Einführung der Lebensmittel-Ampel
Einführung der Lebensmittel-Ampel
Die Mehrheit im Europäischen Parlament hat sich gegen die Einführung einer Lebensmittel-Ampel ausgesprochen. Selten wurde ein Streit zwischen Befürwortern und Gegnern im Verbraucherschutz so verbissen ausgetragen wie der Kampf um die Ampel.
Hintergrundinformationen
Die Lebensmittel-Ampel wurde ursprünglich in Großbritannien entwickelt, um die Fettleibigkeit von Kindern zu minimieren. Ausgewiesen werden jeweils der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz. Die Kennzeichnung erfolgt farblich abgestuft in den Farben Grün für einen niedrigen, Gelb für einen mittleren und Rot für einen hohen Gehalt. Die Werte richten sich nach Angaben der britischen Lebensmittelbehörde Food Standards Agency (FSA) und beziehen sich auf jeweils 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter des Produktes (vergl. Wikipedia). Durch die Einführung in Großbritannien wurde die Ampel auch in Deutschland immer wieder ins Gespräch gebracht.

Insbesondere die Verbraucherschutzverbände fordern seit langem vehement ihre Einführung. Laut einer Studie der Verbraucherorganisation Foodwatch ermöglicht die Ampelkennzeichnung eine deutlich einfachere Einschätzung von Fett, Zucker und Salz gegenüber der von der Industrie entwickelten GDA-Kennzeichnung. Beim Vergleich ähnlicher Produkte konnten durch die Ampelkennzeichnung deutlich mehr Studienteilnehmer die kalorienhaltigeren Produkte identifizieren als durch die herkömmliche Kennzeichnung. Kritiker der Ampelkennzeichnung argumentieren, dass eine Farbkennzeichnung Grundnahrungsmittel diskriminierten und z. B. die eher minderwertigen Lebensmittelimitate sowie Lebensmittel mit künstlichen anstelle natürlicher Komponenten bevorzugten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit "wäre so eine Fehl- und Mangelernährung weiter Teile der Bevölkerung vorprogrammiert," heißt es in einem Bericht der im Gesetzgebungsprozess federführenden Abgeordneten Renate Sommer.

Die Abstimmung im EU-Parlament galt lange Zeit als offen. Kritiker und Befürworter hielten sich in etwa die Waage. Mit 30 zu 30 Stimmen verpasste die Ampel im März knapp die Mehrheit im zuständigen Umweltausschuss. Im Verlauf der weiteren parlamentarischen Beratung wurde schließlich deutlich, dass sich für die Gesetzesinitiative keine Mehrheit findet.

So wurde die Ampel in einer separaten Einzelabstimmung mit 398 Nein-Stimmen zu 243 Ja-Stimmen mehrheitlich abgelehnt. Angenommen wurde dagegen eine generelle Verbessung der Lebensmittelkennzeichnung (zum Abstimmungsverhalten...).


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Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #7
Die CSU aus unseren Wahlkreis hat sich gegen die Ampel auf Lebensmitte entschieden, ich und meine Familie werden uns auch gegen die CSU bei der Komunal und EU Wahl entscheiden. Lobbyistenpack.
von: Keine CSU mehr
am: 21.02.2014 14:52
Kommentar #6
Nur die Linken haben komplett für die Ampel gestimmt,nicht einmal die grüne Farktion war dazu in der Lage.Traurig.
von: M.Müller
am: 04.03.2011 10:34
Kommentar #5
Es war leider von den Konsovatiefen und Neoliberalen ( Lobbyistentreue)nicht anders zu erwarten ,daß die Ampelkarte keine Abstimmungsmehrheit findet.
Die Ampelkarte ( Vorschlag Verbraucherschutz) ist meiner Meinung nach eine gute und auch für ältere Menschen erkennbare Kennzeichnung.Bitte überdenken Sie Ihr weiteres abstimmungs verhalten!

Mit besten Grüßen
Wolfgang Hofmann
von: HofmannWolfgang
am: 30.12.2010 19:23
Kommentar #4
Wäre auch zu einfach gewesen !
Aber hier geht es ja "nur" um unsere Gesundheit. Es wird wohl kaum jemand das Kleinstgedruckte auf den Verpackungen lesen wenn er im Supermarkt steht. Rot, Gelb und Grün wären schon für 3-jährige verständlich.
Da frage ich mich wirklich ob hier tatsächlich die Interessen der Verbraucher vertreten werden - meine jedenfalls nicht.
von: Herbe Enttäuschung
am: 22.12.2010 15:33
Kommentar #3
Ich verstehe nicht, das die EU-Abgeordneten bei solch wichtigen Gesetz für alle Verbraucher mit nein stimmen können. Sie, als EU-Abgeordneter des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, sollten in erster Linie die Interessen des Bürgers vertreten und nicht als Handlanger der Lebensmittelindustrie. Welche Ggenargumente haben Sie? Haben Sie Ihre Abstimmung mit Ihren Wählern vorher diskutiert? Insgesamt hat man den Eindruck, dass fast alle Abgeordneten nur ihre eigenen Interessen vertreten und sie sich "schmieren" lassen.
von: Udo Klahr
am: 27.11.2010 14:00
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