Dr. Rainer Wend (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Dr. Rainer Wend
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Bielefeld
Ergebnis
47,2%
Landeslistenplatz
keinen, Nordrhein-Westfalen
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Frage zum Thema Steuern
12.09.2005
Von:

Hallo Herr Wend,

zum Thema Mehrwertsteuererhöhung gibt es dieser Tage eine rege Diskussion.

Die CDU hat sich vorgenommen, Anfang 2006 die Mehrwertsteuer um 2 Prozentpunkte zu erhöhen.

Hans Eichel hatte neulich angeregt, den ermäßigte Mehrwertsteuersatz für gewisse Dinge streichen zu wollen. Ferner gab es in der SPD auch vor mehreren Wochen Stimmen, die sich für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ausgesprochen haben. Der Kanzler hatte heute in der ARD gesagt, daß es auch nach der Wahl keine Mehrwertsteuererhöhung geben wird.

Kann man unter einer Regierung Schröder auch weiterhin sicher sein, daß es keine Erhöhung der Mehrwertsteuer in der nächsten Legislaturperiode geben wird und ebenso keine anderen verdeckten Steuererhöhungen in anderen Bereichen, die den Konsum insgesamt ebenfalls zurückgehen lassen könnten und das sehr schwache Wirtschaftswachstum noch mehr bremsen könnten?

Danke für eine Antwort.
Antwort von Dr. Rainer Wend
1Empfehlung
15.09.2005
Lieber Herr ,

ich kann nur wiederholen, was Bundeskanzler Gerhard Schröder bereits auf zahlreichen Wahlkampfveranstaltungen und in Fernsehinterviews betont hat: Mit der SPD wird es keine Erhöhung der Mehrwertsteuer geben, da eine solche Steuererhöhung niedrige Einkommen und vor allem Rentner über
die Maßen belasten würde.

Insofern gehe ich nicht davon aus, dass es Steuererhöhungen geben wird, die sich negativ auf den Konsum auswirken werden. Vielmehr muss es nach den vergangenen Jahren der eisernen Haushaltsdisziplin in den kommenden Jahren auch wieder die Nachfrageseite stärken.

Zu Hans Eichel: Das Finanzministerium hat bereits mehrere Male betont, dass die angeblichen Streichliste frei erdacht und vermutlich gezielt lanciert worden ist. Der Staatssekretär und der zuständige Abteilungsleiter sind sogar bereit, die Nichtexistenz solcher Sparpläne zu beeiden.

Mit den besten Grüßen

Rainer Wend
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Frage zum Thema Verteidigung
14.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Wend.

Ich habe zwei Fragen an Sie, die erste wäre: wie stehen Sie zur Vergangenheit ihrer Partei in bezug auf Friedrich Ebert. Welcher zu Zeiten der Weimarer Republik sich dazu entschlossen hatte Freikorps einzusetzen, um die Revolten der frühen Weimarer Republik niederzuschlagen, bei denen Hunderte ehemaliger Sozialdemokraten sowie Kommunisten ums Leben kamen. Die Dringlichkeit dieser Frage liegt darin, das ich mich noch nie ( mit 24 Jahren) dazu entschließen konnte SPD zu wählen aus eben diesen genannten Gründen. Ich werde wegen diesen Ereignissen auch diesmal mit der Zweitstimme nicht SPD wählen können aus pazifistischer und sozialer Überzeugung. Ich habe aber noch die Erststimme.!!

Meine zweite Frage wäre: Warum sie in ihrer kleinen Zeitung „Bielefeld vor der Wahl“ in dem Artikel „ Ich bin stolz Sozialdemokrat zu sein „ behaupten das Sie stolz seien der SPD anzugehören weil sie die älteste und größte Partei Deutschlands ist. Das sie die größte Partei ist bestreitet keiner, aber jeder der sich einwenig mit Politik auskennt weiß das die Zentrums Partei, welche ja auch dieses Jahr wieder antritt, die älteste Partei Deutschlands ist.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Rainer Wend
bisher keineEmpfehlungen
15.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre zwei Fragen zu denen ich gern Stellung nehme:

Das Zentrum existiert meiner Kenntnis nach als organisierte Mitgliederpartei erst seit der Weimarer Republik. Zuvor (ab 1870) gab es in der Tat eine Parlamentsfraktion des Zentrums, die jedoch über keinerlei bedeutende Parteiorganisation verfügte. Die SPD hingegen wurde 1890 gegründet, wenn man den Allgemeinen Deutschen Arbeiter Verein als direkten organisatorischen Vorläufer mitzählt, existiert die deutsche Sozialdemokratie als organisierte Mitgliederpartei sogar bereits seit 1863. Von allen heute noch relevanten politischen Kräften verfügt die SPD mit Sicherheit über die traditionsreichste Parteiorganisation.

Von Beginn an hat die Sozialdemokratische Partei in ihrer Mitte immer Platz für Pazifistinnen und Pazifisten gehabt. Jedoch war die SPD niemals eine deklariert pazifistische Partei. Die deutsche Sozialdemokratie hat vielmehr ein positives Verhältnis zur Landesverteidigung und auch zu den republikanischen Streitkräften. Sozialdemokraten werden jederzeit eine demokratisch gewählte Regierung, die durch einen militärischen Putsch gefährdet ist, mit Streitkräften schützen.

Ohne Zweifel gibt es auch schwarze Stunden in der Geschichte der Sozialdemokratie. Die von Ihnen angesprochene Noske-Politik zählt eindeutig dazu. Mit diesen dunklen Seiten der eigenen Vergangenheit hat sich die SPD stets kritisch auseinandergesetzt. Jedoch halte ich es für falsch, die über 140-jährige Geschichte meiner Partei, auf diese Momente zu reduzieren – gerade auch in Anbetracht der vielen sozialdemokratischen Persönlichkeiten wie Lasalle, Bebel, Willy Brandt und aktuell Gerhard Schröder, die sich mit aller Kraft und häufig gegen erbitterten Widerstand und unerträgliche Anfeindungen für den Frieden eingesetzt haben. Eine aktuell anstehende Wahlentscheidung von einem Fehler der Vergangenheit – der übrigens mittlerweile klar als solcher erkannt, benannt und aufarbeitet wurde – abhängig zu machen, halte ich daher nicht für richtig. Ich bin überzeugt davon, dass sich die SPD von allen politisch relevanten Kräften derzeit am glaubhaftesten und engagiertesten für soziale Gerechtigkeit und Frieden in unserem Land einsetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Wend
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
15.09.2005
Von:

Hallo Herr Dr. Wend,

Im Jahre 1935 wurde per Gesetz festgelegt, dass Deutschland in Kehrbezirke für Schornsteinfeger einzuteilen ist. Ich meine es wird höchste Zeit, diesen Balast los zu werden. Wie sehen Sie dieses Thema?
Mit freundlichen Grüssen.
H-J.
Antwort von Dr. Rainer Wend
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16.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

wie sie vermutlich wissen, gibt es derzeit Klagen vor dem EuGH gegen das deutsche Schornsteinfegergesetz. Deshalb hat die Bundesregierung Brüssel eine Liberalisierung des Schornsteinfegergesetzes zugesagt. Dieses Gesetz unterliegt jedoch der Zustimmungspflicht des Bundesrates. Bei den Verhandlungen zwischen Bundesregierung und den Ländern hat es bislang keine Einigung gegeben. Ich gehe jedoch davon aus, dass nach den Bundestagswahlen am 18. September die Debatte um die Reform des Schornsteinfegergesetzes schnell wieder aufgenommen wird und es anschließend bald zu einer gesetzlichen Regelung kommt.

Mit den besten Grüßen

Rainer Wend
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
16.09.2005
Von:
Fey

Sehr geehrter Herr Dr. Wend,
Sie haben sich mehrfach, u.a. in der Financial Times Deutschland am 29. August 2005, für die komplette Abschaffung des Gentechnikgesetzes stark gemacht. Sie haben diesem Gesetz Ihrer Bundesregierung im Bundestag aber doch zugestimmt, oder? Kennen die grünen Wählerinnen und Wähler in Bielefeld ihren Meinungsumschwung, denn sie sollen Ihnen doch die Erststimmen von Britta Haßelmann geben?
Antwort von Dr. Rainer Wend
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16.09.2005
Sehr geehrte Frau Fey,

die besagte Frage der FTD war sehr verfänglich formuliert, weil sie keine Differenzierung und Begründung zuließ. ABSCHAFFEN will ich das Gesetz nicht, allerdings bin ich mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass es an einigen Punkten einer Überarbeitung bedarf.

Ich selber gehöre nicht der grünen Partei an. Aus diesem Grund teile ich nicht immer alle Meinungen und Ansichten des kleinen Koalitionspartners, ebenso wie viele Grüne mit Sicherheit nicht alle Ideen gutheißen, die in der SPD diskutiert werden. So unterscheiden sich ohne Zweifel Britta Hasselmanns und mein eigener Standpunkt zum Gentechnikgesetz. Dennoch bin ich ein großer Befürworter rot-grüner Politik, da sie der beste Garant für ein friedfertiges, soziales, tolerantes und auch ökologisch nachhaltig wirtschaftendes Deutschland ist. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass auch in Zukunft eine rot-grüne Bundesregierung das Beste für unser Land ist. Alle Bielefelder, die dies ähnlich sehen und die rot-grüne Koalitionsoption unterstützen, können ihre Stimmen am wirkungsvollsten einsetzen, indem sie meine Person mit der Erststimme und Britta Hasselmann mit der Zweitstimme unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Wend
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