Gerd Brust (DIE GRÜNEN)

Angaben zur Person
Geburtstag
16.9.1951
Berufliche Qualifikation
Ingenieur
Ausgeübte Tätigkeit
Rentner
Wohnort
Köln
Von dem Erdkabel geht keine Gefahr aus für Anwohner in der Sebastianstraße. Es gibt kein Haus, welches durch das Kabel eine zusätzliche Magnetfeldbelastung von über einem Mikrotesla erfährt. (...)
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Frage zum Thema Umwelt
19.12.2012
Von:

Sehr verwundert bin ich darüber, auf der Webseite der GRÜNEN keinerlei Informationen über die Kerosin Katastrophe zu finden. Was wird denn von Seiten der GRÜNEN unternommen, um herauszustellen, inwieweit die Kölner Bevölkerung mit einer Kontaminierung des Trinwassers rechnen muss? Immerhin liegen in der von der Bez.regierung angegebenen Fließrichtung Nord-/Nord-Ost die Standorte der Wassergewinnungsanlagen für das Kölner Stadtgebiet. Hier verweise ich auf einen Artikel im KStA, in dem eine Bonner Wissenschaftlerin auf die Gefahren der wasserlöslichen Giftstoffe hinweist, die sich mit Fließrichtung des Grundwassers ausbreiten.Hier sei noch gesagt, dass ich seit fünf Wochen auf die Einstellung der Niederschrift aus der Unterausschutzsitzung Umwel und Grün warte. In dieser Sitzung sollte die Theamtik behandelt werden. Vielen Dank für eine kurzfristige Antwort.

Mit freundlichem Gruß,
Antwort von Gerd Brust
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20.12.2012
Gerd Brust
Sehr geehrte Frau ,

der Umweltausschuss der Stadt Köln hat schon im Frühjahr auf Vorschlag der grünen Vorsitzenden Sabine Müller die Fa. Shell besucht und sich vor Ort alles erklären lassen. Die Stadt Köln war aber durch diesen Schaden nicht direkt betroffen; auch das Trinkwasser von Köln ist nicht gefährdet. Da der Schaden südlich von Wesseling entstanden ist,das Grundwasser aber bei normalem Rheinpegel immer Richtung Rhein fließt, kann das Kerosin nicht bis zum Wasserwerk Hochkirchen gelangen. Es würde sowieso zuerst in dern werkseigenen Brunnen von Shell auftauchen. Da das Kerosin aber auch zähflüssiger als Wasser ist, wird es von dem Sand in der grundwasserführenden Schichtunter dem Leitungsleck festgehalten und dehnt sich nur langsam aus; sonst hätte es den Rhein schon lange erreicht. Bei einer weiteren Ausbreitung des Schadens wäre aber zumindest eine Verunreinigung des Rheins nicht auszuschließen. Deshalb ist es so wichtig, dass der Schaden sofort an Ort und Stelle und mit mehreren möglichst effizienten Förderbrunnen saniert wird, bevor sich das Kerosin noch weiter ausbreiten kann.

Nachdem auf Kölner Stadtgebiet (Godorf) weitere Leckagen bei Shell aufgetreten sind, haben wir Grünen im Umweltaussschuss eine Anfrage gestellt. Diese finden Sie auch heute noch auf unserer homepage: www.gruenekoeln.de
Vertreter der Fa. Shell sind daraufhin im November im Umweltausschuss erschienen und mußten sich unseren Fragen und der Kritik aller Parteien stellen. In der neusten Ausgabe unserer Fraktionszeitung (wird in wenigen Tagen freigeschaltet, können Sie auch kostenlos abonnieren) werden Sie zu den Störfällen einen Bericht unseres umweltpolitischen Sprechers Matthias Welpmann finden.

Ich hänge Ihnen den Artikel als Anhang an. Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie uns auch gerne anrufen. Was das fehlende Protokoll angeht, teilen wir Ihre Kritik. Angeblich schafft die Verwaltung es wegen Überlastung nicht schneller.

Ich wünsche Ihnen erholsame Feiertage.

Gerd Brust

Anhang:

Rathaus Ratlos Nr. 224 – Dezember 2012 – Newsletter Fraktion GRÜNE im Kölner Rat
Wie sicher sind Industrieanlagen in Köln und Umgebung?

Das Kerosinsee-Desaster

Anfang 2012 sind aus einem Loch in einer unterirdischen Rohrleitung der Shell-
Raffinerie in Wesseling mehr als 1 Mio. Liter Kerosin ausgetreten. Da es hier kein
modernes Leckagesystem gibt, blieb der Defekt an der Leitung etwa vier Wochen lang
unentdeckt. Im Oktober traten dann vier Schadensfälle im Godorfer Werksteil auf.
Seitdem fragen sich Anwohnende wie Fachleute, ob die Anlagen der Raffinerie und vor
allem die Sicherheitsstandards der zahlreichen Rohrleitungen eigentlich noch zeitgemäß
sind – und ob die Shell ihre Anlagen im Griff hat.

Chronologie
Am 25.02.2012 stellen Mitarbeitende der Shell beim Betrieb einer 70 Jahre alten, einwandigen Kerosinleitung zwischen einem Tankfeld und der Raffinerie in Wesseling Auffälligkeiten fest. Am 03.03.2012 wird schließlich ein 5 mm großes Loch in der Leitung entdeckt. Aus einer Abschätzung des Zeitraums errechnet ein Gutachter eine ausgetretene Kerosinmenge von 846 Tonnen. Bemerkenswert ist, dass das Alarmsystem eine Leckage erst bei mehr als 5.000 Litern pro Stunde anzeigt. Da in diesem Fall aber "nur" geschätzte 1.700 Liter pro Stunde austreten, fällt der Schaden erst durch die große Mengendifferenz nach mehreren Wochen auf. Nachdem der Kerosinschaden auf Wesselinger Stadtgebiet seit März 2012 untersucht wurde, sorgt Ende Oktober auch der Werksteil in Godorf für Schlagzeilen. Hier kam es am 02.10., am 10.10., am 19.10. und am 23.10.2012 zu Austritten von verschiedenen Kohlenwasserstoffen aus undichten Rohrleitungen. In dem gravierendsten Fall wurden etwa 3,3 Tonnen eines Produkts namens "Heartcut" freigesetzt, das zu 40 bis 60 % aus dem krebserregenden Benzol besteht. Der Schaden betrifft eine Stelle, die bereits 2006 eine Leckage aufwies und damals nur provisorisch mittels einer Reparaturschelle abgedichtet wurde. Auf eine dauerhafte Reparatur des Lecks hatte man sechs Jahre lang verzichtet.

Versäumnisse
Der Schadensfall in Wesseling, auch als "Kerosinsee" bekannt, wurde bereits im Februar entdeckt und seither mit Hochdruck untersucht - so jedenfalls der Tenor der offiziellen Verlautbarungen der Shell. Tatsächlich wurde die Ausdehnung des Schadens im Untergrund aber erst Ende November vollständig abgegrenzt. Der erste Sanierungsbrunnen ging erst Ende Juli in Betrieb, weitere drei sollen bis Anfang 2013 errichtet werden. Mit dieser ausgesprochen langwierigen Vorgehensweise bei der Eingrenzung und Sanierung des Schadens wurde nach Auffassung der GRÜNEN unnötig viel Zeit vertan. Insbesondere hätte durch einen sehr frühzeitigen Beginn der Förderung des Kerosins mit mehreren leistungsfähigen Sanierungsbrunnen die weitere Ausbreitung des Schadens im Boden verhindert bzw. verlangsamt werden können. Eine auf der Grundwasseroberfläche schwimmende Kerosinphase hat naturgemäß die Tendenz, sich räumlich auszubreiten. Heute ist bekannt, dass die betroffene Gesamtfläche tatsächlich etwa 42.000 qm beträgt. Zunächst hatte Shell eine aus heutiger Sicht grotesk unterschätzte Fläche von nur 120 qm genannt. Angesichts des Schadensausmaßes wird auch bei einem optimalen Verlauf der Sanierung eine erhebliche Menge des umweltschädlichen Kerosins im Boden verbleiben, die nur sehr langsam durch natürliche Prozesse abgebaut werden kann.

Konsequenzen
In Anbetracht einer Vielzahl von Industrieanlagen in Köln und Umgebung mit tausenden von Kilometern an Rohrleitungen stellt sich nun aus umweltpolitischer Sicht die Frage, ob die Vorgänge bei der Shell zufällige Ausnahmen oder doch eher typische Erscheinungen sind, die auf unzureichende Sicherheitsstandards oder mangelhafte Kontrollen zurückzuführen sind. Aus GRÜNER Sicht ist festzuhalten:
l Auch bei alten Leitungen ist die Nachrüstung moderner Leckagesysteme möglich, so dass auch geringe Undichtigkeiten schnell bemerkt werden können. Ob dies aber tatsächlich geschieht, ist bisher ins Ermessen des Unternehmens gestellt. Dies kann so nicht bleiben.
l Die bisherigen Prüfintervalle und das Verfahren bei Auffälligkeiten sind unzureichend.
So gab es an der schadhaften Kerosinleitung bereits 2008 Hinweise auf
einen Defekt des Korrosionsschutzes, denen aber seitens Shell offenbar nicht
weiter nachgegangen wurde – ohne ordnungsrechtliche Konsequenzen.
l Bei Neuanlagen wird heute der Stand der Technik gefordert, also z.B. Schutzrohre
um die Leitungen oder Leckagekontrollsysteme. GRÜNE fordern: Der jeweils aktuelle
Standard muss zukünftig auch auf alte Anlagen angewendet werden. Hierzu müssen
bundesrechtliche Regelungen verschärft werden.
l Die zuständigen Aufsichtsbehörden müssen personell und fachlich so aufgestellt
sein, dass sie die Vielzahl der komplexen Betriebe auch tatsächlich angemessen
überwachen können. Das MKULNV NRW hat bereits angekündigt, die Überwachung von
Rohrleitungen zukünftig zu intensivieren.

Letzte Meldung: Am 02.12.2012 kam es im Werksteil Godorf erneut zum Austritt eines
aromatenhaltigen Öl-Wasser-Gemischs aus einer Rohrleitung.

Matthias Welpmann
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Frage zum Thema Gesundheit
20.05.2013
Von:

Lieber Herr Brust,

Die RheinEnergie plant, unter dem Niehler Damm in wenigen Metern Abstand zu Wohnhäusern ein 380kV-Kabel zu verlegen. Es handelt sich dabei um eine Technik, die noch verhältnismäßig unerprobt ist. Problematischer als der technische Aspekt sind aber die Ergebnisse von ca. 20 internationalen wissenschaftlichen Untersuchungen, die auf einen Zusammenhang zwischen Magnetfeldern, wie sie von derartigen Kabeln verursacht werden, und dem Auftreten von Leukämie bei Kindern hinweisen.[1] Gerade weil die Zusammenhänge zwischen Magnetfeldern und Leukämie bei Kindern aber noch nicht geklärt sind raten sowohl die WHO als auch das Bundesamt für Strahlenschutz davon ab, derartige Leitungen in Wohngebieten zu verlegen. [2]

Sie sind im Aufsichtsrat der RheinEnergie. Auf verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen zur Problematik und auch als Antwort auf verschiedene Emails haben Sie geantwortet, dass die Politik keinen Einfluss darauf hat, welche Kabel von der RheinEnergie an welcher Stelle in Köln verlegt werden. Sie verwiesen u.a. auf einen Konzessionsvertrag der RheinEnergie mit der Stadt Köln, welcher der RheinEnergie eine Vollmacht zur Kabelverlegung auf Kölner Stadtgebiet einräumt. Daher habe ich zwei Fragen an Sie:
1. Glauben Sie, dass grüne Politik wirkungslos ist, wenn Wirtschaftsinteressen gegen Bürgerinteressen stehen?
2. Glauben Sie, dass eine politische Vertretung im Aufsichtsrat der RheinEnergie auch dann sinnvoll ist, wenn diese scheinbar unabhängig von politischen Prozessen Entscheidungen treffen kann, die Einfluss auf das Leben der BürgerInnen in Köln hat?

[1] www.bfs.de
[2] www.bfs.de
Antwort von Gerd Brust
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22.05.2013
Gerd Brust
Sehr geehrter Herr ,

zunächst zwei Richtigstellungen:

  • das zur Verlegung vorgesehene Kabel ist anders als Sie behaupten, sehr wohl erprobt. In Wien gibt es solche Kabel schon seit 1978. Auch in Kopenhagen, Berlin und anderen Städten gibt es Erfahrungen damit; auch sehr nahe an Häusern. Wenig erprobt ist die Technik nur bei Fernleitungen über lange Strecken. Sie haben aber Recht, dass Studien bisher die Gefahr von Leukämieerkrankungen zwar nicht belegen, aber auch nicht ausschließen konnten:
"Wie bei allen epidemiologischen Studien ist auch in diesem Fall eine Ursache-Wirkungs-Beziehung durch den beobachteten statistischen Zusammenhang nicht nachgewiesen. Ein biologischer Wirkungsmechanismus, der die Entstehung von Leukämie oder die Förderung des Wachstums von Leukämie-Zellen durch niederfrequente Magnetfelder erklären würde, konnte bisher ebenfalls nicht gefunden werden." (Zitat aus der von Ihnen angeführten Quelle: www.bfs.de ). In solchen Fällen, wo eine Gefährdung der Bevölkerung nicht ausgeschlossen werden kann, empfehlen Umweltämter die Einhaltung eines Vorsorgewertes, der bei 1% der gesetzlich erlaubten Werte liegt. Da 100 µT zulässlich sind, wären das am Niehler Damm 1µT. Die RheinEnergie hat sich mittlerweile, auch durch unseren Einsatz, bereit erkärt, dass Kabel, wenn es am Niehler Damm gelegt werden müßte, duch ein zusätzliches Stahlrohr so abzuschirmen, dass an den Außenwänden der Häuser 1µT nicht überschritten wird.

  • ich habe nie behauptet, "dass die Politik keinen Einfluss darauf hat, welche Kabel von der RheinEnergie an welcher Stelle in Köln verlegt werden." Wir haben gesagt, dass der Politik keine entsprechenden Vorlagen zur Abstimmung vorgelegt werden. In jeder Kommune ist das so, dass der jeweilige Versorger, der die Konzession zur Energieversorgung erhält, sich verpflichten muss, alle zur Versorgung der Bevölkerung notwendigen Kabel und Leitungen in eigener Verantwortung zu verlegen. Da in Köln jeden Tag irgendwo Leitungen oder Kabel verstärkt, verändert oder neu verlegt werden müssen, wäre es ja gar nicht möglich, in jedem Fall erst die ehrenamtlichen Politiker zu fragen.
Das heißt aber nicht, dass wir uns in besonderen Fällen (wie hier, wo ein Kabel mit einer besonders hohen Spannung verlegt werden soll), nicht doch informell oder auch notfalls formell im Aufsichtsrat einmischen könnten. Das haben wir ja auch getan. Unsere grünen Bezirksvertreter haben dazu in der BV eine aktuelle Stunde beantragt; ich habe auf der Bürgerversammlung erklärt, dass ich mich dafür einsetzen werde, dass eine Alternativtrasse genommen wird, falls diese machbar ist. In der letzten Woche hat sich auch unsere Ratsfraktion in einer öffentlichen Fraktionssitzung mit dem Thema beschäftigt.

Jetzt zu Ihren Fragen:

1.) Glauben Sie, dass grüne Politik wirkungslos ist, wenn Wirtschaftsinteressen gegen Bürgerinteressen stehen?

Es gibt hier keinen Gegensatz zwischen Wirtschaftlichkeit und Bürgerinteressen. Denn die RheinEnergie ist ein kommunales Unternehmen, gehört den Kölner Bürgern. Diese haben deshalb selber ein Interesse daran, dass die RheinEnergie wirtschaftlich arbeitet. Denn die Gewinne gehen nicht in private Aktionärstaschen, sondern damit werden kommunale Aufgaben, wie zum Beispiel der Betrieb der KVB, die Kölner Bäder und vieles mehr finanziert. Grüne Politik kann und muss hier dafür sorgen, dass der Betrieb im Sinne der Kölner wirtschaftlich optimiert wird und gleichzeitig natürlich alle anderen Bedürfnisse wie Gesundheitsvorsorge beachtet werden.

2. Glauben Sie, dass eine politische Vertretung im Aufsichtsrat der RheinEnergie auch dann sinnvoll ist, wenn diese scheinbar unabhängig von politischen Prozessen Entscheidungen treffen kann, die Einfluss auf das Leben der BürgerInnen in Köln hat ?

Am Beispiel Niehler Damm läßt sich ja jetzt sehr gut zeigen, daß die RheinEnergie nicht unabhängig von Politik und den Interessen der Kölner Bürger entscheidet. Jedes andere Unternehmen wie RWE, E.ON hätte die Leitung längst gelegt, weil bis zu 100 µT rechtlich zulässig sind. Die RheinEnergie fühlt sich aber den Bürgern verpflichtet und hat den Bau der Leitung erstmal abgesagt und läßt jetzt von einem unabhängigen Ingenieurbüro eine vom Niehler Heimatverein vorgeschlagene Alternativtrasse prüfen. Sollte diese auch nicht machbar sein, hat sie sich bereits verpflichtet, die Leitung trotz hoher Zusatzkosten duch ein zusätzliches Stahlrohr stärker abzuschirmen. Die Belastung würde dann an den Häuseraußenwänden unter 1µT liegen (Und das auch nur an wenigen Tagen im Jahr, wenn maximaler Strom fließt). Bei Messungen in den Häusern wurden teilweise weit höhere Werte durch die hauseigenen Leitung festgestellt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen vermitteln konnte, dass grüne Politik auch hier sinnvoll war. Bestenfalls wird sich die jetzt noch bis Juni in Prüfung befindliche neue Trasse als machbar herausstellen. Schlimmstenfalls wird die Leitung am Niehler Damm gelegt, aber dann so abgeschirmt, dass dies akzeptabel ist. Die Unannehmlichkeiten durch die dann nötige Baustelle können wir Ihnen leider nicht ersparen, aber zur Versorgung der Kölner Bevölkerung sind Leitungen nun einmal notwendig.


Mit freundlichen Grüßen

Gerd Brust
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Frage zum Thema Gesundheit
23.05.2013
Von:

Hallo Herr Brust,

zu ihrer Antwort an Herrn Hahne habe ich auch noch einige Bemerkungen und Fragen
Es gibt in Europa nur sehr wenige Kilometer auf denen Höchstspanungserdkabel verlegt wurden. In Berlin hat dabei eine schwere Explosion stattgefunden. Der Leitungsaufbau ist dort völlig anders. Die Rheinenergie hat keine Erfahrung mit dieser unerprobten Technik.
Der Gestattungvertrag zwischen Stadt und Energieversorger bezieht sich auf eine notwendige Versorgung der Stadt. Das trifft auf das 380.000 Volt Höchstspannungskabel nicht zu denn es dient dem Stromverkauf. Der Stromhandel darf meines Wissens explizit nicht Teil eines Gestattungsvertrages sein.
Die Anbindung des Kraftwerks an das Überregionale Netz ist nicht im Netzplan der Bundesregierung vorgesehen, denn ansonsten würde es nach geltendem Recht nicht genehmigt werden. Momentan werden auf Bundesebene nur die vier Probestrecken als Erdkabel genehmigt. Auf Bundesebene wäre auch ein ordentliches Genehmigungsverfahren unter transparenter Einbeziehung der Anwohner notwendig. Tennet und RWE bemühen sich ohnenhin sehr intensiv um die Einbeziehung der Bevölkerung und verbindliche Planungsverfahren. Warum wird hier darauf verzichtet? Kosten?
Die Rheinenergie ist kein stadteigenes Unternehmen und die Gewinne kommen nicht nur der Stadt zugute. Wie gesetzlich gefordert ist die Rheinenergie privat in Form eine AG organisiert. Dabei gehören 20% der Anteile dem RWE und 80% einer Holding die von der Stadt kontrolliert wird. Gewinne werden also wie in einem normalen Unternehmen ausgeschüttet und es gibt Boni und anständige Gehälter wenn Gewinn erwirtschaftet wird. Wie hoch sind denn eigentlich die Mehrkosten für eine alternative Trasse an der Industriestrasse?
Glauben sie nicht, dass ein für uns Bürger verlässlicherer Planungsprozess unter der Einbeziehung von Politik und Betroffenen angeraten ist wenn es um ein solch grosses Projekt geht, dass uns 40 Jahre lang belasten wird?
Antwort von Gerd Brust
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28.05.2013
Gerd Brust
Sehr geehrter Herr ,

ich versuche Ihre Darlegungen Punkt für Punkt zu beantworten:

  • Es gibt in Europa nur sehr wenige Kilometer auf denen Höchstspannungserdkabel verlegt wurden. In Berlin hat dabei eine schwere Explosion stattgefunden. Der Leitungsaufbau ist dort völlig anders. Die Rheinenergie hat keine Erfahrung mit dieser unerprobten Technik.

Alleine in Wien gibt es 56 km 380kV-Erdkabel, die ersten schon seit 1978. Man kann daher nicht ernsthaft von einer unerprobten Technik sprechen. Die RheinEnergie betreibt ein ausgedehntes Netz mit 110kV- Erdkabel. Da die Technik nicht grundlegend anders ist, hat sie also auch ausreichend Erfahrung. Was sie mit Explosion in Berlin bezeichnen, war ein Lichtbogen, der sich explosionsartig in einem Tunnel ausgebreitet hat. Das Kölner Kabel wird aber nicht in einer offenen Röhre verlegt, sondern jedes der drei Kabel liegt in in einem Stahlrohr. Diese Rohre werden von Beton umhüllt. Ein Kurzschluß kann also kaum entstehen. Und wenn doch, würde der Lichtbogen sofort vom Beton und der Erdüberdeckung gelöscht. An der Oberfläche bekäme man davon nichts mit.

  • Der Gestattungvertrag zwischen Stadt und Energieversorger bezieht sich auf eine notwendige Versorgung der Stadt. Das trifft auf das 380.000 Volt Höchstspannungskabel nicht zu denn es dient dem Stromverkauf. Der Stromhandel darf meines Wissens explizit nicht Teil eines Gestattungsvertrages sein.

Das Kraftwerk ebenso wie das neue Kabel werden nicht für den Stromhandel, sondern für die Versorgung der RE - Kunden gebaut. Heute erzeugt die RE von dem Strom, den sie an ihre Kunden liefert, nur ca. ein Drittel selber. Auch nach dem Bau des neuen Kraftwerkes wird sie noch einen großen Anteil des Stroms zur Versorgung ihres Versorgungsgebietes zukaufen müssen. Ihre Information ist also falsch.

  • Die Anbindung des Kraftwerks an das Überregionale Netz ist nicht im Netzplan der Bundesregierung vorgesehen, denn ansonsten würde es nach geltendem Recht nicht genehmigt werden. Momentan werden auf Bundesebene nur die vier Probestrecken als Erdkabel genehmigt. Auf Bundesebene wäre auch ein ordentliches Genehmigungsverfahren unter transparenter Einbeziehung der Anwohner notwendig.

Die Anbindung des Kraftwerks muss auch nicht im Bundesnetzplan der Regierung enthalten sein. Dort geht es nicht um die Anbindung einzelner Kraftwerke, sondern um den Ferntransport viel größerer Leistungen. Eine Erdkabeltrasse, die die Leistung einer heute üblichen Hochspannungsfreileitung transportieren kann, hätte eine Breite von 22 m. Das ist also etwas ganz anderes. Warum aber das Niehler Kabel nicht genehmigungsfähig sein würde, kann ich nicht nachvollziehen, da die gesetzlichen Emissionswerte ja weit unterschritten werden.

  • Tennet und RWE bemühen sich ohnenhin sehr intensiv um die Einbeziehung der Bevölkerung und verbindliche Planungsverfahren. Warum wird hier darauf verzichtet? Kosten?

Ich weiß wirklich nicht, worauf RE hier verzichtet. Es gibt einen intensiven Dialog mit der Bevölkerung. Es wird sogar die vom Niehler Heimatverein vorgeschlagene Alternativtrasse für viel Geld geprüft. RWE würde dies sicher nicht machen und bei den RWE (Amprion) - Trassen wird die anwohnende Bevölkerung sicherlich höhere magnetische Felder als 1 µT hinnehmen müssen, denn bei diesen Genehmigungsverfahren wird nur der Gesetzestext (100µT) Grundlage sein.

  • Die Rheinenergie ist kein stadteigenes Unternehmen und die Gewinne kommen nicht nur der Stadt zugute. Wie gesetzlich gefordert ist die Rheinenergie privat in Form eine AG organisiert. Dabei gehören 20% der Anteile dem RWE und 80% einer Holding die von der Stadt kontrolliert wird. Gewinne werden also wie in einem normalen Unternehmen ausgeschüttet und es gibt Boni und anständige Gehälter wenn Gewinn erwirtschaftet wird. Wie hoch sind denn eigentlich die Mehrkosten für eine alternative Trasse an der Industriestrasse?

Sie schreiben selber, dass die Holding SWK von der Stadt (und damit von den gewählten Politikern) kontrolliert wird. Wieso ist dann RE kein stadteignes Unternehmen? In der Tat hat RWE leider noch eine 20%ige Finanzbeteiligung. Das ändert aber nichts daran, dass die Politik von der Stadt bestimmt wird und 80% der Gewinne ausschließlich den Kölner Bürgern zugute kommen. Mit der Ausschüttung an die SWK werden die Verluste der KVB und der KölnBäder gedeckt. Der Rest wird an den städtischen Haushalt abgeführt. Was die Trasse Industriestr. kosten würde, wurde gar nicht ermittelt, weil die technischen und zeitlichen Schwierigkeiten viel zu groß sind.

  • Glauben sie nicht, dass ein für uns Bürger verlässlicherer Planungsprozess unter der Einbeziehung von Politik und Betroffenen angeraten ist wenn es um ein solch grosses Projekt geht, dass uns 40 Jahre lang belasten wird?

Ich weiß nicht, was Politik und RheinEnergie noch mehr tun sollen als die von den Bürgern gewünschte Alternativtrasse im Detail durchzuprüfen. Lassen Sie uns das Ergebnis doch erst mal abwarten.


Mit freundlichen Grüßen

Gerd Brust
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Frage zum Thema Sicherheit
26.06.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Brust,

da ja heute laut Pressemitteilung eine Alternativroute für das 380 KV Kabel in Köln Niehl bekannt gegeben wurde ( westlich der Industriestrasse),kann man auch bitte bekannt geben, wie die Alternativroute verlaufen soll,da auch Anwohner der Sebastianstr. sich nun Sorgen und Gedanken machen. Speziell in dem Güterbahn- bereich ( Übergang Sebastianstr)!!!
Dort werden auch außer Containerzügen,Gefahrgüter transportiert die als Hochexplosiv ausgeschildert sind. Hat man sich in diesem Zusammenhang darüber Gedanken gemacht, wenn es zu Störfällen in den Verbindungsteilen (Kabel allgemein) kommen würde? Da der Bahnverkehr in Zukunft zunehmen wird ( Containerterminal Niehl) sind stärkere Erschütterungen ja schon vorprogrammiert. Wie will man da entgegenwirken? Auch hier wohnen Menschen die auch zu Niehl gehören und auch zum größten Teil Wohneigentum besitzen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Gerd Brust
bisher keineEmpfehlungen
02.07.2013
Gerd Brust
Sehr geehrter Herr ,

von dem Erdkabel geht keine Gefahr aus für Anwohner in der Sebastianstraße. Es gibt kein Haus, welches durch das Kabel eine zusätzliche Magnetfeldbelastung von über einem Mikrotesla erfährt. Alle Häuser sind mindesten 12 Meter vom Kabel entfernt. Im Übrigen kreuzt das Kabel lediglich die Sebastianstraße auf Höhe der Scheibenstrasse.

Auch geht von dem Kabel keine Gefahr aus für den Schiffs-, Bahn- oder Güterverkehr. Da die 3 Kabelstränge einzeln in Stahlrohren geführt werden, welche dann mit Beton umschlossen werden, kann es an der Oberfläche niemals zu Funkenflug kommen. Die Kabelverbindungen werden sicherlich auch nicht in der Nähe der Bahntrasse hergestellt.

Wie die genaue Kommunikation mit den neuen Anliegern verläuft, wird zur Zeit noch bei RheinEnergie abgestimmt.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd Brust (für die Kölner Grünen im Aufsichtsrat der RheinEnergie)
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
25.10.2013
Von:

Guten Tag H. Brust

ich interessiere mich für ein Reihenhaus im neuen Waldbadviertel in Ostheim. Ich erfuhr das Sie die Grünen die besten Information haben in Köln. Ich erhoffe mir von Ihnen einige Infos. Hoffe Sie können helfen? wie ist Ostheim eigentlich als Wohnlage? Im allgemeinen hat OStheim ja eher einen schleichten Ruf,als sozialer Brennpunkt. Wie sit die Siutation bezüglich Schulen und öffentlichen Einrichtungen. Auch hier hörte ich, dass in Schulen soziale Probleme sind. Wie sehen Sie die Lage des Waldbadviertels undd deren Entwicklung? Könnten Sie dies empfehlen? Wissen Sie etwas zum Waldbadviertel? Ich hörte von Kontamination durch den anliegenden Schieesstand? Wie ist die Belastung durch den Fluglärm. An einem Sonntag war ich mal da und es kamen alle 5 Minuten Flugzeuge. Wissen Sie vielleicht die Höhe der Lärmbelastung über Tag und Nacht (Flugverbote)? Wissen Sie etwas von der GAG da auch baut, über 340 Wohnungen auch sozial gefördert. Wäre da eine Gefahr, dass auch dort ein sozialer brennpunkt entsteht? Ich weiss viele Fragen, aber vielleicht können Sie mir bei der ein oder anderen Frage helfen?

Vielen Dank

Antwort von Gerd Brust
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27.10.2013
Gerd Brust
Sehr geehrter Herr ,

ich denke, dass das Waldbadviertel eine gute Wohnlage sein wird; allerdings etwas weit weg von der Innenstadt und in den nächsten Jahren sicher durch Baulärm belastet. Sicherlich wird es Fluglärm geben, v.a. durch Frachtflugzeuge auch nachts. Wir Grünen setzen uns allerdings dafür ein, dass der Passagierverkehr nachts verboten wird. Da können wir aber nicht versprechen, dass wir das durchsetzen können. Zu Schulen und Öffentlichen Einrichtungen kann ich nichts sagen; ich wohne zu weit weg. Dazu sollten Sie sich an die örtliche Bezirksvertretung wenden oder besser selber die Gegend erkunden.

Bodenbelastungen durch einen ehemaligen Schießplatz gibt es im angrenzenden Wald (zur Zeit eingezäunt). Der Boden wird aber in den nächsten Jahren saniert.

Die GAG wird dort auch Sozialwohnungen bauen. Das hat aber nichts mit sozialem Brennpunkt zu tun. Denn über 40% der Kölner haben aufgrund ihres Einkommens Anspruch auf eine Sozialwohnung, also ganz normale Menschen. Die GAG wird aus eigenem Interesse auf eine ausgewogene Mieterstruktur achten.

Tut mir leid, dass ich Ihnen nicht mehr sagen kann. Aber ich bin weder Mitglied im Aufsichtsrat der GAG noch kenne ich die Diskussion im Stadtentwicklungsausschuss. Dazu müßten Sie sich dann an unsere Frau Moritz wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd Brust
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