Gabriela Schimmer-Göresz (ÖDP)
Kandidatin Landtagswahl Bayern 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Gabriela Schimmer-Göresz
Jahrgang
1952
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwaltsfachangestellte
Ausgeübte Tätigkeit
Rechtsanwaltsfachangestellte
Wohnort
-
Stimmkreis
Memmingen
Landeslistenplatz
1, Schwaben
(...) Die geltenden Anti-Korruptionsregeln für Amtsträger (Beamte, Richter, andere Angehörige des öffentlichen Dienstes) müssen auf die Mandatsträger ausgeweitet werden. Was für Exekutive und Judikative gilt, muss erst recht auch für die Legislative gelten. (...)
 
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Frage zum Thema Landwirtschaft und ländlicher Raum
25.09.2008
Von:

Täglich fahre ich an unzähligen Plakaten vorbei und dabei fällt mir eines besonders auf:
"Fair handeln - statt kopflos konsumieren"

Wofür steht dies und welche Ziele verfolgt die ÖDP hier im Gegensatz zu den anderen (und v. a. großen) Parteien?

Ich bedanke mich im voraus für Ihre klärende Antwort.
Antwort von Gabriela Schimmer-Göresz
3Empfehlungen
27.09.2008
Gabriela Schimmer-Göresz
Sehr geehrter Herr ,

schön, dass Ihnen das Plakat "Fair handeln – statt kopflos konsumieren" im Straßenraum aufgefallen ist. Vielleicht haben Sie auch noch das weitere Plakat mit einem Text von Ghandi entdeckt: "Die Welt hat genug für Jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für Jedermanns Gier"?

Die ödp hat in früheren Jahren sinngemäß geworben. Z.B. mit "Weniger ist Mehr" oder "Gut leben, statt viel haben".

Alle Aussagen wenden sich gegen eine Wirtschaftsweise (und einen Lebensstil), die Ressourcen verschwendet und Lebensmöglichkeiten kommender Generationen beschneidet. Die derzeitige weltweite Finanzkrise ist eine Folge dieser Gier.

Die Zeitung natur+kosmos hat ganz aktuell m 23.9.2008 folgende Nachricht verbreitet: "Ab heute auf Pump. Die Erde erschöpft sich immer früher. Der 23. September 2008 ist mehr als eine statistische Fußnote: Ab heute lebt die Menschheit über ihre Verhältnisse. Das heißt, sie verbraucht mehr Ressourcen, als die Erde bereitstellen kann, meldet das Global Foodprint Network. Das ist kein Pappenstiel, bedeutet es doch, dass unsere Nachfrage 40 Prozent über dem Angebot liegt. Anders ausgedrückt: Für Heizen, Bauen oder Konsum leben wir nicht von den Zinsen, sondern vom "ökologischen Kapital". Über den längsten Teil seiner Existenz konnte die Erde den verschwenderischen Umgang mit natürlichen Ressourcen zumindest halbwegs ausgleichen. Im Jahr 1987 jedoch wendete sich das Blatt. Seitdem kann der Planet nicht mehr genug bereitstellen. 1996 verbrauchten wir bereits 15 Prozent mehr, heute sind es eben 40 Prozent. Damit rückt der "Welterschöpfungstag" jedes Jahr ein wenig vor im Kalender. Im letzten Jahr war es noch der 6. Oktober, heute ist es der 23. September. Dabei kann der Planet noch von Glück reden, dass nicht alle Menschen so einen verschwenderischen Lebensstil pflegen wie die westliche Welt. Wenn Deutschland etwa das Maß aller Dinge wäre und andere Länder vergleichbar mit den natürlichen Kapazitäten umgingen, würden zwei einhalb Planeten nicht ausreichen." Soweit natur+kosmos.

Der Gründer der ödp, Herbert Gruhl, hat bereits in den 70er Jahren das Buch "Ein Planet wird geplündert" veröffentlicht und auch andere, z.B. das amerikanische Ehepaar Meadows haben "Die Grenzen des Wachstums" beschrieben.

Die ödp weist seit 25 Jahren auf diese Entwicklungen hin. Unser Leitbild ist die ökologisch-soziale Marktwirtschaft. Dazu gehört eine klare gesetzliche Rahmenordnung, die Fairness fördert. Zum Beispiel muss die Steuer- und Abgabenordnung so gestaltet sein, dass sich eine klimagerechte und energieeffiziente Lebensweise im Geldbeutel positiv auswirkt, dass Schwarzarbeit uninteressant wird und ein fairer Lebensstil nicht mehr bloß die Sache von einigen Idealisten ist.

Fair handeln statt kopflos die Ressourcen zu verbrauchen – das ist das Gebot der Stunde. Hier gibt es viel zu korrigieren. Immer noch belasten Abgaben und Steuern vor allem die Arbeit der Menschen, während Kapitalerträge und Energieverbrauch kaum etwas zur Finanzierung des Gemeinwohls beitragen. Flugzeuge tanken immer noch steuerfrei, Benzinschlucker werden als "Dienstwagen" steuerlich subventioniert und der Staat hat nicht den Mut, Energiesparmaßnahmen bei Altbauten gesetzlich vorzuschreiben. Aber die Mehrwertsteuer wurde massiv erhöht – zum Schaden von Familien und Kleinrentnern.

Jede politische Entscheidung muss auf ihre Folgen für die fernere Zukunft und künftige Generationen überprüft werden. Unser Programm "Über 100 gute Gründe, ödp zu wählen" zeigt viele Beispiele auf, was zu tun ist.

Die ödp will z.B., dass Bayern Partner des "Global-Marshall-Plans" wird. Diese Initiative von Wissenschaftlern und Vordenkern will eine weltweite öko-soziale Wirtschaftsordnung schaffen und ökologisch-soziale Mindeststandards in Entwicklungs- und Industrieländern durchsetzen. Sie setzt sich für die Verwirklichung der sog. UN-Milleniumsziele ein und hat dafür wirksame Finanzierungsinstrumente entwickelt. Die ödp ist als einzige deutsche Partei aktive Unterstützerin der GMP. Mehr Info können Sie unter www.globalmarshallplan.org erhalten.

Sie Fragen auch nach den Unterschieden zu den anderen bzw. großen Parteien. Das würde hier den Rahmen mit Sicherheit sprengen. Ich kann nicht erkennen, dass vor allem die CSU hier verantwortlich handelt. Es wird eine plumpe Steuersenkungsdebatte geführt mit dem Slogan "Mehr Netto für Alle". Wir sollten aber den Mut haben, keine primitive Anti-Steuer-Kommunikation zu betreiben. Das ist eine Frage der politischen Ethik.

Derzeit sehen wir in der weltweit leider führenden neoliberalen (besser gesagt: marktradikalen) Wirtschaftslehre den gefährlichsten geistigen Gegner: Die Lehre besagt, dass durch Staatsabbau (möglichst keine gesetzlichen Einflüsse auf das Marktgeschehen", Steuersenkungen, Abbau sozialer Leistungen und Privatisierung aller öffentlichen Bereich "das Glück aller" gefördert werde. Wir halten dem entgegen, dass durch marktradikale Strukturen die Aufzehrung der Vorräte und die soziale Spaltung der Gesellschaft beschleunigt und verstärkt wird.

Wir bieten die Steuerreform für Arbeit und Umwelt als Instrument an. Mehr dazu unter www.besser-waehlen-bayern.de


Mit freundlichen Grüßen
Gabriela Schimmer-Göresz
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Frage zum Thema Soziales
27.09.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Abgeordnetenkandidatin Gabriela Schimmer-Göresz (ödp),

Das ist keine leichte Entscheidung - Kennen Sie den Begriff "Zombie-Partei"?

Über Bündnis `90 / DIE GRÜNEN schreibt der Mitbegründer der Grünen Bundespartei (12. / 13. Januar 1980 in Karlsruhe) Klaus Schramm unter der Überschrift
Nekrolog - Einer Zombie-Partei zum 14-jährigen Jubiläum:

" ... Die Grünen hatten sich einst vier Prädikate über ihr Parteiprogramm geschrieben, an denen sie zu messen seien: sozial, ökologisch, basisdemokratisch und gewaltfrei. Die Gewaltfreiheit wurde bereits vor 1990 aufgegeben. Um nochmals Petra Kelly zu zitieren: "Noch vor einigen Monaten hieß es bei den Grünen: Nato bedeutet Aufrüstung, und die Nato kann kein Friedensbündnis sein. Jetzt heißt es plötzlich überall, daß die Nato eigentlich gar nicht so schlimm ist, daß wir drinbleiben und sie von innen reformieren sollen. Das ist nicht mehr gewaltfreie grüne Politik!" So war es für politisch bewußte Menschen nicht mehr weiter verwunderlich, daß Opportunisten und Karrieristen, die unsere Partei in jenen Jahren an sich gerissen hatten, 1999 den Krieg in Jugoslawien und 2001 den Afghanistan-Krieg unterstützten.

Daß sich mit Joseph Fischer, Fritz Kuhn, Renate Künast, Jürgen Trittin oder Rezzo Schlauch eben jene Opportunisten und Karrieristen seit 14 Jahren an der Spitze von "Bündnis 90 / Die Grünen" halten können, beleuchtet ein wenig, wie streng diese Partei inzwischen hierarchisch durchstrukturiert ist. Wer ein wenig Einblick hat, weiß, daß entgegen allen diskussionsfreudig und lebendig inszenierten Parteitagen die Hierarchisierung strenger noch als bei SPD oder CDU die parteiinternen Karrieren prägt - von Basisdemokratie blieb nichts mehr übrig...."
Quelle:
www.netzwerk-regenbogen.de

Was haben SIE alternativ wegen oben angeführter offenkundiger Skandale von "Bündnis `90 / DIE GRÜNEN" für uns Wählerinnen und Wähler wirklich attraktives zu bieten?

Antwort von Gabriela Schimmer-Göresz
3Empfehlungen
27.09.2008
Gabriela Schimmer-Göresz
Sehr geehrter Herr ,

nein, ich kenne den Begriff "Zombie-Partei in Bezug auf Bündnis 90/Die Grünen nicht. Ich könnte Ihnen allenfalls ein paar Dinosaurier-Parteien in Bezug auf nachhaltige und zukunftsfähige Energiepolitik benennen. Aber das ist ja nicht Ihre Frage.

Sie möchten wissen, was die ödp alternativ Attraktives den Wählerinnen und Wählern zu bieten hat.

Vielleicht ein überzeugendes Argument: Die ödp nimmt als einzige Partei keine Spenden von Konzernen und Verbänden. sie ist deshalb absolut unabhängig. Groß Konzerne und Verbände überweisen jedes Jahr hohe Beiträge als Spenden an CSU, SPD, FDP und an die Grünen. Die genauen Summen sind im Internet unter www.gekaufte-politik.de www.gekaufte-politik.de einzusehen. Wir halten dies für eine Form von legaler Bestechung und haben uns selbst verpflichtet, solche Spenden nicht anzunehmen. Wir fordern die klare Regel im Parteiengesetz: Spenden von juristischen Personen als Parteien müssen verboten werden.

Über diesen Grund 1 hinaus gibt es im Programm noch weitere 132 Gründe, ödp zu wählen. Ob dieses Wahlprogramm Attraktives für Sie bereit hält, kann ich nicht beurteilen. Ich kann Sie nur bitten, sich das Programm unter www.besser-waehlen-bayern.de www.besser-waehlen-bayern.de herunter zu laden und quer oder in Gänze zu lesen. Nur Sie können entscheiden, ob bzw. welche Gründe für Sie attraktiv genug sind, um ödp.Bündnis für Familien bei dieser Landtags- und Bezirkstagswahl zu wählen. Die bayerische ödp setzt auf offene Menschen, die eine Partei mit offenen Worten schätzen, auch dann, wenn diese offenen Worte unbequem daherkommen. Wir sagen seit vielen Jahren, dass die Erwartung ständigen Wachstums der Mengen (immer höher, immer weiter, immer schneller, immer mehr ... mehr ... mehr) nicht einlösbar ist. Wir wollen ein Wachstum der Qualitäten: vernünftiger, verträglicher, gesünder. Deshalb enthält unser Programm auch manche harte Nuss. Wir setzen darauf, dass es in Bayern genug Wählerinnen und Wähler gibt, die "politisches Vollkorn" einem "Fast-food-Produkt" vorziehen werden. Unsere Botschaften waren und sind nicht "weichgespült".

Was die ödp von den Grünen unterscheidet, ist in einem eigenen Flugblatt zusammengefasst. Wir haben in Bayern mit unseren Aktionen in den vergangenen Jahren und mit Volksbegehren mehr erreicht als die grüne Landtagsopposition. Im Faltblatt sind 10 Unterschiede aufgelistet. Die Unabhängigkeit von Konzerspenden habe ich schon benannt. Die weiteren 9 Gründe im Telegrammstil bzw. nur die Überschriften: Keine weiteren Drogen legalisieren. Kindern die Geborgenheit in der Familie sichern. Konfliktberatung statt Gleichgültigkeit. Wir sehen auch Familienarbeit als Arbeit. Ehe und Familie weiterhin schützen. Atomausstieg statt Abnahmegarantie. Ökotsteuer gerecht ausgleichen. Nein stat Jein zur Gentechnik in Landwirtschaft und Nahrungsproduktion (vielleicht in der Ära nach Künast behoben). Zielgerichtetes Handeln statt lahmer Opposition. Mehr unter www.oedp-bayern.de www.oedp-bayern.de

Eines möchte ich aber abschließend noch betonen. Die ödp ist nicht die geborene politische Konkurrenz der Grünen. Wir haben vielleicht ähnliche Wurzeln, erreichen aber ein unterschiedliches Wählerklientel. Bei der Kommunalwahl in Memmingen im vergangenen März hat z.B. die ödp ihr Ergebnis von 5,7 auf 10,6 Prozent und ihre Mandate von 2 auf 4 verdoppelt. Und dies nicht zu Lasten der Grünen. Auch die Grünen konnten prozentual leicht zulegen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Wahlentscheidung und ich würde mich freuen, wenn Sie die ödp.Bündnis für Familien berücksichtigen könnten. Ich bin 1986 durch ein Flugblatt in München auf die ödp aufmerksam geworden, gleich Mitglied und aktiv geworden. Ich verstehe mein politisches Engagement als Akt der Notwehr. Mein Selbstverständnis ist eher das einer interessierten, engagierten und nachdenklichen Bürgerin.

Mit freundlichen ökologischen Grüßen

Gabriela Schimmer-Göresz
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