Sehr geehrter Herr

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vielen Dank für Ihre Anfrage. Es freut mich, dass Sie meine Aktivitäten hinsichtlich der Kohlendioxid-Endlagerung in den letzten Monaten wahrgenommen haben.
Zu Ihren Fragen:
1. Die Verpressung von Kohlendioxid birgt zahlreiche Risiken. Die Liste der Argumente gegen dieses Vorhaben ist lang: von der möglichen Verdrängung des tiefen Salzwassers in Grundwasserschichten, Leckagen, die nie mit Sicherheit ausgeschlossen werden können, und die Verhinderung der Nutzung von Erdwärme. Außerdem erfordern die Abspaltung und die Verpressung der Abgase einen enormen Energieaufwand und gehen damit zulasten des Wirkungsgrades der Kraftwerke. Ein weiterer kritischer Punkt ist die begrenzte Haftung des Betreiberunternehmens auf nur 30 Jahre, für die Folgekosten steht danach die Gemeinschaft ein. Für unsere Region wäre die Einrichtung eines CO2-Endlagers ein unkalkulierbares Risiko. Zudem bedeute dies für Brandenburg die Entwertung und Stigmatisierung eines ganzen Landstrichs.
2. Selbstverständlich behalte ich diesen Kurs bei. Ich vertrete meinen Wahlkreis und dessen Interessen. Letztlich ist es auch meine persönliche Überzeugung, die ich nicht aufgeben werde, denn als Bewohner und Unternehmer am Rande des Oderbruchs bin ich selbst betroffen.
3. Erst kürzlich habe ich den Solarpark Lieberose besucht. Die Fortschritte in der Solartechnik haben mich tief beeindruckt. Für die Energieversorgung im Land halte ich es für notwendig, den Aufbau eines dezentralen Netzes zu fördern und dabei einen ausgewogenen Mix aus erneuerbaren Energien zu nutzen. Dabei ist der Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen, aber auch der Geothermie und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe, beispielsweise in Verbindung mit Biogasanlagen, besonders voranzutreiben. Schon jetzt hat sich der brandenburgische Energiestandort durch erneuerbare Energien gut entwickelt und es entstanden viele Arbeitsplätze, etwa in der Solarbranche. Diese Entwicklung gilt es zu unterstützen und zu stärken.
Es wäre besser, Forschungsmittel, die aktuell für die Kohlendioxid-Abscheidung und -Verpressung ausgegeben werden, stattdessen in wirklich innovative Zukunftstechnologien zu investieren, um Deutschlands Vorreiterrolle auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln, unabhängiger von Energieimporten zu werden und unsere Energieversorgung für die Zukunft zu sichern.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg von der Marwitz