Sehr geehrter Herr

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vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich des Berliner Flugblattes "BIG Partei gegen Schulfach "schwul"".
Leider muss ich Ihnen vorab widersprechen, da es sich dabei nicht um eine "homophobe Kampagne" handelt. Die BIG Partei steht für Vielfalt, betrachtet Unterschiedlichkeit als ein schützenswertes und wichtiges Potenzial der Gesellschaft und tritt entschieden gegen Diskriminierung ein. Menschen dürfen nicht aufgrund von Herkunft, Alter, Geschlecht, religiöser Überzeugung, körperlichen Fähigkeiten oder der sexuellen Orientierung benachteiligt werden. Gerne wiederhole ich das Zitat unseres Berliner Direktkandidaten Prof. Dr. Ismail Özkanli in dem von Ihnen angesprochen Artikel: "Wir sind überhaupt nicht gegen Homosexualität. Ganz im Gegenteil.".
Die Aktion richtete sich daher keineswegs gegen Homosexuelle, sondern gegen die Politik des Berliner Senats. Eine Aufklärungskampagne, in der LehrerInnen u.a. über Dark Rooms (ein dunkler Raum, in dem anonymer Sex betrieben wird) informieren sollen, lehnen wir strikt ab. Diese Themen verunsichern SchülerInnen eher, als dass sie als eine konstruktive Aufklärung zu betrachten sind, und sollten in der Schule nicht vermittelt werden. Weiterhin betrachten wir es als sinnlos, wenn SchülerInnen in spielerischer Form Begriffe wie "Selbstbefriedigung" darstellen sollen. Dadurch wird das Thema ins Lächerliche gezogen und somit kontraproduktiv. Wenn so etwas sogar schon SchülerInnen in der 1. Klasse beigebracht werden soll, wie die B.Z. berichtete, ist die Idee mehr als abwegig:
www.bz-berlin.de
Vor allem das Elternhaus ist gefragt, ihre Kinder in den Bereichen Liebe, Sexualität und Zusammenleben aufzuklären.
Gerne würden wir Initiativen, die in Bonn sexuelle und psychologische Aufklärung und Beratung anbieten, stärker unterstützen. Daher hat die BIG-Gruppe gemeinsam mit der LINKEn in der Ratssitzung im Juli den Antrag (
www2.bonn.de ) eingebracht, die gesamten Einnahmen aus der so genannten Sexsteuer der Produktgruppe "Gesundheitsförderung" zuzuschreiben, aus der auch Gelder für die privaten Initiativen fließen. Leider haben die Ratsmehrheit aus CDU und Grünen sowie die anderen Fraktionen dagegen gestimmt. So werden die Gelder von Prostituierten, die sich in der Regel in äußerst schwierigen Lebensverhältnissen befinden, für das Stopfen von Haushaltslöchern genutzt, ohne dass eine adäquate Gegenleistung für die hilfsbedürftigen Frauen angeboten wird.
Über weitere Lösungsansätze und Wege, die gegen die Diskriminierung und für den Schutz von Minderheiten dienlich sind, würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Hülya Dogan