Heide Rühle (GRÜNE)
Abgeordnete EU-Parlament 2004-2009
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Grunddaten
Heide Rühle
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Psychologin
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Baden-Württemberg
Bundeslistenplatz
3, über Liste eingezogen
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(...) Ihre Frage betrifft jedoch ganz konkret die Sozialgesetzgebung in Deutschland. Fragen zur deutschen Sozialgesetzgebung fallen in Deutschland in die Zuständigkeit der Bundesregierung, bzw. des Bundestages. Das Europäische Parlament kann hierüber nicht entscheiden. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
03.10.2008
Von:
-

Sehr geehrte Frau Abgeordnete Rühle,

Seid einiger Zeit, praktizieren vorranging Banken von Mitgliedsländern (Polen und Italien) folgende Praxis.
Sie wollen am Geldautomaten Geld holen, es erscheint in der Landessprache, ein hinweis ob sie einem wohltätigem Verband, etwas spenden wollen.
Nunmehr sollen sie den betrag eingeben und ihre Pin.
Sie erhalten eine Quittung aber kein Geld. Hinsichtlich, der Menge von Urlaubern eine in meinen Augen sehr arglistige Täuschung.
Der Tourist versteht meist die Sprache nicht, denk bei Banken bin ich gut aufgehoben, die betrügen ja nicht (gröhl). Gibt den betrag ein der abheben möchte und bestätigt.
Da ich nicht glaube, das Wohlfahrtsverbände mit solch einem offen sichtlich abzockenden Hintergrund, einverstanden sind, halte ich es für makaber.
Auch kann man diese Transaktion in nicht rückgängig machen.
Hier müßte die EU doch solches Vorgehen verbieten.
Anbei einen Hinweis meiner Sparkasse.

Nach Einführung Ihrer SparkassenCard erscheint an einigen Geldautomaten in Italien und Polen im Display die Frage (in der Landessprache, teilweise auch in Englisch), ob Sie zugunsten einer Hilfsorganisation spenden wollen. Es wird zunächst der Eindruck einer ganz normalen Bargeldauszahlung erweckt, durch Ihre PIN-Eingabe bestätigen Sie jedoch die Spende. Wenn Sie die Auswahl bestätigen, werden Sie zur Eingabe des Betrages und Ihrer Geheimnummer (PIN) aufgefordert. Anschließend erhalten Sie eine Spendenquittung - eine Bargeldauszahlung erfolgt nicht.
Eine Stornierung / Rückerstattung dieser gespendeten Beträge ist nicht möglich.
Bitte achten Sie daher sehr genau auf die Hinweise im Display. Bestätigen Sie keine Fragen, die Sie nicht verstehen. In diesem Fall empfehlen wie Ihnen die Transaktion abzubrechen und ggf. einen anderen Geldautomaten zu nutzen.

Ist ihnen diese Vorgehensweise der Banken bekannt, was wird getan um die EU-Bürger vor solch einem betrügerischem Vorgang zu schützen?
Antwort von Heide Rühle
7Empfehlungen
08.12.2008
Heide Rühle
Sehr geehrte Frau ,

diese Vorgehensweise war mir bisher unbekannt. Auch der Verbraucherzentrale ist diese Praxis bisher nicht auffällig bekannt geworden. Sie werden es aber noch mit den aktuellen Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen in den einzelnen Verbraucherzentralen sowie dem europäischen Dachverband besprechen. Wir haben außerdem auch die Kolleginnen und Kollegen aus Polen und Italien informiert und werden uns, sobald wir neue Informationen haben, wieder mit Ihnen in Verbindung setzen.

MitfreundlichenGrüßen

HeideRühle
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Frage zum Thema Gesundheit
12.12.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Rühle,

die Bestäuberinsekten sind in Gefahr durch neuartige Pflanzenschutzmittel / Pestizide (Neonicotinoide) und diese sind laut jüngeren offiziellen Untersuchungen auch bereits in Lebensmitteln zu finden. Honigbienen, Schmetterlinge und Wildbienen in Gefahr, der Verbraucher in Gefahr - was werden Sie unternehmen?

Die Honigbiene gilt als drittwichtigstes Haustier des Menschen. Der wirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung der Honigbienen und anderer Bestäubungsinsekten wird laut einer aktuellen Studie auf weltweit 153 Milliarden Euro errechnet. Siehe dazu die Studie von Josef Settele et al. Die Honigbienen existieren seit 45 Millionen Jahren auf diesem Planeten und der Naturhaushalt hat sich auf ihre Existenz eingestellt. Die Wichtigkeit der Honigbiene für den Menschen und den Naturhaushalt ist ohne Zweifel äußerst hoch.

Die Anzahl der gemeldeter Bienenschäden von 1960 an gingen von 350 im Schnitt der siebziger Jahre auf 80 Meldungen zurück, bis im Jahr 2008 die Zahl der gemeldeten Bienenschäden auf 11.500 Völker hochschnellte. Eine Steigerung von 14.375 %.

Diese Steigerung, die ohne Zweifel als Großschadensereignis zu bezeichnen ist, ist nicht einem Einzelfall zu verdanken, sondern ist auch in anderen Ländern (Italien, Slowenien und der Tschechei) in dieser Form aufgetreten.

Pflanzenschutzmittel reichern sich im Naturhaushalt und im Nahrungskreislauf des Menschen an. Das in Baden und Bayern das Bienensterben verursachende Mittel, Clothianidin, ist in der Schweiz bereits im zum Verzehr bestimmten Salat nachgewiesen worden, der aus Italien importiert worden ist. Neonicotinoide reichern sich im Boden an, dass zeigen Studien und die Praxis.

Die Agrarpolitik braucht eine Wende, um nachhaltige Schäden am Menschen und am Naturhaushalt abzuwenden. Demnächst wird es eine Abstimmung über die Pflanzenschutzrichtlinie im Parlament geben, die maßgeblich unser aller Zukunft bestimmen wird.

Wie werden Sie sich positionieren?

MFG
M.
Antwort von Heide Rühle
1Empfehlung
17.12.2008
Heide Rühle
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Das Parlament hatte in 1. Lesung im Herbst 2007 eine weitreichende Position verabschiedet, nach der Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen werden dürften, die für Bienen schädlich sind.

Dieses Verbot wurde von den EU-Agrarministern abgelehnt. Der Umweltausschuss des Parlaments bekräftigte seine Position allerdings im Herbst 2008, d.h. das Parlament fordert nach wie vor das Verbot von Pestiziden, die für Bienen gefährlich sind sowie von immuno- und neurotoxischen Stoffen.

Derzeit befinden sich Parlament, Rat und Kommission in sogenannten Trilogverhandlungen, um eine Einigung über das Dossier zu erreichen. Die Verhandlungen sollen bald zum Abschluss gebracht werden.

Die GRÜNEN fordern strenge Regeln für Pflanzenschutzmittel, denn dadurch ist eine Wende in der Landwirtschaft möglich, weg von der intensiven Nutzung von Pestiziden, weg von Mitteln, die für andere Organismen schädlich sind, hin zu gesünderen Lebensmitteln.

Weitere Informationen finden Sie in meiner Antwort an Herrn Kugler: www.abgeordnetenwatch.de

Mit freundlichen Grüßen
Heide Rühle, MdEP
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Frage zum Thema Internationales
29.12.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Rühle,

soweit mir bekannt ist, hat das EU-Parlament beschlossen, dass ab 2009 der Import von Katzen-und Hundefellen in die EU verboten sein soll. Mich würde das Abstimmungverhalten im Parlament interessieren: Welche Fraktion(en) hat/haben gegen ein solches Verbot gestimmt?
Wie bewerten Sie die Ausnahmeregelungen von diesem Verbot?
Gibt es Gespräche mit Ländern wie China zum Thema Tierschutz?

Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Heide Rühle
3Empfehlungen
16.01.2009
Heide Rühle
Sehr geehrte Frau ,

zum 31.12.2008 ist tatsächlich die Verordnung über das Handelsverbot von Katzen- und Hundefellen in Kraft getreten, über die das Europäische Parlament im Juni 2007 mit einer breiten Mehrheit über die Fraktionen hinweg abgestimmt hat. Auf Druck von uns Günen und zahllosen Bürgerinnen und Bürger, die sich mit Unterschriftenaktionen und Petitionen Gehör verschafft haben, konnte dadurch endlich - wenn auch zu spät - der grausame Handel mit Hunden- und Katzenfellen gestoppt werden. Dieses Verbot umfasst den Import, den Export und den Verkauf entsprechender Felle, sowie von Produkten, die solche Felle enthalten. Ich habe mich in den Parlamentsverhandlungen als Grüne Schattenberichterstatterin für diese Verordnung stark gemacht, da Vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern beim Kauf von Produkten wie Tierfiguren, Stofftieren, Kleidungsstücken oder Schlüsselanhängern häufig gar nicht bewusst war, dass dafür Hunde- und Katzenfelle verarbeitet und Millionen von Katzen und Hunden unter grauenhaften Bedingungen gehalten und getötet wurden

Das Europäischen Parlament eine von der EU-Kommissionen vorgeschlagenen Ausnahmeregelungen abgelehnt. Diese sahen vor, solche Felle auszunehmen, die von Tieren stammen, die nicht zum Zweck der Fellgewinnung gehalten werden und als solche gekennzeichnet werden. Des Weiteren Felle, die bei Reisen als persönliche Gegenstände oder Haushaltsgegenstände mit sich geführt werden. Doch diese Ausnahmen wurden zum Glück vom Parlament einhellig abgelehnt, wodurch Schlupflöcher für möglichen Missbrauch verhindert werden konnten.

Mit China finden aktuell keine offiziellen und direkten Gespräche zum Thema Tierschutz statt. Deshalb ist es auch besonders wichtig, dass die Verordnung in Kraft getreten ist: wir haben keinen direkten Einfluss auf die Haltung der Tiere in China, außerdem wurden oft Katzen- und Hundefelle ohne oder unter falscher Kennzeichnung auf den Markt gebracht. Deswegen ist es das Beste, diese Felle auf dem europäischen Markt komplett zu verbieten.

Mit freundlichen Grüßen

Heide Rühle
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
11.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Rühle,

welchen Gaul reitet eigentlich die EU, dass man jetzt die Verpackungsstandards für Lebensmittel "dereguliert", wie ich dieser Tage aus den Nachrichten hören musste. Warum macht die EU das? Warum habe ich davon vorher nichts gelesen? Warum fragt man hier nicht die Bürger? Ich kenne wirklich niemanden aus meinem Bekanntenkreis der das befürwortet. Hat hier die Verpackungs-Lobby ihre Hand im Spiel, dass dieses Gesetz so heimlich eingeführt wird? Hat die EU eigentlich nichts wichtigeres zu tun als uns Bürger mit solchen Gesetzen zu schickanieren. Ich bin wirklich nicht EU-feindlich eingestellt, aber wenn ich solche Nachrichten höre (es gibt ja noch viele andere Beispiele) kann ich verstehen warum viel EU-Bürger überhaupt nicht mehr wählen gehen. Wenn die EU nur noch Gesetze macht um EU-Parlamentarier nicht arbeitslos zu machen führt das meiner Meinung nach immer mehr Richtung Absurdistan.

MfG
R.
Antwort von Heide Rühle
3Empfehlungen
16.04.2009
Heide Rühle
Lieber Herr Reinhard,

ich kann Ihren Unmut schon verstehen, ich habe mich auch gefragt, warum dieses Thema nun so wichtig ist. Für Kommissar Verheugen war die Deregulierung der Verpackungsverordnung ein zentraler Baustein des Bürokratie-Abbaus, jedenfalls hat er das gegenüber dem Europaparlament so vertreten.

Sein Argument war, dass mit der Lockerung der Vorschriften mehr Packungsgrössen auf den Markt kämen, die besser auf die Bedürfnisse der Verbraucher zugeschnitten sind, beispielsweise mehr Packungen für Single-Haushalte bzw. Kleinfamilien. - In diesem Punkt muss ich ihm auch Recht geben.

Die Gefahr, dass die Lockerung der Vorschriften zu mehr Mogelpackungen führen könnte sah Verheugen nicht, sein Gegenargument, das schliesslich die Mehrheit im Parlament auch überzeugt hat, war dass der Handel ja den Grundpreis (per 100 g oder per kg) auszeichnen müsse und die Käufer so jederzeit kontrollieren könnten (Preisangabenverordnung). Nun hat die Preisangabenverordnung leider eine Lücke, sie greift nicht beim Stückpreis und es wird auch nur unzureichend festgeschrieben, dass die Preisangaben leserlich sein müssen. Gerade für ältere Menschen - zu denen ich mich inzwischen auch zählen muss - ist die Auszeichnung oft zu klein und unleserlich, ohne Lesebrille geht garnichts.

Es ist leider wie bei vielen Aktionen des sog. Bürokratie-Abbaus - auf allen Ebenen - viel heisse Luft.
Wir führen hier leider eine ideologische und keine pragmatische Debatte, denn auch der sogenannte Bürokratieabbau verwässert nicht nur Standards, er führt nur allzuhäufig zu mehr Bürokratie - nur auf einer anderen Ebene, aber auch mit diesem Problem steht Europa nicht allein.

Mit freundlichen Grüssen

Heide Rühle
Member of the European Parliament
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
28.04.2009
Von:
Ute

Guten Tag Frau Rühle,

in Anbetracht Ihrer Antwort hier:

www.abgeordnetenwatch.de

würde ich vermuten, dass Folgendes nicht mehr enthalten ist?
"Der Text, der statt dessen neu eingebracht wurde, besagt, dass die Breitbandanbieter dich über alle Beschränkungen bezüglich deiner Breitbandverbindung informieren müssen. Alternative Formulierungsvorschläge sprechen von "Bedingungen" (statt Beschränkungen) und es ist davon auszugehen, dass dir diese Bedingungen dann vorgeschrieben werden. Damit es gut klingt, wird auch von "Transparenz" gesprochen, während verschwiegen wird, dass das natürlich bedeutet, dass die Breitbandanbieter das Recht erhalten werden, deinen Zugang zu beschränken oder Bedingungen aufdrängen. Warum sollten sie auch sonst Bedingungen festlegen? Wenn das "Telecoms Package" (so heißt das, eine Übersetzung macht keinen Sinn) mit seinen geplanten Gesetzesänderungen beschlossen wird, werden diese Veränderungen kaum rückgängig zu machen sein."
siehe auch: www.blackouteurope.eu

Im Voraus danke für Ihre Antwort

mit freundlichem Gruß

Ute
Antwort von Heide Rühle
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02.06.2009
Heide Rühle
Liebe Frau ,

ich vermute, es geht Ihnen vor allem um die debattierten Internetsperren. In der letzten Plenarwoche wurde ein von den Grünen eingebrachter Änderungsantrag, der Internetsperren ohne vorherige richterliche Genehmigung verbietet, mit großer Mehrheit angenommen. Dieses Verbot würde, sollte der Ministerrat zustimmen, auch in Deutschland gelten. Der Grüne Änderungsantrag war ursprünglich schon in erster Lesung mit großer Mehrheit angenommen worden. Er sollte durch einen in diesem Punkt schwachen und unklaren Kompromissvorschlag, den die Berichterstatterin im Rahmen des sogenannten "Trilogs" mit dem Rat ausgehandelt hatte, ersetzt werden. Auf diesen Vorschlag spielt der von Ihnen zitierte Text an. Die Grünen haben aber erfolgreich alle Manöver innerhalb und außerhalb des Parlaments, eine Abstimmung über diesen Antrag zu verhindern, durchkreuzt.

Der von Ihnen zitierte Abschnitt spielt jedoch wahrscheinlich auf eine andere Angelegenheit an. Es geht dabei keinesfalls um Internersperren, sondern vielmehr um die Informationspflicht bei heimlichen und verdeckten Beschränkungen. Viele Telekommunikationsdiensteanbieter sperrten in der Vergangenheit bestimmte Dienste, wie Skype. Sie können sich vorstellen, dass ein Telekommunikationsdiensteanbieter, der auch Telefonanschlüsse verkauft, kein Interesse daran hat, seine Kunden mit einem Programm kostenlos telefonieren zu lassen. Die von Ihnen angeführte Informationspflicht ist also keineswegs Bestandteil irgendwelcher Einschränkungen, sondern ein Fortschritt für alle Verbraucher.

Mit freundlichen Grüßen

Heide Rühle, MdEP
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Ihre Frage an Heide Rühle
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