Sehr geehrter Herr

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vielen Dank für Ihre Nachfrage. Die detaillierte Frage lässt vermuten, dass Sie sich mit diesem Thema recht intensiv beschäftigt haben. Soweit Bedarf besteht, biete ich Ihnen an, hierzu auch ein persönliches Gespräch zu führen.
Tatsächlich handelte es sich bei unserem Konzept um eine Münsterland-Euregio-Idee. Die Vernetzung sollte hierbei unter Nutzung des noch bestehenden WLE-Netzes und des heute verfügbaren DB-Netzes im Münsterland erfolgen. Die Anbindung des Euregio-Raumes war nicht im Detail geplant, jedoch als Option mit offen gehalten.
Gespräche hat es damals (inzwischen 15 Jahre her) auch mit Nachbarn gegeben. So gab es u.a. Treffen in Rheine, Warendorf und mit dem Kreis Coesfeld. Allerdings wurde seinerzeit keine konkrete Planung vorgenommen, hierzu war die Zeit wohl noch nicht "reif". Die Idee bestand eigentlich darin, das Münsterland durch eine ökologische Alternative zu vernetzen und in den städtischen Lebensräumen einen lokalen Schienenverkehr zu integrieren. Städte wie Münster hätten hierbei wesentlich mehr zu leisten gehabt, als die die vernetzten Städte, die nur geringe bis keine Schienen hätten bereitstellen müssen. Die Anbindung der Gemeinden Warendorf, Coesfeld, Borken, Steinfurt, sowie Rheine und Ibbenbüren hätte über das DB-Netz erfolgen können. Innenstadtverkehre wären nicht separat erforderlich gewesen. Kleinere Gemeinden, entlang der DB-, und WLE-Strecken wären über einen oder zwei kleine Haltestellen in das Netz eingebunden worden. (Deswegen auch der Name: StUB... Stadt-Umland-Bahn)
Der Flughafen FMO hätte hierbei auf der Strecke über Greven nach Osnabrück eine Anbindung finden können. Allerdings gab es hier in weiten Bereichen keine bestehende Trasse, die Vernetzung hätte über eine neue Schienenstrecke erfolgen müssen. Die Kosten hierfür konnten damals nicht ermittelt werden.
Die UWG hatte in der Vergangenheit stets den FMO als wichtigen Standortfaktor eingestuft. Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert. Allerdings sind die Entwicklungen des Flugverkehrs der letzten Jahre und zusätzlich bekannt gewordene Umweltprobleme durchaus eine intensive Betrachtung wert.
Einerseits entwickeln sich die Fluggastzahlen bei weitem nicht so, wie prognostiziert, andererseits ist der Erfolg des FMO-Gewerbeparks nicht wirklich positiv. Dazu die schwierige Finanzlage aller beteiligten Kommunen. Wir müssen das wenige zur Verfügung stehende Geld sinnvoll und nachhaltig einsetzen. Ob die dauerhafte Subventionierung eines FMO dazugehört, muss zumindest mit möglichst breitem Konsens geprüft werden. Die globale Erwärmung ist zusätzlich in eine "Kosten-Nutzen-Berechnung" mit aufzunehmen.
Ich gebe allerdings zu, dass ich als Berufspilot (Hubschrauber) möglicherweise nicht völlig neutral in der Bewertung eines Flughafens bin. In dieser Selbsteinschätzung halte ich mich bei der Diskussion um den FMO "vornehm" zurück, um persönliche Befindlichkeiten nicht zu stark bei diesem Thema mit einzubringen!
Mit freundlichen Grüßen
Fritz Pfau