Sehr geehrte Frau

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die von Ihnen genannten Argumenten gegen diesen Straßenneubau kann ich voll und ganz unterstützen und ich werde mich auch in Zukunft gegen den Bau bzw. Weiterbau der B 50 / Hochmoselübergang aussprechen.
Meine Fraktion und ich halten Deutschland straßenmäßig für erschlossen, so dass auf Straßenneu- und ausbau (bis auf wenige Ausnahmen) verzichtet werden kann und - angesichts der absehbaren Endlichkeit fossiler Rohstoffe - auch verzichtet werden muss. Auch aus Gründen der Klimagerechtigkeit, der sozialen Perspektiven und Nachhaltigkeit, vertrete ich nachdrücklich die Orientierung auf postfossile, solidarische Mobilitätsalternativen, bei der öffentliche Angebote, nichtmotorisierte Fortbewegung und die Entwicklung der Nähe im Zentrum stehen.
Nun zu Ihren konkreten Fragen:
Natürlich ist auch zum jetzigen Zeitpunkt eine qualifizierte Beendigung möglich. Nicht nur veränderte Rahmenbedingungen begründen dies, sondern auch der entstehende Schaden für diese einmalige Landschaft des Moseltals.
Im zur Zeit im Bundestag diskutierten Entwurf des Bundeshaushaltes 2011 sind für den Abschnitt B50a (Platten) - Zubringer B53 neu Kosten in Höhe von rund 182 Mio. € und für den Abschnitt Zubringer B53 neu - Zubringer B50a (Longkamp) 88,9 Mio. € vorgesehen, jeweils der Großteil ab 2012 und Folgejahre.
Aus einer Antwort des Bundesministers für Verkehr auf eine schriftliche Frage vom 2. Juni 2010 (Bt-Dr. 17/1918, S. 55/56 -->
dip21.bundestag.de ) geht hervor, dass eine erneute Kosten-Nutzen-Bewertung des Projektes auf Basis der aktuellen Kostenermittlungen und Verkehrsprognosen durchgeführt wird - zu erwarten ist aufgrund der Kostensteigerungen ein noch schlechterer Wert als die 3,4 aus dem Bundesverkehrswegeplan 1992. Da Verkehrsminister Ramsauer zu Anfang des Jahres aus Finanzgründen die Grenze für zu realisierende Projekte in der Nutzen-Kosten-Verhältnis bei mindestens 4 (also muss der Nutzen des Projektes mindestens das Vierfache der Kosten ausmachen) gezogen hat, wäre auch aus wirtschaftlichen Gründen ein Stopp nötig. Einklagbar ist diese Grenze allerdings nicht; es wird auch in vielen anderen Fällen dagegen verstoßen.
Es bedarf also möglichst schnell einer politischen Entscheidung, um Schaden von Landschaft, Umwelt und öffentlichen Haushalten abzuwenden. Da der Bundestag mit diesem Projekt nicht mehr befasst wird, sind meine Einwirkungsmöglichkeiten gering. Den Haushalt 2011 wird meine Fraktion auch aus diesem Grunde ablehnen.
Mein Büro gibt mit Kollegen vierteljährlich das "Verkehrspolitische Zirkular" heraus. Wir informieren darin über unsere Arbeit im Bereich der Verkehrspolitik. Bei Interesse senden wir Ihnen gerne Exemplare (oder auch regelmäßig) zu oder Sie finden es als download auf unserer Website:
www.linksfraktion.de
Mit freundlichen Grüßen
Heidrun Bluhm