Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg (CSU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
Jahrgang
1971
Berufliche Qualifikation
Jurist, Geschäftsführer
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie
Wahlkreis
Kulmbach
Landeslistenplatz
keinen, Bayern
weitere Profile
(...) Ich hoffe, Sie zählen nicht zu jenen, die den in meine Augen notwendigen direkten Dialog über die Parteigrenzen hinaus verurteilen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
NEIN
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
JA
18.06.2009
Internetsperren
nicht beteiligt
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
nicht beteiligt
29.05.2009
Schuldenbremse
JA
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
nicht beteiligt
Fragen an Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
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Frage zum Thema Internationales
02.06.2008
Von:

Sehr geehrter Herr von und zu Guttenberg,

1)was halten Sie von der Idee einer League of Democracies, bzw. Alliance of Democracies als Ergänzung oder Ersatz für die UNO?Diese Idee wurde unter anderem von Ivo Daalder, dem außenpolitischen Berater Obamas, sowie von Robert Kagan, einem außenpolitischen Berater Mc Cains, sowie von US-Präsidentschaftskanidat Mc Cain selber geäußert.Betrachten sie eine solche League of Democracies als Ansatz für einen neuen Multilateralismus oder eher als Gefahr eines neuen Kalten Krieges, der im wesentlichen gegen Rußland und China gerichtet wäre?Würde Deutschland unter CDU-Beteiligung Mitglied einer solchen League of Democracies?Welchen Standpunkt hat die Große Koalition und speziell die CDU/CSU dazu?

2)US-Rebulikaner Pat Buchanan warnt im Falle eines Wahlsieges Mc Cains und Bibi Nethanjahus in Israel vor einem kommenden Krieg mit Iran.Angesichts der Feiern zum 60. Jahrestages Israels und der Erklärung aller deutschen Parteien, daß das Existenzrecht Israels neue deutsche Staatsräson sei, wieweit geht diese Solidarität im Ernstfall?In einem Bericht von Eberhard Pilz in PHÖNIX erklärte Prof. Wolfsohn und der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland,Avi Primor, daß Merkels Solidaritätsaddresse an Israel einer NATO-Mitgliedschaft in ihrem Wesen recht nahe komme.Würde die Bundeswehr militärisch bei einer Bedrohung Israels aktiv werden?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
7Empfehlungen
17.06.2008
Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
Sehr geehrter Herr ,

vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden erneuerten Multilateralismus unter einer neuen US-Administration wird es vor allem gelten, die bestehenden internationalen Organisationen aufzuwerten. Insbesondere ein noch größeres US-Engagement in den Vereinten Nationen scheint wünschenswert. Multilateralismus ist indes keine Einbahnstrasse und somit wird eine größere Kooperationsbereitschaft der USA auch größere Lasten für Washingtons Partner bedeuten.
Gleichwohl sind Vorschläge eine Organisation zu schaffen, die die Staaten des Westens zusammenfasst, seit längerem virulent. Viele Staaten bekennen sich zu den überwölbenden Werten des Westens wie Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie. Auch nach dem Kalten Krieg ist der Westen als Werte- und Interessengemeinschaft unentbehrlich, die Attraktivität des westlichen Modells ist ungebrochen. Der Ursprung des "Westens" ist euro-atlantisch, doch haben sich nicht nur in Ost- und Mitteleuropa sowie in Lateinamerika, sondern vor allem im asiatisch-pazifischen Raum moderne Zivilgesellschaften mit freiheitlicher Grundordnung und liberalen staatlichen Ordnungsrahmen etabliert, die "westlich" zu nennen sind. Während die Vereinigten Staaten dort bereits präsent sind, birgt diese Entwicklung auch große Chancen für eine intensivere euro-pazifische Verflechtung.

In einer globalisierten Welt ist der Westen eine Klammer, die die euro-atlantische Gemeinschaft mit den freien Nationen in Asien und Ozeanien, in Afrika, in Lateinamerika und eines Tages im Nahen und Mittleren Osten verbindet. Fern am Horizont konnte die Gründung einer integrativen Organisation, eines institutionalisierten westlichen Wertebündnisses stehen, welches weder eine konfrontative noch missionarische Ausrichtung besitzt.

Die Sicherung des Existenzrechtes Israels ist keineswegs neue deutsche Staatsräson, sondern bereist seit Jahrzehnten fester Bestandteil deutschen Regierungshandelns und stellt eine Kontinuität deutscher Außenpolitik nach 1945 dar. Kontinuierlich ist auch die militärische Bedrohung Israels. Zu einer direkten Involvierung Deutschlands ist es dennoch nie gekommen. Bitte sehen Sie mir nach, dass alle weiteren hypothetischen Fragestellungen nicht beantwortet werden können. Eine Beantwortung kann nur situationsgebunden erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
01.07.2008
Von:

Sehr geehrter Baron,

im Laufe meines Lebens-ich bin 85 Jahre alt - gab es noch nie, so gehäuft, schwere und scheußliche Verbrechen in unserem Land. Die Tageszeitung, das Fernsehen sind täglich voll mit diesen Meldungen. Die beiden öffentlichen Fernsehen bestreiten damit sogar eine tägliche Sendung.

All das wird "cool" und völlig wie selbstverständlich und unbeteiligt berichtet und hingenommen. Kein Politiker merkt, oder will es bemerken, daß die Politik auf diesem Gebiet einer sehr gefährlichen Entwicklung freien Lauf lässt. Anscheinend ist es für Politiker in dieser Gesellschaft nicht opportun sich gegen diese Entwicklung auszusprechen. Verbrecher haben mehr Zuwendung zu erwarten als ihre potentiellen Opfer. Die Opfer müssen jahrelang für Entschädigung kämpfen, oft ohne Erfolg.

Was gedenken Sie, als mein Abgeordneter, gegen diese Entwicklung zu tun?
Außenpolitik ist schon auch wichtig, aber für den Bürger ist zunächst wichtig, dass das eigene Haus in jeder Beziehung in Ordnung ist.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
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20.08.2008
Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 01.07.2008. Kriminalität und Verbrechen stellen wohl für jede Gesellschaft eine besondere Herausforderung dar. So muss stets eine Balance zwischen Freiheit und Sicherheit bewahrt werden.

Wenn Sie gerade in dieser Zeit von einer erhöhten Medienpräsenz schwerer Straftaten sprechen, so haben Sie sicherlich, genau wie ich, den kürzlich verhandelten Fall in einer Münchener U-Bahn vor Augen, bei dem ein Pensionär von zwei jungen Männern schwer verletzt wurde. Diese grausame Tat wurde durch das zuständige Gericht mit hohen Haftstrafen geahndet. Ich denke die Urteile bezeugen, dass unser Strafgesetzbuch durchaus die Möglichkeiten bietet, derart verabscheuungswürdige Taten entsprechend zu ahnden. Nichtsdestotrotz dürfen wir den Sinn einer Strafe nicht aus den Augen verlieren. In unserem Rechtsstaat sollte dies in der Regel die Resozialisierung, also eine sinnvolle Wiedereingliederung in unsere Gesellschaft straffällig gewordener Menschen sein. Wie Sie richtig feststellen, dürfen aber gerade die Opfer von Verbrechen nicht vergessen werden. Wenn Straftaten begangen werden, bedarf zunächst das Opfer unserer Hilfe und Zuwendung - und nicht der Täter. Hier obliegt es unserer Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass den Opfern bestmögliche Unterstützung zuteil wird. Ich darf Ihnen versichern, dass sowohl das Bundesinnenministerium, als auch das Staatsministeriums des Inneren die von Ihnen angesprochene Thematik bereits aufgegriffen und Sie auf die entsprechenden Seiten

www.bmi.bund.de

und www.stmi.bayern.de verweisen.

Ich hoffe Ihnen meinen Standpunkt mit meiner Antwort ausreichend dargelegt zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg
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Frage zum Thema Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes (ISAF)
14.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr von und zu Guttenberg,

wie man der FAZ und SZ entnehmen kann, haben Sie aufgrund der geringen Zustimmung der Bevölkerung zum Afghanistankrieg den Vorschlag vorgebracht, eine parteiübergreifende Kommisssion unter dem Vorsitz von Volker Rühe und Joschka Fischer einzurichten, die eine Bilanz der Mission ziehen, sowie klare Ziele definieren soll, ja gegebnenfalls auch einen Teilrückzugsplan und Exitstrategien überlegen soll.
Für diesen Vorschlag haben sie sich heftige Kritik eingehandelt, da dies für eine Unterminierung der Mission gesehen wird, ja geradezu einem Dolchstoß gleichkäme.Dabei haben sie wohl nur richtig festgestellt, daß es sich bei Afhanistan weitgehendst um einen vergessenen Krieg handelt, der unpopulär ist und über den die Parteien mehr oder weniger eine Nachrichtensperre verhängt haben, um keine Diskussionen in der Bevölkerung aufkommen zulassen.
Der Kampf in Afghanistan scheint in eine neue Phase zu gehen: Dafür spricht die Tendenz zu Kampfeinsätzen der Bundeswehr in Richtung Aufstandsbekämpfung, die Zusage von Verteidigungsminister Jung 1000 Soldaten mehr abzustellen (parallel dazu Frankreichs stärkeres Engagement, sowie seine NATOreintegration), sowie die Ankündigung sowohl Karsais wie auch der internationalen Gemeinschaft, dass der afghanische Selbstverantwortungsteil wachsen soll.
Vielerorts hört man, dass ein Strategiewechsel in Afghanistan vonnöten sei.Stimmen sie dem zu, bzw.was sollte dieser konkret ihrer Ansicht nach beinhalten? Wie soll eine afghanische Armee mit einer Truppenobergrenze von 70 000 Soldaten ein riesiges Land wie Afghanistan in Zukunft alleine und ohne modernes Gerät kontrollieren können?Sehen sie das Ziel eher in einer Stabilisierung des Landes hin zu einem friedlichen Agrarstaat oder weiterhin in einer Demokratisierung (wobei doch noch nicht einmal funktionsfähige Parteien existieren und zugelassen sind)?

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
10Empfehlungen
28.07.2008
Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
Sehr geehrter Herr ,

mein Vorschlag wurde bisher noch nicht als "Unterminierung" unserer Mission in Afghanistan qualifiziert. Es handelt sich auch nicht um eine vergessene Mission, wie die immer wieder aufkommende Debatte letztlich eindrücklich beweist. Welche Partei eine Nachrichtensperre verhängt hat und wo diese greift, müssen sie bei Gelegenheit erklären. In der Tat findet sowohl im Parlament, wie auch in den Medien und nicht zuletzt in der Zivilgesellschaft eine lebendige Debatte zum Thema Afghanistan statt. Ich begrüße dies ausdrücklich. Allerdings kann dies über weitergehende Defizite nicht hinwegtäuschen.

Beklagt habe ich somit die Kommunikationsstrategie der einzelnen mit der Mission befassten Häuser und Institutionen. Wir müssen klar benennen, wo unsere Ziele liegen. Wichtigstes Ziel neben dem Aufbau des zerstörten Landes ist fraglos eine selbsttragende Stabilität durch eine legitimierte afghanische Regierung und ihre Sicherheitskräfte. Dieses Ziel wird weder allein durch olivgrünes Brunnenbauen noch durch isoliert brachiales Vorgehen herzustellen sein. Der Aufbau des Landes braucht robusten Schutz, die afghanischen Sicherheitskräfte müssen ausgebildet und auch in den Einsatz begleitet werden. Trotz aller Anstrengungen sind diese Ziele nicht von heute auf morgen zu erreichen. Dies und zahlreiche andere Aspekte müssen wir den Menschen unseres Landes klarer und offener mitteilen.

Eine überparteiliche Kommission könnte -- mit Sachverstand und Expertise sowie jenseits aller parteitaktischen Auseinandersetzungen -- Optimierungspotentiale aufzeigen, Ziele unserer Mission definieren, Ressourcenbedarf objektiv feststellen und vermeintlich getrennte Aufgabenbereiche (Entwicklungszusammenarbeit, militärische Sicherung etc.) im Zusammenhang darstellen.

Zum Ziele einer Demokratisierung Afghanistan möchte ich feststellen, dass das afghanische Volk im nächsten Jahr bereits zum zweiten Male an die Urnen gerufen werden wird. Aber: Eine Demokratie westlichen Standards wird gleichwohl nicht von heute auf morgen zu erreichen sein, dies zeigt -- bei aller evidenten kulturellen Unterschiedlichkeit -auch unsere eigene nationale Geschichte. Demokratie bedarf Bewusstseinsbildung, sowie u.a. rechtsstaatlich garantierter Grundrechte und letztlich auch eines Mindestmaßes an Sicherheit. In dem Grade, in dem diese Rahmenbedingungen etwa durch die Herstellung des staatlichen Gewaltmonopols, die gesellschaftliche Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen und beider Geschlechter sowie durch die Etablierung rechtsstaatlicher Strukturen geschaffen sind, hat die Demokratie eine -- wenngleich in Afghanistan noch ferne - Chance. Entscheidender ist zunächst der Faktor Stabilität und Rechtsstaatlichkeit sowie ein Verständnis, dass sich sogenannte westliche Standards nicht aufoktroyieren lassen, sondern vielmehr auch kulturellen wie historisch gewachsenen Eigenheiten Rechnung zu tragen ist.

Mit einem Augenzwinkern kann ich Ihnen aus bayerischer Erfahrung zumindest verbindlich sagen, dass auch ein (ehemaliger) monarchisch geprägter Agrarstaat ganz erstaunliche demokratische Entwicklungschancen entfalten konnte.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg
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Frage zum Thema Internationales
27.07.2008
Von:

Sehr geehrter Herr von und zu Guttenberg,

gegenüber CNN erklärte Obama, dass er die von ihm geforderte verstärkte deutsche Teilnahme in Irak und Afgahnistan zur Steuersenkungen in den USA nutzen werde.
Sie, Herr von und zu Guttenberg, bezeichnete die Obama-Rede als "wegweisend".
Sagen Sie, fühlen Sie sich als Interessenvertreter der deutschen oder der amerikanischen Wähler?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
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30.07.2008
Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
Sehr geehrter Herr ,

für Ihre Frage vom 27.07. danke ich Ihnen. Zur Erläuterung meiner Aussage erlaube ich mir, Ihnen meine Pressemitteilung vom 25.07.2008 beizufügen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg

*MdB zu Guttenberg: "Obamas Charisma überlagert die Härte in der Sache"*

*"Fast komisch anmutende Vereinahmungsversuche der SPD stoßen an sichtbare Grenzen"*

* ***

**"Die Rede des US-Senators Barack Obama kann in jeder Hinsicht als wegweisend empfunden werden. Ob die Begeisterung über die sich nun konkretisierende Marschrichtung einer US-Administration unter einem potentiellen Präsidenten Obama bei allen charismatisch Berührten anhält, bleibt indes abzuwarten. Dies insbesondere, da Senator Obama bei jeder Bereitschaft zum Wandel auch die Kontinuitätslinien amerikanischer Außenpolitik hervorhob. Der fortgesetzte Kampf gegen den Terrorismus wird ebenso zu diesen Kontinuitäten gehören wie der weltweite Einsatz der USA für die Freiheit.

Aus deutscher Sicht ist es wohltuend, dass Obama gestern kein Zweifel daran ließ, dass die besondere Beziehung der transatlantischen Brücke zwischen Europa und den USA wieder weiterhin eine tragende Säule US-amerikanischer Außen- und Sicherheitspolitik darstellen wird.

Die Worte Obamas entsprachen möglicher zukünftiger staatsmännischer Verantwortung und nicht der gängigen Wahlkampfrhetorik. Der Redebeitrag kann als weiteres Element eines sich stetig verbessernden transatlantischen Verhältnisses empfunden werden. Die aus dem Zeitalter der Ära Schröder geerbte Hypothek eines unreflektierten Anti-Amerikanismus in Deutschland wurde gestern in Berlin sichtbar zu Grabe getragen. Zumindest zunächst. Schwärenden Äquidistanzphantasien führender Sozialdemokraten wurde durch Senator Obamas Rede der Boden entzogen.

Die schon fast komisch anmutende Vereinnahmung des US-Demokraten Obama durch die deutsche Sozialdemokratie ist angesichts der Redeinhalte an sichtbare Grenzen gestoßen. Die anti-kommunistischen Einlassungen Obamas über den Gegensatz von Tyrannei und Freiheit werden dem Berliner Senat ebenso wenig bekommen sein wie der SPD-Spitze die Forderungen nach einem erhöhten deutschen Beitrag für internationale Operationen."
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Frage zum Thema Internationales
12.08.2008
Von:

Sehr geehrter Herr von und zu Gutenberg,

im Georgienkrieg haben wir die Situation des Kosovo in ausgetauschten Rollen:

Der vom Westen geförderte Kriegstreiber und Aggressor Sakaschwili als Milosevic, der einen Angriffskrieg begonnen hat

Die Südosseten und Abchasier als die Kosovoalbaner des Kaukasus, die gegen ihren Willen gezwungen werden sollen bei Georgien zu bleiben

Rußland als \\\"humantiärer\\\"Intervent, der genauso legitim bombt wie damals die NATO in Jugoslawien.

Freilich, Sakaschwili beschützt unsere Pipeline, deswegen läßt man ihn möglichwerweise nicht fallen, aber:

Wie stehen sie zu einer Anerkennung einer unabhängigen Republik Abchasien und Südossetien nach dem Vorbild des Kosovo?Warum sollten diese Gebiete zwangsweise bei Georgien bleiben, wenn dies die Mehrheitsbevölkerung nicht will?

Wie stehen sie zu der Forderung, den Kriegsverbrecher Sakaschwili vor ein Tribunal nach Den Haag mit Haftbefehl zu stellen?

Wie stehen Sie zu einer NATO-Mitgliedschaft Georgiens, anderer Kaukasusstaaten und/oder der Ukraine?

Inwieweit sehen sie die Gefahr, dass sich ein solcher Konflikt im Baltikum (z.B. Estland-1/3 russische Miniorität\\\")oder um die Ukraine (Krim-Schwarzmeerflotte)
wiederholen könnte?

Ist es wahrscheinlich, dass Sakaschwili alleine gehandelt hat und nicht von den USA Unterstützung in Aussicht gestellt bekommen hat--als Auftakt eines Neuen Kalten Krieges gegen Rußland, der dann unter Mc Cain systematisiert werden soll ?
(Ausschluß aus der G8, weitere NATO-Osterweiterung,Sanktionen,etc:)
Mit freundlichen Grüßen

Standard-Antwort von Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
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09.03.2009
Dr. Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 12.08.2008. Bitte erlauben Sie mir, Sie direkt an mein Abgeordnetenbüro im Deutschen Bundestag zu verweisen. Bitte wenden Sie sich mit Ihrer Anfrage per E-Mail an karl-theodor.guttenberg@bundestag.de oder schriftlich an:
Deutscher Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin

Um eine zeitnahe Beantwortung Ihrer Frage werde ich mich gerne bemühen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dr. Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg
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