Sehr geehrter Herr

,
die Stadt Stuttgart weiß um den Bedarf an Betreuungsplätzen, nimmt diesen sehr ernst und baut daher den Betreuungsbereich für Kinder seit Jahren kontinuierlich weiter aus. Stuttgart hat die Versorgung von Kleinkindern seit dem Jahr 2002 von ca. 10 % der Kleinkinder auf derzeit rund 31 % verbessert, das heißt es wurden in diesem Zeitraum rund 3.400 Plätze geschaffen.
Auch in den letzten Jahren lag der Schwerpunkt des Ausbaus vor allem beim Ausbau von Kleinkindplätzen, da die Kommunen hier die gesetzlichen Vorgaben des Bundes zur Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab August 2013 erfüllen müssen. Dies stellt alle Kommunen vor große Herausforderungen, da sie den größten finanziellen Beitrag zu leisten haben.
Der Stuttgarter Gemeinderat hat im letzten Doppelhaushalt 2010/2011 erhebliche Mittel zum weiteren Ausbau der Kinderbetreuung bereitgestellt, so dass weitere rund 1.000 Kleinkindplätze geschaffen werden können. Die Umsetzung dieser Maßnahmen nimmt natürlich - je nach Größe der Vorhaben - entsprechende Zeit in Anspruch. Damit hat Stuttgart als eine der wenigen Großstädte die vom Bund vorgegebenen Versorgungsquote für Kleinkinder von 35% schon vorzeitig erreicht.
Es ist jedoch klar, dass wir in Stuttgart einen weitaus höheren Bedarf haben und es trotz der großen finanziellen Anstrengungen leider immer noch an einem ausreichenden, flächendeckenden Angebot für verschiedene Altersgruppen fehlt. Deshalb wird die Stadt Stuttgart das begonnene massive Ausbauprogramm der letzten Jahre kontinuierlich weiter verfolgen. Auch bei den demnächst beginnenden Haushaltsplanberatungen für die Jahre 2012 und 2013 wird das Thema Kinderbetreuung wieder ein Schwerpunktthema sein. Ich bin überzeugt, dass der Stuttgarter Gemeinderat den bedarfsgerechten quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindbetreuung auch in den nächsten Jahren mit bedeutenden finanziellen Mitteln unterstützen wird, so dass sich die Betreuungssituation für die Familien weiter verbessern wird.
Grundsätzlich sehe ich jedoch auch die Notwendigkeit, dass sich sowohl der Bund als auch das Land finanziell hier stärker einbringen müssen, damit die Kommunen das Ziel der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zeitnah erreichen können.
In Ihrem konkret geschilderten Fall bedauere ich sehr, dass Sie für Ihren Sohn bislang noch keinen Krippenplatz gefunden haben und dass die Suche nach einem Betreuungsplatz sich sehr aufwändig gestaltet. Bitte zögern Sie nicht, sich mit unserer Familieninformationsstelle im Jugendamt in Verbindung zu setzen (e-mail:
familieninfo@stuttgart.de; Tel.: 216-91020;). Die Sprechzeiten vor Ort sind Montag, Dienstag, Mittwoch (9.00 – 13.00 Uhr), Dienstag und Donnerstag (14.00 – 18.00 Uhr). Hier können Ihnen die Kolleginnen und Kollegen in Ihrem Fall Hilfe geben und hoffentlich eine Lösung finden.
Des weiteren haben wir in Stuttgart auch ein umfangreiches Netz von Tagesmüttern und möglicherweise kann die Betreuung durch eine Tagesmutter eine Alternative für Sie sein. Die beiden Vermittlungsstellen in Stuttgart beraten und unterstützen qualifiziert bei der Suche nach einer Tagesmutter: Tagesmütter-Börse Caritas Verband Stuttgart, Tel. 0711/210 69 62, und der Tagesmütter- und Pflegeeltern Verein, Tel. 0711/61 27 91. Anträge auf eine Bezuschussung können dort jeweilig gestellt werden, auch können die Stellen Auskunft geben, wie hoch die Höhe des Zuschusses sein wird.
Ich hoffe, dass Sie über die oben genannten Möglichkeiten eine Lösung für Ihre ganz konkrete Situation finden. Sie können sich sicher sein, dass ich den quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung in Stuttgart in den nächsten Jahren weiterhin deutlich unterstütze und es hier bald zu einer Entspannung für die Familien kommen wird.
Mit freundlichen Grüßen aus dem Stuttgarter Rathaus
Dr. Wolfgang Schuster