Henning Otte (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Henning Otte
© Laurance Chaperon
Jahrgang
1968
Berufliche Qualifikation
Reserveoffizier, Sparakassenkaufmann, Studium der Rechtswissenschaft in Hamburg
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bergen
Wahlkreis
Celle - Uelzen , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
44,2%
Landeslistenplatz
19, Niedersachsen
(...) Die Wehrpflicht garantiert eine schnelle Aufwuchsfähigkeit und eine solide Basis an Reservisten. (...)
 
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Frage zum Thema Wirtschaft
16.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Otte,
wie ist es möglich. dass Lobbyisten einen größeren Einfluss auf die Politik haben als die Bürger? Ich schätze, dass es ungefähr 10 000 Lobbyisten in Berlin gibt, Ihnen stehen mehrere Millionen Bürger gegenüber, die die Abgeorneten gewählt haben um die interessen eben dieser Bürger zu vertreten. Aber dennoch werden ständig ehemals gute Gesetzesvorhben (z.B. im Verbraucherschutz) durch intensive Lobbyarbeit verwässert und die Interessen der Unternehmen bleiben gewahrt. Es wäre jetzt müßig einzelne Beispiele aufzuzählen. Finden Sie nicht auch, dass das Macht und Einflussverhältnis eine eklatante Schieflage hat? Wie ist es zu erklären, dass Abgeornete immer wieder den Einflüsterungen der Lobby erliegen? Ist es mittlerweile nicht so, dass nicht der Souverän, das Volk, vertreten durch Abgeordnete, die Politik beeinflusst sondern die Lobby, die ständig auf den Abgeorneten einwirkt? Zu diesem Themenkomplex hätte ich gern von Ihnen eine Antwort.
Freundlichst
Antwort von Henning Otte
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24.09.2009
Henning Otte
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Lobbyismus.

Das Herantragen von Interessen an Abgeordnete - in ihren Wahlkreisen wie am Sitz des Bundestages - gehört zu unserer parlamentarischen Demokratie. Parlamentarische Entscheidungen, in denen es um diese Interessen geht, sind nachvollziehbar. Dafür sorgt die Vielfalt der Beteiligten an den politischen Entscheidungsprozessen: Fraktionen und Koalitionskreise, Parlament und Fachausschüsse, öffentliche Anhörungen, Beiräte, Sachverständige sowie unterschiedlichste - auch gegensätzliche - Interessenvertreter bis hin zum Bundesrat und dem Vermittlungsausschuss. Sie verhindern die Durchsetzung einseitiger Interessen zu Lasten des Gemeinwohls. Deshalb bin ich auch nicht der Auffassung, dass das Macht und Einflussverhältnis von Lobbyisten gegenüber Abgeordneten eine wie Sie schreiben "eklatante Schieflage hat".

Mit freundlichen Grüßen

Henning Otte
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Frage zum Thema Außenpolitik
18.09.2009
Von:

Guten Tag,

wie stehen Sie zur Wehrpflicht ? Sind sie der Auffassung das Sie gerecht und foerdernt ist?
Stehen Sie auch auf der Position das die Gleichberechtigung gegeben ist , da Frauen Kinder bekommen ?

Was halten Sie von der Frauenquote ?

Bitte senden Sie mir nicht den Standart CDU Text - sondern Ihre Meinung!

MFG

(Zivildienst schon laengst absolviert - und nicht vergessen !)
Antwort von Henning Otte
bisher keineEmpfehlungen
24.09.2009
Henning Otte
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zur Wehrpflicht.

Die Union gibt in ihrem Regierungsprogramm 2009-2013 "Wir haben die Kraft - Gemeinsam für unser Land" ein deutliches Bekenntnis zur Wehrpflicht ab. Claire Marienfeld, die ehemalige Wehrbeauftragte, hat in diesem Zusammenhang einmal gesagt: Es besteht kein Grund zur Sorge, dass sich die Streitkräfte bei der Abschaffung der Wehrpflicht von der Gesellschaft entfernen. Nein, aber umgekehrt ist die Gefahr groß, dass sich die Gesellschaft von ihren Streitkräften entfernt. Das lehrt uns die Erfahrung, die in anderen Staaten, in denen die Wehrpflicht außer Kraft gesetzt bzw. abgeschafft wurde, gemacht werden musste. Aus dieser Erfahrung sollten wir lernen, statt die gleichen Fehler zu machen, die in anderen Ländern begangen wurden. Ohne die Allgemeine Wehrpflicht würde zudem eine entscheidende Rekrutierungsbasis für den Nachwuchs an geeigneten Zeit- und Berufssoldaten wegbrechen. Vor allem jedoch ist die Wehrpflicht nach wie vor sicherheitspolitisch notwendig. Sicherheitspolitische Lagen können sich schnell ändern. Die Wehrpflicht garantiert eine schnelle Aufwuchsfähigkeit und eine solide Basis an Reservisten. Außerdem sind die Wehrpflichtigen für den Heimatbetreib der Bundeswehr wichtig. Durch sie werden die Auslandseinsätze in der jetzigen Form erst möglich.

Es besteht kein Zweifel, dass wir die Wehrpflicht fortentwickeln müssen, um sie an die heutigen Herausforderungen anzupassen. Die grundsätzliche Notwendigkeit der allgemeinen Wehrpflicht hingegen ist aus meiner Sicht unbestreitbar. In der nächsten Legislaturperiode müssen wir für mehr Wehrgerechtigkeit sorgen und die Wehrpflicht attraktiver gestalten. Z um Abschluss noch zwei Sätze zu den Kosten: Es würde nicht billiger, wenn wir eine Berufsarmee hätten. Schätzungen zufolge hätten wir maximal 180 000 bis 200 000 Berufssoldaten. Wie wollen wir dann die Stehzeiten im Ausland verkürzen und unseren Soldatinnen und Soldaten - darauf legen wir sehr großen Wert - einen Auslandsaufenthalt nicht erschweren? Reinhold Robbe, der jetzige Wehrbeauftragte, sprach davon, dass wir, wollten wir eine Berufsarmee unterhalten, 3 bis 7 Milliarden Euro zusätzlich aufwenden müssten.
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