Dr. Karl A. Lamers (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Karl A. Lamers
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
12.02.1951
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Heidelberg
Wahlkreis
Heidelberg
Ergebnis
36,1%
Landeslistenplatz
10, Baden-Württemberg
weitere Profile
(...) Bereits vor längerer Zeit ist entschieden worden, die sogenannte "Weiße Flotte" der Flugbereitschaft - das sind die Maschinen, die für den politisch-parlamentarischen Bereich eingesetzt werden - komplett nach Schönefeld (BBI) zu verlegen. Die bisher entstandenen Flugkosten von und zu der Heimatbasis Köln-Wahn werden somit in absehbarer Zeit entfallen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Karl A. Lamers
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Notkredit für Griechenland
16.05.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Dr Lamers.

Sie haben am 7.5.10 dem Notkredit fuer Griechenland zugestimmt. Der Kredit wurde Anfang April von Griechenland auf ca 25 Mrd geschaetzt, sechs Wochen spaeter ist der Betag um das 5-fache angestiegen (und keiner weiss zur Zeit ob das reichen wird)

Damit werden deutsche und damit auch meine Steuergelder in ein fremdes Land transferiert, und das ohne jegliche Gegenleistung.

Ich mochte an den Amtseid in Art. 56 des deutschen Grundgesetzes erinnern, Er besagt unter anderem:

...dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden...

Aufgrund dieses Amtseids kann ich nicht verstehen, dass Sie solch einem Geldtransfer ohne Gegenleistung zustimmen.

Fragen:
a) Welche Begruendung haben Sie hierfuer
b) Warum haben Sie sich nicht dafuer eingesetzt, dass alle Glaeubiger des griechischen Staates ihren Teil beitragen
c) Wie werden Sie sich verhalten, wenn weitere Gelder noetig werden (fuer Griechenland oder andere Euro-Laender)

Mit freundlichem Gruss
Antwort von Dr. Karl A. Lamers
bisher keineEmpfehlungen
15.08.2012
Dr. Karl A. Lamers
Sehr geehrter Herr ,

für Ihr Schreiben, in dem Sie mir Ihre Sorgen und Bedenken in bezug auf die Unterstützung Griechenlands im Rahmen der Euro-Rettung erläutern, möchte ich Ihnen danken. Zunächst bitte ich Sie jedoch um Entschuldigung, dass ich Ihnen erst jetzt antworte. In Anbetracht der Vielzahl an Schreiben, die mich täglich erreichen, war Ihre Anfrage in meinem Büro untergegangen und wurde mir erst jetzt vorgelegt.

Die Rettung unserer gemeinsamen Währung gehört zu den wichtigsten, aber auch zu den schwierigsten Aufgaben dieser Legislaturperiode. Nicht zuletzt hängt hiervon die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes ab. Als Abgeordneter ist es jedoch meine Aufgabe, zum Besten für unser Land und seine Bevölkerung zu handeln. Auch wenn es bisweilen unbeliebte und nur schwer nachvollziehbare Entscheidungen sind. Bedenken kann ich durchaus verstehen. Ich möchte jedoch klar sagen, dass ich die Alternativen und sämtliche Vor- und Nachteile in Bezug auf jede Maßnahme zur Euro-Rettung – seien es nun die Finanzhilfen für Griechenland, die Einrichtung des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM oder der Fiskalvertrag – genauestens abgewogen habe.

Ein automatischer Ausgleichsmechanismus würde unser Land überfordern und gleichzeitig den Grundgedanken, auf dem die europäische Union beruht, aushöhlen. Insofern müssen wir auch aus Rücksicht auf künftige Generationen die Belastungen beschränken. Hier unterstütze ich Sie in Ihrem Anliegen. Eine "EU-Transferunion", einen dauerhaften Länderfinanzausgleich, wird es daher mit uns nicht geben. Jedes Land muss zuallererst selbst dafür Sorge tragen, dass der Haushalt in Ordnung ist und die geforderten Kriterien erfüllt werden.

Der Fiskalvertrag ist der zentrale Baustein einer neuen Stabilitätskultur in Europa. Mit ihm geht die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten eine der fundamentalen Ursachen der Schuldenkrise in der Euro-Zone an: Ausufernden Staatsschulden und mangelnder Haushaltsdisziplin werden klare Grenzen gesetzt. Nur Länder, die auch den Fiskalvertrag ratifiziert haben, werden Mittel aus dem ESM erhalten, unter strikten Auflagen und zu angemessenen Zinsen. Die Schulden-Länder werden zu Reformprogrammen verpflichtet, Defizite müssen reduziert und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

Sollte es jedoch tatsächlich so kommen, dass sich Schulden-Länder wie Griechenland, Italien oder Spanien an keine der gemachten Zusagen bezüglich Reformen und Sparprogrammen halten, sind der Unterstützung durch die Euro-Gemeinschaft selbstverständlich Grenzen gesetzt. Denn Solidarität ist keine Einbahnstraße, hierin sind wir uns sicher einig.

Durch die umfassenden Maßnahmen zur Euro-Rettung, insbesondere durch den dauerhaften Rettungsschirm ESM in Kombination mit dem Fiskalpakt, wäre beispielsweise bei einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone oder einer geordneten Insolvenz die Infektionsgefahr für die übrigen Euro-Staaten dann aber wesentlich geringer, als dies noch vor einigen Monaten der Fall gewesen wäre.

Mit freundlichen Grüßen
Karl A. Lamers
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Bundeswehr ohne Wehrpflicht
24.08.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Lamers,

Ihnen als Mitglied des Verteidigungsausschusses würde ich gern einmal eine Idee vorstellen, die ich in den Medien jedenfalls noch nicht gehört oder gelesen habe.

Wie wäre es, wenn man den Wehrdienst in einen allgemeinen Staatsdienst umwandelt?
Eine Zusammenfassung von Wehrdienst, Zivildienst und freiwilligem sozialen Jahr, verpflichtend für Männer und Frauen gleichermaßen und z.B. auf 12 Monate befristet. Jeder junge Mensch hätte die Pflicht, sich ein Jahr lang für unseren Staat einzusetzen, könnte dann aber für sich entscheiden, was er lieber macht: Wehrdienst oder Altenbetreuung oder Arbeit mit Kindern oder....

Ein solcher Staatsdienst wäre gerecht (und zwar endlich auch geschlechterübergreifend), würde den Trägern sozialer Dienste helfen und würde der Bundeswehr eine Zahl von Wehrdienstleistenden bescheren, mit der sie arbeiten könnte.

Könnte man daraus nicht einmal ein Konzept machen? Was für Probleme sehen Sie? Weshalb wird diese Idee nicht diskutiert, bin ich etwa der erste, dem sie gekommen ist?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Karl A. Lamers
bisher keineEmpfehlungen
30.09.2010
Dr. Karl A. Lamers
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für ihre E-mail, in der Sie die Einführung eines allgemeinen Pflichtdienstes vorgeschlagen haben.

In der Vergangenheit hat es immer wieder Diskussionen und Versuche gegeben, alle Dienste für die Allgemeinheit (Wehrdienst, Zivildienst, Soziales Jahr usw.) in einem einheitlichen Dienst zusammenzufassen. Die Einführung einer solchen allgemeinen Dienstpflicht bedarf einer verfassungsändernden Zweidrittel-Mehrheit im Plenum des Bundestages, die in der Vergangenheit aus verschiedenen Gründen nie zustande kam.

Ein entscheidendes Hindernis für eine allgemeine Dienstpflicht liegt in der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), die festlegt, daß niemand gezwungen werden darf, Zwangs- oder Pflichtarbeit zu verrichten. Übereinstimmend sagen uns die Rechtsexperten, daß die Einführung eines verpflichtenden, allgemeinen Dienstes gegen diese Konvention verstoßen würde, was zweifellos zu einer Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte führen würde. Das negative Ergebnis eines solchen Verfahrens wäre absehbar.

Vor diesem Hintergrund sehe ich es als eine Möglichkeit an, die schon bestehenden freiwilligen Dienste im Sinne einer "Kultur der Freiwilligkeit" auszubauen und weiterzuentwickeln. Ich bin sicher, daß viele junge Menschen nicht nur gezwungenermaßen, sondern auch ganz freiwillig bereit sind, Verantwortung für die Gesellschaft und somit auch für den Staat zu übernehmen. Ich bin bereit, entsprechende Initiativen außerhalb und innerhalb des Parlaments zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Karl A. Lamers MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
19.01.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Lamers,

der mit vielen Auszeichnungen versehene Film "Soviet Story" von Edvins Snore über die Verbrechen und Opfer des Sowjet Kommunismus fand international viel Beachtung, besonders in den USA und den ehemaligen Ostblockstaaten. Auch in Rußland entfachte er ein kontroverses Medienecho.

Der Film wurde im April 2008 im EU Parlament uraufgeführt und von der UEN Gruppe mitfinanziert. www.sovietstory.com

Allein in Deutschland gab es kein Medienecho zum Film "Soviet Story".

Auf der Internetseite des Film (www.sovietstory.com) wird nur eine Aufführung in Deutschland erwähnt: am 19. Oktober 2008 im Babylon in Berlin www.sovietstory.com
Doch gerade der Link zu dieser Aufführung führt zu einem Fehler: www.babylonberlin.de

Auch der Link zum Radiobeitrag des Deutschlandradios hat leider keinen Inhalt: www.podcast.de

In anderen Ländern, wie den USA wurde der Film in sehr vielen Bundessataaten gezeigt und diskutiert. Ähnlich in den ehemaligen Ostblockstaaten und Rußland selbst.

Hinzu kommt daß der Film als DVD in Deutschland nicht verfügbar bzw. nicht zu kaufen ist: www.amazon.de

Bei www.amazon.com ist er jedoch gelistet und auch verfügbar: www.amazon.com

Daher meine Frage an Sie:
Warum wird dieser Film gerade in Deutschland totgeschwiegen?
Wie kommt es, daß dieser Film gerade in Deutschland fast keine Würdigung erfuhr/erfährt und weder von den Medien noch der Politik diskutiert wurde und wird?
Warum ist der einzige Beitrag einer öffentlich-rechtlichen Radioanstalt wie des Deutschlandradios zu diesem Film nicht mehr verfügbar?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Karl A. Lamers
bisher keineEmpfehlungen
10.02.2011
Dr. Karl A. Lamers
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Zuschrift bezüglich des Films "Soviet Story".

Über die Gründe der geringen Thematisierung des Films in der deutschen Öffentlichkeit kann ich Ihnen keine Auskunft geben. Möglicherweise können Ihnen Vertreter der Medien weiterhelfen.

Deutschen Kunden ist es, wie von Ihnen dargestellt, möglich, den Film über die U.S.-amerikanische Seite des Internetversandhauses Amazon zu erwerben. Allerdings ist das kein deutsches Phänomen, sondern betrifft beinahe alle Kunden. Dies hängt mit der zuständigen Vertriebsfirma Perry Street Advisors zusammen, die sich für den zentralen Verkauf auf dieser Internetseite entschieden hat.

Der Beitrag des Deutschlandradios, auf welchen Sie verweisen, ist nach wie vor unter folgender Internetadresse verfügbar: www.dradio.de .

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Karl A. Lamers MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
01.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Lamers,

nur eine kurze, präzise Frage die auch nur einer ebenso kurzen und PRÄZISEN Antwort bedingt:

In welchem Verdientsbereich liegt für Sie oder Ihre Partei den bitte die sogenannte "Mittelschicht" ?

2000-4000 EUR monatlich (brutto) oder weniger, oder mehr ?

Vielen Dank und freundliche Grüße
Antwort von Dr. Karl A. Lamers
bisher keineEmpfehlungen
09.02.2011
Dr. Karl A. Lamers
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zur Eingrenzung der sogenannten Mittelschicht.

Das Bundesministerium der Finanzen und Forschungsinstitute wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung nutzen zur Ermittlung der "Mittelschicht" ein festgelegtes Berechnungsverfahren. Dieses ist in Anlehnung an die Definition aus dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung entwickelt worden.

Sie können das Verfahren unter folgendem Link im Internet einsehen:
www.bundesfinanzministerium.de/DE/Buergerinnen_und_Buerger/Gesellschaft_und_Zukunft/120_Definition_Mitte.htm

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Karl A. Lamers MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Lamers,

Sie sind ja Jurist, wie sehen Sie die Einführung der "Euro-Bons"?

Werden Sie einer entsprechenden Regelung zustimmen, und wenn nein, würden Sie sich dafür stark machen, die Sache schnellst möglich vor den BGH zu bringen?

Als Bürger dieses Landes hatte ich bereits bei der Einführung des Euros und den daraus entstehenden wirtschaftlichen Verflechtungen große Bauchschmerzen. Nun sehen sich meine schlimmsten Befürchtungen durch das vergangene Jahr bestätigt.

Wieso kann über die Köpfe der Bürger in einer solchen Weise hinweg bestimmt werden, und die Verträge und Gesetzte, welche früher zum SCHUTZE des deutschen Volkes getroffen wurden, nun so leichtfertig übergangen werden?

Müsste nicht jeder Abgeordnete vor Gericht zitiert werden, da er ganz klar und ohne Zweifel dem deutschen Volke schadet, in dem große finanzielle Belastungen entstehen, welche nur schwer zu verkraften sind.

Bei Harz 4 etc. wird über wenige Millionen diskutiert und beraten bis man schwarz wird, hier aber werden dann Milliarden um Milliarden feil geboten. Für den einfachen Bürger bleibt da nichts mehr übrig und an der Masse der Menschen muss dann gespart werden, da man ja bei den Vermögenden nur schwerlich zulangen kann, da man ja Abwanderung befürchtet, oder andere eigene Interessen verfolgt, welche einer solchen Entscheidung entgegen stehen.

Was kann ich als Bürger von Ihnen also erwarten? Wie kann ich also für die Zukunft sicher sein, das Sie in meinem Interesse abstimmen, und so meine Meinung im Bundestag repräsentieren?

Daher würde ich gern eine ausführliche Stellungnahme von Ihnen zu diesem Thema erhalten, damit ich auch in Zukunft mit Gewissheit sagen kann ob ich Ihnen meine Stimme wieder anvertrauen kann oder nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Karl A. Lamers
bisher keineEmpfehlungen
15.08.2012
Dr. Karl A. Lamers
Sehr geehrter Herr ,

für Ihr Schreiben, in dem Sie mir Ihre Sorgen und Bedenken in bezug auf die Euro-Rettung uns insbesondere Euro-Bonds erläutern, möchte ich Ihnen danken. Zunächst bitte ich Sie jedoch um Entschuldigung, dass ich Ihnen erst jetzt antworte. In Anbetracht der Vielzahl an Schreiben, die mich täglich erreichen, war Ihre Anfrage in meinem Büro untergegangen und wurde mir erst jetzt vorgelegt.

Die Rettung unserer gemeinsamen Währung gehört zu den wichtigsten, aber auch zu den schwierigsten Aufgaben dieser Legislaturperiode. Nicht zuletzt hängt hiervon die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes ab. Als Abgeordneter ist es jedoch meine Aufgabe, zum Besten für unser Land und seine Bevölkerung zu handeln. Auch wenn es bisweilen unbeliebte und nur schwer nachvollziehbare Entscheidungen sind. Bedenken kann ich durchaus verstehen. Ich möchte jedoch klar sagen, dass ich die Alternativen und sämtliche Vor- und Nachteile in Bezug auf jede Maßnahme zur Euro-Rettung – seien es nun die Finanzhilfen für Griechenland, die Einrichtung des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM oder der Fiskalvertrag – genauestens abgewogen habe.

Am 29. Juni wurden die Verträge zum europäischen Fiskalpakt und zur Einrichtung und Finanzierung des ESM vom Deutschen Bundestag mit großer Mehrheit von CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen verabschiedet. Beide Vorhaben – der Fiskalpakt als Schuldenbremse sowie der ESM als ständiger Euro-Rettungsschirm – gehören zusammen und sollen unsere gemeinsame Währung dauerhaft stabilisieren.

Ein automatischer Ausgleichsmechanismus würde unser Land überfordern und gleichzeitig den Grundgedanken, auf dem die europäische Union beruht, aushöhlen. Insofern müssen wir auch aus Rücksicht auf künftige Generationen die Belastungen beschränken. Hier unterstütze ich Sie in Ihrem Anliegen. Eine "EU-Transferunion", einen dauerhaften Länderfinanzausgleich, wird es daher mit uns nicht geben. Jedes Land muss zuallererst selbst dafür Sorge tragen, dass der Haushalt in Ordnung ist und die geforderten Kriterien erfüllt werden.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat sich stets gegen die Einführung von Euro-Bonds gestellt und versichert, dass es unter ihrer Kanzlerschaft nicht zu einer Einführung dieses umstrittenen Instruments kommen wird. Euro-Bonds, das bedeutet Vergemeinschaftung von Schulden. Euro-Bonds sind ein Instrumentarium, um sich günstig neu zu verschulden. Sie erleichtern die Fortsetzung der Schuldenpolitik, die Europa in die Krise geführt hat. Hierin sind wir uns sicher einig. Sie setzen keinerlei Anreize für hochverschuldete Länder zu sparen. Im Gegenteil: Sogar Länder, die kurz vor der Insolvenz stehen, bekämen wieder leichteren Zugang zum Kapitalmarkt. So bekämen wir neue Wachstumsprogramme auf Pump. Euro-Bonds bedeuten für Deutschland letztlich höhere Zinsen, obwohl es an den Finanzmärkten eine hohe Bonität genießt. In hochverschuldeten Ländern hingegen würden die Zinsen sinken. Das wollen wir dem deutschen Steuerzahler nicht zumuten!

Der Fiskalvertrag dagegen ist der zentrale Baustein einer neuen Stabilitätskultur in Europa. Mit ihm geht die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten eine der fundamentalen Ursachen der Schuldenkrise in der Euro-Zone an: Ausufernden Staatsschulden und mangelnder Haushaltsdisziplin werden klare Grenzen gesetzt. Nur Länder, die auch den Fiskalvertrag ratifiziert haben, werden Mittel aus dem ESM erhalten, unter strikten Auflagen und zu angemessenen Zinsen. Die Schulden-Länder werden zu Reformprogrammen verpflichtet, Defizite müssen reduziert und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

Sollte es jedoch tatsächlich so kommen, dass sich Schulden-Länder wie Griechenland, Italien oder Spanien an keine der gemachten Zusagen bezüglich Reformen und Sparprogrammen halten, sind der Unterstützung durch die Euro-Gemeinschaft selbstverständlich Grenzen gesetzt. Denn Solidarität ist keine Einbahnstraße, hierin sind wir uns sicher einig.

Durch die umfassenden Maßnahmen zur Euro-Rettung, insbesondere durch den dauerhaften Rettungsschirm ESM in Kombination mit dem Fiskalpakt, wäre beispielsweise bei einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone oder einer geordneten Insolvenz die Infektionsgefahr für die übrigen Euro-Staaten dann aber wesentlich geringer, als dies noch vor einigen Monaten der Fall gewesen wäre. Insgesamt bin ich von der Notwendigkeit des Fiskalpakts sowie des ESM überzeugt und habe daher im Deutschen Bundestag für die Annahme des Gesetzespakets gestimmt.

Mit freundlichen Grüßen
Karl A. Lamers
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Karl A. Lamers
  • Wurde Ihre Frage bereits gestellt?
    Durchsuchen Sie alle Fragen und Antworten in diesem Profil nach einem Stichwort:

Ihre Frage wurde bisher nicht gestellt?
Geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten und Ihre Frage ein:

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  
    An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen. Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.

    Die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse ist verpflichtend.
    Dies ist notwendig, um Sie über eine Antwort des Abgeordneten zu informieren oder bei Rückfragen kontaktieren zu können. Ihre E-Mail-Adresse wird weder an den Abgeordneten noch an Dritte weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist verpflichtend.
    Sie wird nicht veröffentlicht, aber an den Abgeordneten weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist optional.
    Sie wird nicht veröffentlicht und nur zur internen Verwendung bzw. für evtl. Rückfragen benötigt.

  • noch 2000 Zeichen

  • Spamschutz - wie viel ist 11 + 4:
  • Ich erkläre mich mit der Veröffentlichung meiner Frage auf abgeordnetenwatch.de einverstanden. Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
  • Folgende Felder wurden nicht ausgefüllt oder weisen Fehler auf:
    Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse und Wohnort

  • Die Freischaltung von Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden. Ich habe den Moderations-Codex gelesen und sichergestellt, dass meine Frage nicht gegen diesen verstößt. Moderations-Codex aufrufen
    Falls meine Frage nicht freigeschaltet werden kann, werde ich darüber von einem Moderator informiert.
    Aus Gründen der Rechtssicherheit wird Ihre IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.