Von:


Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs,
wie Sie uns dankenswerterweise zugänglich gemacht haben, haben Sie am 27.02.2012 für das "Griechenland II"-Paket gestimmt.
Nun stellt sich aber heraus, daß die Ihnen damals als Entscheidungsbasis vorgelegten Daten über Griechenland falsch gewesen sind.
Insbesondere die von der Troika für Griechenland angegeben Wachstumszahlen lagen vollständig daneben.
Jeder Zeitungsleser in Deutschland hätte stets und immer sagen können, daß diese Einschätzung der Troika falsch war. Wie soll eine Wirtschaft, die fast keine Industrie hat, ein Wirtschftswachstum hinlegen, wenn der Einzelhandel auf breiter Basis schließt und Arbeitslosigkeit herrscht?
Das war übrigens der Grund, warum sich so viele Bürger mit der Bitte an ihre Bundestagsabgeordneten gewendet haben, gegen Rettungsmaßnahmen für Griechenland zu stimmen. Es ist nun Allgemeingut, daß diese Gelder verloren sind.
Hier
blogs.telegraph.co.uk
kann man zu den von der Troika falsch vorgelegten Zahlen genaueres nachlesen. Entsprechend dieser Nachrichten sind die wahren Zahlen -4.5% für 2010, -6.9% für 2011, -6.5% für 2012 und -4.5% für 2013. Aufsummiert macht das -17,9% für vier Jahre, anstelle eines positiven, von der Troika vorhergesagten Werts.
Die Einlassung des IWF, eine richtige Schätzung sei wegen der "chaotischen Verhältnisse" so schwer gewesen, ist nicht glaubwürdig, wie der obige Artikel begründet sagt.
Hier
www.timepatternanalysis.de
finden Sie einen aktuellen Artikel, der denselben Mißstand anprangert.
Nun meine Fragen hierzu:
Wenn Ihnen die wahren Verhältnisse bei der Abstimmung zum ESM und Griechenland II bekannt gewesen wären, hätten Sie dann dagegen gestimmt, anstatt uns noch weiter in die Haftung zu reiten?
Oder wäre Ihnen dieser Aspekt bei der Abstimmung egal gewesen?