im Voraus herzlich.

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.10.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Beutel,

in der heutigen (20. Oktober) Ausgabe der "Allgemeinen Zeitung" versieht Monika Nellessen ihren Kommentar zu Ihren ersten Zeugenauftritt im Strafprozess gegen den ehemaligen Wohnbau-Geschäftsführer Rainer Laub mit der Überschrift "Offenbarungseid", da Ihre Aussagen vor dem Landgericht Koblenz nur den Schluss zuließen, dass Sie entweder Ihren Pflichten als damaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnbau nicht nachgekommen seien oder aber Ihre Aussagen unglaubwürdig seien.

Wie bewerten Sie diese aus meiner Sicht nicht sehr schmeichelhafte Beschreibung Ihrer Fähigkeiten bzw Person?

Und unterstellt, im Laufe des Strafprozesses gegen Herrn Laub würde sich die von Frau Nellessen beschriebenen Tendenz Ihrer Rolle im Wohnbau-Skandal erhärten: Sähen Sie sich dann in einer Situation, die politischen Konsequenzen Ihrer Einbeziehung in den Wohnbau-Skandal ziehen zu müssen und würden als Oberbürgermeister der Stadt Mainz zurücktreten?


Mit freundlichen Grüßen



P.S.: Kann man im Hotel "Milles de Collines" in Kigali eigentlich nicht mit Kreditkarte bezahlen?
In der Online-Ausgabe Mainzer Rhein Zeitung vom heutigen Tag habe ich soeben in dem Artikel "OB Beutel hat in Ruanda die Rechnung vergessen" gelesen, dass Sie als Mitglied der Rheinland-pfälzischen Delegation beim Staatsbesuch in Ruanda Ihre abendliche Hotelrechnung deshalb nicht bezahlt hätten, da Ihnen Kleingeld in der Landeswährung ausgegangen sei.

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Ihre Frage an Jens Beutel
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