Jan Giesel (ÖDP)
Kandidat Europawahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Jan Giesel
Jahrgang
1972
Berufliche Qualifikation
1. Staatsexamen
Ausgeübte Tätigkeit
Studienreferendar für Geschichte, Philosophie und Darstellendes Spiel
Wohnort
-
Bundesland
Hamburg
Bundeslistenplatz
11
(...) Ich halte diese Maßnahme nicht für den richtigen Weg, um die Verbreitung von Kinderpornographie im Netz zu verhindern. (...)
 
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
30.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Giesel,

wie stehen sie zu den Themen Abwrackprämie und elektrische Mobilität ?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Jan Giesel
5Empfehlungen
31.05.2009
Jan Giesel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich halte die Abwrackprämie, mit der die Bundesregierung den Neukauf von Kraftfahrzeugen zur Ankurbelung der Konjunktur finanziell unterstützt, für einen großen Fehler.
Hier haben sich die mächtigen strukturkonservativen Lobbyisten der Automobilindustrie durchgesetzt, die mit dem wohlfeilen Argument "Erhalt von Arbeitsplätzen" den unvermeidlichen Strukturwandel der Branche zum Nachteil der Umwelt verhindern. Bezahlen muß das jeder Steuerzahler!

Sinnvoller wäre es gewesen, eine umweltgerichtete Abwrackprämie einzuführen, die nur den Kauf von Elektroautos finanziell fördert. Hiermit wäre für den Verbraucher ein Anreiz entstanden, auf ein klimafreundliches Fortbewegungsmittel umzusteigen und die deutsche Autoindustrie hätte einen Anreiz erhalten, endlich stärker in diesen Bereich zu investieren.

Wir dürfen uns aber nichts vormachen: Langfristig brauchen wir ein anderes Konzept von Mobilität und damit einen Bewußtseinswandel in der Bevölkerung. Das automobile Zeitalter neigt sich seinem Ende zu, schon wegen der zu Neige gehenden Ölreserven und des sich immer stärker auswirkenden menschenverursachten Klimawandels. Das Auto als solches ist ein Dinosaurier des Industriezeitalters. Entdecken wir andere Formen der Fortbewegung wieder! Die meisten Entfernungen können zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Dies schont das Klima und den Geldbeutel und tut auch der eigenen Gesundheit gut.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen wenigen Ausführungen meinen Standpunkt vermitteln. Ich weiß, daß ich mir damit nicht unbedingt bei allen Wählern Freunde mache. Aber wir brauchen mehr Ehrlichkeit in der Politik! Dafür stehe ich, dafür steht die ödp ein.

Mit freundlichen Grüßen

Jan Giesel
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Frage zum Thema Umwelt
01.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Giesel,

in Ihrem Anfangsstatement bennen Sie als erstes das Thema Nachhaltigkeit als das für Sie bedeutendste Aufgabenfeld angesichts begrenzter Ressourcen. Denken Sie, dass langfrisitig gesehen eine globale Energieproduktion möglich sein wird, die sich an Kriterien der Nachhaltigkeit orientiert und ohne Atomkraft auskommt?

Für eine Antwort dankt

Antwort von Jan Giesel
7Empfehlungen
01.06.2009
Jan Giesel
Sehr geehrte Frau ,
 
vielen Dank für Ihre Frage.

Die Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung ist eine der wichtigsten Aufgaben der Menschheit. Die ödp setzt dabei auf den Dreiklang von Steigerung der Energieeffizienz, Ausbau regenerativer Energien und Energieeinsparung.
 
Die Reserven an leicht förderbarem Erdöl und Erdgas, die augenblicklich mehr als 50% des Weltenergiebedarfs decken, reichen noch etwa 30 Jahre. Die anderen fossilen Energieträger haben größere Reichweiten (z.B. Kohle), sind aber bei der Gewinnung und/oder Anwendung wesentlich teurer. Aufgrund dieser absehbaren Verknappung drohen zunehmend wirtschaftliche Krisen, politische Konflikte und Kriege um die Öl- und Gasvorräte.
 
Die Verwendung von Erdöl hat mit 40 % Anteil am fossilen Energieeinsatz der Menschheit den größten Anteil am CO2-Ausstoß und damit an der katastrophalen Klimaveränderung - außerdem auch an der Luftverschmutzung und damit an den Gesundheitsschäden von Millionen von Menschen. Die Förderung verschlingt Unmengen von Wasser und verschärft damit die globale Wasserkrise. Tankerhavarien verseuchen Meere und Küsten und bedrohen die Fischerei. Sein Einsatz als Rohstoff der chemischen Industrie führt zu zusätzlichen Emissionen und vergrößert laufend die Mengen schwer recycelbarer Abfälle. Die Abhängigkeit vom Erdöl macht darüber hinaus die Chancen der Entwicklungsländer zunichte, sich wirtschaftlich zu entwickeln, weil sie zum Teil ihre gesamten Exporteinnahmen für den Erdölimport ausgeben müssen.


Es ist ein absurder Widerspruch, daß für die ungestörte Fortsetzung des Verbrauchs an Fossil-Energien jährlich mehr militärische Sicherungskosten ausgegeben werden, als bisher insgesamt für die Mobilisierung erneuerbarer Energien bereit gestellt wurden! Wir meinen: Die weltweite Verwendung regenerativer Energien, wie z.B. die Produktion und der Einsatz von Solarzellen, fördert den Frieden weit mehr als die Produktion und der Einsatz von Waffen.
Friedenssicherung, Umweltschutz, nachhaltige Entwicklung und Versorgungssicherheit sind nur durch den konsequenten Wechsel zu erneuerbaren Energien möglich.
Der Ausweg aus dem fossilen Dilemma führt auch nicht über die Atomkraft. Denn die Reserven an Uran sind begrenzt und die Nutzung ist mit unvergleichbaren Risiken für Mensch und Natur verbunden.

Die Konzepte der etablierten Parteien helfen nicht weiter: FDP und Union wollen neue Kernkraftwerke bauen, SPD und Grüne wollen in 50 Jahren nur 50% der Energieversorgung auf erneuerbare Energien umstellen.
Die ödp strebt eine Umstellung der Energieversorgung zu 100 % auf erneuerbare Energien in 25 bis 30 Jahren an - bei gleichzeitiger Stärkung von Wirtschaft und Sozialkassen.
Werden Umwelt- und Gesundheitsschäden mit eingerechnet und unsinnige Subventionen abgebaut, ist das ödp-Konzept bereits heute preisgünstiger als die herkömmliche fossile Energieversorgung.
Langfristig ist es die einzige Möglichkeit, unsere Versorgung mit Energie, Industriegütern und Lebensmitteln abzusichern und unseren Lebensstandard zu halten. Die Nationen, die erst in 30 Jahren ihre Energieversorgung auf eine regenerative Basis stellen, werden die größten Verlierer sein, denn sie müssen sowohl die hohen Energiepreise als auch die Umstellung auf eine regenerative Energieversorgung finanzieren.
 
Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage ausreichend beantworten.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Jan Giesel
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