Dr. Hermann Otto Solms (FDP)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Dr. Hermann Otto Solms
Jahrgang
1940
Berufliche Qualifikation
Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Landwirtschaft, unternehmerische Tätigkeit
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Selbstständiger
Wohnort
-
Wahlkreis
Gießen
Ergebnis
7,2%
Landeslistenplatz
2, Hessen
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Frage zum Thema Bürgerrechte
02.09.2005
Von:

Guten Tag,

in Ihrem Wahlkreis soll die Autobahn A 5 im Bereich Mücke/Gemünden im nächsten Jahr ausgebaut werden. Das Planfeststellungsverfahren läuft momentan. Im Bereich der Ortslage Burg-Gemünden beträgt der Abstand zu den Wohnhäusern teilweise nur 10 - 15 m vom Fahrbahnrand. Die Autobahn soll um 2 Standstreifen ergänzt werden. Die Planung sieht bislang vor, dass hierfür die Autobahn um die Breite der beiden Standstreifen komplett nach Osten hin zur Wohnbebauung verlegt wird. Ein Lärmschutz in Form einer Lärmschutzwand bzw. eines Lärmschutzwalls ist nicht vorgesehen, weil es angeblich hierfür keine gesetzliche Grundlage gibt. In der ursprünglichen Planung von 1989, die jetzt abgeschlossen werden soll, war noch eine Lärmschutzwand vorgesehen. Modellberechnungen des Straßenverkehrsamtes für die Schadstoffbelastung haben zudem ergeben, dass die Belastung durch Feinstaub die gesetzlichen Grenzwerte dauernd erheblich (teilweise um das Vierfache der erlaubten Grenzwerte) überschreitet.

Aus der Einwohnerschaft von Burg-Gemünden wurden rund 200 Einwendungen gegen die bisherige Planung erhoben.

Werden Sie sich in Ihrer Funktion als Bundestagsabgeordneter dafür einsetzen, dass die Gesundheit der Einwohner Burg-Gemündens hinreichend geschützt wird? Werden Sie sich und ggflls. in welcher Weise dafür einsetzen, dass eine Lärmschutzwand bzw. ein Lärmschutzwall (Kosten ca. € 2,0 Mio.)* gebaut wird, um die Ortslage Burg-Gemünden und damit die Einwohner vor Lärm und Schadstoffen zu schützen?

*In unmittelbarer Nähe zur Ortslage Burg-Gemünden ist ein Wild- und Wasserdurchlass unter der Autobahn geplant. Die vorgesehenen Kosten belaufen sich auf über € 2,0 Mio. Halten Sie den Schutz der Natur für vorrangig vor dem Schutz der menschlichen Gesundheit oder sollte hier nicht zumindest Gleichrangigkeit bestehen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Hermann Otto Solms
bisher keineEmpfehlungen
06.09.2005
Sehr geehrter Herr ,
vielen Dank für Ihre email, die mich über kandidatenwatch.de erreicht hat. Sie werden mir zustimmen, dass die A5 zwischen Alsfeld und Gießen verkehrlich über die Maßen belastet ist. Die Zahl der Staus und Unfälle auf der Autobahn sowie die Belastung der B 49, in ihrer Funktion als Ausweichstrecke der A5, nehmen immer weiter zu. Eine Entzerrung der Verkehrsflüsse ist unbedingt erforderlich und kann über den Ausbau der A 5 erreicht werden.
Ihre Befürchtungen, dass die Lärmbelästigung in Ihrer Gemeinde unter dem Ausbau der A5 zunehmen wird, sind verständlich und begründet. Umso mehr verwundert es mich, dass die ursprünglich vorgesehene Lärmschutzwand nicht gebaut werden soll. Ich werde mich in den nächsten Tagen mit den zuständigen Behörden in Verbindung setzen, um in Erfahrung zu bringen, aus welchen Gründen diese Wand aus den Plänen gestrichen worden ist. Außerdem möchte ich Sie auch darüber hinaus meiner Unterstützung versichern.
Ich werde Sie über meine Bemühungen auf dem Laufenden halten und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir zu diesem Zwecke Ihre Postanschrift zukommen lassen könnten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hermann Otto Solms, MdB
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Frage zum Thema Bürgerrechte
05.09.2005
Von:

Hallo! Auch ich hätte einmal eine Frage an Sie!

Burg-Gemünden liegt direkt an der Autobahn und sollte bei der ersten Planung zum Standstreifenausbau eine Lärmschutzwand erhalten. Bei der Erweiterung zum 3-spurigen Ausbau wurde diese aber ersatzlos gestrichen. Die Bürger wurden davon nicht informiert und nur zufällig darauf aufmerksam, daß diese wirklich für Jeden wichtige Maßnahme gestrichen wurde. Die Feinstaubbelastung ist teilweise um ein vielfaches höher als in Frankfurt, nur da gibt es Leute die sich dafür bzw.dagegen einsetzen, bei uns in Gemünden wird einem das Recht auf Gesundheit (Lärmschutzwand) einfach aberkannt.
An der selben Autobahn werden hororende Summen aufgebracht und veranschlagt für die Rettung von irgendwelchen Molchen. Da ist auf einmal wieder Geld da! Steht das Leben eines Tieres vor dem eines Menschen? Molch müßte man sein, dann bekäme man mehr Schutz als als Mensch! Was halten Sie von dieser "Geschichte" und wie würden Sie sich im Falle einer Wahl für die Bürger von Gemünden einsetzen?
Für eine Antwort wäre ich ihnen sehr dankbar!

MfG
Antwort von Dr. Hermann Otto Solms
bisher keineEmpfehlungen
06.09.2005
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Email. Wie Sie sehen, hat sich Herr Burck mit der Frage der Lärmschutzwand entlang der A 5 bei Burg-Gemünden auch schon an mich gewandt. Meine Antwort an ihn können Sie direkt unter Ihrem Eintrag lesen. Ich hoffe, das genügt Ihnen erst einmal als Antwort. Wenn Sie Ihre Adresse an mein Büro in Berlin weitergeben, halte ich auch Sie über meine Bemühungen auf dem Laufenden.

Mit freundlichen Grüßen
Hermann Otto Solms, MdB
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Frage zum Thema Energie
07.09.2005
Von:

Guten Tag,
wie stehen Sie zur Weiterführung der Förderung von "alternativen Energien", Stichwort Erneuerbare Energien Gesetz?
mfG
Antwort von Dr. Hermann Otto Solms
1Empfehlung
07.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Email, in der Sie meine Meinung zur Förderung von alternativen Energien erfragen.

Wie meine Partei fordere auch ich ein Energieprogramm, welches die Gleichrangigkeit der energiepolitischen Ziele Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit sowie Umwelt- und Sozialverträglichkeit gewährleistet. Dabei setzen wir auf einen Energiemix aus allen verfügbaren Energieträgern. Staatliche Regulierungen und Subventionen sind konsequent abzubauen.

Markt und Wettbewerb müssen wieder im Zentrum energiepolitischen Handelns stehen. Es gilt, Spielraum für eine deutliche Senkung der Energiepreise und hinreichende Anreize für die angemessene Substanzerhaltung und für Neuinvestitionen zu schaffen. Die Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsbereitschaft der Energiewirtschaft in Deutschland muss wiederhergestellt und erhalten werden. Dazu müssen verlässliche Rahmenbedingungen zur Nutzung aller verfügbaren Energieträger gewährleistet und einseitige Abhängigkeiten verhindert werden.

Aus Gründen des Klimaschutzes und einer Verringerung der Abhängigkeit von anderen Energieträgern müssen die erneuerbaren Energien im zukünftigen Energiemix eine wichtige Rolle spielen. Auf der nationalen Ebene ist für neu zu errichtende Anlagen ein dauerhaft tragfähiges Gesamtkonzept zur Förderung erneuerbarer Energien vorzulegen. Die technische Weiterentwicklung der Speichertechnologie eröffnet den erneuerbaren Energien eine große Zukunftschance, indem sie diese grundlastfähig macht. Bis eine rein auf Energiespeicherung aufbauende Nutzung erneuerbarer Energien realisiert werden kann, ist das Erneuerbare Energien Gesetz zu ersetzen durch ein Modell marktwirtschaftlicher Förderung durch Mengensteuerung.

Neben Strom und Heizung ist Deutschland insbesondere bei Kraftstoffen im Verkehr abhängig von importierten fossilen Energieträgern. Die Abhängigkeit von Öl ist nicht nur schädlich für das Klima, sondern auch ein langfristiges Risiko für die wirtschaftliche Stabilität unseres Landes. Bereits heute werden vermehrt alternative Kraftstoffe wie Erdgas und nachwachsende Rohstoffe eingesetzt, denen jedoch wirtschaftliche und ökologische Grenzen gesetzt sind.

Die heutige Verbrennungstechnologie führt – gemessen an einer nachhaltigen Entwicklung – in eine Sackgasse. Langfristig bietet die Verwendung des schadstofffreien Wasserstoffs als Energieträger, erzeugt durch CO2-freie Energiegewinnungstechniken, große Potentiale für ein Null-Emissionsauto mit Brennstoffzellen und für Unabhängigkeit von den internationalen Energiemärkten. Die Entwicklung wird noch Jahre in Anspruch nehmen. Im Interesse zukünftiger Generationen müssen wir aber heute die richtigen Weichen stellen: Wir müssen Forschung und Entwicklung stärker fördern, gleiche steuerliche Rahmenbedingungen zu anderen alternativen Kraftstoffen schaffen und wie in den USA durch ein klares politisches Aufbruchsignal Investitionssicherheit für den Aufbau der Infrastruktur schaffen. Sonst droht Deutschland als einstiger Vorreiter in der Wasserstoff-Technologie in einer weiteren Zukunftstechnologie abgehängt zu werden.

Die Herstellung des Wasserstoffs durch erneuerbare Energien bietet zudem einen Weg, Strom aus Wind- und Sonnenenergie sinnvoll zu nutzen, statt ihn unter hohen Subventionen ins Netz einzuspeisen und gleichzeitig konventionelle Kraftwerkskapazitäten für die Zeit vorzuhalten, in der der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Der Einstieg in die Wasserstoff- Wirtschaft bedeutet Unabhängigkeit von den internationalen Energiemärkten und neue Chancen für den Klimaschutz.

Die FDP plädiert für die Nutzung aller flexiblen marktwirtschaftlichen Instrumente des Kyotoprotokolls (wie z.B. Emissionshandel) sowie auch für die Nutzung von CO2-Senken (z.B. Aufforstung). Damit können große Minderungspotentiale bei Treibhausgasemissionen erschlossen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hermann Otto Solms, MdB
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Frage zum Thema Bürgerrechte
13.09.2005
Von:

Guten Abend,
auch ich bin eine Bürgerin von Burg-Gemünden und habe daher mit großem Interesse die Beiträge von Ihnen und den anderen Kanditaten zu unserem Problem mit dem Lärmschutz gelesen. Demnach müßten wir ja, egal wer die Wahl gewinnt, sofort einen Lärmschutz bekommen. Meine Frage ist, wie wirksam ist ein Einsatz von Ihnen in unserer Sache?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Hermann Otto Solms
bisher keineEmpfehlungen
14.09.2005
Liebe Frau ,
in den nächsten vier Tagen wird sicher keine Entscheidung zur Lärmschutzwand in Burg-Gemünden fallen - vor allem wenn sich die Entscheidung schon über so lange Jahre hinzieht. Sie sollten aber all diejenigen, die Ihnen zugesagt haben, die Burg-Gemündener Bürger zu unterstützen, beim Wort nehmen und nach der Wahl dranbleiben. Auch ich werde dranbleiben. Sie müssen dann selbst entscheiden, wie wirksam meine Untersützung ist.

Mit freundlichen Grüßen
Hermann Otto Solms
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