Engelbert Clemens Wistuba (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Engelbert Clemens Wistuba
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ingenieur (FH)
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Anhalt
Landeslistenplatz
keinen, Sachsen-Anhalt
weitere Profile
(...) "Immer wieder hat es in der Bundesrepublik Erfolge rechtsextremistischer Gruppen oder Parteien gegeben, die stets nach kurzer Zeit wieder von der politischen Bühne verschwunden waren. Die spektakulären Erfolge der NPD in Sachsen haben klar gemacht: Wir haben es mit einer neuen Dimension einer alten Bedrohung zu tun.
Die Rechtsextremisten versuchen, sich neu zu formieren. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Engelbert Clemens Wistuba
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.02.2007
Von:

Werter Herr Wistuba,

da Sie aus unserem Wahlbezirk sind und der Gesundheitsreform zugestimmt haben, können Sie sicher sein, einige Stimmen bei der nächsten Wahl nicht mehr zu bekommen !!! Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit die etablierten Parteien (Wahlplatz 1-5) in unserem Wahlbezirk nicht mehr gewählt werden! Die letzten Justizentscheidungen (Hartz usw.) haben gezeigt, dass es hier in Deutschland nicht demokratisch zugeht. Die ,,Gesundheitsreform\" ist nun der Gipfel allen Übels. Es wird immer gesagt ,wir hätten kein Geld und müssten sparen ,trotzdem stimmen von uns gewählte Abgeordnete für eine Verlängerung des Antiterroreinsatzes,Verlängerung in Afghanistan usw. Israel bekommt mal so nebenbei U-Boote geschenkt usw. Und in deutschen Städten stehen deutsche Bürger an Suppenküchen!!! Deutschland ist momentan eine Interessensgesellschaft. Diese Interessensgesellschaft bedient sich und ihre Klientel, die andern werden für dumm gehalten und wenn nicht dumm dann für dumm verkauft. Was wollen Sie persönlich tun ,damit sich in Deutschland dies ändert???

MfG
Antwort von Engelbert Clemens Wistuba
3Empfehlungen
23.02.2007
Engelbert Clemens Wistuba
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Email vom 4.2.2007, in der Sie Ihre allgemeine Unzufriedenheit an der rechtlichen, gesellschaftlichen und demokratischen Verfasstheit der Bundesrepublik Deutschland und einigen Entscheidungen des Bundestages zum Ausdruck bringen.

In Ihrem Schreiben vermischen Sie diese unterschiedlichen Aspekte und Ebenen, stellen abschließend fest, dass Deutschland momentan eine "Interessensgemeinschaft" ist und haben mich gefragt, was ich persönlich dagegen tun möchte.

Um auf diese komplexen und unabhängigen Sachverhalten und Ihre Frage einzugehen, erlaube ich mir, dass ich mit der Beantwortung Ihrer abschließenden Grundsatzfrage beginne, bevor ich auf einige Aspekte Ihrer Aufzählungen eingehe.

Ich bin persönlich sehr froh, dass die Bundesrepublik Deutschland eine "Interessensgesellschaft´" und kein diktatorischer Staat ist, unter dem auch in unserem Bundesland die meisten Menschen noch bis vor 18 Jahren leiden mussten. Unser Grundgesetz, auf dem unsere demokratisch, gesellschaftliche Ordnung basiert, verbrieft zum Glück die "Interessensgesellschaft" in dem es z.B. in Artikel 9 das Recht Vereine und Gesellschaften zu bilden oder aber in Artikel 21 die Existenz und Handhabe von Parteien regelt. Vor diesem Hintergrund werde ich mich weiterhin dafür sogar einsetzen, dass wir eine ausbalancierte Interessensgesellschaft mit freien Medien und Gewaltenteilung bleiben. Dass Sie selber vom Grundgesetz und der "Interessensgesellschaft" durch Parteien und das Wahlrecht Gebrauch machen, zeigt Ihr Vorhaben, an den nächsten demokratischen Wahlen teilzunehmen. Genau von diesem Bürgerrecht und dem Wettbewerb der Parteien lebt unsere Demokratie. Ich bin froh, dass Sie davon Gebrauch machen, auch wenn ich mich natürlich freuen würde, wenn Sie für meine Partei stimmen würden.

Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich die Gesundheitsreform nicht als Gipfel allen Übels an, sondern freue mich, dass mit dieser Reform endlich zentrale offene Fragen und Probleme in unserem Gesundheitssystem angegangen wurden. Ich habe aus Überzeugung für diese Reform gestimmt. Sicherlich muss an vielen Fragen und Inhalten weitergearbeitet werden, weil die demographische Entwicklung auch in Zukunft für das Gesundheitssystem große Auswirkungen hat. Für Ostdeutschland gibt es viele nennenswerte Verbesserungen durch die Reform, die bisher viel zu wenig Beachtung gefunden haben. So gibt es ab jetzt einen hundertprozentigen Einkommensausgleich im Gesundheitsfonds. Das bedeutet, das es nach Einführung des Gesundheitsfonds es keine Rolle mehr spielt, wie das Einkommensgefälle zwischen Regionen oder zwischen Ost und West ist, wie viele Geringverdiener, oder auch wie viel Rentner oder Arbeitslose bei einer Kasse versichert sind. Damit bekommen jetzt die Ost-Kassen für jeden Versicherten den gleichen (Grund-) Betrag wie die Westkassen. Des weiteren verbessert die Öffnung der Krankenhäuser für spezialisierte ambulante Leistungen und seltene Krankheiten, durch die festgeschriebene Verbesserung der Versorgungssicherstellung, die Gesundheitsversorgung gerade in entsprechend strukturschwachen Regionen erheblich.

Die kürzliche Justizentscheidung zum Fall Peter Hartz ist eine rechtliche und keine politische Entscheidung gewesen. Damit ist und bleibt unser Land weiterhin genauso demokratisch wie es auch davor war. Dass Sie mit dem Gerichtsurteil nicht zufrieden sind, ist Ihr gutes Recht. Auch ich war persönlich nicht über diesen Ausgang erfreut.

Bezüglich des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan ist es aus meinen Augen wichtig und richtig, dass die Bundeswehr den Norden des Landes sichert und dort auch weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau leistet. Natürlich wäre es schön, wenn wir möglichst wenig Haushaltsmittel für Auslandseinsätze zur Verfügung stellen müssten. Im Rahmen unserer eigenen Außenpolitik und unserer Interessen, den Verpflichtungen gegenüber unseren Verbündeten sind diese Einsätze leider noch notwendig.

Ich hoffe, dass ich Ihre Frage ausführlich genug beantwortet habe. Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte erneut an mich oder kommen Sie doch einfach in meine Bürgersprechstunde in unserer Lutherstadt Wittenberg am 13.3.2007 zwischen 13.00 - 15.00 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen,

Engelbert Wistuba
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
03.06.2007
Von:

Sollte man warten bis die natürliche Regelung die Rente der Stasiopfer aus den Dikussionen eliminiert?

Ich bin der Meinung, daß jeder der Bundeskanzler wird oder werden will dieses Thema anspricht, aber dann schnell wieder vergißt.
Leider geht es den Verfolgern besser denn je.
Die Verfolgten dürfen nur zuschauen wie es den Halunken wieder besser geht.
Antwort von Engelbert Clemens Wistuba
bisher keineEmpfehlungen
20.07.2007
Engelbert Clemens Wistuba
Sehr geehrter Herr ,

die Diskussion über die so genannte "Opferrente" wurde sehr breit geführt und hat mit dem dritten Gesetz zur Verbesserung rehabilitierungsrechtlicher Vorschriften für Opfer politischer Verfolgung in der ehemaligen DDR zu einem konkreten Ergebnis geführt. Am 7. Mai 2007 wurde unter der Federführung des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag eine Anhörung veranstaltet, in der der Gesetzestext ausführlich diskutiert wurde. Positiv zu sehen ist z.B. die Verlängerung der Antragsfrist bis 31.12.2011, die besondere Zuwendung für Haftopfer in Höhe von 250 Euro und die Aufstockung der Mittel für die Stiftung für ehemalige politische Häftlinge.

Insofern kann man nicht davon sprechen, dass das Thema "Opferrente" unter den Tisch gekehrt wird. Das Gegenteil ist der Fall.

Mit freundlichen Grüßen
Engelbert Wistuba, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
05.06.2007
Von:

Wo und wie kann ich als ehemaliger politischer DDR-Häftling die Entschädigungsrente beantragen?
Antwort von Engelbert Clemens Wistuba
bisher keineEmpfehlungen
20.07.2007
Engelbert Clemens Wistuba
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die Sie über abgeordnetenwatch.de an mich gerichtet haben.

Ihren Antrag auf eine Entschädigungsrente können Sie bei jedem Gericht mit einer entsprechenden Begründung schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle erklären.

Mit freundlichen Grüßen
Engelbert Wistuba, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Inneres und Justiz
07.07.2007
Von:

Sehr geehrter Hr. Wistuba

nach einigen beruflich bedingt mobilen Jahren überlege ich mir derzeit ernsthaft eine Stelle in einem interessanten Unternehmen in Ihrem Wahlkreis zu übernehmen und dort natürlich auch meine Familie mitzunehmen.

Leider höre ich in der Presse immer wieder über eine hohe rechtsextreme Kriminalität in Ihrem Wahlkreis und - dies ist für mich der bedenkliche Teil - scheinbar eine gewisse "Nicht Sehen, Nicht hören, Nicht Reden" Mentalität in den dafür zuständigen Behörden und z.T. auch der Lokalpolitik. siehe
www.spiegel.de 0,1518,491935,00.html

Dass es in Ostdeutschland ein entsprechendes Potential gibt, ist kein Geheimnis, kenne ich aus meiner Jugend und ich glaube, dass Sie mir zustimmen, dass dieses nicht die Leitkultur sein oder werden darf.

Ich habe keine Lust in einem rechtsradikalisierten und rassistischen Umfeld zu leben und möchte dies schon gar nicht meinen Kindern zumuten. Dies ist aus meiner Sicht ein GRAVIERENDER Standortnachteil.

Was ist Ihre Sicht des zitierten Sachverhaltes und der rechtsextremistischen Problematik? Wie sind Sie in diesem Umfeld aktiv? Warum würden Sie mir trotzdem empfehlen eine Tätigkeit in Ihrer Region aufzunehmen und nicht in Westdeutschland, der EU, den USA oder weiter in Asien zu arbeiten und zu leben?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Engelbert Clemens Wistuba
1Empfehlung
20.07.2007
Engelbert Clemens Wistuba
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage im Zusammenhang mit dem Thema Rechtsextremismus in Deutschland.
Auf der SPD-Homepage stark-gegen-rechts.spd.de lesen Sie folgendes:
"Immer wieder hat es in der Bundesrepublik Erfolge rechtsextremistischer Gruppen oder Parteien gegeben, die stets nach kurzer Zeit wieder von der politischen Bühne verschwunden waren. Die spektakulären Erfolge der NPD in Sachsen haben klar gemacht: Wir haben es mit einer neuen Dimension einer alten Bedrohung zu tun.
Die Rechtsextremisten versuchen, sich neu zu formieren. Die sich verändernden Erscheinungsformen der Rechtsextremisten bestätigen unsere Überzeugung, dass wir es mit einer dauerhaften Problematik zu tun haben. Das zeigen nicht zuletzt die erschütternden Untersuchungen, die belegen, wie sehr rechtsextremes Gedankengut mitten in der Bevölkerung verbreitet ist.
Die SPD nimmt die Auseinandersetzung an. Die SPD ist als zivilgesellschaftliche Organisation im Alltag präsent und verwirklicht als verantwortungsbewusste politische Kraft in Parlamenten und Regierungen eine Politik, die den Rechtsextremen das Wasser abgräbt. Unser Internet-Auftritt soll eine Orientierungshilfe für den Umgang mit Rechtsextremisten sein.
Handlungsempfehlungen, weiterführende Materialien sowie aktuelle Informationen sollen die lokale Arbeit gegen Rechts wirksam unterstützen".

Null Toleranz für Nazis – das ist auch meine Devise. Deshalb unterstütze ich die Aktionen, die Sie auf der angegebenen Homepage finden. Für Neonazis und Fremdenfeindlichkeit darf in unserer Gesellschaft kein Platz sein.

Sachsen-Anhalt ist gerade für die Wirtschaft ein interessantes Bundesland. Im Bereich Solartechnik und Erneuerbare Energien wurde in den letzten Jahren viel geleistet. Viele Investoren entdecken deshalb Ihre Möglichkeiten und setzen sich mit dem Standort Sachsen-Anhalt auseinander. Warum sollten Sie das nicht auch tun.

Mit freundlichen Grüßen
Engelbert Wistuba, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.07.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

mich würde interessieren wie Ihr Stellung zu der neuen, alten Linken Partei ist, identifizieren Sie sich mit der Aussage des Herrn Beck oder tendieren Sie zu den Ansichten des Herrn Wowereit? Sie werden sich sicherlich nicht aus taktischen Gründen dazu äußern wollen, aber als gewählter Volksvertreter hätte ich gern Ihre Meinung dazu gewusst.
Antwort von Engelbert Clemens Wistuba
3Empfehlungen
20.07.2007
Engelbert Clemens Wistuba
Sehr geehrter Herr ,

die Partei "Die Linke" setzt sich aus der SED-Nachfolgepartei PDS und der WASG zusammen. Sie vertritt Positionen, die ich nicht teile. Wo Populismus auf Bundesebene zum Programm wird, kann nichts Gutes wachsen. Klaus Wowereit hat sich in Berlin für eine Kooperation entschieden. Dort wird auf der Basis vernünftiger Entscheidungen Politik für Berlin gemacht. Ich finde es auch legitim, wenn der Parteivorsitzende Kurt Beck seine Einschätzung äußert, dass er sich solche Kooperationen in westdeutschen Bundesländern nicht vorstellen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Engelbert Wistuba, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Engelbert Clemens Wistuba
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.