Dr. Michael Naumann (SPD)
Kandidat Bürgerschaftswahl Hamburg 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Dr. Michael Naumann
Jahrgang
1941
Berufliche Qualifikation
Journalist, Publizist und Verleger, Kulturstaatsminister a.D.
Ausgeübte Tätigkeit
Herausgeber der Wochenzeitung Die Zeit (z.Zt. beurlaubt)
Wohnort
-
Wahlkreis
Landesliste
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen
(...) Die Schulen bekommen die Gelder nach der Anzahl der Schüler zugewiesen. Von daher ist genug Geld da, an der Gewerbeschule 1 Klassen einzurichten, die sich an den Richtwert von 28 Schülern orientieren. Als Bürgermeister werde ich mich dafür einsetzen, dass die Schüler auch das bekommen, was Ihnen zusteht: Vernünftige Klassengrößen mit denen sie ihre Berufsausbildung mit Erfolg absolvieren können. (...)
 
Persönliche Website
www.naumann-hamburg.de
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Frage zum Thema Verkehr / Infrastruktur / Stadtentwicklung
22.12.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Naumann,

Sie haben angekündigt, den Bau der U4 rechtlich zu prüfen und ggfs. die freiwerdenden Mittel für soziale Projekte aufzuwenden. Nun sagen Sie, falsch verstanden zu sein, denn die U4-Gelder sind zu einem großen Teil zweckgebunden und können gar nicht für andere Projekte genutzt werden. Die Medien bleiben bei der Darstellung, dafür gebe es Tonbänder und Filmaufnahmen www.abendblatt.de

Wie kann es zu solchen Missverständnissen kommen?
Vor welchem Hintergrund soll die rechtliche Prüfung der U4 stattfinden? Gab es Unregelmäßigkeiten bei der Ausschreibung?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Michael Naumann
25Empfehlungen
02.01.2008
Dr. Michael Naumann
Sehr geehrte Frau ,

ich habe angekündigt, den Bau der Luxus-U-Bahn in die Hafencity auf den Prüfstand zu stellen. Rund 300 Millionen Euro für zwei Stationen auszugeben, ist kein ökonomischer Umgang mit Steuergeldern, ob sie nun aus Hamburg oder einem "Bundestopf" stammen. Auch Verkehrsmittel aus Berlin sollten sachgerecht für notwendigere Hamburger Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen eingesetzt werden. Was die Berichterstattung über meine Äußerung betrifft, geht es mir um Folgendes: Ich habe zur Finanzierung meiner Bildungs- und Sozialreformen gesagt, dass sie sich schon aus den vom derzeitigen Senat erwarteten steuerlichen Mehreinnahmen finanzieren lassen. Außerdem werde es um Haushaltsumschichtungen gehen. Erst an dritter Stelle habe ich darauf hingewiesen, dass etwa in Berlin der Bau einer U-Bahn vorübergehend "eingefroren" wurde und ich auch die Hafencity-U-Bahn "auf den Prüfstand" stellen werde, soweit dies rechtlich möglich ist. Der Verzicht auf Prestigeprojekte und der Umbau des Haushalts zugunsten von Maßnahmen für die Bildung und soziale Stadtteilarbeit bleibt mir ein Anliegen. Die Verträge, die der CDU-Senat abgeschlossen hat, werde ich mir nach der Amtsübernahme vorlegen lassen und rechtlich überprüfen lassen. Dies betrifft auch die Umstände des skandalösen Verkaufs der Hamburger Krankenhäuser an den privaten Asklepios-Konzern.

Viele Grüße,
Michael Naumann
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
25.12.2007
Von:

Lieber Michael Naumann,

es wird ja immer so viel über die wachsende Arbeitslosigkeit geschrieben, wäre es nicht schön, wenn die Berufsrechte für Steuerberater, Handwerksmeister u.ä aufgehoben würden ? Dann würde es keine Preiskartelle mehr geben über die Kammern, sondern echten Wettbewerb, es würden die Preise für alles fallen und somit würden auch die allgemeinen Lebenshaltungskosten auf ein natürliches bezahlbares Niveau fallen. Leute , die wieder in einen Beruf einsteigen, brauchen nicht so viel Gehalt, und es wären dadurch mehr Arbeitsplätze vorhanden. Insbesondere interessant bei der Globalisierung , wo die Umsätze fallen, und deshalb auch die Lohnkosten fallen müssen, was nur geht, wenn gleichzeitig die Kosten der Lebensführung sinken. Wäre es nicht auch schön, wenn endlich auch Selbständige Beiträge in die Sozialversicherungskassen einzahlen würden, und nicht alle Sozialversicherungsbeiträge über die Lohnnebenkosten der Arbeitnehmer erwirtschaften muss. Und die Sozialversicherungs-Tarife ohne Beitragsbemessungsgrenzen geregelt würden, und der Satz progressiv ansteigen würde, ähnlich wie der ESt.-Tarif aufgebaut ist ? Können Sie nicht dieses brisante Thema mehr erörtern ? Denn das ist der Grund, dass die Gesellschaft in Arm und Reich zerfällt, dass Sie ja so gerne auf die Tagesordnung bringen. Das vermisse ich etwas an der Arbeitnehmerpartei SPD. Diese Ungerechtigkeit ist möglicherweise auch die Ursache für wachsende Kriminalität und Hoffnungslosigkeit in der Bevölkerung.
Würde mich sehr über eine Antwort freuen.

Antwort von Dr. Michael Naumann
20Empfehlungen
02.01.2008
Dr. Michael Naumann
Sehr geehrter Herr ,

die Arbeitslosigkeit wächst derzeit glücklicherweise nicht - sie geht zurück, und neben der anziehenden Weltkonjunktur haben mit Sicherheit auch die von der sozialdemokratisch geführten Bundesregierung angeschobenen Arbeitsmarktreformen ihren Beitrag zu dieser positiven Entwicklung geleistet.

Ich teile auch ihre Ansicht nicht, die Globalisierung würde die Umsätze fallen lassen, und deshalb müssten auch die Lohnkosten fallen. Die Globalisierung bietet Chancen, aber auch Risiken. Insbesondere setze ich mich international mit den Sozialdemokraten dafür ein, dass soziale Mindeststandards durchgesetzt werden und die Arbeitnehmer durch faire Löhne an den Erfolgen der Unternehmen beteiligt werden.

Was die Beteiligung der Selbständigen an den Sozialsystemen angeht, möchte ich Sie auf das Modell der Bürgerversicherung für alle hinweisen, das die SPD entwickelt hat. Die Bürgerversicherung soll unser Gesundheitssystem solidarischer, gerechter und auch volkswirtschaftlich vernünftiger machen. Bisher wird das Gesundheitswesen über Löhne und Gehälter finanziert, die alleine die Last nicht mehr tragen können. Zukünftig werden Einkünfte wie Zinsen und Dividenden an Bedeutung gewinnen. Durch Einbeziehen von Einkünften aus Kapitalvermögen, aus gewerblicher und selbstständiger Tätigkeit stärken wir die Solidarität. Sie sehen: Wir sind da auf einem guten Weg. Und mit Ihnen teile ich das Ziel, dass unsere Gesellschaft und unsere Stadt nicht immer mehr in Arm und Reich zerfällt.

Viele Grüße,
Michael Naumann
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Frage zum Thema Familie und Generationen
27.12.2007
Von:

Guten Tag Herr Naumann,

in einer ihrer letzten Fragen erklären Sie die Studiengebühren abschaffen zu wollen.
Eine viel grössere Kostenbelastung für Familien stellen jedoch Kita Gebühren da, diese Kita Gebühren sind im Vergleich zu den Studiengebühren noch höher.
In welchem Zeitfenster wollen Sie dieses Thema angehen?
In welchem Umfang ist mit der Reduzierung von Kita Gebühren zu rechnen?

Mit freundlichen Grüssen
M.
Antwort von Dr. Michael Naumann
31Empfehlungen
02.01.2008
Dr. Michael Naumann
Sehr geehrter Herr ,

ich bin der Auffassung, dass frühkindliche Bildung in Zukunft keine Frage des Geldbeutels sein darf. Deswegen werden meine Partei und ich uns dafür einsetzen, dass die frühkindliche Bildung in Zukunft genauso gebührenfrei wird wie die schulische Bildung. Hierfür werden wir zunächst in Regierungsverantwortung das letzte Jahr vor der Schule vom 1. August 2008 an in der Kita oder der Vorschule beitragsfrei gestalten. Für die vorausgehenden Altersstufen werden wir die Kita-Gebühren schrittweise bis zum Jahr 2012 abschaffen.

Viele Grüße,
Michael Naumann
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
30.12.2007
Von:
-

Sehr geehrter Herr Dr. Naumann,

ich bin mir unschlüssig, welche Partei ich wählen soll. Dazu tragen auch die Umfragen bei, demnach weder CDU mit der FDP noch SPD mit der GAL eine Mehrheit der Mandate durch Koalition erreichen sollen.

Deshalb meine Fragen:

1. Würde sich die SPD in Koalition mit der GAL von den LINKEN tolerieren lassen oder
2. würde die SPD in eine Koalition mit der CDU eintreten?

Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen
-
Antwort von Dr. Michael Naumann
26Empfehlungen
02.01.2008
Dr. Michael Naumann
Sehr geehrter Herr -,

ein Senat, der keine Mehrheit in der Bürgerschaft hat, ist bereits kurzfristig regierungsunfähig. Koalitionsfragen können erst nach dem Auszählen der Stimmen sinnvoll beantwortet werden. Eine Koalition mit der Linkspartei kommt für uns nicht in Frage. Angesichts der gegenwärtigen Umfrage-Ergebnisse folgt daraus, dass jede Stimme für die Linkspartei dafür sorgen würde, Ole von Beust im Amt zu halten. Von einer Großen Koalition in Hamburg halte ich - auch angesichts des Zustands der Hamburger CDU - nichts. Mein Ziel ist ein rot-grünes Regierungsbündnis.

Viele Grüße,
Michael Naumann
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Frage zum Thema Finanzen
31.12.2007
Von:

Lieber Herr Dr. Naumann,

auch mir fällt auf, dass Ihre Wahlversprechen primär finanzielle Zuwendungen vorsieht. Bedauerlicherweise äußern Sie sich jedoch nicht konkret dazu, woher Sie die Gelder nehmen möchten. Vielmehr dementieren Sie, der als Journalist doch den Umgang mit den Medien wirklich beherrschen müsste, belegbar getätigte Aussagen, die offensichtlich falsch waren, resp. nach Ihrer Meinung falsch dargestellt wurden.

Nunmehr stellt sich mir die Frage, inwiefern ich Sie und Ihre Wahlversprechen ggf. auch falsch verstehe oder interpretiere. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Sie sich bereits öffentlich zur Rachsucht bekannt haben, kann ich nicht ausschließen, dass Sie sich nicht auch an den Hamburger Bürgerinnen und Bürgern rächen möchten. Oder doch?

Ich wäre Ihnen daher sehr verbunden, wenn Sie kurz aber bitte verbindlich Stellung dazu nehmen würden, wie Sie die Umsetzung Ihrer Wahlversprechen zu finanzieren gedächten.

Abschließend sei mir noch der Hinweis erlaubt, dass die "Kinderarmut" in Hamburg mitnichten ein monetäres Problem ist. Dies bestätigen Ihnen all jene Menschen, die mit den "Problemfällen" zu tun haben - vielmehr geht es darum, die Menschen dabei zu unterstützen, wieder mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Für sich selbst und ihre Kinder. Dass dies funktioniert ist übrigens belegbar.

Beste Grüße
U.
Antwort von Dr. Michael Naumann
45Empfehlungen
02.01.2008
Dr. Michael Naumann
Sehr geehrte Frau ,

ich möchte die soziale Schieflage in Hamburg beseitigen und der Bildung einen höheren Stellenwert einräumen. Vor allem soll Bildung keine Frage des Geldbeutels mehr sein. Reformen kosten Geld - und es ist da; unser Programm ist gegenfinanziert. Ich habe zur Finanzierung meiner Bildungs- und Sozialreformen öffentlich gesagt, dass sie sich schon aus den vom derzeitigen Senat erwarteten steuerlichen Mehreinnahmen finanzieren lassen. Außerdem werde es um Haushaltsumschichtungen gehen. Erst an dritter Stelle habe ich darauf hingewiesen, dass ich auch die Hafencity-U-Bahn "auf den Prüfstand" stellen werde, soweit dies rechtlich möglich ist. Der Verzicht auf Prestigeprojekte und der Umbau des Haushalts zugunsten von Maßnahmen für die Bildung und soziale Stadtteilarbeit bleibt mir ein Anliegen. Die Verträge, die der CDU-Senat abgeschlossen hat, werde ich mir nach der Amtsübernahme vorlegen lassen und rechtlich überprüfen lassen. Dies alles wird den Bürgerinnen und Bürgern Hamburgs nutzen.

Das Thema "Kinderarmut" bedürfte einer längeren Erörterung. Ich stimme Ihnen zu, dass es da nicht nur um finanzielle Unterstützung geht, aber auch. Eigenverantwortung der Familien und Befähigung zum Handeln im Interesse des Kindes gehören zusammen. Aber auch die materiellen Grundlagen müssen stimmen, deshalb bin ich u.a. auch für einen kostenlosen Mittagstisch in den Kitas, verpflichtende U-Untersuchungen und eine Überprüfung der Regelsätze - die Lebenshaltungskosten sind so extrem gestiegen, dass dringend eine Anpassung nach oben geboten ist. 2,57 Euro für das tägliche Essen der Kinder ist für eine gesunde und vielfältige Ernährung zuwenig. Ich bin für die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung, weil dies die rechtliche Stellung des Kindeswohls stärken würde. Bildung ist der Schlüssel für mehr Chancengerechtigkeit in der Gesellschaft. Und Stadtviertel, in denen immer mehr Jugendliche ohne Berufsperspektive leben, werden irgendwann explosiv. Deshalb sage ich: Wenn die soziale Balance stimmt, ist unsere Stadt am stärksten. Als neuer Bürgermeister werde ich daher dem Parlament unverzüglich ein Programmbündel zum Schutz und zur Förderung der Hamburger Kinder zur Beschlussfassung vorlegen.

Viele Grüße,
Michael Naumann

PS. Rachsüchtig bin ich nicht. Die ironische Bemerkung gegenüber dem Chefredakteur der BILD-Zeitung wurde nicht nur von ihm, sondern auch von allen Zuhörern als das verstanden, was sie war: Ironie. Und ich nehme an, auch Ihre Anmerkung in dieser Sache war ironisch gemeint.
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