Dr. Michael Pardon (WASG)
Kandidat Abgeordnetenhauswahl Berlin 2006
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Dr. Michael Pardon
Jahrgang
1947
Berufliche Qualifikation
Dipl.-Ing. f. Automatisierung/Informationstechnik
Ausgeübte Tätigkeit
selbstständig, Unternehmer
Wohnort
-
Wahlkreis
Marzahn-Hellersdorf WK 4
Ergebnis
5,4%
Landeslistenplatz
3, Marzahn-Hellersdorf
Fragen an Dr. Michael Pardon
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Frage zum Thema Gesundheit
13.09.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Pardon,
mit Interesse verfolge ich die politischen Vorstellungen der WASG und spreche Sie insbesondere als Kandidaten für Marzahn-Hellersdorf an. CDU und SPD schieben die erforderliche Reform des Gesundheitssystems hin und her, um letztlich die Hauptlast wie stets den kleinen Leute aufzubürden. Von den anderen Parteien kommen auch keine zielführenden Entwürfe. Wie sieht die WASG ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem ? Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Michael Pardon
bisher keineEmpfehlungen
14.09.2006
Dr. Michael Pardon
Sehr geehrter Herr , vielen Dank für Ihre Frage. Das Thema Gesundheitswesen berührt zwar immer mehr Bürgerinnen und Bürger unseres Landes insbesondere die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen. Aber die entscheidenden Gesetze werden durch die Bundesregierung und den Bundestag beschlossen und der Einfluß der Landespolitik oder aus dem Bezirk darauf ist sehr gering. Klar, keine der bisher regierenden Parteien hat ein Konzept für ein mehrheitlich vom Volk akzeptiertes, sicheres und zukunftfähiges Gesundheitssystem vorgelegt. Eigentlich ist das für eine kapitalistische Gesellschaft auch kaum möglich. Denn die Macht liegt beim Groß-Kapital und dessen Handlanger und nicht beim Volk. Oder glauben Sie die mächtigen Pharmakonzerne mögen ihre Profite teilen. Oder die über 250 Krankenkassenwarte verzichten auf ihre Pfründe. Oder die Reichen und Privaten würden sich gemein machen mit dem "gewöhnlichen" Volk ? Letztlich nehmen auch noch die Regierenden einen Großteil der vom
Volk eingesammelten vielen Milliarden einen Teil um "im Namen des Volkes" z.B. Rüstungsausgaben zu finanzieren, wie unlängst der Referent eines Forums in Marzahn- Hellersdorf zum Thema "Gesundheitssystem - sozial oder unsozial?" Chefarzt a.D. Dr. Erhard Thomas nachwies. "Die nächsten Kriege wurden stets im tiefsten Frieden vorbereitet und zwar auch mit Geldern aus dem Gesundheitswesen." Und die nächste Finanzierungslüge ward von den Regierenden geboren. Ja, die Schieflage im Gesundheitssystem ist "hausgemacht." Aber was können wir Linken hier tun ? Sicher mit einem eigen en Konzept, das im Rahmen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse dennoch ein einigermaßen funktionierendes und solidarisches Gesundheitssystem gewährleistet und politisch mehrheitsfähig entwickelt wird.
Grundsatz muß sein, dass alle Bürger und Bürgerinnen einschließlich der vom Gesundheitssystem partizipierenden Ausländer für die Finanzierung aufkommen, z.B. durch einen Kassenbeitrag von 5 bis 10% ihres Einkommens, auch aus Vermögen, Vermietungen, Gewinnen etc. um eine moderne gesundheitliche Grundversorgung für alle zu gewährleisten. Für "Sonderwünsche" aufgrund einer extremen Lebensweise wie Rauchen, sportlicher Betätigung (außerhalb von Breitensport)etc. trägt jeder die eigenen Lasten über private Versicherungen. Dann ist zu hinterfragen, wozu hunderte von Kassen erforderlich sind - eigentlich reicht eine Gesamtkasse.
Zusätzliche "Sonderkassen" mögen untereinander einen Wettbewerb führten. Mit der Lösung eines probaten Einnahmesystems wären die Ausgaben zu systematisieren. Ob Positivlisten, Generika oder von medizinischen Sachverständigen geprüfte Standardisierungen etc., das Wohl des Patienten hat im Mittelpunkt zu stehen und nicht die kaufmännische Seite.(Mein Hausarzt klagt immer wieder, dass er derzeit dazu angehalten wird, zuerst Kaufmann und dann als Arzt zu entscheiden.). Herr , leider bin ich kein Fachmann auf dem spezifischen Gebiet Gesundheitspolitik. In diesen Tagen wird durch die Linksfraktion im Bundestag (PDS und WASG)initiiert ein zukunftsfähiges Gesundheitssystemkonzept mit der Öffentlichkeit diskutiert. Bitte verfolgen Sie die entsprechenden Veröffentlichungen. Sollten Sie weiterhin interessiert an einer Diskussion zu diesem Thema, dann würde ich gerne entsprechende Sachverständige hinzuziehen wollen. Mit Herrn Dr. Thomas aus Biesdorf bleibe ich im ständigen Kontakt
. Mit freundlichen Grüßen Dr. Michael Pardon
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Frage zum Thema Arbeit
14.09.2006
Von:

Sehr geerter Herr Dr. Pardon

Welche Meinung haben Sie, zur Rentee mit 67 bei gleichzeitigem Anstieg der Mindestlohn Empfänger und ein Euro Jobber.

Mfg.
G.
Antwort von Dr. Michael Pardon
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15.09.2006
Dr. Michael Pardon
Sehr geehrte Frau , vielen Dank für Ihre Fragen, die sehr aktuell sind und immer mehr Menschen in diesem Lande berühren.
Zunächst erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass wir uns in einer kapitalistischen Gesellschaft befinden, wo die Interessen des Groß-Kapitals dominieren. Ihre aufgeworfenen Fragen sind Teil des Grundkonfliktes zwischen Kapital und Arbeit. Daher sind die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 und die Ausweitung von sogenannten prekären Arbeitsverhältnissen wie Niedriglohnsektor, 1¤-Jobs usw. nicht dem Wohl der schaffenden Bevölkerung gerichtet, sondern zielt darauf die Kapital-Profite zu maximieren, die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer zu machen. Letztlich ist das Ausbeutung pur - eine Schande für ein so entwickeltes und reiches Land wie Deutschland. Mit der Monstranz "Globalisierung" sollen weltweit die Werktätigen miteinander für die geringste Bezahlung ihrer Arbeit konkurrieren. Dabei schafft nur die Arbeit den gesellschaftlichen Reichtum, den sich einige Wenige aneignen. Eine andere Gesellschaft muß her, eine andere Welt ist möglich.
Zum Renteneintrittsalter ist klar, dass hier die regierenden Handlanger des Kapitals von CDU und SPD nur die verdiente Rente kürzen wollen, denn ausreichend Arbeitsplätze ( derzeit sind es real über 7 Mill. Arbeitslose) gibt es in diesem kapitalistischen Wirtschaftssystem bis dato nicht und wird es erst recht nicht geben. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt um bedrohliche Ausmaße ! Zukünftig werden höchstens 20-25% der arbeitsfähigen Bevölkerung gebraucht, um im notwendigen Maße zu produzieren (oder produktionsnahe Dienstleistungen). Deshalb müssen völlig neue Arbeitsmodelle her. Arbeit ist ein lebensnotwendiges Gut und muß der Allgemeinheit dienen. Arbeit, dass ist produzierende, dienstleistende, kulturschaffende, gesellschafftlich (Hilfe und Pflege, sportliche etc.) nützliche. Alle sollten arbeiten und deshalb muß die erforderliche Arbeit aufgeteilt werden. Die Menschheit muß lernen, mehr zu teilen, sonst überlebt sie so nicht. Wir fordern, dass die Arbeitszeit erheblich verk
ürzt wird( aber mit existenzsichernder Bezahlung). Aktuell fordern wir einen Mindestlohn von brutto 8 bis 10 ¤ je Stunde. In Frankreich oder England bestehen hier schon gesetzliche Grundlagen für ca. 8 ¤. Gesellschaftliche Arbeit ist durch das Gemeinwesen (Staat) ebenfalls entsprechend zu vergüten. Letztlich muß der Werktätige ein Nettoeinkommen haben, dass deutlich (z.B.30%) gegenüber dem gestzlich definierten Existenzminimum liegt. Deshalb sind Minderbeschäftigungsverhältnisse oder "1 bzw.1,5¤-Jobs" auf Dauer einfach Ausbeutung von Arbeitskraft und daher abzulehnen. Für diese Beschäftigten sind mit allen gebotenen Mitteln ordentlich sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen. Leider schafft auch hier die Rot-Rote-Regierung in Berlin immer mehr solcher prekären Arbeitsplätze und baut gestehende Arbeitsplätze (in Schulen, Kultureinrichtungen, Sozialeinrichtungen) ab. SPD und PDS werden so immer mehr zu Handlangern des Kapitals. Ich hoffe, Frau ich ko
nnte einige Facetten dieser komplizierten Thematik darstellen. Gerne können Sie mich auch nach den Wahlen diesbezüglich beim Wort nehmen. Bitte gehen Sie und Ihre Familie wählen und treffen Sir die richtige Wahl. Mit freundlichen Grüßen Dr. Michael Pardon
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
14.09.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Dr.Pardon,

Bekanntlich soll das Bürgeramt am Helene-Weigel-Platz geschlossen werden. Damit würden die Wege vor allem für die älteren Mitbürger wesentlich beschwerlicher werden und der soziale und gesellschaftliche Niedergang des Kietzes weiter voranschreiten.
Welche Möglichkeiten sehen Sie und Ihre Partei den weiteren Verfall des Kietzes aufzuhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Michael Pardon
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15.09.2006
Dr. Michael Pardon
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Auffassung und den Vorstellungen der WASG zu diesem spezifischen Thema Entwicklung am Helene-Weigel-Platz. Genauso wie ich sind Sie sicher auch Betroffener dieser wenig erfreulichen Entwicklung unseres Kiezes. Sie sehen auch völlig klar, welche unangenehmen Folgen für die ja älter werdenden Anwohner sich ergeben bzw. schon eingetreten sind. Ich erinnere an die Schließung u.a. des ALDI, wodurch die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfes noch belastender wurde. Welche Entfernungen sollen ältere oder behinderte Menschen den gehen, um Einzukaufen oder Serviceleistungen zu bekommen? Und dann noch dieses vom Bezirk hausgemachte Problem mit der Schließung des Bürgeramtes. Ein große Koalition von PDS bis CDU hat mit dem Schließungs-Beschluß in der Bezirksverordnetenversammlung in 2005 und dem Handeln des Bezirksamtes vielleicht einem lebendigen Helene-Weigel-Platz das Aus verpasst. Eine Mogelpackung "mobiles Bürg erbüro" sollte die Betroffenen beruhigen. Aber die Initiativen von Bürgern und Gewerbetreibenden wie Springpfuhl e.V. oder Akazienwäldchen wehren sich demokratisch u.a. durch Hinterfragungen und per Unterschriftensammlungen gegen die Entscheidungen der mehrheitlich von der Linkspartei.PDS dominierte Bezirksverwaltung. WASG fordert konsequent "Das Bürgeramt bleibt! Der Helene-Weigelplatz lebt !" Weder ist den vielen, vielen älteren Bürgern zuzumuten die kilometerentfernten anderen Bürgerämter aufzusuchen, noch darf eine weitere Ausdünnung der Dienstleistungen und Geschäfte am Platz erfolgen. Neben der Finanzierungslüge läßt sich das Bezirksamt für ein neues Bürgeramt am Elsterwerdaer Platz von einem Investor einen zig Tausend Euro teueren Mietvertrag aufnötigen. Durch Benachteiligung der Bürger am Helene-Weigel-Platz wird ein Investor begünstigt und das nennt man dann soziale Stadt. Nach und nach erfahren die Bürger vom Schicksal des Platzes. Natürlich wächst die Wut über die mehrheitlich von der Linkspartei getragene Bezirksverwaltung. Der bis dato mitwirkende CDU-Bezirksstadtrat "verschwindet" nach Köpenick. Uneinigkeit herrscht wohl bei der PDS (der kandidierende Finanzsprecher Wechselberg verspricht jetzt die Beschlusslage abzuändern, Bürgermeister Dr. Klett sieht das komplizierte Finanzierungsproblem, wenn ein 6. Bürgeramt am Elsterwerdaer Platz eröffnet wird, die BVV-Vorsteherin versucht die Lage schnell noch zu retten. Wahlkampfversprechen ? Was ist das wert nach den Wahlen? Eine neue Konstellation wo die WASG im Parlament Sitz und Stimme hat würde für die Entwicklungen am H-W-Platz sicher neue Möglichkeiten ergeben. Wir jedenfalls werden mit aller Kraft für den Erhalt des Bürgeramtes streiten. Ein mobiles Bürgeramt könnte am Elsterwerdaer Platz erprobt werden. Wir werden, so wir die Chance bekommen, auch o.g. Mietvertrag durch die zuständigen Stellen prüfen lassen, inwieweit hier eine Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgesehen ist, denn noch bestehen keine Mieträume. Aber noch wichtiger halte ich die Erstellung eines Gesamtkonzeptes für das Quartier um den Helene-Weigel-Platz mit dem Springpfuhlpark und dem Akazienwäldchen. Durch Salami-Taktik und eher heimlichen Aktionen werden die Bürger vor vollendeten Tatsachen gestellt. Mit dieser undemokratischen Methode muß Schluß sein, wir alle haben ein Recht mitzuwirken, an unserem Wohn-und Lebensumfeld. So wir als WASG im Parlament nach den Wahlen Sitz und Stimme haben werden, fordern wir dies Konzept konsequent ein. Weitere Informationen bekommen Sie auch über die Veröffentlichungen des Springpfuhl e.V.(homepage) und seines unentwegten Vorkämpfers Dr. Kreutzer mit dem ich eng zusammenarbeite. Sehr geehrter Herr , bitte gehen Sie wählen und geben Sie denen die Stimme, die für mehr Transparenz, Glaubwürdigkeit und Bürgernähe eintreten. Für die Zeit nach den Wahlen stehe ich Ihnen gerne zu diesem oder anderen Themen als Gesprächspartner zur Verfügung.

Mit fr eundlichen Grüßen
Dr. Michael Pardon
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.09.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Pardon,
bei meiner vvorigen Frage hjaben Sie mir, wie ihre Kollegin aus Östereich am Stand der WASG unterstellt, dass ich nicht weiß was Trotzkismus ist. Das ist eines der Probleme die ich bedauernd zur Kenntnis nehme. Als überzeigter Marxist bin ich nicht bei 6 Bänden stehen geblieben, sondern sehe das Kapital von Marx als höchstes aktuelles Werk an. Trotz meiner wissenschaftlichen Ausbildung setzen Sie mich auf eine Position , wie es Mario Czaja in Mahlsdorf/Kaulsdorf von der CDU im Umgang mit Linken und Antifasdchisten versucht. Die PDS-ler Wolfgang Brauer, Dr. Margritt Barth, Bärbel Holzheiuer, Gabi Hiller, der Sozialberater Klaus-Jürgen Dahler, der Bürgermeister Uwe Klett sind LInke, die sich über viele Jahre als Marxisten verläßlich gezeigt haben. Warum bekämpfen Sie gemeindsam mit Mario Czaja von der CDU diese Antifaschisten und Marxisten?Glöauben Sie dass unds Ossis die Trotzkisten den Klasenkampf aus Westsicht erklären müssen?
Antwort von Dr. Michael Pardon
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15.09.2006
Dr. Michael Pardon
Sehr geehrter Herr ,

ich verstehe schon Ihre (eigentlich müßten wir uns als Linke und Genossen Duzen) Auffassung und denke, dass man sich außerhalb dieser Kandidatenwatch-Runde übers Links-Sein, über Marxisten oder Trotzkisten etc. verständigen sollte. Die junge linke Partei WASG ist ebenso wie die Linkspartei.PDS in sich nicht homogen. Außerdem agieren hie und da auch einfach Karrieristen mit einem roten Anstrich (man sagt auch Radieschen, außen rot und innen weiß). Ich stehe mit vielen WASG-Linken politisch eben einer kommunistischen Plattform der PDS mit Sahra Wagenknecht viel näher (bekanntlich haben wir mit als WASG-Bezirksgruppe Marzahn-Hellersdorf und Sahra ein sehr interessantes Wahlforum durchgeführt)als bestimmten dem kapitalistisch, bürgerlich-demokratischen System adaptierte Linke. Wenn sich z.B. Stefan Liebich als "Arzt am Krankenbett des Kapitalismus" sieht, dann ist dies so eine links-reformistische Haltung wie man sie von der SPD nach Bebel kennt. Wir wol len den Kapitalismus nicht heilen sondern abschaffen. Denn er ist strukturell unmenschlich. Kapital oder Arbeit/Sozial dominiert.
Mein Maßstab für einen Linken ist, ob er sich im Kapitalismus und seinen bürgerlichen "Wärmestuben"(Parlamente, Diäten, Pensionen, Medien, Posten) einrichten will oder ob er konsequent auf das Ende des Kapitalimus hinarbeitet. Nach Lenin, den ich übrigens neben Marx zu den Grundlagen meiner Weltanschauung zähle, können Kompromisse geschlossen werden, wenn das Ziel und die Strategie klar sind. Arzt am Krankenbett ist keine Strategie eines Linken. Höchstens die letzte Ölung sollte man dem Kapitalismus nicht verweigern, denn auch er hat die Menschheit zwar unter Opfern, aber in historischer Zeit einige Schritte weiter gebracht.
Und nun zu unserem Bezirk oder nach Berlin. Die rote-rote "Verschlimmbesserung" in den letzten Jahren... unser Einkommen sinkt, die Gebühren und Tarife steigen, die Gesundheitsversorgung kolabiert bald, die Renten sinken real, die Charite streikt, die Schüler streiken usw. "Die Wut wächst !" wie Oskar Lafontaine so treffend bemerkte. Natürlich ist zuerst der Bund schuld. Aber als Landesregierung ist man Teil dieses Systems also mitgefangen. Wir fordern die Rückkehr der Linkspartei.PDS auf konsequent linke Positionen, hinter die roten Linien. Dann klappt das auch mit dem vereinten Kampf gegen die aktuellen Auswüchse dieses Kapitalismus. Nur das Nachplappern der bürgerlichen Finanzlügen (diese Deutschland ist so reich, so viele Billiarden liegen auf den privaten Misthaufen und stinken, Aber-Millionen für Rüstung und Kriege, für israelische U-Boote zweimal 300 Millionen Euro usw.)oder gar das Arztspielenwollen spalten die Einheit der Linken. Mir ist eine linke SAV-Basis-Aktivist in mit Herz für die sozial Bedrängten wie diese Lucy Redler lieber als ein "linker" haushaltsfetischistischer, kaltherziger Postenkarrierist. (Getroffene Hunde werden jetzt sicher bellen.)Also Herr, Genosse , laßt uns hinter Marx zusammenfinden und die praktischen Kampferfahrungen seit Lenin, Thälmann, auch Ulbricht, heute Castro&Co. studieren und praktisch anwenden. Wer ist da ein Herr Czaja ? Da gibt es nichts Gemeinsames. Herr Czaja hält sich offen auf der anderen Seite der Barrikade auf. Aber ich möchte auch nicht, dass die unlängst bezeichnende Aussage der Brandenburger Linkspartei.PDS über die gesellschaftlichen Gegenwart "Der Mensch geht und der Wolf kommt." im doppelten Sinne in Berlin Realität wird. Ich habe keine Angst vor dem Wolf, denn er findet am Ende seinen Meister. Die von Ihnen benannten linken Akteure kenne ich vielleicht etwas besser als Sie/Du. Fast alle tragen eine hohe Verantwortung, die jeder mit unterschiedlichem Erfolg unter schwierigen Verhältn issen einsetzt. Mir scheint jedoch, dass im Einzelfall vergessen wird, woher man kommt und wofür man die Verantwortung bekommen hat. Das derzeitige getrennte Agieren der beiden Linksparteien in Berlin um den optimaleren Weg im Kampf gegen das Kapital und seine Handlanger wird hoffentlich alsbald beendet und eine vereinte Linke unter Einbeziehung von DKP u.a. Linken, Gewerkschaftern geschaffen werden. Mit Bezug auf die von Ihnen verwendete Ossi-Bezeichnung ergänze ich nur, dass ich auf meine DDR-Sozialisation sehr stolz bin. Die deutschen Linken haben mit der DDR vorläufig das beste Links-Projekt ihrer Geschichte auf den Weg gebracht und dem Kapital die Faust gezeigt. Ich werde gegen jegliche Verunglimpfung der DDR auftreten. Eine solche Diskreditierung der DDR wie sie die "Linken" wie Wolf, Liebich & Co. z.B. im Rot-Roten-Koalitionsvertrag zugestimmt haben, ist m.E. ein politisches Verbrechen an der historischen Leistung von uns DDR-Linken. Sie hatten kein Recht uns vor dem Kapital und seinen Handlangern derart zu erniedrigen. Auch deshalb werbe ich um Sitz und Stimme bei den Wahlen. Gerne würde ich mit Ihnen die Diskussion nach den Wahlen fortsetzen wollen. Meine Telefonnummer ist bekannt. Wir stehen uns näher als vermutet.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Michael Pardon
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