Harald Koch (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
11.09.1954
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ökonom
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Sangerhausen
Wahlkreis
Mansfeld
Ergebnis
35,2%
Landeslistenplatz
6, Sachsen-Anhalt
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(...) DIE LINKE begreift den demografischen Wandel nicht als Gefahr, sondern als Chance, um die Potenziale der SeniorInnen zukünftig stärker zu fördern und zu nutzen. Das Alter ist für uns ein Lebensabschnitt mit eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen, der nicht einfach auf Rente, Pflege oder Kosten reduziert werden darf und an dessen Mitgestaltung Seniorinnen und Senioren aktiv teilhaben sollen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Arbeit
26.07.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Koch,

die Bundesregierung hat die Einführung eines Mindestlohnes für Pflegepersonal beschlossen.
Wie erklären Sie den Unterschied von 1€ zwischen Ost und West ?

MfG
PS: Ich bin Elektriker
Antwort von Harald Koch
3Empfehlungen
10.08.2010
Harald Koch
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre konkrete Frage. Die von Ihnen angesprochene Unterscheidung nach Ost und West im Pflegemindestlohn ist völlig inakzeptabel und gehört meiner Meinung nach abgeschafft!
DIE LINKE will dafür sorgen, dass der unterschiedliche Mindestlohn Ost schnell auf Westniveau angehoben wird. Dieser Unterschied ist schon heute in Anbetracht der gleich schweren und aufopferungsvollen Pflegearbeit nicht zu rechtfertigen. Statt auf einen lückenhaften Flickenteppich unterschiedlichster Mindestlöhne zu setzen, fordert meine Fraktion DIE LINKE einen flächendeckenden, allgemeinen Mindestlohn. Die derzeitige Mindestlohnhöhe im Pflegebereich stellt die absolut unterste Grenze dar und schützt gerade mal so vor Dumpinglöhnen.

Der Unterschied von einem Euro zwischen Ost und West wird von den dafür politisch Verantwortlichen auf (vermeintlich) unterschiedliche Arbeitsproduktivität sowie Lebenshaltungskosten zurückgeführt; Erwägungen der sozialen Gerechtigkeit und das LINKE Ziel "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" spiel(t)en hier leider keine Rolle.
Pflege ist ein erfüllender, aber zugleich anstrengender und emotional belastender Beruf. Auch deshalb muss die Pflege meiner Ansicht nach anständig bezahlt und aufgewertet werden. Dafür kann nur ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 10 Euro pro Stunde sorgen.

Freundliche Grüße

Harald Koch
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Frage zum Thema Sicherheit
09.10.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Koch,

Sie sind Mitglied im Verteidigungsausschuss. Wann haben Sie das letzte Mal die Marine besucht?

Mit freundlichen Grüßen

P.
Antwort von Harald Koch
1Empfehlung
27.10.2010
Harald Koch
Sehr geehrter Herr ,

Seit Oktober 2009 bin ich als Politiker der Partei DIE LINKE. Mitglied des Deutschen Bundestages. Dabei bin ich ordentliches Mitglied des Finanz- und des Verteidigungsausschusses, darunter auch Mitglied des Kundus- Untersuchungsausschusses sowie stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

In meiner Funktion als Mitglied des Verteidigungsausschusses besuchte ich am 27. September dieses Jahres das Kommando der Spezialkräfte (KSK) in Calw. Dieser Besuch war schon lange geplant, verzögerte sich aber aufgrund aktueller Ereignisse.

Die Marine konnte ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter und speziell als Mitglied des Verteidigungsausschusses leider noch nicht besuchen. Jedoch habe ich Anfang September mit zwei Beigeordneten des Deutschen BundeswehrVerbandes vereinbart, in nächster Zeit unterschiedliche Standorte und Einrichtungen der Bundeswehr zu besichtigen. Darunter werden auch Einrichtungen der Marine sein.

Es ist mir sehr wichtig, dass ich mir diese Einrichtungen, über die wir im Bundestag debattieren und über deren Zukunft momentan entschieden wird, auch selbst anschaue, um mir ein Bild fernab von Hörensagen, Selbstdarstellungen der jeweiligen Einrichtungen und Presseberichterstattung zu machen. Dies hilft mir in meiner politischen Arbeit und trägt zu Meinungsbildungsprozessen bei.

Mit freundlichen Grüßen

Harald Koch, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
21.10.2010
Von:

Hallo Herr Koch,

wie ich gelesen habe, werden Sie am morgigen Freitag, den 22. Oktober in der Zeit von 10 bis 13 Uhr eine Bürgerrunde in Sangerhausen durchführen. Die Möglichkeit Ihnen als unseren gewählten Bundestagskandidaten unsere Fragen direkt zu stellen kann ich nur begrüssen. Ich frage mich allerdings warum die Bürgerrunde zu einer Sprechzeit festgelegt wird zu welcher Zeit "Otto Normalverbraucher" auf Arbeit ist um dort sein Lebensunterhalt zu verdienen. Die Uhrzeit wurde so ungünstig gewählt, das keine Möglichkeit besteht diese Gelegenheit zu nutzen um eine Frage direkt an Sie zu stellen.

Ich möchte daher diese Plattform nutzen und meine Frage an dieser Stelle an Sie stellen.

Am Sonnabend, den 16. Oktober war ich zur 7. Bundesweiten Montagsdemo in Berlin. Dort wurden bundesweit mindestens 102 Orte erfasst an denen Montagsdemos regelmäßig stattfinden. Nach meinen Informationen war Sangerhausen nicht dabei.

Frage: Gibt es in der von einer hohen Arbeitslosenquote gekennzeichneten Stadt Sangerhausen bereits eine Montagsdemo? Wenn ja, wird diese von der Partei DIE LINKE geführt oder unterstützt? Wann finden in der ehemaligen Bergarbeiterstadt Montagsdemos statt?

Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen im Voraus und freue mich auf eine baldige Antwort!

Mit solidarischen Grüssen
Antwort von Harald Koch
1Empfehlung
02.11.2010
Harald Koch
Lieber Herr ,

haben Sie Dank für Ihre Frage. Ich bedauere es, dass Sie nicht zu meiner letzten BürgerInnensprechstunde kommen konnten. Allerdings biete ich regelmäßig solche Sprechstunden in Sangerhausen, aber auch in anderen Orten meines Wahlkreises und im Harz-Kreis (Betreuungswahlkreis) an. Diese finden auch zu unterschiedlichen Zeiten statt, so dass auch Erwerbstätige direkt Fragen an mich stellen können. Daneben steht es allen Bürgerinnen und Bürgern frei, jederzeit mit Problemen, Kritik und Vorschlägen an mein Wahlkreisteam heranzutreten, das die Anliegen stets direkt an mich weiterleitet. Dies ist gerade in Zeiten von Sitzungswochen in Berlin sehr sinnvoll. Natürlich werde ich auch zukünftig versuchen, durch die Wahl meiner Sprechzeiten möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern eine Anlaufstelle und persönlichen Kontakt zu mir zu bieten.

Zu Ihrer Frage nach Montagsdemos in Sangerhausen: Zurzeit finden in Sangerhausen keine Montagdemos statt. Soweit ich weiß, sind auch keine geplant. Selbstverständlich würden solche Montagdemos von der LINKEN unterstützt werden. Es ist für mich auch rätselhaft, warum in einer doch von hoher Erwerbslosigkeit geplagten Region so wenig Bereitschaft besteht, für u.a. eine existenz- und teilhabesichernde, armutsfeste Mindestsicherung, für die Abschaffung von Hartz IV oder allgemein gegen Sozialabbau zu kämpfen. Dieses Phänomen beobachten wir aber auch, wenn wir zu anderen Veranstaltungen, Demos etc. mobilisieren. Dennoch werde ich niemals aufgeben, die Menschen zu motivieren und zu überzeugen, für ihre Rechte und für eine solidarische Gesellschaft sich zu engagieren und auch auf die Straße zu gehen. DIE LINKE wirbt immer für ein enges Zusammenspiel von parlamentarischer Arbeit und außerparlamentarischer, sozialer Bewegung - und fördert dieses auch. Für die außerparlamentarische Arbeit und nicht nur dafür ist uns jeder einzelne Mensch wichtig!

Mit solidarischen Grüßen
Harald Koch
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Frage zum Thema Umwelt
17.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Koch,

ist Ihnen bekannt, daß in der nächsten Sitzungswoche (24./25.2.2011) über den "Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Baugesetzbuchs - Beschränkung der Massentierhaltung im Außenbereich" (Drucksache 17/1582) abgestimmt wird? Durch diese Änderung soll in § 35 Absatz 1 BauGB klargestellt werden, dass Tierhaltung nur im Zusammenhang mit einem landwirtschaftlichen Betrieb genehmigt werden darf und damit die gewerbliche Tierhaltung nicht zu den im Außenbereich privilegierten Vorhaben gehören kann.
Ist Ihnen weiterhin bekannt, daß eine übergroße Mehrheit der Bevölkerung gegen industrielle Massentierhaltung ist? Werden Sie sich mit Ihrer Abstimmung nach der übergroßen Mehrheit richten?
Wenn nein, welche Gründe haben Sie dafür?

Mit freundlichen Grüßen
K.
Antwort von Harald Koch
1Empfehlung
28.02.2011
Harald Koch
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie Dank für Ihre Frage. Am Donnerstag, dem 24.02.11, hat der Bundestag den "Gesetzentwurf der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Änderung des Baugesetzbuches – Beschränkung der Massentierhaltung im Außenbereich" (Bundestagsdrucksache 17/01582) beraten und darüber in Namentlicher Abstimmung beschlossen. Die von den Grünen geforderte Namentliche Abstimmung zeigte die populistische Intention des Gesetzentwurfs und schadete der Ernsthaftigkeit der Debatte. Die aber ist vonnöten: Vielerorts gibt es Bürgerinitiativen gegen Bauvorhaben landwirtschaftlicher Betriebe. Insofern ist das Thema sehr sensibel und wird in vielen ländlichen Regionen ernsthaft wahrgenommen.

Das Ergebnis: 65 Abgeordnete stimmten dafür, 291 dagegen, 178 enthielten sich, damit wurde der Antrag der Grünen abgelehnt. Von der Bundestagsfraktion DIE LINKE stimmten zwei Abgeordnete für den Gesetzentwurf, 60 enthielten sich.

Der Gesetzentwurf der Grünen zielte auf vielerorts nicht mehr akzeptierte Bauvorhaben für Stallanlagen im Außenbereich. "Außenbereich" ist ein Begriff im deutschen Bauplanungsrecht. Neben dem Außenbereich gibt es den mittels Bebauungsplänen überplanten Bereich und den Innenbereich. Unter den Außenbereich fallen alle Grundstücke, die nicht im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplans liegen und die auch nicht zu einem im Zusammenhang bebauten Ortsteil (unbeplanter Innenbereich) gehören.

Die Zulässigkeit von Bauvorhaben im Außenbereich richtet sich nach § 35 Baugesetzbuch (BauGB). Zu unterscheiden sind grundsätzlich zwei Arten von Außenbereichsvorhaben: privilegierte und sonstige Vorhaben. Privilegierte Vorhaben, darunter insbesondere Bauvorhaben von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, sind im Außenbereich grundsätzlich zulässig, es sei denn, öffentliche Belange stehen ihnen entgegen. Der Gesetzgeber hat sie gewissermaßen planmäßig dem Außenbereich zugewiesen. Andererseits ist es Zielsetzung des Gesetzes, den Außenbereich grundsätzlich von nicht-privilegierter Bebauung freizuhalten und damit eine Zersiedelung zu vermeiden. Sonstige Vorhaben sind daher schon dann unzulässig, wenn öffentliche Belange beeinträchtigt werden.

Die Grünen kritisieren nicht zu Unrecht, dass sich industrielle Fleischproduktionsbetriebe das Privileg (§ 35 Absatz 1 Satz 1), das für landwirtschaftliche Betriebe gelten soll, zunutze machen. Es wird argumentiert, dass in Absatz 1 Satz 1 eine Begrenzung der Tierproduktion formuliert sei, da in landwirtschaftlicher Tierhaltung zumindest ein Teil des Futters auf betrieblichen Flächen erzeugt werde. Dies sei bei bodenunabhängiger, industrieller Produktion nicht der Fall. Ziel sei es, mit Änderung des Baugesetzbuchs nicht nur ungeliebte Stallanlagen für landwirtschaftliche Nutztiere zu verhindern. Der Antrag wird vielmehr noch als Kunstgriff verstanden, um eine ungewollte Agrarstrukturentwicklung insgesamt stoppen zu können.

Das aber kann eine Korrektur des Baurechts allein nicht leisten. In der Antragsbegründung der Grünen selbst heißt es, der Gesetzentwurf führe mitnichten zu einem Verbot von Massentierhaltung. Massentierhaltung könne auch in Zukunft insbesondere dort zulässig sein, "wo die Gemeinden entsprechende bauleitplanerische Entscheidungen treffen".

DIE LINKE lehnt in vielen Fällen Bau- und Investitionsanlagen für industriell dimensionierte Nutztierhaltung ab. Es hat sich auch gezeigt, dass die Möglichkeiten, solche vor Ort nicht gewünschte Anlagen zu verhindern, sehr begrenzt, wenn nicht unzureichend sind. Daher sind auch wir wie die Grünen der Überzeugung, dass Verbesserungen im Planungsrecht und in der Beteiligung Betroffener notwendig sind. Der einfach gestrickte Antrag der Grünen hilft dabei aber nicht wirklich weiter, da er über eine pauschale gesetzliche Regelung Bauvorhaben verhindern oder erschweren will. Aber nicht nur industrielle "Massentierhalter", auch "normale" landwirtschaftliche Betriebe haben oftmals Probleme in der Akzeptanz von neuen Anlagen im Außenbereich. Akzeptanzprobleme lassen sich aber generell nicht über den § 35 Baugesetzbuch lösen.

Die Grünen binden mit ihrem Gesetzentwurf die Bestimmung des Begriffs Massentierhaltung an § 35 Satz 1 Nummer 1 des Baugesetzbuches. Massentierhaltung wäre in der Logik des Gesetzentwurfs der Grünen demnach ausgeschlossen, wenn es sich bei dem Betrieb um einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb handelt. Sie verwechseln gewerbliche Tierhaltung mit Massentierhaltung und unterstellen, dass landwirtschaftliche Tierhaltung eben keine Massentierhaltung sei.
Das entspricht nicht der Realität: Natürlich kann es auch in landwirtschaftlichen Betrieben "Massentierhaltung" geben Und andererseits gibt es landwirtschaftliche Betriebe, die als starke Direktvermarkter mit Hofläden als Gewerbebetrieb definiert sein können, ohne Massentierhaltung zu haben (so z.B. auch Pferdebetriebe). Außerdem könnte der Außenbereich mir nichts dir nichts in Gewerbegebiet umgewidmet werden - dort könnte dann gewerbliche Tierzucht stattfinden.

Der Antrag zur Baugesetzänderung wurde als Schlag gegen die "Massentierhaltung" beworben. Doch die Grünen definieren den Gegenstand Ihres Missfallens nicht: Sie verraten uns nicht, was Sie unter Massentierhaltung verstehen. Das aber muss geklärt werden, bevor diesbezüglich etwas verboten, verhindert oder verändert werden kann. Massentierhaltung können wir definieren, regeln oder verbieten über deren Emissionen, über die Haltungs- und über die Arbeitsbedingungen. Massentierhaltung, industrielle Tierhaltung ist in erster Linie keine Frage des Baugesetzes, sondern des Bundesimmissionsschutzgesetzes, des Tier- und Naturschutzrechts. Massentierhaltung ist soziale, ökonomische Realität: Die Produktionskosten werden auf das absolute Minimum gedrückt. Die Arbeitsbedingungen werden verschlechtert. Kosten wie Umweltzerstörung, Krankheiten beim Menschen und das Leiden der Tiere werden systematisch ignoriert oder nach außen verlagert.

Massentierhaltung ist zugleich Geisteshaltung: Niemand will den Megastall vor der Haustür – aber fast alle wollen billiges Fleisch kaufen können. Die Produkte aus industrieller Tierhaltung werden allerdings unattraktiv, wenn die Kaufkraft steigt. Dies will DIE LINKE u.a. durch die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns und einer armutsfesten, sanktionsfreien sozialen Grundsicherung (Regelsatz von 500 Euro, Kindergrundsicherung etc.) erreichen. Die Schere zwischen Arm und Reich darf sich nicht weiter öffnen.

Gleichzeitig muss sich ein Bewusstseinswandel bezüglich unserer Ernährung und unserer Nahrungsmittelproduktion vollziehen. In den öffentlichen Debatten, die diesen Bewusstseinswandel begleiten, müssen viele Fragen geklärt werden, zum Beispiel diese: Ist ein Ökobetrieb mit 30 000 Legehennen in einer Stallanlage nicht auch schon ein Massentierhalter – aber ein von den Grünen akzeptierter? In vielen Regionen (Münsterland, Schwaben, Emsland) gibt es viele nach heutigen Maßstäben landwirtschaftliche Betriebe mit intensiver Tierhaltung in kleinerer Dimension. Ein Dorf in Westfalen mit 10 Betrieben mit jeweils 2000 Mastschweinen hat dann ebenfalls 20 000 Mastschweine, ebenso wie anderenorts ein einziger Betrieb auf gleicher Fläche. Handelt es sich in beiden Fällen um Massentierhaltung? In dem Bestseller "Tiere essen" von Jonathan Safran Foer konnten wir im letzten Jahr lesen: "Jahrtausendelang orientierten die Landwirte sich an den Zyklen der Natur. In der Massentierhaltung gilt die Natur als etwas zu Überwindendes."

Die LINKE und auch ich möchten eine Agrarwirtschaft im Einklang mit der Natur. Die Kriterien für eine akzeptable Tierhaltung können weder an der Zahl gehaltener Tiere gemessen werden noch daran, wo im Dorf die Ställe stehen. Tierhaltung, Futterversorgung, Düngerverwertung - also die sozial-ökologischen Auswirkungen der Tierhaltung sind aus Sicht der LINKEN wesentliche Kriterien für die Genehmigungsfähigkeit von Neubauprojekten. Das Genehmigungsrecht für das Bauen im Außenbereich zu ändern, bleibt eine dringende politische Aufgabe. Hier ist der Antrag der Grünen ein wichtiger Impuls. Er ist aber nicht geeignet, industrielle Tierhaltung zu verhindern.

In der Abstimmung hat sich DIE LINKE daher mehrheitlich enthalten, ich mich ebenfalls. Das detaillierte Abstimmungsergebnis finden Sie unter www.bundestag.de .

Ich hoffe, dass Sie unsere Standpunkte nachvollziehen können und danke Ihnen herzlich für Ihr Interesse an meiner und unserer Arbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Harald Koch, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
18.02.2011
Von:

Die Bürger sind aufgerufen am 20. März 2011 bei den 6. Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt zur Wahlurne zu gehen.

Angenommen ich möchte die sozialistische Partei DIE LINKE wählen. Außerdem möchte ich, das der MP Mitglied der Partei DIE LINKEN ist. Wo kann ich dann mein Kreuzchen machen?

Ich betone jedoch ausdrücklich, das ich nicht möchte, das das Mitglied der neo-liberalen Partei SPD Herr Jens Bullerjahn Ministerpräsident wird. Dieser hat jedoch bereits angekündigt, das es bei einer rot-roten Regierung mit ihm keinen Ministerpräsidenten der Partei DIE LINKEN geben wird. Nun ist eine absolute Mehrheit der LINKEN so gut wie ausgeschlossen. Wird sich DIE LINKE also von der SPD bevormunden lassen und auf einen eigenen MP verzichten? Ist DIE LINKE vielleicht sogar abhängig vom Wahlsieg der SPD?

Das Landeswahlgesetz von Sachsen-Anhalt läßt keine Listenbündnisse mehr zu. Außerdem dürfen auf den Listen einer Partei keine Mitglieder anderer Parteien kandidieren, egal, ob diese Parteien selbst antreten oder nicht. Versucht man hier neue Wege zu gehen?

Meine Frage: Ist es so, das wer DIE LINKE wählt, automatisch Herrn Jens Bullerjahn (SPD) zum Ministerpräsidenten wählt?
Antwort von Harald Koch
1Empfehlung
09.03.2011
Harald Koch
Sehr geehrter Herr ,

zu allererst ist es natürlich wichtig, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen und sich an der Wahl beteiligen. Wenn Sie möchten, dass der Ministerpräsident von der LINKEN gestellt wird, müssen Sie selbstverständlich das Kreuz bei der LINKEN machen. Je stärker DIE LINKE, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie den Ministerpräsidenten stellt. Nur wenn DIE LINKE hinter der SPD zurückbleibt, oder nur einen kleinen Vorsprung hat, besteht die Gefahr, dass die SPD darauf insistiert, den Ministerpräsidenten zu stellen. DIE LINKE wird sich gewiss nicht von der SPD bevormunden lassen. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass ich nicht den möglichen Verhandlungen vorweggreifen kann. Alternativ dient sich die SPD möglicherweise der CDU an, was auch nicht überraschend wäre, denn meiner Meinung nach ist die SPD nach wie vor nicht bereit, wenn es darauf ankommt, für einen Politikwechsel hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit zu sorgen und ein klares Bekenntnis gegen jede Art von Sozialabbau abzulegen. DIE LINKE hat einen klaren Standpunkt, sie ist regierungsfähig, und die Bürgerinnen und Bürger haben hohe Erwartungen an meine Partei. Eines ist klar: Wir dürfen diese Hoffnungen nicht enttäuschen und müssen einen Politikwechsel herbeiführen. Da, wie Sie schreiben, eine absolute Mehrheit der LINKEN unwahrscheinlich ist, ist sie bis zu einem bestimmten Grad schon auf ein ordentliches Ergebnis der SPD angewiesen, damit eine rot-rote Koalition in greifbare Nähe rückt. Aber ich kann Sie beruhigen: Mit der Wahl der LINKEN wird Herr Bullerjahn NICHT automatisch zum Ministerpräsidenten gewählt. Wenn Sie einen linken Ministerpräsidenten wollen, dann unterstützen Sie uns im Wahlkampf und mobilisieren Wählerinnen und Wähler. Denn soziale Politik gibt es in Sachsen-Anhalt nur mit der LINKEN!

Mit freundlichen Grüßen

Harald Koch
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