Sehr geehrter Herr

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herzlichen Dank für Ihre Fragen. Lassen Sie mich vorweg sagen, dass ich die Heraufsetzung des Renteneintrittsalters für absolut notwendig und alternativlos halte. Immer höhere Lebenserwartung und immer geringere Lebensarbeitszeit, das geht auf Dauer einfach nicht zusammen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung um eine zweistellige Jahreszahl erhöht. Da halte ich eine Erhöhung des Renteneintrittsalters um zwei Jahre für zumutbar.
Die Erhöhung wird übrigens auch für Beamte kommen, da wird es keine Sonderregelung geben. Auch die Pensionen von Beamten wurden de facto bereits verkürzt. Ebenso wie die Wochenarbeitszeit in fast allen Bundesländern für Beamte verlängert wurde. Das Zerrbild, an Beamten seien alle Kürzungen vorrüber gegangen, stimmt nicht.
Dass Beamte nicht in die Rentenversicherung einzahlen liegt an der grundsätzlichen Struktur. Danach erhalten Beamte vom Staat die Sicherheit des Lebensunterhalts - und zwar lebenslang - und sind diesem dafür in einem besonderen Treueverhältnis verbunden. So dürfen Beamte etwa nicht streiken um Lohnerhöhungen zu erkämpfen.
Allerdings bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass wir eine grundlegende Reform des Beamtentums brauchen. Viele, die heute noch Beamte sind, etwa Lehrer oder Professoren, müssen das nicht unbedingt sein. Verbeamtet werden sollten nur diejenigen, die wirklich hoheitliche Aufgaben übernehmen, etwa Richter oder Polizisten.
Wir Liberale haben uns viele Gedanken gemacht, wie die Beschäfitgungschancen älterer Menschen erhöht werden können. Wenn wir uns anschauen, wie sich die Arbeitslosenraten Älterer entwickelt haben, stößt man auf einen interessanten Zusammenhang: Je mehr Vergünstigungen es für Ältere gab: Frühverrentungsmöglichkeiten, längerer Bezug von Arbeitslosengeld und so weiter, desto weniger wurden in den Unternehmen Ältere beschäftigt. Hier müssen wir umsteuern. Für ein Unternehmen darf es nicht durch Sonderregelungen nachteilig sein, Ältere einzustellen. Im übrigen haben wir jetzt schon in einer ganzen Reihe von Branchen Facharbeitermangel. Da sind auch Ältere wieder gefragt. Das wird in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen.
Mit besten Grüßen
Rainer Stinner