Dr. Rainer Tabillion (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Rainer Tabillion
Jahrgang
1950
Berufliche Qualifikation
Diplom Biologe, Mikrobiologe
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Sankt Wendel
Landeslistenplatz
3, Saarland
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Die Selbstverständlichkeit mit der inzwischen auch in Deutschland der Einsatz militärischer Mittel als geeignet zur Erreichung humanitärer, aber immer auch politischer Ziele angesehen wird, bereitet mir grundsätzlich Probleme. (...) Ich habe auch die jüngste Verlängerung der Afghanistan Mandate abgelehnt, weil ich nicht ansatzweise eine Strategie erkennen kann, die in absehbarer Zeit zu einer Beendigung der Engagements führt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
19.08.2008
Von:
Jan

Sehr geehrter Herr Tabillion,

das Problem gestohlener Kundendatensätze geht durch die Medien und zerrt die Frage nach dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und all den Fragen, die damit verknüpft sind einmal mehr hervor.

Wie glauben Sie, dass man die Bürger vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten schützen kann?

Warum werden unbescholtene Bürger wie Gesetzesbrecher behandelt (= erkennungsdienstlich erfasst, mit Kameras überwacht...) und nicht vor Übergriffen (z.B. unerwünschte und illegale Telefonwerbung, illegale Abbuchungen vom Konto etc.) wirksam geschützt?

In diesem Zusammenhang: welche konkreten Erfolge haben die Einschränkungen der persönlichen Freiheit der Bürger im "Kampf gegen den Terror" (oder auch sonst) gebracht? Was haben diese Maßnahmen gekostet?

Mit freunlichen Grüßen
Antwort von Dr. Rainer Tabillion
1Empfehlung
27.08.2008
Dr. Rainer Tabillion
Sehr geehrter Jan !

1.

Zu Ihrer Anfrage ist zunächst festzuhalten, dass der Verkauf oder die Weitergabe von Kontoverbindungsdaten verboten sind, ebenso steht das Ausspähen von Daten unter Strafe. Dennoch werden illegal erworbene Daten offenbar in großem Stil gehandelt. Die gesetzlichen Regelungen sind vorhanden, sie scheinen jedoch die Täter nicht genügend abzuschrecken. Ein effektiveres Datenschutzgesetz erscheint hier notwendig. Der Skandal und immer neue technische Möglichkeiten machen die Tragweite des Themas Datenschutz deutlich. Denn auch die Mehrzahl der Bevölkerung hinterlässt scheinbar arglos bei Bonuskarten oder Gewinnspielen, beim Einkauf oder bei Foren im Internet Datenspuren. Zudem werden bei Vertragsabschlüssen zusätzlich oft überflüssige Daten erhoben. Die Weitergabe eines Teils dieser Daten ist erlaubt, wer es nicht will, muss dem zur Zeit noch widersprechen. Deshalb befürwortet die SPD-Bundestagsfraktion zur Stärkung der Selbstbestimmung der Verbraucher ein Verbot von Daten ohne ausdrückliche Zustimmung. Ein generelles Verbot des Datenhandels wird jedoch abgelehnt. Weiter fordert die SPD-Bundestagsfraktion eine Stärkung der Datenschutzaufsicht zur Bekämpfung rechtswidriger Praktiken des Datenhandels durch die Schaffung eines Datenschutzgütesiegels und begrüßt ausdrücklich die Forderungen von Bundesjustizministerin Zypries nach einer Erhöhung der Bußgelder und nach der Abschöpfung von Gewinnen aus rechtswidrigem Datenhandel.

2.

Mit erkennungsdienstlicher Behandlung meinen Sie wohl die Erfassung von Fingerabdrücken nach dem neuen Passgesetz. D. h. wer einen neuen Reisepass beantragt, muss hierzu seine Fingerabdrücke erfassen lassen. Hierdurch ist es den Behörden möglich die biometrischen Pässe auch elektronisch zu lesen. Die Union wollte die Abdrücke bei den Einwohnermeldeämtern dauerhaft speichern lassen. Durch den Einsatz der SPD müssen sie nun nach Erstellung des Passes vernichtet werden. Solche biometrischen Pässe hat die europäische Union seit 2004 verbindlich vorgeschrieben. In Deutschland ist nur der sog. offene Einsatz der Videoüberwachung zur Verhütung von Straftaten an einzelnen Kriminalitätsschwerpunkten erlaubt und keine flächendeckende Überwachung. Verbraucher werden künftig besser vor unerwünschten Werbeanrufen geschützt. Das Kabinett hat am 30.07.08 einen Gesetzentwurf beschlossen, nach dem es bei unerlaubter Telefonwerbung künftig Geldbußen gegen Firmen von bis zu 50.000 Euro geben kann. Werbeanrufe sollen künftig nur noch dann zulässig sein, wenn der Angerufene ausdrücklich eingewilligt hat. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.

3.

Sie fragen, welche Erfolge die Maßnahmen zur Terrorbekämpfung gebracht haben? London und Madrid scheinen schon vergessen zu sein? Auch Djerba, wo Deutsche unter den Opfer waren. Zwei schöne Beispiele für den Erfolg von Terrorbekämpfungsmaßnahmen sind das vereitelte Attentat auf den Straßburger Weihnachtsmarkt mit anschließender Blitzfestnahme der vier Attentäter in Frankfurt und die Festnahme von drei Terrorverdächtigten, die im Sauerland mit 730 Kilogramm Wasserstoffperoxid eine Bombe, mit einer Wirkung von 550 Kilogramm TNT, herstellen wollten. Die 26 Kilo-Bombe von Strassburg hätte eine Menge unschuldiger Menschen das Leben gekostet. Zum Vergleich, die Rucksackbomber von London hatten bei ihren Anschlä-gen 2005 jeweils drei bis fünf Kilogramm Sprengstoff im Rucksack. Die Täter im Sauerland wurden nach einem halben Jahr Dauerüberwachung gefasst, als sie damit begannen, aus den Chemikalien den Sprengstoff zusammen zurühren. Sicher rufen die Maßnahmen zur Terrorbekämpfung die berechtigte Frage hervor, wie viel Überwachung nötig ist um unsere Freiheit zu gewähren und zu schützen und wie viel Überwachung das Gegenteil bewirkt. Der Staat befindet sich hier in einem Spannungsfeld. Zum einen muss er für die Sicherheit der Bürger sorgen und zum anderen sich aber auch für die Wahrung der Privatsphäre und der Grundrechte seiner Bürger einsetzen. Die Kosten für solche Maßnahmen sind schwer zu schätzen und setzen sich aus unterschiedlichsten Positionen zusammen. Wir sollten lieber fragen, was uns unsere Sicherheit wert ist.

Grundsätzlich gilt: Information ist in unserer Gesellschaft zu einer zentralen Ressource und zu einer Grundlage bedeutender Wertschöpfung geworden. Das bringt es mit sich, dass wir uns im Spannungsfeld zwischen freiem Zugang zum Informationspool für Alle und effizienter Missbrauchsvermeidung befinden. Hier stellt sich dem Gesetzgeber und den Vollzugsbehörden in der Tat eine komplexe Zukunftsaufgabe: Sie erfordert insbesondere mit denen Schritt zu halten, die Informationstechnologie für illegale Zwecke einsetzen.

So konnten in Deutschland bisher durch die Aufmerksamkeit der zuständigen Behörden größere Anschläge verhindert werden. Prävention beginnt allerdings bei der Verantwortung jedes Einzelnen der Informationen zugänglich macht oder nutzt. Es gibt viele Möglichkeit sich über Risiken der Informationsgesellschaft zu informieren und sie zu minimieren.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Rainer Tabillion
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Frage zum Thema Internationales
08.10.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Tabillion,

zum Afghanistankrieg erschien am 5.10.08 in Spiegel online ein Bericht unter der Überschrift:

Britischer General gibt Afghanistankrieg verloren.

Nach allgemeiner Auffassung sind die von Kriegsbefürwortern angegebenen Ziele (Beispiel: Wiederaufbau) ohne einen Sieg über die Taliban nicht erreichbar.
Warum soll man eine Schule bauen, wenn diese später von den Taliban zerstört wird?

Laut Deutscher Welle vom 7.10.08 hat auch der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan die Möglichkeit eines militärischen Sieges über die Taliban ausgeschlossen.

Wie lange darf nach Ihrer Meinung das Ende des sinnlosen Sterbens noch hinausgezögert werden?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Rainer Tabillion
6Empfehlungen
04.11.2008
Dr. Rainer Tabillion
Sehr geehrte Frau ,

ich teile ihre kritische Einschätzung zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, wobei ich den Begriff "Afghanistankrieg" für die deutsche Verantwortung nicht gelten lassen möchte. Ich kann aus eigener Anschauung sagen, dass die Bundeswehr im Norden des Landes ihre Aufgaben, die im wesentlichen darin bestehen sich selbst und die dort tätigen Hilfsorganisationen zu schützen, sowie beim Aufbau in afghanischer Verantwortung stehender militärischer polizeilicher und administrativer und ziviler Strukturen behilflich zu sein, in hoch engagierter Weise wahrnimmt.

Wenn man dieses Aufgabenspektrum allerdings als generelle Grundlage für Auslandseinsätze der Bundeswehr zugrunde legt, könnte man damit eine ganze Reihe solcher Engagements begründen. Ausschlaggebend für die Mission der Bundeswehr in Afghanistan war denn auch der Wunsch der amerikanischen Administration Deutschland möge sich am Kampf gegen den internationalen Terrorismus beteiligen und sozusagen auch deutsche Sicherheitsinteressen am Hindukusch verteidigen. So wie sich die Gesamtsituation in Afghanistan entwickelt hat und sich nach den Plänen des designierten US-Präsidenten verschärft entwickelt wird wohl eher das Gegenteil erreicht.

Ich habe im deutschen Bundestag deshalb gegen die Verlängerung des ISAF Mandats gestimmt, weil für mich keine klare Perspektive erkennbar ist, wie Konflikte jenseits militärischer Mittel etwa durch Einbeziehung der Taliban in einen Friedensprozeß oder durch eine zeitnahe Übernahme der Verantwortung für die künftige Entwicklung durch die großen Ordnungsmächte der Region regionalisiert und gelöst werden können. Ich werde auch künftigen Verlängerungen von entsprechenden Engagements nicht zustimmen, solange sie nicht mit einer klaren Strategie zu einem schnellen Abschluss des deutschen Engagements in Afghanistan verbunden sind.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Rainer Tabillion
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Frage zum Thema Gesundheit
11.11.2008
Von:

Jeden Abend zwischen 19.15 Uhr und 20.00 Uhr fliegen über Ottweiler militärische Flugzeuge.
Was tragen Sie in Bezug auf Fluglärm zum Schutz der Bevölkerung bei? Sind Ihnen die Übungen der aus- und inländischen Militärs über unserer Heimat wichtiger ist als die Gesundheit der Bevölkerung und die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Rainer Tabillion
3Empfehlungen
13.11.2008
Dr. Rainer Tabillion
Sehr geehrter Herr ,

für Ihren Ärger über die regelmäßige Belästigung durch Tiefflüge im nördlichen Saarland habe ich vollstes Verständnis. Ich wohne ja selbst in dieser Region und kenne das Problem aus eigener Anschauung.

Lange bevor der teilweise extreme Fluglärm zu einem breit diskutierten Thema wurde habe ich bereits im Mai 2006 den Bundesverteidigungsminister auf die unhaltbaren und für die Bewohnerinnen und Bewohner des nördlichen Saarlandes unzumutbaren Zustände hingewiesen. Zugleich habe ich das Ministerium um nähere Informationen über die aktuelle Tiefflugpraxis gebeten und auf die Einhaltung der Betriebszeiten und Beschränkungen der Flugzeiten hingewiesen. Die Antwort aus dem Verteidigungsministerium war unbefriedigend und hat mir deutlich gemacht, dass bei der militärisch-politischen Führung wenig Sensibilität gegenüber unserem Lärmproblem herrscht.

Inzwischen nehmen sich auch andere lokale und regionale Gremien sowie die Landesregierung des Themas an. Es gibt Aussicht auf eine Verringerung des Flugbetriebs durch eine Flexibilisierung der bisher eng abgegrenzten Übungsräume.

In diesem Sinne werde ich auch weiterhin meine Möglichkeiten nutzen um eine Verringerung des Tiefflugbetriebs im Sinne der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt Ottweiler und der Region insgesamt zu erreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Rainer Tabillion, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
12.12.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Tabillion ,
im Saarland wird von offiziellen Stellen die Neugliederung der Bundesländer (auf beispielsweise fünf) abgelehnt. Die finanziellen Einsparungen bewegten sich im Peanuts-Bereich und 80 Prozent der Saarländer wünschten die Eigenständigkeit, wird suggeriert.
Diese Einschätzung wird in Diskussionen in meinem Bekanntenkreis stark bezweifelt. Wenn schon das kleinste Bundesland, aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer, als selbständige Einheit erhalten werden soll, sei die Frage erlaubt, warum der Landtag beispielsweise 51 Abgeordnete stark sein muss. Etwa ein Abgeordneter also für 20.000 Einwohner. Im Gegensatz dazu beträgt das Verhältnis in Nordrhein-Westfalen etwa 110.000 zu eins. Niemand wird mir weismachen können, dass in diesem Bereich und in der übrigen Landesverwaltung kein größeres Einsparpotenzial als die vorgegebenen Peanuts vorhanden ist.
Die Sparwilligkeit der Verantwortlichen bezweifle ich spätestens seit der Entscheidung nach den Landtagswahlen in den 80er Jahren, die Abgeordnetenzahl auf 51 zu erhöhen statt auf 49 zu reduzieren, um einen möglichen Gleichstand zu vermeiden. Das wäre angesichts der damaligen Schuldenlast von etwa sieben Milliarden DM zumindest ein positiver Fingerzeig gewesen.
Gestatten Sie mir, die damalige Entscheidung als negatives Beispiel gegen die grundsätzliche Sparwilligkeit der Entscheidungsträger anzuführen.
Freundliche Grüße -
Antwort von Dr. Rainer Tabillion
4Empfehlungen
02.02.2009
Dr. Rainer Tabillion
Sehr geehrter Herr ,

Es existiert bisher kein überzeugendes Modell mit dem sich die Interessen der Saarländerinnen und Saarländer besser vertreten ließen als in der Form eines selbständigen Bundeslandes. Auch wenn das politische Gewicht des Saarlandes unter der derzeitigen Landesregierung erheblich abgenommen hat, würde beispielsweise ein einfacher Anschluss des Saarlandes an Rheinland-Pfalz weder den Interessen des Saarlandes gerecht, noch denen eines effizienteren Föderalismus.

Die politische Eigenständigkeit des Saarlandes ist andererseits kein Selbstzweck. Wenn der Erfolg der Region oder die saarländische Identität im Wesentlichen davon abhängen würde, ob es eine eigene Landesregierung hat oder nicht, wäre das keine gute Basis für die Zukunft der Region an Saar und Blies. Das Saarland muss sich in der Tat über seine ökonomischen und kulturellen Standortqualitäten, eine konkurrenzfähige Metropole Saarbrücken und über seine wirtschaftlichen Kernkompetenzen definieren. Und über seine besondere Lebensqualität an der Schnittstelle zu Frankreich. Allerdings sollten sie nicht verkennen, dass Erfolg oder Misserfolg einer Region eng damit zusammenhängen, wie sie ihre Anliegen auf den politischen Bühnen darstellen und durchsetzen kann.

Ob nun der saarländische Landtag 49 oder 51 Abgeordnete haben sollte erscheint vor diesem Hintergrund bedeutungslos. Was im Saarland in dieser Hinsicht in den letzten Jahren wirklich versäumt wurde war eine gründliche Organisationsreform des Saarlandes insgesamt. 52 selbständige Gemeinden, 5Landkreise, ein Umlandkreis und eine komplette Landesregierung sind schon eine ganze Menge um eine Million Einwohner zu "verwalten". Aber bis heute sind allenfalls einige zaghafte Kooperationsmodelle auf dem Weg.

Vor dem Hintergrund der wohl auch im Rahmen der zweiten Stufe der Föderalismusreform nicht gelösten Finanzkrise der Haushaltsnotlageländer und in Anbetracht zahlreicher Reibungsverluste des aktuellen föderalen Aufbaus schließe ich in der nächsten Dekade eine Diskussion über eine Reduzierung der Zahl der Bundesländer auf einige wenige nicht aus. Entscheidend wird sein ob die Menschen eine Neuordnung als Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse verstehen.
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Frage zum Thema Kampf gegen Piraten
21.12.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Tabillion,

warum haben Sie gegen den Einsatz gestimmt?

Mir freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Rainer Tabillion
4Empfehlungen
29.01.2009
Dr. Rainer Tabillion
Sehr geehrter Herr ,

die Selbstverständlichkeit mit der inzwischen auch in Deutschland der Einsatz militärischer Mittel als geeignet zur Erreichung humanitärer, aber immer auch politischer Ziele angesehen wird, bereitet mir grundsätzlich Probleme. Das äußert sich in dem von ihnen angesprochenen Abstimmungsverhalten. Ich habe auch die jüngste Verlängerung der Afghanistan Mandate abgelehnt, weil ich nicht ansatzweise eine Strategie erkennen kann, die in absehbarer Zeit zu einer Beendigung der Engagements führt.

Es gibt neue hoffnungsvolle Akzente der Obama Regierung sich bei der Lösung von Konflikten und bei der Vertretung amerikanischer Interessen militärisch zurückzunehmen. Ich weiß, dass gerade Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf diese Karte der Gesprächsdiplomatie setzt. Umso mehr ist es an der Zeit, dass Deutschland und insbesondere die Partei des Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt ein Zeichen für die Endlichkeit seines militärischen Engagements insbesondere in Afghanistan setzt und eine programmatische Grundlage für die künftige Rolle der Bundeswehr im Innern und Äußern entwickelt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Rainer Tabillion
Ergänzung vom 29.01.2009
Sehr geehrter Herr ,

die Selbstverständlichkeit mit der inzwischen auch in Deutschland der Einsatz militärischer Mittel als geeignet zur Erreichung humanitärer, aber immer auch politischer Ziele angesehen wird, bereitet mir grundsätzlich Probleme. Das äußert sich in dem von ihnen angesprochenen Abstimmungsverhalten. Ich habe auch die jüngste Verlängerung der Afghanistan Mandate abgelehnt, weil ich nicht ansatzweise eine Strategie erkennen kann, die in absehbarer Zeit zu einer Beendigung der Engagements führt.

Es gibt neue hoffnungsvolle Akzente der Obama Regierung sich bei der Lösung von Konflikten und bei der Vertretung amerikanischer Interessen militärisch zurückzunehmen. Ich weiß, dass gerade Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf diese Karte der Gesprächsdiplomatie setzt. Umso mehr ist es an der Zeit, dass Deutschland und insbesondere die Partei des Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt ein Zeichen für die Endlichkeit seines militärischen Engagements insbesondere in Afghanistan setzt und eine programmatische Grundlage für die künftige Rolle der Bundeswehr im Innern und Äußern entwickelt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Rainer Tabillion
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