Ingrid Fischbach (CDU)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Ingrid Fischbach
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
25.06.1957
Berufliche Qualifikation
Lehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Herne
Wahlkreis
Herne - Bochum II
Ergebnis
26,8%
Landeslistenplatz
6, Nordrhein-Westfalen
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(...) Diese Regelung gilt für alle Arbeitnehmer, jedoch sind die Verträge, mit denen die Nutzung von Dienstwagen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im einzelnen geregelt werden, individuell ausgestaltet. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Sicherheit
27.09.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Fischbach,

demnächst soll über die Verlängerung der AKW-Laufzeiten entschieden werden. Ich stimme mit der Mehrheit der Bevölkerung überein, dass die Atomkraftwerke aus verschiedenen Gründen nicht sicher sind. Kinder, die im Umfeld wohnen, erkranken an Leukämie. Auch sind die Transporte des Atommülls ein enorm hohes Risiko. Und es gibt kein Lager, in dem dieser Müll einigermaßen sicher gelagert werden kann. Die Bevölkerung ist einem unermäßlichen Risiko ausgesetzt und das unnötiger weise, denn die Strom aus Atomkraftwerken kann durch andere umweltfreundliche Anlagen produziert werden. Die Energiekonzerne tragen bei der Herstellung von Atomstrom gar kein Risiko und sind auch für den Atommüll nicht verantwortlich. Sie fahren nur Gewinne in Millardenhöhe ein. Wer kann das verantworten? Ich würde gerne Ihre Einstellung dazu wissen und wie Sie vorhaben abzustimmen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ingrid Fischbach
1Empfehlung
01.10.2010
Ingrid Fischbach
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Email auf Abgeordnetenwatch.de. Hinsichtlich Ihrer Mehrheitseinschätzung möchte ich jedoch anmerken, dass CDU und CSU in ihrem Regierungsprogramm 2009 beschlossen hatten:

Die Kernenergie ist ein vorerst unverzichtbarer Teil in einem ausgewogenen Energiemix. Wir verstehen den Beitrag der Kernenergie zur Stromversorgung als Brückentechnologie, weil heute klimafreundliche und kostengünstige Alternativen noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind. Daher streben wir eine Laufzeitverlängerung der sicheren deutschen Anlagen an.

Unter anderem für diese Forderung haben wir zusammen mit der FDP bei den Bundestagswahlen eine Mehrheit von den Wählerinnen und Wählern erhalten. Mittlerweile liegt das Klimakonzept der Bundesregierung vor. Dabei wird auch in Zukunft auf erneuerbare Energien gesetzt. Bis 2020 soll der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch 35% betragen. Danach strebt die Bundesregierung folgende Entwicklung des Anteils der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch an: 50% bis 2030, 65% bis 2040 und 80% bis 2050. Mit dem geplanten Ausbau des Stromnetzes machen wir zudem einen wichtigen Schritt, um erneuerbare Energien auch flächendeckend in unserem Land einzusetzen.

Ihre Aussage, nur die Stromkonzerne würden durch eine Verlängerung der Laufzeiten Milliardengewinne einfahren, stimmt so nicht. Die geplante Kernbrennstoffsteuer und weitere Zahlungen der Kernkraftwerksbetreiber schöpfen den überwiegenden Teil der Zusatzgewinne ab und beugen damit einer wirtschaftlichen Besserstellung der KKW-Betreiber vor. Hinsichtlich der Verantwortungstragung ist festzuhalten, dass im Gesetzentwurf für ein Kernbrennstoffsteuergesetz eindeutig festgehalten ist, dass die Kosten der Errichtung, des Betriebs und der Stilllegung von Anlagen durch die Abfallverursacher der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand entsprechend ihres Anteils an der Abfallmenge refinanziert werden sollen.

Das Energiekonzept der Bundesregierung trägt der Tatsache Rechnung, dass Strom sowohl umweltfreundlich als auch bezahlbar sein muss. Es berücksichtigt weiterhin, dass für erneuerbare Energien bestimmte Stromnetze bereitgestellt werden müssen und dass die Gewinne aus der geplanten Laufzeitverlängerung nicht allein den Stromkonzernen zugute kommen. Natürlich würde ich mir wünschen, dass unser Land ganz ohne Kernkraft auskommen könnte. Solange es aber nicht realisierbar ist, halte ich den gefundenen Kompromiss für eine gute Lösung, dieses Ziel sicher zu erreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingrid Fischbach, MdB
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Frage zum Thema Umwelt
02.10.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Fischbach,

Ihr Argument bzgl der Laufzeitverlängerung der AKWs,
"weil heute klimafreundliche und kostengünstige Alternativen noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind." wird durch eine Bericht von Report Mainz widerlegt - Hier das Zitat:


"Wie die Bundesregierung sauberen Strom aus Norwegen blockiert

Norwegen könnte mit Strom aus Wasserkraft 60 europäische Atomkraftwerke ersetzen. Mehrere Firmen wollen ein erstes Kabel von Norwegen nach Deutschland verlegen, das Projekt NORGER. So könnte sauberer und billiger Strom (1.400 MW) in beide Richtungen fließen: Überschüssige deutsche Windkraft ließe sich in norwegischen Pumpspeicherkraftwerken speichern und bei Bedarf nach Deutschland zurückholen.

Doch es fehlt eine simple Verordnung um das Seekabel ans deutsche Netz anschließen zu können. Für das zuständige Bundeswirtschaftsministerium besteht "kein Änderungsbedarf". Der Bundesverband Windenergie sieht NORGER durch die Bundesregierung blockiert."

Meine Frage:
Bekomment Sie solche Informationen nicht oder ignorieren Sie sie?
Denn wenn der Bericht von Report Mainz stimmt, und die Regierung es will, können die AKWs in sehr kurzem Zeitraum still gelegt werden und eine Laufzeitverlängerung ist wirklich nur eine Gewinnmaximierung der Stromkonzerne.

Mit freundlichen Grüßen,
Norbert
Antwort von Ingrid Fischbach
bisher keineEmpfehlungen
04.10.2010
Ingrid Fischbach
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Email auf Abgeordnetenwatch.de. Ich freue mich sehr, dass Sie meine Antwort zum Thema "Energiepolitik" aufmerksam gelesen haben. Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung, dass im Moment klima- und kostengünstige Energiealternativen noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind und verweise auf meine Antwort vom 1. Oktober.

Mit freundlichen Grüßen

Ingrid Fischbach, MdB
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Frage zum Thema Sicherheit
25.10.2010
Von:
Dr.

Der ersehnte Abschalttermin von Biblis war so nahe.
Ich ahne es - in Biblis wird es zur Kernschmelze kommen - meine Kinder, die im
Plusenergiehaus aufwachsen werden mich fragen: müssen wir jetzt auch
sterben - wir nutzen doch die Sonnenenergie? -
Warum wollen Sie die Energiewende so weit hinausschieben? Es gibt
über www.100-GUTE-GRUENDE.de die AKWs schnell abzuschalten.
Bitte nennen sie mir Gründe für die Laufzeitverlängerung. Die Medien bringen keine
aktuell sinnvollen pro AKW-Argumente, sondern
nur alte wiederlegte wie notwendige Brückentechnologie bezahlbarer Strompreis für den Endkunden.

Zusätzlich erhoffe ich mir Antwort auf die Frage, wie viel es das
deutsche Volk kosten wird, wenn es sich mit der Nachfolgeregierung wieder für eine Annullierung der Laufzeitverlängerung entscheiden wird.

Es würde mich sehr freuen, wenn sie auf meine Fragen eingehen würden.

PS: wussten Sie, dass Terroristen nicht mal ein Passagierflugzeug brauchen um z.B. in Biblis einen Reaktor zu knacken, ein Militärjet ja sogar eine panzerbrechende Waffe reicht schon aus.


Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ingrid Fischbach
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29.10.2010
Ingrid Fischbach
Sehr geehrter Herr Dr. ,

vielen Dank für Ihre Email vom 25.10. auf Abgeordnetenwatch.de, in der Sie Stellung zu der geplanten Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke in Deutschland nehmen.

Ich bin nicht Ihrer Ansicht, dass die Argumente für eine Laufzeitverlängerung wiederlegbar und nicht sinnvoll sind. Als Abgeordnete des Deutschen Bundestages erhalte ich ebenso Schreiben, in denen sich die Verfasserinnen und Verfasser für eine Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten aussprechen, damit für sie Energie auch künftig z.B. noch bezahlbar bleibt. Das von Ihnen bestrittene Argument der Brückentechnologie verfängt letztendlich doch, denn die künftig benötigten Energiemengen können im Moment nicht allein durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Die Bundesregierung strebt in der gewonnenen Zeit auch weiterhin den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien an, dieser Prozess muss jedoch im Zusammenspiel mit der Nutzung anderer Energiegewinnungsformen erfolgen. Das Energiekonzept der Bundesregierung zeigt zum ersten Mal seit langem eine ideologiefreie, an der Machbarkeit orientierte Möglichkeit für die Umstellung hin zu erneuerbaren Energien auf. Es stellt nach meiner Ansicht einen ausgewogenen und tragfähigen Plan dar, die Energie in unserem Land auch künftig sicher, sauber und bezahlbar gewinnen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Ingrid Fischbach, MdB
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Frage zum Thema Atomausstieg bis 2022
07.09.2011
Von:
Max

Sehr geehrte Frau Fischbach,

Sie sitzen für meinen Wahlkreis im Bundestag, daher eine Frage an Sie:
Sie haben im Jahre 2010 bei der Abstimmung zum Thema "Verlängerung von AKW-Laufzeiten" mit "JA" gestimmt; zudem schreiben Sie am 1.10.2011 in der Antwort einer Frage auf dieser Plattform:

"Natürlich würde ich mir wünschen, dass unser Land ganz ohne Kernkraft auskommen könnte. Solange es aber nicht realisierbar ist, halte ich den gefundenen Kompromiss für eine gute Lösung, dieses Ziel sicher zu erreichen."

Trotz dieser deutlichen Aussagen stimmten Sie in der Abstimmung zum Thema "Atomausstieg bis 2022" mit "JA".

Wie kommt es, dass es plötzlich "realisierbar ist", "ganz ohne Kernkraft" auszukommen?
Wieso soll dies ein knappes 3/4 Jahr vorher nicht realisierbar gewesen sein?
Gab es innovative Forschungsergebnisse die ich nicht mitbekommen habe?

Ich bin sehr verwundert über dieses Aussagen und Ihr Abstimmungsverhalten!

Grüße aus Bochum.
Antwort von Ingrid Fischbach
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09.09.2011
Ingrid Fischbach
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihren Beitrag auf Abgeordnetenwatch.de zur Energiewende. Ich habe das Energiekonzept 2010 der Bundesregierung unterstützt, weil auch dieses einen Ausstieg aus der Kernenergie vorsah. In diesem Rahmen war die Kernenergie als Brückentechnologie vorgesehen, um Zusatzgewinne abzuschöpfen und in den Ausbau der erneuerbaren Energien zu investieren. "Nicht realisierbar" war zu diesem Zeitpunkt eine Stromversorgung unseres Landes komplett ohne den Beitrag der Kernenergie – an diesem Zustand hat sich übrigens bis heute noch nichts geändert.
Nach der Reaktorkatastrophe in Japan ist dieses Konzept des Ausstiegs aus der Kernenergie weiterentwickelt worden. Wir haben uns dabei auf risikoärmere Alternativen konzentriert und den Zeitplan für den Ausstieg beschleunigt. Nach dieser Neuvornahme der Risikogewichtung ist die "Brücke" der Kernenergie nunmehr kürzer geworden, unser Land ist aber auch heute noch auf diese Art der Energiegewinnung angewiesen.
Mit dem 2011 verabschiedeten Energiekonzept ist nunmehr ein festes Ausstiegsdatum ins Gesetz geschrieben worden. Das Ziel, welches ich in meiner Email vom 1. Oktober 2010 beschrieben habe, ist momentan zwar immer noch nicht realisierbar, jedoch ist eine unumkehrbare Entwicklung dahin eingeleitet worden.

Mit freundlichen Grüßen
Ingrid Fischbach, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
10.09.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Fischbach,

werden Sie einer Erweiterung des Euro-Rettungsschirms zustimmen und wie begründen Sie Ihre Entscheidung? Für eine baldige Stellungnahme wäre ich dankbar.

Schöne Grüße
Antwort von Ingrid Fischbach
bisher keineEmpfehlungen
14.09.2011
Ingrid Fischbach
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Email auf Abgeordnetenwatch.de. Ich werde im Deutschen Bundestag für eine Erweiterung des Rettungsschirmes stimmen, diesem Entschluss ging jedoch ein langer Prozess des Abwägens und langer und intensiver Diskussionen voraus.

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 7. September hat mir die Entscheidung erleichtert, nach dem Karlsruher Richterspruch sind strenge, an Bedingungen geknüpfte Finanzhilfen an notleidende Euro-Staaten mit unserer Verfassung vereinbar. Aber eben auch nur dann, wenn das Parlament ausreichend beteiligt wird. Nur wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, kann ein europaweiter Konsolidierungskurs eingeschlagen werden und können notorische Defizitsünder auch sanktioniert werden.

Die einzelnen Raten der Kredite an Griechenland können zudem nur nach eingehender Prüfung durch Experten der Europäischen Kommission, der der EZB und des IWF ausgezahlt werden. Eine Politik der Blankoschecks wird es somit nicht geben. Die Auflagen, die Griechenland erfüllen muss, sind zwar hart, aber sie ermöglichen eine Chance für tiefgreifende Veränderungen in Wirtschaft und Verwaltung. Und nur damit wird es auch gelingen, das Land wieder auf einen Konsolidierungskurs zu bringen.

Ich weiß, dass es im Moment nicht populär sein mag, diesen Standpunkt zu vertreten – nach Abwägung der in Frage kommenden Argumente aber komme ich zu meiner Entscheidung der Zustimmung. Keiner der Gegner hat ein Gegenkonzept vorgestellt. Die Konsequenzen einer Verweigerung für eine Erweiterung des Rettungsschirms ohne eine schlüssige Antwort auf die dringenden Fragen sind meiner Meinung nach fatal, nicht nur für die Zukunft Europas, auch für Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen
Ingrid Fischbach, MdB
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