Dr. Rolf Mützenich (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Rolf Mützenich
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Diplom Politikwissenschaftler
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Köln III
Landeslistenplatz
67, Nordrhein-Westfalen
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(...) Die Bundeswehr wird dem Manöver in Georgien fernbleiben. (...) Angesichts des jüngsten Krieges in Georgien, der derzeitigen Aufarbeitung der Ereignisse und den Bemühungen um ein besseres Verhältnis zu Russland durch die NATO hätte ich mir eine Überprüfung und Suspendierung der Planungen gewünscht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
09.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Mützenich,

die SPD hat sich, laut Wahl-o-mat, gegen die Teilkapitalisierung der DBAG und für den Verbleib das Gesamtkonzerns ausgesprochen. Bis zum Ausbruch der Weltwirschaftskriese hat Herr Tiefensee aber mit Herrn Medorn den Börsengang der DBAG vorrangetrieben und massiv dafür geworben und das trotz eines Parteitagsbeschlusses der SPD in dem maximal eine "Bürgeraktie" zur Kapitalgewinnung ausgegeben werden sollte.

Meine Frage: bleibt die SPD nun dabei das die DBAG zu 100% beim Bund bleibt und wieviel Einfluss sollte der Bund als Eigentümer auf die Entscheidungen der DBAG haben?

Meine zweite Frage ist eher kommunaler natur und betrifft ihren Wahlkreis Köln. Die Stadt Köln spricht sich seit der Eröffnung der NBS Köln-Frankfurt für einen Ausbau der Hohenzollernbrücke aus. Der Abschnitt zwischen Köln HBF und Porz ist kronisch überlasstet, so das die Anbindung der Flughafens eher mager ist. Linksrheinisch gibt es nicht einmal eine S-Bahnverbindung nach Bonn. In der gesammten Eifel gibt es gerade mal noch eine eingleisiege Strecke von Euskirchen nach Geroldstein mit Anbindung nach Köln und Bonn. Die DB vernachlässigt den ÖPNV wo sie kann.
Leider wurde dieser Bereich sowohl in den Konjunkturpaketen wie auch bei der Föderalismus Reform schlicht weg übersehen. Nahverkehr muss von den Ländern "bestellt" werden und der Bund finanziert faktisch nur Prestigeprojekte der DB.
Zuschüsse die die DB für das Streckennetz und die Bahnhofunterhaltung erhällt wandern in die Bilanz der DBAG statt in Ausbau- und Renuvierungsprojekte.

Meine Fragen: gibt es im Bund keine Lobby für den ÖPNV?
Ist der Bund als Eigentümer des Netztes hier nicht in der Pflicht die DBAG besser zu kontrolieren?
Müssen ÖPNV Projekte nicht auch vom Bund unterstütz werden, wenn Kommunen und Länder diese nicht mehr alleine Stämmem können?
Gibt es überhaupt eine Dialog mit den Ländern was den ÖPNV betrifft?

vielen Dank für ihre Antworten!
Antwort von Dr. Rolf Mützenich
1Empfehlung
10.09.2009
Dr. Rolf Mützenich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen. Zur Zukunft der Deutschen Bahn heißt es in unserem Wahlprogramm:

"Wir wollen mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Um die Attraktivität des Schienenverkehrs weiter zu erhöhen, setzen wir auf ein leistungsfähiges Schienennetz, auf attraktive, barrierefreie Bahnhöfe, eine gute Vertaktung der unterschiedlichen Angebote und ein kundengerechtes, leicht verständliches Tarifsystem. Die Bahn muss stark, wettbewerbsfähig und kundenfreundlich sein. Eine Zerschlagung der Deutschen Bahn AG lehnen wir ab. Die Bahn soll auch künftig als integrierter Konzern bestehen bleiben. Wir werden die ausreichende finanzielle Ausstattung der Bahn in der kommenden Legislaturperiode gewährleisten. Deshalb findet eine Kapitalprivatisierung nicht statt, auch nicht teilweise."

Die Privatisierungspläne sind vom Tisch. Zudem gibt es neue Fakten: So hat Herr Mehdorn beispielsweise notwendige Modernisierungen und Investitionen u.a. bei den S-Bahnen zurückgestellt und die Gewinne nicht in die Sicherheit der Bahnstrecken investiert, um möglichst gut für den angestrebten Börsengang aufgestellt zu sein. Das S-Bahn-Chaos in Berlin ist u.a. eine Folge dieser Politik.

Zur Ihrer zweiten Frage möchte ich Ihnen sagen, dass der Bund durchaus - zuletzt im Konjunkturpaket II entsprechende Mittel für die Kommunen bereitgestellt hat. Im von der SPD maßgeblich initiierten Konjunkturprogramm II erhält NRW mit insgesamt 2,844 Milliarden Euro Finanzhilfen des Bundes den größten Anteil. 965 Millionen Euro davon werden für die kommunale Infrastruktur bereitgestellt, für Köln sind 27,7 Millionen für den ÖPNV und die kommunale Infrastruktur bereit gestellt, die bislang jedoch nur schleppend abgerufen wurden. Nach meinen Gesprächen mit dem neuen OB Jürgen Roters gehe ich davon aus, dass sich dies bald ändern wird. Unter anderem hat er in den vergangenen Wochen die Verbesserung des ÖPNV und dessen Sicherheit als dringlich hervorgehoben.

Ich selbst habe mich in meinem Wahlkreis u.a. dafür stark gemacht, die Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahnstrecke in Nippes weiter voranzubringen und die Sanierung von S-Bahnhaltestellen (z.B. Chorweiler-Nord) unterstützt. Zudem haben die Kölner SPD-Abgeordneten in den letzten Jahren beim Verkehrsministerium zusätzliche Mittel ein geworben und sich sowohl für die S-Bahn-Verbindung vom Flughafen Richtung Bonn, wie auch für die bessere Anbindung vom Flughafen in Richtung Aachen sowie eine höhere Wagonzahl eingesetzt.

In der Hoffnung, Ihre Fragen damit beantwortet zu haben, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

Rolf Mützenich
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Frage zum Thema Internationales
13.10.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Mützenich.

Laut Reuters de.reuters.com hat Deutschland Ende September zwei neue U-Boote an Israel ausgeliefert. Sie wurden in der HDWWerft in Kiel gebaut und von israelischen Technikern und Ingenieuren für das Abschiessen von mit Atombomben bestückten Marschflugkörpern aufgerüstet.

Deutschland hat die ersten beiden U-Boote an Israel nach dem ersten
Golfkrieg geschenkt und bezahlte die Hälfte am dritten. Das heisst, die
ersten drei Boote, 1999 und 2000 geliefert, sind mit 1,1 Milliarden Mark
aus dem Bundesetat subventioniert worden.

Die zwei neuen die gerade ausgeliefert wurden kosten jeweils 500 Millionen
Euro, weil eine aufwendigere Antriebs-Technologie verwendet wird. Von den 1
Milliarde Euro zahlt Deutschland 1/3 der Kosten oder 333 Millionen Euro.

Jerusalem will bei der HDWWerft ein sechstes U-Boot der Dolphin-Klasse
bestellen und wünscht sich – wie bei bisherigen Booten – eine
millionenschwere Subvention aus dem Bundeshaushalt. Die Bundesregierung hat
den Bau des sechsten Bootes bereits 2006 genehmigt.

Verstößt diese Lieferung nicht gegen das deutsche
Kriegswaffenkontrollgesetz (KrWaffKontrG), welches als Ausführungsgesetz zu
Artikel 26 Abs. 2 des Grundgesetzes 1961 in Kraft trat?

Darin verbietet Paragraph 6 unter anderem die Lieferung von Waffen an ein
anderes Land, wenn "die Gefahr besteht, dass die Kriegswaffen bei einer
friedensstörenden Handlung, insbesondere bei einem Angriffskrieg,
verwendet werden." Die Lieferung von Kriegswaffen in Krisengebiete ist
damit untersagt. Und der Nahe Osten ist wohl DAS KRISENGEBIET schlechthin.

Meine Fragen an Sie:

1. Verstoßen diese Leiferungen gegen das KrWaffKontrG ?
2. Warum soll der Steuerzahler diese Subventionen / Geschenke bezahlen?
3. Sind deutsche Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie wichtiger als Frieden?

Ich bedanke mich schon im Voraus für Ihre Anworten.

MfG

Musiol

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