Georg Fortmeier (SPD)

Georg Fortmeier
Zur Person Georg Fortmeier
Ich bin verheiratet, bin 54 Jahre alt und lebe seit 1980 in Dornberg.
Von 1980 bis 1988 habe ich in Bielefeld das Jura-Studium absolviert, danach ein Jahr bei der Stadt Bielefeld gearbeitet. Vom 01.07.1990 bis 30.06.2009 bin ich als Büroleiter der Bielefelder Bundestagsabgeordneten Günter Rixe und Rainer Wend für die Wahlkreisarbeit verantwortlich gewesen. Danach war ich vom 01.07. bis 30. 9. 2009 bei der Bielefelder SPD als Wahlkampfleiter beschäftigt. Seit dem 15.10.2009 bin ich in unbefristeter Anstellung als Referent für Rechtsfragen bei dem Kreisverband der Bielefelder Falken tätig.

Politischer Werdegang
Dezember 1982 – Eintritt in die SPD
Vorsitzender des SPD Ortsvereins Großdornberg-Niederdornberg seit März 1985
Mitglied der Bezirksvertretung Dornberg seit 1994
  • Fraktionssprecher von 1994 – 2002
  • Stellvertretender Bezirksvorsteher von 2002 - 2009
  • Mitglied im Rat der Stadt Bielefeld seit 1999
  • Vorsitzender des Bürger- und Rechnungsprüfungsausschusses von 1999 – 2004
  • Vorsitzender des Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses von 2004 – 2009
  • Stellvertretender Fraktionsvorsitzender von 2004 – 2009
  • seit 2009 Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses
  • seit 2009 Fraktionsvorsitzender

Mitgliedschaften
Gewerkschaft ver.di; Arbeiterwohlfahrt; Heimatverein Dornberg; Schützenverein Dornberg; Freiwillige Feuerwehr Großdornberg; 1. Paderborner Schwimmverein; Freibadförderverein Dornberg; Verein Bielefeld Pro Nahverkehr; Fördermitglied Stadtteilbibliothek Dornberg; Fördermitglied Die Falken

Hobbys
Gartenarbeit; Lesen; Sport im TV und live gucken; Wandern
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Georg Fortmeier hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 31 Thesen Position bezogen.
Fragen an Georg Fortmeier
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
04.04.2010
Von:
-

Sehr geehrter Herr Fortmeier,

Ich stimmen Ihnen hierbei vollkommen zu, dass Studiengebühren der falsche Weg sind die eklatante Unterfinanzierung der Hochschulen zu lösen. Jedoch bin ich skeptisch ob mit einer SPD-Regierung große Änderungen zu erwarten sind.

Betrachtet man die Entwicklung historisch, so waren es SPD und Grüne, welche mit Langzeitstudiengebühren den Weg für allgemeine Studiengebühren frei machten, dieses auch schon damals unter massiven Protesten. Hiernach war es für FDP und CDU nicht sonderlich schwer sich über den bereits gebrochenen Widerstand hinwegzusetzen und allgemeine Studiengebühren einzuführen. Zwar sehe ich in letzter Zeit öfters, dass die SPD in der Oppositionsrolle "zur Besinnung kommt" (Internetsperren, Vorratsdatenspeicherung), doch wie kann ich darauf vertrauen, dass dieses in der Regierungsrolle nicht wieder vergessen wird?

Wenn man staatlichen Bildungsausgaben pro Student betrachtet, sind wir in der Rangliste auf einem der hintersten Plätzen. Was es braucht sind Erhöhungen dieser Ausgaben, eine deutlich Aufstockung der Professuren und einen massiven Ausbau des universitären Mittelbaus. (Themen wie würdiger Umgang mit Lehrbeauftragen schneide ich hier noch nicht einmal an). Leider konnte ich bislang kein einziges konkretes Konzept vorfinden, in welcher Art die Hochschulen bei Beibehaltung der demokratischen Strukturen modernisiert werden können.

Auch wenn ich hiermit leider einige Themen vermische, so haben diese Bereiche eines gemein: überall wird notgedrungen aus Studiengebühren Flickschusterei betrieben, da keine anderen Mittel übrig sind. Ein simpler Wegfall dieser Gelder würde unglaubliche Löcher in die Hochschulhaushalte und Lehrqualität reißen. Beabsichtigt es daher die SPD bzw. Sie kurzfristig Zusatzmittel für die Hochschulen zum Ausgleich der baldigen (?) Abschaffung der Studiengebühren bereitzustellen? Und wie stellen Sie sich überhaupt die Weiterentwicklung des NRW-Hochschulstandortes in den nächsten 10 Jahren vor?
Antwort von Georg Fortmeier
1Empfehlung
21.04.2010
Georg Fortmeier
Sehr geehrter Herr -,

es ist richtig, dass wir gemeinsam mit den Grünen das Studienkontenmodell eingeführt haben, dennoch unterscheidet sich dieses Modell grundsätzlich von dem der allgemeinen Studiengebühren und kann darum auch nicht als Wegbereiter für die jetzigen Studiengebühren angeführt werden. Vielmehr waren es auch die SPD zusammen mit den Grünen, die 2003 im Bund die Studiengebührenfreiheit gesetzlich festgeschrieben haben. Leider wurde diese Gesetz 2005 vom Bundesverfassungsgericht gekippt. Daraufhin haben, einige schwarz-gelb regierte Länder, so auch NRW die Studiengebühren eingeführt.
Die bisherige Regelung der Konten sah vor, dass jede und jeder Studierende die anderthalbfache Regelstudienzeit ohne Gebühren Studieren kann. Die Situation an den Hochschulen war damals auch dadurch geprägt, dass es eine Vielzahl eingeschriebener Studierenden gab, die nicht mehr wirklich studierten. Wir tragen auch für die, die (noch) nicht studieren Verantwortung und somit war es uns ein Anliegen, dass die begrenzte Anzahl von Studienplätzen nicht blockiert werden von Personen, die vielleicht gar nicht mehr aktiv studieren.
Allen Stand aber ein Studium in der anderthalbfachen Regelstudienzeit zur Verfügung, damit wird niemand, weil er oder sie aus einem finanziell schwächeren Elternhaus kommt nicht durch die Studiengebühren abgeschreckt. DAs ist einer der Hauptpunkte, warum Studiengebühren abzulehnen und abzuschaffen sind: Derzeit werden potentielle Studierende aufgrund der finanzieller Hürden abgeschreckt ein Studium aufzunehmen. Außerdem, auch darum werden wir die Studiengebühren abschaffen, benachteiligen sie auch während des Studiums die, die keine reichen Eltern haben, sondern deswegen mehr nebenbei arbeiten müssen.

DIe SPD wird die Studiengebühren abschaffen, aber bei vollem Finanzausgleich für die Hochschulen. Das sind rund 252 Mio Euro, die dafür aus dem Landeshaushalt bereit gestellt werden müssen. Darum wird es 2010 zunächst unverzüglich eine Senkung geben, bis zur Mitte der Legislaturperiode sind sie ganz abgeschafft. Mit dem erforderlichen Finanzausgleich für die Hochschulen -viele Arbeitsplätze hängen inzwischen an den Einnahmen- geht das nicht schneller, das sagen wir auch ehrlich dazu.

Die NRW-SPD hat sich in ihrem Wahlprogramm zudem auf das Ziel festgelegt, dass zukünftig 10 % des Bruttoinlandsproduktes für Bildung ausgegeben werden sollen. In guter Bildung liegt die Zukunft unseres Landes, dazu gehören auch deutliche Investitionen in die Hochschulen. Wir bekennen uns zudem zu Bildung als öffentlicher Aufgabe, die Angestellten der Hochschulen gehören grundsätzlich in den Landesdienst. Der schlechten Situation der Lehrbeauftragen, wie sie als Angestellte der Hochschule unter schwarz-gelb zu einer neuen prekären Beschäftigungsgruppe entstanden sind, nehmen wir uns an. Auch die studentischen Beschäftigten sollen endlich tariflich abgesichert werden.

Hochschulen müssen und können sich unserer Auffassung nach modernisieren. Wichtig dabei ist und bleibt ihr demokratischer Aufbau. Wir werden die Hochschulräte, die Intransparent und eher im Sinne eines Unternehmens die Hochschulen lenken wieder abschaffen, wir bekennen uns auch klar zu verfassten Studierendenschaft. Aus dieser Struktur(veränderung) heraus unterstützen wir auch Reformen, wie die Überarbeitung und Weiterentwicklung der Bologna-Reform für vereinfachte Studienortswechsel, mehr internationale Mobilität und Flexibilität im Studium.

Mit freundlichen Grüßen
Georg Fortmeier
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Frage zum Thema Umwelt
16.04.2010
Von:

sehr geehrter herr fortmeier

sie haben sich am kandidatInnencheck des bund naturschutz und umwelt deutschland beteildigt. in bezug auf den neubau von kohlekraftwerken halten sie sich dezent zurück und vermeiden alles, was nach einer stellungnahme ausschauen könnte. nun gut, dass ist ihr gutes recht

meine frage bezieht sich auf ihre antwort auf die frage des bund, ob sie dafür sind, den flächenverbrauch in nrw auf null zu reduzieren. zu meiner positiven überraschung haben sie dieser aussage eindeutig zugestimmt. hierfür möchte ich ihnen danken

was mich stutzig macht, ist indes, dass sie im rahmen ihrer langjährigen mitgliedschaft im rat der stadt bielefeld keine maßnahmen gegen die einrichtung des fh-campus lange lage unternommen haben. obwohl das campusgelände einen enormen flächenverbrauch beinhaltet, gegen den sie sich beim bund ausgesprochen haben. dabei liegt das campus-gelände in einem bereich der stadt, der bisher nur landwirtschaftlich oder zur naherholung genutzt wird

ein flächenverbrauch, der eindeutig nicht notwendig ist, da auf dem bisherigen fh-grundstück im bielefelder osten genügend fläche für neubauten vorhanden ist und in folge der konjenturkrise sogar unmittelbare nachbargrundstücke vorhanden sind. erschließungsmaßnahmen wie dem bau von straßen, der verlagerung der stadtbahn und ähnlichen wären hier nicht notwendig

ich möchte sie bitten, meine folgende frage zu beantworten: werden sie in ihrer jetztigen funktion als fraktionsvorsitzender der spd-fraktion im bielefelder stadtrat und in ihrer möglichen funktion als landtagsabgeordneter alles dafür unternehmen, dass der beschluss zur langen lage zurück genommen und damit auch der unnötige flächenverbrauch gestoppt wird? oder wie habe ich den widerspruch in ihren verhalten mit der antwort beim bund naturschutz und umwelt deutschland zu verstehen

mit der bitte um aufklärung
dankt
Antwort von Georg Fortmeier
1Empfehlung
21.04.2010
Georg Fortmeier
Sehr geehrter Herr Stiesch,

auch wenn ich für die Eindämmung des Flächenverbrauches bin (Ausweisung von Gewerbe- und Siedlungsflächen), heißt das nicht, dass ich gegen Zukunftschancen für unsere Stadt bin. Ganz im Gegenteil: ich unterstütze uneingeschränkt die Entwicklung des Hochschulcampus auf der Langen Lage in Dornberg. Ich sehe hier ein riesiges Potential für die Weiterentwicklung des Standortes Bielefeld für Wissenschaft, Forschung, Ausbildung und Wirtschaft. Alle diese Argumente sind bekannt. Bekannt ist auch, dass diese Entwicklung nicht auf den "Altflächen" des Uni-Stammgeländes passieren können. Diese Flächen werden für die Umbau- und Anbauvorhaben der Universität selber benötigt. Darüber hinaus waren genau diese Flächen seit Anfang des Bestehens der Universität für derartige Entwicklungen vorgesehen; also von der Ausweisung im Gebietsentwicklungsplan auch nie für Naturschutz, Landwirtschaft oder Freizeitnutzungen. Ich bin aber dafür, dass wir im Umfeld des Hochschulcampus die weiteren Flächen deutlicher als bisher zu naturnahen Erholungsräumen aufwerten, bis hin zu einzelnen Unterschutzstellungen von Bachtälern etc.

Mit freundlichen Grüßen

Georg Fortmeier
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Frage zum Thema Umwelt
22.04.2010
Von:

sehr geehrter herr fortmeier

ich danke ihnen für diese schnelle antwort. allerdings, so muss ich an dieser stelle einschränken, fühle ich meine frage noch nicht angemessen beantwortet

sie haben in ihrer antwort auf das alt-gelände der universität bielefeld bezug genommen. nach diesem hatte ich allerdings nicht gefragt. in meiner frage habe ich darauf verwiesen, dass durch den wegzug der fachhochschule aus dem bielefelder osten eine innerstädtische brache erweitert wird, die die bisherige frei stehende innerstädtische fläche im bereich erich-rathenau-straße, werner-bock-straße und stadtholz erheblich vergrößert. grundstücke, die die geplanten bauten des campus-geländes lange lage ohne weiteres aufnehmen können

wieso wird diese fläche nicht genutzt und die bisherige naturfläche lange lage erhalten? zumal es für den bereich im bielefelder osten bislang keine nutzungsmodelle gibt
und wieso riskieren sie es, dass neben dem bisherigen verkehr zur universität (5,3 millionen fahrzeugbewegungen auf der universitätsstraße) noch zusätzlich der zur fachhochschule durch die stadt gelost werden soll?

mit dank für ihre bemühungen

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