Gudrun Kopp (FDP)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Gudrun Kopp
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
18.10.1950
Berufliche Qualifikation
Dolmetscherin, Übersetzerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB; Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Wohnort
Lage
Wahlkreis
Lippe I
Ergebnis
9,4%
Landeslistenplatz
5, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
(...) Ganz im Gegenteil: Die EM soll auf jeden Fall stattfinden! Sportler und Fans haben dies verdient. Jedoch dürfen Menschenrechtsverletzungen dabei nicht ignoriert werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Gudrun Kopp
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Finanzen
04.09.2011
Von:

Guten Tag Frau Kopp,

der vorab bekannt gewordene ESM-Vertragsentwurf bereitet mir Bauchschmerzen. Dieses neue Institut, dessen Vertreter ("Senat") völlig unbekannt sind, kann bei den EU-Mitgliedern beliebig hohe Beträge anfordern, die dann ohne parlamentarische Abstimmung a) zu zahlen sind und b) verwendet werden. Eine wirksame Kontrolle scheint es nicht zu geben, da das ESM nicht angeklagt oder verklagt werden kann.
Die hier:
www.youtube.com
gestellten Fragen mache ich mir zu Eigen. Ich bitte Sie um Ihre Stellungnahme zu den dort gestellten Fragen und appelliere an Sie, dem ESM-Vertrag so nicht zuzustimmen.

Mit freundlichen Grüße
Antwort von Gudrun Kopp
1Empfehlung
08.09.2011
Gudrun Kopp
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Nachricht. Der Vertragsentwurf für den ESM, der i.Ü. seit Monaten frei verfügbar ist, ist tatsächlich noch ein Entwurf. Daher werden natürlich noch viele Details verhandelt und geändert werden.

Für die FDP-Bundestagsfraktion ist dabei die Wahrung der Parlamentsrechte besonders wichtig. Das Recht, über Einnahmen und Ausgaben des Staates zu entscheiden, ist das Königsrecht des Parlaments. Es ergibt sich direkt aus dem Demokratiegebot, welches in Art. 20 Grundgesetz verankert ist.
Bei der Einrichtung des zukünftigen, dauerhaften Euro-Stabilisierungsmechanismus "ESM" drängt die FDP-Bundestagsfraktion auf ein Maximum an parlamentarischer Entscheidung. Wir wollen, dass alle Entscheidungen des ESM, die das Haushaltsrecht des Deutschen Bundestages berühren, durch einen strikten Parlamentsvorbehalt abgesichert und damit demokratisch legitimiert werden. Diese Position hat nun auch die Bestätigung im Urteil des Bundesverfassungsgerichts gefunden. Zukünftig wird jedes Hilfsprogramm einer vorherigen parlamentarischen
Zustimmung bedürfen. Damit wird die geplante Veränderung der Parlamentsrechte, auf die sich die Haushaltspolitiker der Koalition kürzlich geeinigt haben und die die FDP-Fraktion diese Woche zur Grundlage einer Zustimmung zur Veränderung des Rettungsschirms gemacht hat, vom Bundesverfassungsgericht eingefordert.

Zugleich warnt das Bundesverfassungsgericht davor, dass eine automatisch ablaufende umfassende Vergemeinschaftung von Schulden gegen das Grundgesetz verstoßen dürfte. Dadurch wird deutlich, dass Eurobonds zur Lösung des Problems nicht in Frage kommen - auch dies ist eine zentrale Position der Liberalen. Die FDP hat bisher verhindert, dass sog. "Eurobonds" beschlossen werden, die eine gesamtschuldnerische Haftung der Staaten der Eurozone für Schulden anderer Eurostaaten vorsehen. Es war keineswegs selbstverständlich, dass sich ein kleinerer Koalitionspartner in einem von 27 EU-Mitgliedstaaten bei den Verhandlungen auf europäischer Ebene soweit durchsetzen konnte.

Die FDP wird sich als Europapartei auch weiterhin mit aller Energie dafür einsetzen, dass die der Verschuldungskrise zugrundeliegenden Probleme gelöst und nicht auf die nächste Generation verschoben werden. Denn es ist keineswegs derjenige der bessere Europäer, der mit immer neuen Hilfsprogrammen die Solidarität der solider wirtschaftenden Länder überfordert und damit auch diese in den Abgrund der Überschuldung treibt, bis die Eurozone daran zerbricht. Daher setzen wir uns auf europäischer Ebene für eine erhebliche Stärkung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes ein. Wir werden auch weiterhin dafür kämpfen, dass die Steuerzahler trotz der Verschuldungskrise so wenig wie möglich belastet werden.

Die FDP ist und bleibt die Partei der Europäischen Integration und der Wirtschaftskompetenz. Gemeinsame Konzepte für stabilitätsorientierte Haushalts- und Wirtschaftspolitiken im Euro-Währungsgebiet sind die Grundlage dafür, Verschuldungskrisen einzudämmen und künftig zu vermeiden. Nur so können wir Europa gemeinsam erfolgreich gestalten, die Europäische Integration fortsetzen und verfestigen.

Das von Ihnen genannte youtube-Video ist mir bekannt; aber leider führt es in die Irre. Die plakative Darstellung komplexer Zusammenhänge verfälscht die Tatsachen. Ein Bericht auf Spiegel online geht genau darauf ein:
www.spiegel.de

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen natürlich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Gudrun Kopp
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Internationales
20.10.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Kopp

Meine Frage geht in Richtung der Entwicklungshilfepolitik Ihres Hauses.
Nach der Fusion der Organisationen GTZ,DED,Invent und CIM zum 01.01.2011 ist eine völlige Abkehr der traditionellen Aufgaben des ehemaligen DED zu beobachten. Nach 20 Jahren Tätigkeit an der Basis bzw. der Mikroebene der weltweiten Entwicklungzusammenarbeit, scheint dieses Instrument nicht mehr benötigt zu werden. Sie konnten sich selbst ein Bild machen im letzen Jahr in Mali - Bandiagara über die hervorragenden Leistung der EZ des ex DED und seiner Partner. Projekte werden überraschend eingestellt wie das von Ihnen Besuchte in Mali. Die Zahl der EH-Jahre ist um ca 30% zurückgefahren, Tendenz fallend, Stellenausschreibungen des GIZ/DED bzw. GIZ/CIM gibt es kaum noch.
Sehen Sie es als erfolgsversprechenden Weg an auf dieses Instrument zu verzichten und nur noch auf der Makroebene tätig zu sein? War es nicht die Intension Ihres Hauses durch die Entwicklungszusammenarbeit aus einem Guss die Kräfte zu bündeln und die zurecht bemängelte "Vielstimmingkeit" abzustellen.? Ich hege die Befürchtung und alles deutet darauf hin, dass bei dieser "Fusion" letzlich nur die GIZ/GTZ mit ihrem Makroansatz übrigbleibt was für mich eine diametrale Abkehr des bisherigen Ansatz der deutschen EZ bedeutet.
Antwort von Gudrun Kopp
bisher keineEmpfehlungen
03.11.2011
Gudrun Kopp
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 20.Oktober 2011 und Ihr Interesse an der Gestaltung der deutschen Entwicklungspolitik.
Auch mir ist es ein großes Anliegen, dass die von DED, CIM und InWEnt in die GIZ eingebrachten Instrumente nicht nur erhalten, sondern gestärkt werden. Es soll auf kein Instrument verzichtet werden. Dies war von vorneherein ein wichtiges Element der Reform auf Grundlage des Kabinettsbeschlusses.
Allerdings kommt es tatsächlich aufgrund der fusionsbedingten Umstrukturierungen innerhalb der GIZ und der Neukonzipierung der GIZ-Programme im Hinblick auf eine Integration der Instrumente der Technischen Zusammenarbeit zu einem vorübergehenden Rückgang bei den Entsendungen von Entwicklungshelfern. Dennoch werden wir auch in diesem Jahr voraussichtlich 1.120 "Entwicklungshelfer-Jahre" (gegenüber 1.136 in 2010) erreichen.
Die Optimierung der Strukturen schlägt sich natürlich auch in den Projekten vor Ort nieder. Im von Ihnen angesprochenen Kleinbewässerungsvorhaben im Dogonland – welches übrigens nur ein Teil eines nahezu landesweit tätigen Kleinbewässerungsprogramms ist – setzen wir allerdings weiter auf die jahrelang bewiesene erfolgreiche Zusammenarbeit von KfW und GIZ-Entwicklungsdienst (ehem. DED).
Wir werden künftig die Instrumente des ehemaligen DED noch mehr als bisher in den Bereichen einsetzen, in denen ihr komparativer Vorteil am größten ist. Der Mehrwert der zukünftigen Programmplanung liegt darin, alle Instrumente, auch die Entwicklungshelfer, systemisch integriert zum Einsatz zu bringen. Dies erfordert neue Programmierungsverfahren, die jetzt zunächst eingeführt und eingeübt werde müssen, um anschließend mehr Qualität und mehr Wirkung zu erzielen.

Freundliche Grüße

Gudrun Kopp
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Umwelt
25.10.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Kopp,

Ihre grundsätzliche Meinung zum Thema "Unterirdische Co2-Speicherung" habe ich gelesen und ihre Argumentation nachvollzogen. An dieser Stelle würde mich viel mehr interessieren, wie Sie dazu stehen, wenn eine unterirdische Co2-Speicherung im Rahmen von Testprojekten auch in der Region (Ostwestfalen-) Lippe vorgenommen werden würde?

Vielen Dank für Ihre Zeit und Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Gudrun Kopp
bisher keineEmpfehlungen
07.11.2011
Gudrun Kopp
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage.

Wie Sie bereits wissen, setze ich mich seit Jahren für die Erprobung der CCS-Technologie auch in Deutschland ein. Ganz klar ist für mich dabei, dass bereits in der Erprobungsphase strenge Sicherheitskriterien angelegt werden müssen. Bisher ist die unterirdische Einlagerung in Deutschland nur in einigen speziell geeigneten Regionen möglich, vor allem in Nord- und Ostdeutschland - wo die geologischen Bedingungen dafür erfüllt sind. Sind die geologischen Grundbedingungen erfüllt, ist zunächst zu klären, wo am sinnvollsten und sichersten CO2 testweise eingelagert werden könnte. Diese Entscheidung sollten Experten und Politiker unter Einbeziehung der Bevölkerung gemeinsam fällen.

Angesichts aktueller Rekordzahlen bei dem weltweiten Ausstoß von CO2 (laut einer Studie des US-Energieministeriums sind 2010 insgesamt 512 Mio. Tonnen mehr CO2 ausgestoßen worden als 2009; ein Plus von etwa 6%!), ist klar, dass sich weder Deutschland noch die Welt angesichts der internationalen Bemühungen für einen besseren Klimaschutz eine solche Technologiefeindlichkeit leisten können. Betrachtet man die großen Kohlevorräte und den rasch wachsenden Verbrauch aufstrebender Staaten wie China und Indien (beide Staaten decken zusammen etwa 25% der weltweiten förderfähigen Kohlereserven ab; China ist inzwischen der weltweit größte CO2-Emittent mit über 20% des globalen Ausstoßes) dann werden die großen Chancen der CCS-Technologie für das Weltklima deutlich. Wir können Ländern wie China und Indien nicht verbieten, ihre Ressourcen zu nutzen, um ihren Lebensstandard zu erhöhen und wirtschaftlich zu wachsen. Umso wichtiger ist es, die Chancen der CCS-Technologie jetzt nicht bereits im Keim zu ersticken. Wenn CCS im großen Maßstab funktioniert, kann CO2 aus der Kohleverbrennung unterirdisch gespeichert werden, anstatt die Atmosphäre zu belasten.

Und auch in Deutschland wird die Technologie gebraucht, wenn die Energiewende erfolgreich vollzogen werden soll. In Deutschland wird der Grundlast-Strom noch zu 40 Prozent aus Kohle produziert. Angesichts des hohen Anteils von Kohlestrom weltweit kann die CCS-Technologie für Deutschland zudem zum Exportschlager werden. Voraussetzung dafür ist zunächst einmal, dass der Weg frei wird für entsprechende Pilotprojekte.

Mit freundlichen Grüßen
Gudrun Kopp
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
13.01.2012
Von:

Guten Tag,

bitte, können Sie mir erklären, warum Parteiübergreifend und Medienübergreifend das SGB IV immer wieder als " Hartz IV " Gesetz bezeichnet und die Nutzer als Hartz IV Empfänger bezeichnet werden?

Der Namensgeber ist einschlägig vorbestraft !

Herzlichen Dank für Ihre Beantwortung meiner Frage.

Antwort von Gudrun Kopp
bisher keineEmpfehlungen
20.01.2012
Gudrun Kopp
Sehr geehrter Herr ,

die Vorschläge der Kommission "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt", die in Deutschland unter der Leitung von Hartz tagte und im August 2002 ihren Bericht vorlegte, wurden von den Medien als "Hartz-Paket" betitelt. Die einzelnen Maßnahmen des Pakets haben mit den Kurzbezeichnungen "Hartz I", "Hartz II", "Hartz III" und "Hartz IV" in Form von Neologismen Eingang in den deutschen Sprachgebrauch gefunden. Die offizielle Bezeichnung für "Hartz IV" ist jedoch nach wie vor "Viertes Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt".

Freundliche Grüße

Gudrun Kopp
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Frauen
16.01.2012
Von:

Sehr geehrter Frau Gudrun Kopp,

wie stehen sie persönlich zu dem Fall der enführten und offenbar getöteten Kurdin Arzu Özmen? Glauben Sie, dass wir in Deutschland die Unterdrückung von Frauen, besonders in Hinsicht von Zwangsheirat und Ehrenmorden bekämpfen können oder nur hilflose Zuschauer sind?

Setzen Sie ein Zeichen und nehmen Sie am Samstag, den 21.01.2012 beim Trauermarsch
für Arzu Özmen in Detmold teil.

Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Gudrun Kopp
bisher keineEmpfehlungen
20.01.2012
Gudrun Kopp
Sehr geehrte Frau ,

der tragische Tod und das Schicksal von Arzu Özmen macht uns alle tief betroffen.
Hintergründe und detaillierte Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen sind mir aktuell noch nicht bekannt.

Sie dürfen sicher sein, dass ich seit Jahren im Rahmen meines Amtes, meines Mandates und sehr persönlich für Menschenrechte und speziell für Frauenrechte weltweit und selbstverständlich auch in Deutschland eintrete. Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit sind unteilbar und nicht verhandelbar.

Freundliche Grüße sendet Ihnen

Gudrun Kopp
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Gudrun Kopp
  • Wurde Ihre Frage bereits gestellt?
    Durchsuchen Sie alle Fragen und Antworten in diesem Profil nach einem Stichwort:
  • Ihre Frage wurde bisher nicht gestellt?
    Geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten und Ihre Frage ein:
  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  
    An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen

    Die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse ist verpflichtend.
    Dies ist notwendig, um Sie über eine Antwort des Abgeordneten zu informieren oder bei Rückfragen kontaktieren zu können. Ihre E-Mail-Adresse wird weder an den Abgeordneten noch an Dritte weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist verpflichtend.
    Sie wird nicht veröffentlicht, aber an den Abgeordneten weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist optional.
    Sie wird nicht veröffentlicht und nur zur internen Verwendung bzw. für evtl. Rückfragen benötigt.

  • noch 2000 Zeichen

  • Folgende Felder wurden nicht ausgefüllt oder weisen Fehler auf:
    Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse und Wohnort

  • Ich erkläre mich mit der Veröffentlichung meiner Frage auf abgeordnetenwatch.de und mit der dauerhaften Archivierung im digitalen Wählergedächtnis einverstanden.
    Die Freischaltung von Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden.
    Ich habe den Moderations-Codex gelesen und sichergestellt, dass meine Frage nicht gegen diesen verstößt. Moderations-Codex aufrufen
    Falls meine Frage nicht freigeschaltet werden kann, werde ich darüber von einem Moderator informiert.
    Aus Gründen der Rechtssicherheit wird Ihre IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.