Dr. Volker Wissing (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Volker Wissing
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
22.04.1970
Berufliche Qualifikation
Richter am Landgericht a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Vorsitzender des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages
Wohnort
Barbelroth
Wahlkreis
Südpfalz
Ergebnis
12,7%
Landeslistenplatz
2, Rheinland-Pfalz
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(...) Sie schreiben vollkommen zu Recht, dass die Finanztransaktionssteuer die einzelnen finanziellen Aktivitäten der Marktakteure belastet. Diese sind aber per se nicht unbedingt schlecht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
06.02.2010
Von:

Debatte um Steuersünder-Datei

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing,

ich habe Sie am Rande einer Wahlveranstaltung zu Möglichkeiten der Politik zur Bekämpfung von Steueroasen angesprochen. Ich habe Ihre Antwort so in Erinnerung: Ja, an die Millionäre kommen wir sowieso nicht ran, die können ihr Geld international investieren, wenn sie in Deutschland zu hoch besteuert werden. Ich habe das etwas resigniert zur Kenntnis genommen. Umso seltsamer finde ich es nun, wenn ihre Parteikollegen, sich vehement gegen den Ankauf der Steuer - CDs aussprechen. Was soll man als ehrlicher Steuerzahler davon halten?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Dr. Volker Wissing
16Empfehlungen
09.02.2010
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 6. Februar 2010.

Ich kann mich noch gut an das Gespräch mit Ihnen erinnern und freue mich deshalb, dass Sie mir die Gelegenheit bieten meine damalige Antwort zu präzisieren. In der Tat ist es so, dass Millionären ganz andere Anlagemöglichkeiten zur Verfügung stehen, als dem Normalbürger. Das geht von der besseren Beratung durch die Bank bis hin zu bestimmten Anlageformen, die erst ab einem bestimmten Anlagenvolumen angeboten werden. Der steuerliche Gestaltungsspielraum bei Geldvermögen ist bedeutend größer, als der abhängig Beschäftigter, denen die Steuer direkt vom Gehalt abgezogen wird.

Die FDP unterstützt den Bundesminister der Finanzen in seinem entschiedenen Vorgehen gegen Steuerhinterziehung, dieses darf aber nicht zu Lasten der Rechtsstaatlichkeit gehen. Der Finanzminister muss dafür Sorge tragen, dass die Entscheidungen der Finanzbehörden gerichtsfest sind. Es wäre fatal für die Steuermoral in unserem Land, wenn die Gerichte die Verwertung der Daten für unrechtmäßig erklärten. Dann würde der öffentliche Eindruck entstehen, dass der Rechtsstaat Steuerhinterziehung auch noch legalisiert. Der Staat hätte sich nicht nur in eine rechtsstaatliche Grauzone begeben und Steuergelder für nicht legal verwertbare Informationen verschwendet, er wäre gleichzeitig in der kaum erträglichen Situation, Steuerhinterziehung ungeahndet lassen zu müssen. Mit dem Ankauf der CD wäre der Steuergerechtigkeit in Deutschland damit ein Bärendienst erwiesen worden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
09.02.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing,

die Erneuerbaren Energien sorgen bei einem normalen Haushalt für Mehrkosten von mindestens 100 Euro.
Quelle: www.welt.de

" Strom in Deutschland wird erheblich teurer
Die gesetzlich festgelegte Umlage für erneuerbare Energien sorgt bei einem großen Haushalt für Mehrkosten von mindestens 100 Euro. An dieser Umlage kommt niemand vorbei. Daher erhöhen die Anbieter auch im März die Preise. WELT ONLINE stellt die schlimmsten Preistreiber vor.

Deutsche Stromkunden müssen sich auf kräftige Preiserhöhungen in diesem Jahr einstellen. "Ich rechne damit, dass ein großer Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 7000 Kilowattstunden 2010 mindestens 100 Euro alleine für die Solarstromförderung zahlen muss", sagte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZVB) WELT ONLINE. Grund dafür ist die sogenannte EEG-Umlage. Diese gesetzlich festgelegte Unterstützung für Betreiber von Anlagen, die erneuerbare Energien produzieren, zahlen alle Stromkunden über ihre normale Rechnung. Und zwar unabhängig davon, ob sie Öko- oder Atomstrom beziehen. Seit Anfang des Jahres ist die EEG-Umlage vereinheitlicht und beträgt 2,047 Cent."

Warum stoppt die FDP, die jetzt Regierungsverantwortung trägt, nicht endlich den wirtschaftlichen Unsinn mit den Erneuerbaren Energien, die unsere Volkswirtschaft riesige Summen Geld kostet?
Antwort von Dr. Volker Wissing
17Empfehlungen
10.02.2010
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 9. Februar 2010.

Auch ich habe den von Ihnen erwähnten Artikel mit großem Interesse gelesen. Einmal mehr zeigt sich, dass die Forderung nach einem raschen Atomausstieg ziemlich eindimensional ist. Eine verantwortungsbewusste Ausstiegspolitik beschränkt sich nicht auf die Forderung nach der Abschaltung von Atomkraftwerken, sondern konzentriert sich vor allem auf die gesicherte Energieversorgung des Landes. Die FDP ist nicht für Atomenergie, die FDP ist aber für Arbeitsplätze, für den Wirtschaftsstandort Deutschland und für sozialverträgliche Energiepreise. Ich hätte es daher sehr begrüßt, wenn Herr Röttgen nicht nur einen raschen Ausstieg aus der Atomenergie gefordert, sondern gleichzeitig ein Konzept vorgelegt hätte, wie dieses mit niedrigen Energiepreisen und einer gesicherten Energieversorgung im Einklang zu bringen ist. Die Energiepolitik von Herrn Röttgen leidet hier unter einer offensichtlichen Diskrepanz. Einerseits kürzt er die Zuschüsse für die Solarenergie, was ich für richtig halte, andererseits will er schneller aus der Atomenergie aussteigen. Diese Politik wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.

Die FDP verfolgt einen anderen Ansatz. Wir wollen Atomenergie so lange wie nötig und den Ausstieg sobald wie möglich. Uns reicht es nicht, einen Ausstieg aus der Atomenergie zu fordern, wir wollen den Einstieg in eine nachhaltige Energiewirtschaft. Wir reduzieren Energiepolitik nicht auf das Thema "Atomausstieg", für uns ist der Ausstieg untrennbar verbunden mit sozialverträglichen Energiepreisen und Versorgungssicherheit. Sollte die Union einen Weg aufzeigen, wie sich ein schneller Atomausstieg ohne höhere Energiepreise und ohne eine Gefährdung der Energieversorgung bewerkstelligen lässt, wird die FDP sie dabei unterstützen. Leider ist Herr Röttgen ein entsprechendes Konzept schuldig geblieben, was ich sehr bedauere.

Die FDP sieht die Notwendigkeit einer temporären Subventionierung erneuerbarer Energien, diese muss aber zeitlich und auch in der Höhe begrenzt sein. Energie darf nicht zum Luxusgut werden. Genau aus diesem Grund plädiert die FDP dafür, den Atomausstieg sozial- und wirtschaftspolitisch verantwortlich zu gestalten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
10.02.2010
Von:
-

Sehr geehrter Herr Dr.Wissing!
Ich zittiere aus Wikipedia, Begriff "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland": "Im Rahmen des Zwei-plus-Vier-Vertrages, der den Weg zur Deutschen Wiedervereinigung ebnete, wurde der Abzug der sowjetischen Truppen bis zum 31. Dezember 1994 vereinbart. (...) Als Gegenleistung verpflichtete sich Deutschland der Sowjetunion rund 15 Milliarden DM zur Deckung der Kosten für die Rückführung, für Umschulungsmassnahmen und für den Aufbau von Wohnungen zu tragen". Zahlreiche Medien verkündeten damals den Aufbau von modernen neuen Städten für die heimkehrenden sowjetischen Soldaten, mit Krankenhäusern, Schulen und sonstiger komplexen Infrastruktur.
Bei den veranschlagten ca. 7,5 Milliarden für den Wohnungsbau müssten ca. 150.000 Wohnungen entstanden sein (bei einem Quadratmeterpreis von 1.000,-DM und durchnittlicher Größe von 50 m2; das waren die damaligen Preise in der Sowjetunion).
Trotz intensiver Bemühungen ist es mir noch nie gelungen, auch noch eine kleinste Information über die Verwendung dieser Gelder in den Medien zu finden. Keine Reportage, kein Intervieu mit den nun glücklich fürs deutsche Geld wohnenden Soldaten, keine Fotos von den entstandenen Schulen und Kitas! Totales Schweigen, als ob es verordnet wäre!
Warum wurde die deutsche Öffentlichkeit bis heute nicht darüber informiert, wer und wo die Wohnanlagen entworfen und gebaut hat, wer hat die Aufträge erhalten und warum die damals noch vorhandenen Plattenbau-Kapazitäten der ehemaligen DDR dabei nicht genutzt wurden?
Ich vermute, dass der größte Teil der Gelder durch die sowjetische Nomenklatura veruntreut worden ist. Das war für die Genossen die letzte Gelegenheit, sich zu bereichen, es herrschte Torschlusspanik. Wieviel von dem Geld in der Schweiz gelandet ist, kann man sich vorstellen.
Meine Frage ist: Warum und von wem ist dieses Thema zum Tabu erklärt worden? Kann der Finanzausschuss des Bundestages ein kleines Lichtlein in die Angelegenheit bringen?
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Volker Wissing
13Empfehlungen
24.02.2010
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 10. Februar 2010.

Beigefügt finden Sie die Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Heinrich Kolb, vom 12. April 1994 auf eine schriftliche Frage des Abgeordneten Simon Wittmann (CDU/CSU). In der Antwort sind nicht nur die genauen Beträge aufgeführt, sondern auch die Firmen, an welche die entsprechenden Aufträge vergeben wurden.

Desweiteren schicke ich Ihnen zwei Artikel aus dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zu dem, von der Bundesregierung finanzierten, Bau von Wohnungen in Russland für die aus Deutschland abgezogenen russischen Soldaten.

Der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages ist nicht für den Wohnungsbau im Zusammenhang mit dem Abzug der russischen Truppen zuständig. Der Finanzausschuss beschäftigt sich vor allem mit der Einnahmeseite des Bundeshaushaltes, für die Kontrolle der Ausgaben ist hingegen der Haushaltsausschuss zuständig. Gleichwohl würde ich mich freuen, wenn die übermittelten Informationen hilfreich für Sie wären.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
10.02.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordndeter,

die FDP sieht in ihrem Liberalen Sparbuch für den Einzelplan 23 (BM wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ) u.a. folgende Einsparungen vor:

minus 125.00 Euro durch Einsparung eines Staatssekretärs
minus 500.000 Euro bei Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit
minus 150.00 Euro bei Veröffentlichungen/Dokumentation
minus 600.000 Euro durch Überprüfung der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit
minus 1.500.000 Euro im Bereich Forschung
minus 100.000 Euro bei Tagungen
minus 4.000.000 im Bereich Förderung der entwicklungspolitischen Bildung
minus 500.000 im Breich Förderung der Sozialstruktur
minus 2.000.000 bei der Förderung entwicklungswichtiger Vorhaben privater deutscher Träger

Können Sie mir und Ihren Wählern versprechen und zusagen, dass Sie diese (und andere) begründbaren Kürzungen im Bundeshaushalt 2010 vornehmen werden, zumal die FDP das betroffene Ressort führt?

Beste Grüße
Antwort von Dr. Volker Wissing
12Empfehlungen
24.02.2010
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 10. Februar 2010.

Beigefügt finden Sie ein Positionspapier der FDP-Bundestagsfraktion zum so genannten Liberalen Sparbuch. Das liberale Sparbuch war ein Beschluss der FDP-Bundestagsfraktion und ist als solcher auch von den jetzigen Mitgliedern der Bundesregierung mitgetragen worden. Ich gehe davon aus, dass diese die Umsetzbarkeit der entsprechenden Sparvorhaben prüfen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch umsetzen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
10.02.2010
Von:
-

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing,

die erneuten Aktivitäten von Herr Kusch haben das Thema Beihilfe zur Selbsttötung (Assistierter Suizid) ja wieder in die Medien gebracht. Sind Sie als Abgeordneter mit der jetzigen gesetzlichen Regelung zu diesem Thema zufrieden oder würden Sie eine der folgenden Gesetzesinitiativen unterstützen?

a) Ein Verbot der Beihilfe zur Selbsttötung

b) Ein Verbot der organisierten Beihilfe zur Selbsttötung

Wären Sie ggf. auch bereit, selber die Initiative für eine solche Gesetzesänderung zu ergreifen?

Da eine solche Abstimmung sicherlich wieder ohne Fraktionszwang erfolgen würde, interessiert mich besonders Ihre persönliche Meinung zu diesem Thema.

Mit freundlichen Grüßen

-
Antwort von Dr. Volker Wissing
14Empfehlungen
24.02.2010
Dr. Volker Wissing
Sehr geehrter Herr -,

vielen Dank für Ihre Frage vom 11. Februar 2010.

Der Gesetzgeber kann und soll nicht alle ethischen Fragen allgemeinverbindlich beantworten. Gerade im Bereich Sterbehilfe oder Selbsttötung ist das Strafrecht ein nur sehr bedingt geeignetes Instrument. Das eigentliche Problem ist doch weniger die Beihilfe zur Selbsttötung als die Lebensmüdigkeit von Menschen. Wichtiger als ein Verbot sind für mich daher umfassende Beratungs- und Hilfsangebote für Menschen in Krisensituationen. Ziel einer Gesellschaft muss es sein, alles daran zu setzen, Menschen in einer verzweifelten Situation zu helfen. Das Strafrecht dient dazu Schaden von der Gesellschaft fernzuhalten. Ein Suizid, egal ob mit oder ohne Beihilfe, richtet sich zunächst einmal gegen den Betroffenen selbst.

Selbsttötungen waren und sind ein trauriges und tragisches Phänomen. Im Zusammenhang mit Suiziden halte ich das Strafrecht für kein angemessenes Instrument.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Volker Wissing, MdB
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