Hermann Josef Scharf (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Hermann Josef Scharf
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Kaufmann im Groß- und Außenhandel
Ausgeübte Tätigkeit
Geschäftsführer der Lebenshilfe für geistig Behinderte
Wohnort
-
Wahlkreis
Sankt Wendel
Ergebnis
37,2%
Landeslistenplatz
4, Saarland
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Frage zum Thema Bürgerrechte
12.09.2005
Von:

1. Welchen Beruf üben Sie zurzeit aus?
2. In welchen Vorständen, Aufsichts-, Verwaltungs- oder Beiräten oder sonstigen Gremien eines Unternehmens, einer Vereinigung oder einer Körperschaft beliebiger Rechtsform sind Sie tätig (Tätigkeiten und Funktionen mit Vergütung, Aufwandsentschädigung o. ä. sowie ehrenamtliche Tätigkeiten und Funktionen)?
3. Werden Sie, wenn Sie in den 16. Bundestag gewählt werden, Ihren Beruf weiter ausüben, wenn ja in welcher Form?
4. Werden Sie als Bundestagsabgeordnete/r zu Beginn der 16. Legislaturperiode der unveränderten Übernahme der vom 15. Deutschen Bundestag am 30. Juni 2005 geänderten und verschärften Verhaltensregeln zustimmen?
Antwort von Hermann Josef Scharf
3Empfehlungen
13.09.2005
Sehr geehrter Herr Alt,

diese Fragen haben sie mir bereits am 05. August 2005 gestellt und sie wurden von mir auch beantwortet.

Diesen Antworten habe ich nichts hinzuzufügen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Hermann Scharf
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Frage zum Thema Arbeit
13.09.2005
Von:

SOLIDARITÄT FÜR NEUE ARBEITSPLÄTZE

Die Diskussion und Aktivitäten zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit drehen sich aus meiner Sicht bevorzugt darum, wie man den Druck auf Arbeitslose erhöhen oder es Unternehmern genehm machen kann, zusätzliche Leute anzustellen (ungeachtet der Frage, ob diese Unternehmen Sinnvolles produzieren). Den kurzfristigen wirtschaftlichen Zwangsbedingungen werden Kriterien der sozialen oder ökologischen Nachhaltigkeit meist untergeordnet. Verbleibende Arbeit soll eher von weniger Menschen geleistet, denn solidarisch auf mehrere Schulter verteilt zu werden (Arbeitszeiterhöhung). Insbesondere im Bereich globaler Umweltschutz und Entwicklung sind nach Wegfall u.a. der ABM-Maßnahmen Stellenkürzungen zu beobachten, welche die dringend gebotene Verstärkung der Aktivitäten in diesem Bereich (Ressourcenschutz, Klimawandel, Erossionsvermeidung, Waldzerstörung, etc) verhindern.

Als Beitrag zur Minderung der Arbeitslosigkeit und gleichzeitig der fortschreitenden globalen Umweltzerstörung will das Projekt ´Spenden für Jobs´ symbolhaft und solidarisch Zeichen setzen für Bewusstsein und Aufbruch.

Weitere Information: www.wald.org

Meine FRAGE: Ist Ihnen die Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes (und Finanzierung für 2 Jahre) im Bereich globaler Umweltschutz/nachhaltige Entwicklung eine Solidar-Spende in Höhe von EUR 250 wert?
Antwort von Hermann Josef Scharf
bisher keineEmpfehlungen
14.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

die CDU hat in Ihrem Programm zwei Schwerpunkte. Erstens: Die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Zweitens: Eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen junger Familien in unserer Gesellschaft. Diese beiden Hauptziele wollen wir erreichen unter strikter Achtung und Berücksichtigung anderer Politikfelder. So sind für uns die Umweltpolitik und die Wirtschaftspolitik auch keine Gegensatzpaare, sondern ergänzen einander.

Dazu hat die CDU auch in Ihrem Programm klar Stellung bezogen.

Wir stärken die Eigenverantwortung der Wirtschaft und er Bürger im Umweltschutz und die integrierte Produktpolitik in einem "Umweltpakt Deutschland" verankern.

Wir setzen auf nachhaltigen Naturschutz, der die Artenvielfalt bewahrt. Den kooperativen Naturschutz sowie den Vertragsnaturschutz entwickeln wir weiter, die Natura 2000-Richtlinie wird mit Augenmaß umgesetzt.

Wir geben den Interessen der Menschen an Arbeit in Planungsgesetzen und bei Ansiedlungsentscheidungen mehr Gewicht. Wir halten die Balance zwischen der Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen und dem wirtschaftlichen Wohlergehen der Menschen.

Wir forcieren die Anstrengungen zum nationalen und globalen Klimaschutz. Wir wollen die Klimaschutzvereinbarungen zur einer "Kyoto-PLUS-Initiative" weiter entwickeln, die im eigenen Land Treibhausgase effizienter als bislang reduziert, die flexiblen Klimaschutzmechanismen weiter ausbaut und auch die weltgrößten CO2-Produzenten sowie die Schwellen- und Entwicklungsländer einbindet. Mit der Gründung einer "Klima-Allianz Deutschland" wollen wir alle gesellschaftlichen Gruppen aus Umwelt, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in einen nachhaltigen Klimaschutz einbeziehen.

Wir ergreifen Initiativen für mehr Luftqualität und weniger Lärm durch aufkommensneutrale Förderung der Nachrüstung von Russpartikelfiltern und ein langfristiges "Lärmminderungsprogramm Deutschland 2030".

Doch ich will in diesem Zusammenhang nicht rein auf die Haltung meiner Partei verweisen.

Auch ich habe mich in meinem bisherigen Wirken stark dafür eingesetzt, das Arbeiten von Menschen in Einklang mit dem Schutz und er Wahrung unserer Natur zu bringen. So bin ich beispielsweise in das Projekt Wendelinushof in St. Wendel eingebunden, wo in einem integrativen Ansatz Behinderte und Nichtbehinderte Menschen zusammen arbeiten und voneinander lernen.

Behinderte und Nichtbehinderte stellen gemeinsam naturreine Lebensmittel und natürliche Produkte her - für mehr Lebensqualität. Auf dem Hof ist die Kette von Produktion, Verarbeitung und Verkauf intakt. Innerhalb des Konzeptes der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit sind die Arbeitsprozesse transparent. Die kurzen Wege gewährleisten die Frische und Qualität der Naturprodukte. Wir haben dort über ein zukunftsweisendes Wirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen hinaus eine Arbeits- und Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderung geschaffen, die vielen Menschen aus der Region eine Arbeit und Aufgabe gibt. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Einklang mit der Schöpfung war in meinem politischen und gesellschaftlichen Handeln nie ein Lippenbekenntnis. Ich habe stets dafür gekämpft dies auch umzusetzen.

Ihr Projekt Spenden für Jobs war mir bisher unbekannt. Ich wünsche diesem aber in Ihrem Sinne viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Hermann Scharf
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Frage zum Thema Außenpolitik
13.09.2005
Von:

SOZIAL-ÖKOLOGISCHE KRITERIEN BEI HERMESBÜRGSCHAFTEN

Die Bundesregierung versichert mit den sogenannten Hermesbürgschaften versichert Exporte deutscher Unternehmen in Entwicklungsländer gegen politische und wirtschaftliche Risiken. Zahlt der Empfänger die Ware nicht, entschädigt die Bundesregierung das Unternehmen und rechnet dem Empfängerland den Betrag einschließlich Zinsen als Schulden an. Im Jahr 2000 wurden Bürgschaften in Höhe von 19,5 Mrd Euro vergeben.

Die Bundesregierung vergibt immer wieder Bürgschaften für höchst fragwürdige Projekte, darunter Atomkraftwerke, Pipelines und Großstaudämme, die häufig im Zusammenhang mit großflächiger Naturzerstörung, Vertreibungen und Menschrechtsverletzungen genannt werden.

Meine FRAGE: Sind Sie der Meinung und werden Sie sich dafür einsetzen, daß bei der Vergabe dieser Bürgschaften in einer transparenten Weise angemessene soziale und ökologische Kriterien erfüllt sein müssen, die die beschriebenen Missstände verhindern?
Antwort von Hermann Josef Scharf
bisher keineEmpfehlungen
14.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage hinsichtlich sozial-ökologischer Kriterien bei der Vergabe von Hermesbürgschaften. Die so genannten Hermesbürgschaften sind aus meiner Sicht richtige und wichtige Instrumente sowohl zur Förderung der deutschen Wirtschaft als auch der Entwicklungshilfe. Sie weisen zu Recht darauf hin, dass die Vergabepraxis der Rot-Grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Schröder und Außenminister Fischer zum Teil sehr zu kritisieren ist. Meiner Meinung nach sollten die Vergaberichtlinien für Hermesbürgschaften nach einem Regierungswechsel in Deutschland überprüft und gegebenenfalls optimiert werden. Ziel muss es sein, dass durch die Vergabe von Hermesbürgschaften die deutsche Wirtschaft und die nachhaltige Entwicklung in Ländern der so genannten Dritten Welt gefördert wird und gleichzeitig humane sowie ökologische Kriterien berücksichtigt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Hermann Scharf
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Frage zum Thema Wirtschaft
13.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Scharf,
es wird Sie sicher nicht wundern, wenn ich mit Ihrer Antwort bzgl. der von mir gestellten Fragen zur Korruption und deren Bekämpfung nicht zufrieden sein kann.
1. Ihre Feststellungen über den Zeitdruck, der sich durch die vorgezogenen Wahlen ergibt, ist jede Partei und auch der Wähler ausgesetzt, von einer politischen Oppositions- und Volkspartei muß allerdinmgs erwartet werden können, daß ein Wahlprogramm vorgelegt wird, das Antworten auf die anstehenden gesellschaftlichen Probleme gibt. Das gilt auch gerade für die Bekäpfung von Korruption, die Fälle haben derart zugenommen, daß wir nicht mehr weit von einer Bananenrepublik entfernt zu sein scheinen.
2. Unbeantwortet ist meine Frage nach der Umsetzung der UN-Konvention. Dies kann nur mit einer vorherigen Verschärfung des Gesetzes über die Abgeordnetenbestechung
geschehen.
3. Unbeantwortet ist meine Frage nach dem Gesamtkonzept für Bund und Land , etwa ein Zentralregister, wie es in andern ParteiWahlprogrammewn beschrieben ist.
4. Ein mündiger Bürger kann nur von seinem Recht auf Information Gebrauch machen, wenn alle Vorgäng transparent sind. Diese Transparenz ist die beste Abwehr einer Korruption.
5. Für Arbeitsplätze eintreten und die Rahmenbedingungen dazu verbessern ist angebracht, wenn aber auf der anderen Seite z.B. durch Korruption Arbeiutsplätze und ganze Betriebe vernichtet werden, muß dem begegnet werden.
6. Der gebotenen Kürze entsprechend, will ich es dabei belassen, und Sie noch um eine Stelllungnahme zu den Vorgängen um die Neustruktierung der Kliniken im Landkreis bitten, nachdem heute gemeldet wird:
" Der saarländische Landeschef der VerDi, Rolf Linse, vermute, dass die Privatisierung der Neunkircher Klinik nach parteipolitischen Gesichtspunkten und nicht nach sachlichen Erwägungen verlaufen sei, so das Saar-Echo. Durch die Vergabe an die Marienhaus GmbH habe der Landkreis einen Verlust von eine Million Euro verbuchen müssen."
Mit freundlichen Grüßen
T.D.
Antwort von Hermann Josef Scharf
bisher keineEmpfehlungen
14.09.2005
Werter Herr ,

es wird Sie sicher nicht wundern, wenn ich Ihnen sage, dass ich der Auffassung bin, dass das Wahlprogramm der Union, das einzige Programm einer Partei zur Bundestagswahl am 18. September ist, welches die wichtigen und richtigen Antworten auf die anstehenden gesellschaftlichen Probleme der Zukunft gibt.

Wie Sie meiner umfangreichen Antwort entnehmen können, haben wir uns im Saarland umfassend mit der Bekämpfung der Korruption auseinandergesetzt und dazu ein Bündel verschiedener Maßnahmen getroffen. Insofern beziehe ich mich auf mein vorheriges Schreiben. Ich lade Sie ein, die entsprechenden Richtlinien, Gesetze und Gesetzesentwürfe, die wir im Saarland gemacht haben, einzusehen. Sie werden sehen, dass die saarländische Landesregierung und die CDU-Landtagsfraktion, der ich als Abgeordneter angehöre, entschieden gegen Korruption und für Transparenz eintreten. Diese entschiedene Haltung will ich auch in Berlin weiter beibehalten.

Was die Regelungen in Bezug auf die Abgeordneten angeht, so haben wir übrigens gerade heute im Plenum in fraktionsübergreifender Zusammenarbeit mit Stimmen von CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in erster Lesung einen Gesetzesentwurf behandelt, mit dem Abgeordnete künftig ab 250,00 Euro ihre Nebeneinkünfte veröffentlichen müssen. Ein Verstoß gegen diese Bestimmung wird künftig auch entsprechend sanktioniert.

Was das Saarland anbetrifft, sehe ich in Sachen Korruptionsbekämpfung derzeit keinen weiteren Handlungsbedarf. Auf Bundesebene werden wir nach dem 18. September 2005 die Gesetze erlassen, die unser Land wieder nach vorne führen. Seien Sie sicher, dass für CDU und CSU dazu auch die Bekämpfung von Korruption zählt. Wie ich Ihnen schon antwortete untergräbt Korruption das Vertrauen in die Integrität und die Funktionsfähigkeit des Staates und verursacht darüber hinaus - wie sie richtig erkennen - erhebliche volkswirtschaftliche Schäden. Dieses werden wir keinesfalls hinnehmen. Dazu muss dies nicht auch noch im Wahlprogramm stehen.

Was die Äußerungen des saarländischen Verdi-Chefs Linsler zur Entscheidung in der Neunkirchener Krankenhausfrage anbelangt, so muss ich Ihnen ebenso deutlich mitteilen, dass es sich dabei um einen allzu durchsichtigen Versuch handelt, bewusst oder unbewusst die Öffentlichkeit durch das Weglassen wichtiger Zusammenhänge zu täuschen oder aber um die Unfähigkeit, wesentliche Zusammenhänge gesundheitspolitischer Entscheidungen sachlich richtig einzuordnen.

Mit der Entscheidung des Kreistages, der Marienhaus GmbH den Zuschlag zum Kauf der kreiseigenen Klinikgesellschaft zu geben, sind die Krankenhausstandorte im Landkreis sowohl in Ottweiler als auch in Neunkirchen dauerhaft gesichert.

Linsler hat wohl übersehen oder will nicht wahrhaben, dass zum Angebot der Marienhaus GmbH auch der Neubau eines Krankenhauses in Neunkirchen-Kohlhof gehört, der unter anderem die hoch sanierungsbedürftige Kinderklinik ersetzen soll. Immerhin ein Investitionsvorhaben in einer Größenordnung von 27 Millionen Euro mit entsprechender Wirkung auch auf den regionalen Arbeitsmarkt.

Die Tatsache, dass Sie diese Entscheidung eines demokratisch legitimierten Gremiums mit Korruption in Verbindung zu bringen suchen, verwundert doch sehr und stößt nicht auf Verständnis meinerseits.

Abschließend gestatten Sie mir noch eine Bemerkung zu dem von Ihnen benutzten Begriff "Bananenrepublik".

Es gibt sicher Fälle von Korruption in unserem Lande. Jeder Fall ist ein Fall zu viel!!!

Damit wird Deutschland aber noch lange nicht zur Bananenrepublik!

Hermann Scharf
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