Internetsperren
Mit 389 Ja- zu 128 Nein-Stimmen hat der Bundestag die umstrittene Einführung sog. Internetsperren beschlossen. Dadurch soll der Zugriff auf Seiten mit kinderpornographischen Inhalten erschwert werden. Gegner halten die Sperren für weitgehend wirkungslos und befürchten eine Zensur des Internets.
Hintergrundinformationen
Mit einem Stopp-Schild (s.o.) will die Bundesregierung gegen Kinderpornographie im Internet vorgehen. Internetanbieter (sog. Provider) werden in dem Gesetz verpflichtet, "technische Maßnahmen zu ergreifen, um den Zugang zu kinderpornographischen Internetangeboten zu erschweren." Dazu wird ihnen vom Bundeskriminalamt eine täglich aktualisierte Liste mit den Adressen von Kinderpornoseiten übermittelt. Wer künftig eine indizierte Seite aufruft, bekommt lediglich ein Stopp-Schild angezeigt.

Gegner der sog. Netz-Sperren, darunter die Oppositionsparteien und der "Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur", halten diese Maßnahme im Kampf gegen Kinderpornographie nicht nur für weitgehend wirkungslos, da eine Sperre leicht zu überwinden sei, sondern sogar für kontraproduktiv. Statt durch eine Löschung von Internetseiten entschlossen gegen Kinderpornographie vorzugehen, würde diese lediglich hinter einem Stopp-Schild versteckt. Kinderpornographie würde so auch weiterhin Verbreitung finden.

Von Union und SPD wird darauf verwiesen, dass nach dem Prinzip "Löschen statt Sperren" verfahren werden soll: Erst wo die Löschung einer Internetseite mit Kinderpornos nicht gelingt, weil sich diese z.B. auf einem Server im Ausland befinden, soll eine Sperrung erfolgen. Allerdings kann laut Gesetzentwurf eine Internetseite auch dann auf der Sperrliste des Bundeskriminalamtes landen, wenn eine Löschung "nicht in angemessener Zeit erfolgversprechend" ist. Dies kann z.B. der Fall sein, weil deutsche Polizeibehörden keinen direkten Zugriff auf ausländische Provider haben und erst einen Umweg über internationale Behörden nehmen müssen, wie es die CDU-Abgeordnete Martina Krogmann in einer Antwort auf abgeordnetenwatch.de beschreibt.

Kritiker des Sperr-Gesetzes befürchten, dass eine Zensur-Infrastruktur für das Internet geschaffen wird, der auch andere Inhalte zum Opfer fallen könnten. In Blogs, Foren und bei Twitter formierte sich ein Proteststurm, der in einer ePetition an den Bundestag zusammenlief: Mit mehr als 130.000 Unterstützerinnen und Unterstützer ist die Petition "Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten" die größte Online-Eingabe aller Zeiten.

Auch innerhalb der SPD-Fraktion gab es kritische Stimmen gegen das umstrittene Gesetz. Der Abgeordnete Gregor Amann schrieb auf abgeordnetenwatch.de, er rechne wegen Bedenken in seiner Fraktion damit, dass die Internetsperre "entweder gar nicht oder nur in sehr veränderter Form beschlossen wird". Auf Drängen der SPD kam es in letzter Minute schließlich noch zu Änderungen an dem Gesetzentwurf.

Die Koalitionsfraktionen einigten sich auf folgende Eckpunkte:

1. Für die Sperrung von Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten wird ein Spezialgesetz geschaffen, das einzig den Bereich Kinderpornographie umfasst und zuächst auf drei Jahre befristet wird. Dies hatte die SPD gefordert. Ursprünglich war vorgesehen, die Netz-Sperren innerhalb des Telemediengesetzes zu verankern. Dadurch, so Kritiker, ließe sich die Sperrung auch problemlos auf andere Inhalte wie "Killerspiele" (wie z.B. vom CDU-Abgeordneten Thomas Strobl auf abgeordnetenwatch.de angedacht) oder bei Urheberrechtsverletzungen ausweiten.

2. Internetnutzer, die auf den Stopp-Seiten landen, sollen keine Strafverfolgung mehr fürchten. In der ursprünglichen Fassung des Gesetzes war eine Verpflichtung für Internetanbieter geplant, Nutzerdaten zu speichern und diese auf Verlangen an das Bundeskriminalamt weiterzuleiten. Dadurch hätten auch Internetsurfer, die bspw. durch das versehentliche Anklicken eines Links auf eine solche Stopp-Seite gelangt wären, ins Fadenkreuz der Ermittlungsbehörden geraten können.

Der endgültige Gesetzentwurf sieht außerdem eine unabhängige Kontrolle der Filterliste des Bundeskriminalamts vor, wovon zuvor keine Rede gewesen war.

Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #556
Es wäre sehr gut, wenn in Deutschland besser noch EU weit endlich Internetsperren eingeführt werden. Wer beim dritten mal erwischt wird, kommt ins Gefängnis nebst 300.000 EUR Strafe so, wie es Frankreich gemacht hat. Das wird es sehr bald auch in Deutschland und EU weit geben. Man arbetiet schon lange daran und ich begrüße Internetsperren ausdrücklich, damit Filesharer keine Chance mehr haben! Dantenschutz und Informationsrecht existiert nicht, das ist reines Wunschdenken! Fakt ist, das beides schon lange ausgehebelt wurde und Datenschützer null Einfluß auf irgend etwas haben. MFG AktionFürInternetSperren!
von: AktionFürInternetSperren
am: 15.12.2011 12:47
Kommentar #555
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von: RUBYSutton22
am: 09.12.2011 06:21
Kommentar #554
ich hallte nix und wieder nix von den sperren alleine durchdesen es verboten wird wird das ganz nur noch interesannter für dir leute und mahct es nur noch schlimmer http://www.youtube.com/watch?v=OwrMroEiHj0&feature=relmfu
von: klaas
am: 12.09.2011 18:42
Kommentar #553
Und weil's nicht so geklappt hat wie sich dass unsere unfähigen und beratungsresistenten Lobbypolitiker gedacht haben wollen sie es uns nun über EU-Gesetzte aufzwingen.

An alle Politiker die für die Sperren sind:

Sucht euch neue Völker die ihr verarschen könnt !
von: Michael Bohle
am: 13.12.2010 17:51
Kommentar #552
ich bin zwar erst 16 aber ich hoffe trotzdem das ich ernstgenommen werde xDD

@ hubert

ich möchte dich mal auf den link verweisen www.pcwelt.de

es ist kein problem auch für die die sich wenig auskennen mit dem medium internet diese sperren zu umgehen. man muss nur lesen können... und google weiß alles :D.
diese sperren bringen meiner meinung nach garnichts...

und das geht auch

@ Daniela aus Tübingen kinder werden doch trotzdem missbraucht egal ob da jetzt im internet eine sperre ist oder nicht. das problem wird doch nicht gelöst sondern man schaut nur weg nach dem motte was ich nicht seh geht mich nichts an... diese unmengen an geld wären besser angelegt in therapien für diese täter und auch für opfer. was bringt es wenn im internet so ein stoppschild ist und täter weiterhin kinder missbrauchen??? sorry aber aus meiner sicht nichts...
es veröffentlichen ja nur 1% der täter ihre taten im internet ... mir wär es lieber das alle länder zusammen gegen den missbrauch vorgehen und so auch die strafrechtlich verfolgt werden können die diese seiten von einem server im ausland anbieten.
von: Kevin
am: 07.12.2010 13:39
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