Fritz Schmalzbauer (DIE LINKE)
Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Fritz Schmalzbauer
Jahrgang
1947
Berufliche Qualifikation
Buchdrucker, Sozialökonom
Ausgeübte Tätigkeit
Geschäftsführung und Dozent in der Betriebsräte-Bildung
Wohnort
-
Stimmkreis
München-Altstadt-Hadern , Listenplatz 1
Landeslistenplatz
1, Oberbayern
(...) Die Linke wird weiterhin auf einer fortschrittlichen europäischen Verfassung bestehen, auf die sich die Völker, aber auch einzelne betroffene Bürger berufen können. (...)
 
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Frage zum Thema Finanzen
19.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Schmalzbauer,

bekanntlich gehört Ihrem Parteivorsitzenden Lafontaine bei Saarlouis ein stattliches Anwesen. Auf dem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück könnte man dutzende Sozialwohnungen errichten.
Wann fordert DIE LINKE die gebotene Enteignung von Herrn Lafontaine?
Antwort von Fritz Schmalzbauer
14Empfehlungen
21.09.2008
Fritz Schmalzbauer
Werter Herr ,

endlich weiß ich die Grundfläche des Besitzes von Oskar Lafontaine. Ich nehme an, dass Sie mit mir übereinstimmen, dass die Aufgabe von Politiker/innen darin besteht, rechtsstattlich gleiche Bedingungen für Alle herzustellen. Das passiert z.B. über sozial gerechtfertigte Haus- und Grund-, Erbschafts- Einkommens- und Vermögenssteuern. Seit Jahrzehnten und verschärft seit Schröder/Fischer wird den einen genommen (stagnierende Löhne, Hartz IV, Gesundheitsreform, Rente ab 67) und den anderen gegeben (Steuererleichterungen für Wohlhabende, Unternehmenssteuergeschenke, Abschaffung bzw. nicht Wiedereinführung der Vermögenssteuer). Soweit mir bekannt entzieht sich Oskar Lafontaine anders als diverse Wirtschaftsflüchtlinge nicht der Einkommenssteuer. Übrigens: In vergleichbaren Ländern gilt es - siehe Frankreich - als patriotische Pflicht, sich am Gemeinwohl zu beteiligen. Entsprechend wurde das Verhalten reicher Leute kritisiert, die ihr Einkommen im Ausland vor dem Fiskus "in Sicherheit" brachten.
Ich denke, wir sollten ernsthaft über den inneren Zusammenhalt einer auseinander driftenden Gesellschaft nachdenken und froh sein, wenn sich einzelne Politiker nicht auf 12000 qm zurück ziehen, sondern ihre Ideen zur Lösung drängender Fragen einbringen.

Beste Grüße

Fritz Schmalzbauer
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Frage zum Thema Soziales
22.09.2008
Von:

Sehr verehrter Herr Schmalzbauer,

die Kinder in Deutschland werden ungleich behandelt. Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Kindergeldregelung, welche unter der CDU Regierung unter Helmut Kohl in 1996 eingeführt wurde Ein normalverdiener erhält bei 1-3 Kinder je 154 € pro Monat. Bei der Steuerveranlagung wird dies mit dem Kinderfreibetrag verrechnet. Hierbei erhalten Spitzenverdiener zurzeit ca. 230€ (154€ Kindergeld + 76€ Steuerkomponente)pro Kind pro Monat.(Kinderfreibetrag x Grenzsteuersatz+Solz.) Somit erhalten REICHE mehr Kindergeld als Arme. M.E muss hiermit Schluss sein. Ich Frage, wo bleibt da die Gleichbehandlung nach dem Grundgesetz , und der Schutz der Familie, gerade im Hinblick auf geringe Einkommen?
Denn manche sind gleicher als andere!!!
Wie stehen Sie hierzu, dass besserverdienende 76 €/Monat/Kind mehr steuerliche Förderung durch den Kinderlastenausgleich erhalten, wie ärmere. Dies v.a. vor dem Hintergrund, dass von 10 Mio Kinder unter 18 Jahren in Deutschland mittlerweile 2,6 Mio in Armut leben. Jetzt möchte die Bundesregierung den Kinderfreibetrag anheben, dort kassieren die Spitzenverdiener eben spitzenmässig.
Der Kinderfreibetrag sollte zum Grundfreibetrag gewährt werden, damit dieser sich bei der arbeitenden Bevölkerung bei jedem gleich auswirkt, und das Kindergeld für andere sollte sich an der
Steuerfreistellung von Grundfreibetrag + KiFB richten. Bei Transfergeldbezieher, wie z.B. Hartz IV muss schluss sein, mit der Anrechnung auf die Leistung. D ist so arm, dass es bei den sozial Schwächsten sparen muss, dies geht soweit, dass der Ferienjob von 14,15 jährigen den Hartz IV Satz kürzt . Armes Deutschland, das auf das sauer verdiente Ferienjobbergeld von Minderjährigen angewiesen ist. Verluste der Banken werden aber kommunistisch abgewickelt, indem Sie die Verluste auf die Bevölkerung abwälzt.Da hat die Regierung und allen voran die CSU Mrd € übrig (Portokasse). Wie stehen Sie dazu?

Mit freundlichen Grüßen
A.R.
Dipl.Betriebswirt BA Steuern
Antwort von Fritz Schmalzbauer
10Empfehlungen
22.09.2008
Fritz Schmalzbauer
Sehr geehrter Herr ,

Sie haben recht: viele steuerliche Maßnahmen schlagen bei Reichen höher zu Buche als bei weniger Bemittelten. Dies ist zu korrigieren. Die heute angekündigte steuerliche Entlastung bei den Krankenkassenbeiträgen geht in die gleiche Richtung: Je mehr jemand Einkommen hat, desto höher belohnt ihn der Staat.
Im Landtag wird das nicht alles zu korrigieren sein, weil es unter die Gesetzgebung des Bundes fällt. Umso wichtiger ist die Entscheidung am 28. September: Wird die absolute Macht der CSU durch den Einzug der Partei DIE LINKE gebrochen, entstehen neue Spielräume.

Beste Grüße,

Fritz Schmalzbauer
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
25.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Schmalzbauer,

am kommenden Wochenende wird gewählt - nicht nur in Bayern: Auch bei unseren Nachbarn in Österreich.

Dort dürfen erstmals 16- und 17-jährige an die Wahlurnen und sich somit an der Zusammensetzung des Parlamentes beteiligen. (Quelle: burgenland.orf.at )

  • Werden Sie sich dafür stark machen - in Bayern und darüber hinaus - dass auch in Deutschland die Stimmen junger, engagierter Menschen in Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen Eingang finden?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Fritz Schmalzbauer
10Empfehlungen
25.09.2008
Fritz Schmalzbauer
Werte Frau ,

kurz und bündig: ich bin (wie auch im Landeswahlprogramm nachlesbar) für die Wahlberechtigung von jungen Menschen ab 16 Jahren. Entsprechend werde ich mich dafür einsetzen. Gleiches gilt für alle Bewohner Bayerns und der Bundesrepublik, unabhängig von ihrer Nationalität. Wer in einem Land lebt, arbeitet, zur Schule geht, sollte die Möglichkeit haben, die Parlamente auf allen Ebenen mitzubestimmne.

Mit besten Grüßen und der Hoffnung, dass in Österreich Heider keinen Fuß auf den Boden bringt,

Fritz Schmalzbauer
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Frage zum Thema Kultur und Medien
27.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordnetenkandidat Fritz Schmalzbauer,

Kennen Sie den Begriff "Zombie-Partei"?

Über Bündnis `90 / DIE GRÜNEN schreibt der Mitbegründer der Grünen Bundespartei (12. / 13. Januar 1980 in Karlsruhe) Klaus Schramm unter der Überschrift
Nekrolog - Einer Zombie-Partei zum 14-jährigen Jubiläum:

" ... Die Grünen hatten sich einst vier Prädikate über ihr Parteiprogramm geschrieben, an denen sie zu messen seien: sozial, ökologisch, basisdemokratisch und gewaltfrei. Die Gewaltfreiheit wurde bereits vor 1990 aufgegeben. Um nochmals Petra Kelly zu zitieren: "Noch vor einigen Monaten hieß es bei den Grünen: Nato bedeutet Aufrüstung, und die Nato kann kein Friedensbündnis sein. Jetzt heißt es plötzlich überall, daß die Nato eigentlich gar nicht so schlimm ist, daß wir drinbleiben und sie von innen reformieren sollen. Das ist nicht mehr gewaltfreie grüne Politik!" So war es für politisch bewußte Menschen nicht mehr weiter verwunderlich, daß Opportunisten und Karrieristen, die unsere Partei in jenen Jahren an sich gerissen hatten, 1999 den Krieg in Jugoslawien und 2001 den Afghanistan-Krieg unterstützten.

Daß sich mit Joseph Fischer, Fritz Kuhn, Renate Künast, Jürgen Trittin oder Rezzo Schlauch eben jene Opportunisten und Karrieristen seit 14 Jahren an der Spitze von "Bündnis 90 / Die Grünen" halten können, beleuchtet ein wenig, wie streng diese Partei inzwischen hierarchisch durchstrukturiert ist. Wer ein wenig Einblick hat, weiß, daß entgegen allen diskussionsfreudig und lebendig inszenierten Parteitagen die Hierarchisierung strenger noch als bei SPD oder CDU die parteiinternen Karrieren prägt - von Basisdemokratie blieb nichts mehr übrig...."
Quelle:
www.netzwerk-regenbogen.de

Was haben SIE alternativ wegen oben angeführter offenkundiger Skandale von "Bündnis `90 / DIE GRÜNEN" für Wählerinnen und Wähler wirklich attraktives zu bieten?

Antwort von Fritz Schmalzbauer
6Empfehlungen
28.09.2008
Fritz Schmalzbauer
Sehr geehrter Herr ,

ich habe, anders als einige unserer Parteimitglieder, keine "grüne" Vergangenheit. Tatsache aber ist, dass insbesondere die von Ihnen zitierte Nato-Mitgliedschaft und die aktive Bereitschaft, völkerrechtswidrige Kriege zu unterstützen, die Grünen beschädigt und die neu gegründete LINKE gestärkt hat. So gibt es bei den bayrischen Grünen selbst in Spitzenpositionen (Herr Montag) ausgewiesene Bellizisten.
Wie kann man derartige Entwicklungen verhindern? Ich denke, nicht allein die Struktur einer Partei, sondern ihre innere Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit wichtigen Fragen entscheidet über den Kurs. Ich meine, es muss möglich sein, in zentralen Fragen (Sozialpolitik, gesellschaftliche Ausrichtung, Krieg und Frieden) einen Mitgliederentscheid durchzuführen. Damit ist ein Schwenk wie bei Schröder (Agenda 2010) kaum von oben durchsetzbar.
"Karrieristen" im schlechten Sinne des Wortes werden sich kaum von vorneherein verhindern lassen. Ich kenne da einige Beispiele. Eine Partei muss jedoch die Fähigkeit bewahren, darüber offen zu reden und Leute in die Schranken weisen, die z.B. im zivilen Leben durch eigenes Zutun gescheitert oder stinkfaul sind und sich deshalb für lukrative Mandate bewerben. Nur: Wer soll beurteilen, ob das eigentliche Motiv etwas ganz anderes ist als die hehre Absicht, die Welt zu verbessern? Wer soll darüber entscheiden, ob nicht mit Frauenquoten oder Endlosdiskussionen ein völlig anderes persönliches Ziel verfolgt wird? Mit fällt da auch nichts Besseres ein, als auf den demokratischen Prozess zu setzen. Das wiederum setzt voraus, Demokratie in einer Partei durch kluge Entscheidungshilfen der Gremien zu ermöglichen und jedem Versuch der sektenhaften Abkapselung entgegenzuwirken.

Mit besten Grüßen
Fritz Schmalzbauer
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