Gustav Herzog (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Gustav Herzog
Jahrgang
1958
Berufliche Qualifikation
Chemielaborant
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Kaiserslautern
Ergebnis
44,2%
Landeslistenplatz
5, Rheinland-Pfalz
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www.gustav-herzog.de
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Frage zum Thema Verteidigung
17.08.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Herzog,

als Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis 211 möchte ich von Ihnen wissen, wie Sie sich für den Erhalt des Munitionsdepot Kriegsfeld eingesetzt haben, oder ob Sie es eher freuen würden, wenn es keine militärische Einrichtungen am Donnersberg mehr gibt.

Weiter würde es mich interessieren welche Möglichkeit es gibt das Areal in einen zivilen Rahmen zu nutzen. Gibt es hier schon Ihrerseits oder Seitens der Bundesregierung Pläne, die bei einem Abzug der Bundeswehr greifen oder wird die Gemeinde Kriegsfeld mit den Problemen (amerikanische Altlasten, Gebäudeerhaltung usw.) alleine gelassen. Es würde mich freuen, wenn Sie mir auf die Fragen antworten würden.

Ihr

Antwort von Gustav Herzog
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19.08.2005
Gustav Herzog
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage und Ihr großes Interesse an diesem für die Region sehr wichtigen Thema.

Meine politischen Wurzeln liegen auch im Kampf gegen den Waffenwahnsinn des Kalten Krieges und somit auch gegen das US-Munitionsdepot in Kriegsfeld. Früher sind wir davon ausgegangen, dass dort auch Nuklearwaffen gelagert werden.

Mit Ende des Kalten Krieges und Abzug großer Teile der US-Streitkräfte haben wir in Rheinland-Pfalz große Konversionsanstrengungen unternommen. Es war und ist nach wie vor eine schwierige Aufgabe, den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze zu kompensieren und die vielen, frei werdenden Liegenschaften wirtschaftlich und sinnvoll zu verwerten. Ich selbst war damals als Kommunalpolitiker und Mitarbeiter von Horst Sielaff, MdB am sehr erfolgreichen Projekt der Wohnsiedlung Weierhof/Bolanden beteiligt.

Die Zeiten haben sich geändert und auch die Bundeswehr hat neue Ziele und Aufgaben sowie viele Umstrukturierungen in großen Teilen noch vor sich. Als Abgeordneter habe ich mich immer für sinnvolle Nutzungskonzepte eingesetzt und um Unterstützung geworben. Mit dem damaligen Verteidigungsminister Rudolf Scharping habe ich das Weierhof-Gymnasium, die benachbarten Liegenschaften und den "North-Point" besucht, um einerseits über den Stand der Dinge zu informieren und andererseits für die Problematik zu sensibilisieren.
Mein Engagement setzte sich mit Verteidigungsminister Struck fort, mit dem ich insbesondere um das Munitionsdepot Kriegsfeld Korrespondenzen geführt habe. Das Ausmaß meiner Bemühungen im Rahmen der Reform der Bundeswehrstandorte wurde von der Rheinpfalz Kusel sehr ausführlich dokumentiert, falls Sie dies nachlesen möchten. Schwerpunkt der Kuseler Berichterstattung war die Zukunft der Bundeswehrstandorte in Kusel und des Kreiswehrersatzamts Kaiserslautern. Nach meiner Kenntnis wird derzeit umfassend über die zivile Folgenutzung der Liegenschaften in Kriegsfeld beraten. Keinesfalls wird jedoch die Gemeinde Kriegsfeld belastet werden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass eine für alle Beteiligten tragbare Lösung gefunden wird, solange eine sozialdemokratische Bundes- und Landesregierung die Verantwortung trägt.

Mit freundlichen Grüssen aus dem Donnersberg

Gustav Herzog
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Frage zum Thema Verteidigung
23.08.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Herzog,

vielen Dank für die schnelle Antwort, doch leider ist sie für mich zufrieden stellend.
Zum einen ist es sehr interessant welche Erfolge es bei der Umstrukturierung der amerikanischen Liegenschaften es gibt, aber man kann den Weiherhof nicht mit den Depot Kriegsfeld vergleichen. Zum Einen liegt das Areal JWD von jeglicher Zivilisation, weshalb die Gebäude sich nicht für einen Wohnpark eignen, zumal es schon ein Überangebot von Wohnraum gibt. Zum Anderen stellen doch die Bunker das Problem dar, weshalb doch eine militärische Nutzung doch womöglich das Sinnvollste wäre, zumal sie ja laut Lagerkommandanten zu den Modernsten in der Bundeswehr gehören. Meine Fragen nun: In welchen Gremien wird das Problem diskutiert? Gibt es schon Nutzungskonzepte und wie würden diese Aussehen? Welch eigene Vorstellung haben Sie im Bezug auf das Depot?
Über eine weiter Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Gustav Herzog
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29.08.2005
Gustav Herzog
Sehr geehrter Herr ,

sehen Sie mir die Nachfrage nach, doch warum war meine erste Antwort "für Sie leider zufrieden stellend"?

Doch nun zu Ihren Anliegen. In meiner ersten Antwort habe ich keine Gleichsetzung von Wohnsiedlung und Munitionsdepot vorgenommen. Vielmehr habe ich auf meine Erfahrungen hingewiesen, die ich bei meinen bisherigen Einsätzen dieser Art sammeln konnte. Und dieser Erfahrungsschatz veranlasst mich auch, keinen unbegründeten Optimismus für eine nicht-militärische Folgenutzung des Munitionsdepots zu verbreiten. Im Rahmen der Umstrukturierung der Bundeswehr mit der Schließung einer Reihe von Standorten war die Schließungsabsicht für Kriegsfeld nicht auszuräumen. Hier war nicht die betriebswirtschaftliche Situation der Einrichtung entscheidend, sondern das Gesamtkonzept der Bundeswehr.

Nach meiner Kenntnis sind Landes- und Kommunalpolitiker längst vor Ort im Gespräch, um Nutzungskonzepte zu erörtern und Problemlösungen zu finden. Sobald hier konkrete landespolitische Aspekte auftreten, werde ich informiert.

Sehr geehrter Herr ,

offenbar sind Sie aus der Region. Deshalb biete ich Ihnen auch gerne ein
persönliches Gespräch an, um Ihre Fragen weiter zu vertiefen. Ich hoffe
auf Ihr Verständnis, wenn der Termin erst nach dem 18. September möglich
wird.

Mit freundlichen Grüssen

Gustav Herzog
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Frage zum Thema Verteidigung
04.09.2005
Von:

hallo herr herzog
was gedenken sie gegen den immer stärker werdenden fluglärm hier in otterberg und umgebung zu unternehmen?
wann wird die abflugroute über otterberg geändert?
mfg
kuno schmitt
Antwort von Gustav Herzog
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12.09.2005
Gustav Herzog
Sehr geehrter Herr ,

für Ihre Anfrage vielen Dank und bitte verzeihen Sie meine verspätete Antwort. Bis heute habe ich mich - leider vergeblich - bemüht, aktuelle Informationen für Sie zu erhalten.

Die Belastung durch Fluglärm ist ein dauerhaftes Thema in der Region und es gewinnt durch den Ausbau der Airbase Ramstein zunehmend an Bedeutung. Wie Sie aus unseren bisherigen Kontakten wissen, bin ich mit der Problematik sehr vertraut und engagiert, eine Schnittstelle zwischen den Verursachern und den Betroffenen darzustellen. Einerseits ist die Airbase Realität und als strategischer Standort notwendig und andererseits ist die Belastung der Anwohner so gering wie möglich zu halten. Hierzu bin ich in stetem Kontakt mit der Airbase und auf der Suche nach Lösungen für diesen Konflikt.

Seit einigen Tagen wird nun die neue Start- und Landebahn genutzt und bedauerlicherweise liegen derzeit noch keine verlässlichen Daten über die Nutzung der unterschiedlichen Flugrouten bzw. die Lärmausbreitung vor. Hierzu spielen auch die Windverhältnisse eine wichtige Rolle.

Ich bitte daher um Verständnis, wenn ich Ihnen zum heutigen Zeitpunkt keine verbindlichere Auskunft geben kann.

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Gustav Herzog
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Frage zum Thema Arbeit
06.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Herzog,

was möchten sie hinsichtlich der wenigen Arbeitsplätze in Rheinland Pfalz unternehmen?

Antwort von Gustav Herzog
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08.09.2005
Gustav Herzog
Sehr geehrter Herr Seller,

bevor ich auf Ihre Frage eingehe, möchte ich allgemein zum Komplex Arbeitsmarkt Stellung nehmen. Auf keinem Themenfeld ist die Bevölkerung so verunsichert worden, wie auf dem Gebiet des Arbeitsmarktes.


Niemand bestreitet, dass wir Probleme am Arbeitsmarkt haben. Aber Probleme werden nicht dadurch gelöst, dass man das Land schlecht redet, wie es CDU/CSU und FDP seit Jahren tun. Damit entmutigen sie die Menschen und schaden dem Wirtschaftsstandort Deutschland.



Eine ehrliche Analyse der wirtschaftlichen Lage in Deutschland macht deutlich, wie es wirklich um den Exportweltmeister Deutschland steht.

Tatsache ist,

  • dass die Arbeitslosenquote in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2004 niedriger lag als im Jahresdurchschnitt 1998, vor dem Antritt der rotgrünen Regierung. Dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil die wirtschaftliche Ausgangssituation seit 2001 deutlich schwieriger geworden ist, als in der Endphase der Kohl-Regierung;

  • dass im Jahresdurchschnitt 2004 fast eine Million Menschen mehr erwerbstätig waren als im Jahresdurchschnitt 1998. Die Erwerbstätigenquote ist von 63,8 % auf 64,3 % angestiegen

  • dass im August 1998 über 880.000 Menschen an den wichtigsten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen. Im August 2005 haben daran nur noch rund 248.000 Menschen teilgenommen, 632.000 Teilnehmer weniger als im Vergleichsmonat der Kohl-Regierung

  • dass unter Berücksichtigung dieser arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und des statischen Effektes durch Hartz IV (Aufnahme von etwa 380.000 erwerbsfähigen Sozialhilfeempfängern in die Arbeitslosenstatistik) zu einem solchen Katastrophenszenario, wie es die Opposition unverantwortlich herbeizureden versucht, überhaupt kein Anlass besteht. Ein nüchterner Blick auf die Zahlen belegt: Wir stehen mit rund 4,72 Millionen Arbeitslosen im August 2005 nicht schlechter da, als zu Zeiten der Kohl-Regierung mit rund 4,09 Millionen im August 1998. Im Gegenteil: Rund 38,96 Mio. Personen gehen derzeit (aktueller Stand: Juli 2005) einer Erwerbstätigkeit nach. Dies sind rund 1,3 Millionen Personen mehr als im entsprechenden Vergleichsmonat 1998. Dies schlägt sich deshalb auch in einer niedrigeren Arbeitslosenquote nieder: 11,4 % im August 2005 gegenüber 11,8 % im August 1998. Hier gilt: Ehrlichkeit schafft Gerechtigkeit!



Ungeachtet dessen steht jedoch fest, dass jeder einzelne Mensch ohne Arbeit zählt. Menschen, die eine Arbeit suchen, sollen auch eine finden. Ganz besonders jene, die in ihren Beruf einsteigen oder diejenigen, die von der Wirtschaft als Alteisen regelrecht ausgemustert werden. Junge Menschen brauchen Chancen und die Erfahrungen der Älteren dürfen nicht verloren gehen.



Nun zu Ihrer konkreten Frage:

Die Arbeitsmarktreformen auf Bundesebene, die mit Jahresbeginn 2005 in Kraft getreten sind beginnen nachweislich zu wirken. Ihre Umsetzung erfolgt in Rheinland-Pfalz vorbildlich, was sich anhand der Arbeitsmarktzahlen ablesen lässt. Im August 2005 waren in Rheinland-Pfalz rund 175.770 Menschen ohne Arbeit, die Arbeitslosenquote lag wie im Vormonat bei 8,7 Prozent. Damit liegt Rheinland-Pfalz deutlich unter dem Bundesdurchschnitt und dem Durchschnitt Westdeutschlands. Dieser gemäßigte Verlauf der Arbeitslosigkeit ist ein Merkmal für die in Fahrt kommende Arbeitsmarktreform. Jüngst wurde erstmals ein Vergleich der bundesweit 363 Arbeitsgemeinschaften durchgeführt. Hierbei zählten die rheinland-pfälzischen ARGEN mit zu den besten.



Ich selbst stehe in regem Kontakt zu den ARGEN und Beschäftigungsgesellschaften meines Wahlkreises und kann aus dieser Erfahrung, Qualifikation und Arbeit als unzertrennbares Paket bezeichnen. Qualifikation schafft und erhält Arbeit, schafft Wachstum und damit Arbeitsplätze. Neben einer guten und schnellen Arbeitsvermittlung liegt der Schlüssel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze darin, die Binnenkonjunktur anzuregen und zudem innovative Geschäftsfelder zu erschließen. Dahingehend tätigt die öffentliche Hand Investitionen, die nachhaltig Arbeitsplätze in sinnvollen Zukunftsbranchen schaffen. Neben der Verantwortung der freien Wirtschaft liegt die Verantwortung politischer Entscheidungsträger darin, der Wirtschaft ausreichend Raum zu geben und öffentliche Investitionen in beschäftigungsreiche Sektoren zu leiten. Dieser Verantwortung komme ich nach und setze meine Kraft zum Wohle des Landes und der Menschen ein.

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Gustav Herzog
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Ihre Frage an Gustav Herzog
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